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Thema: Argumente in der Homöopathie (HP) und deren Betrachtung

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In dieser Diskussion geht es um "Argumente in der Homöopathie (HP) und deren Betrachtung" im "Alternativmedizin kritisch betrachtet" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
...

  1. #21
    Mag Menschen Avatar von katzograph
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    Standard AW: Argumente in der Homöopathie (HP) und deren Betrach

    @segeln

    noch treffender kann man nicht dokumentieren,was ich die ganze Zeit schreibe: Die Wissenschaftsmedizin fordert von der AM Nachweise, die sie selbst für sich nicht in jedem Falle erbringen kann. Und es kommt reflexhaft die Aufforderung, erst einmal diese Nachweise zu vorzulegen, bevor man sich weiter unterhält.
    ZitatAnfang:" Bevor ich auf Deinen Post eingehen kann, bitte ich doch erneut um Beantwortung folgender Frage:
    „Wo kann ich über Erfolge (belegt, dokumentiert und reproduziert/überprüft)der HP/AM
    bei folgenden Krankheiten lesen: Herzinfarkt, Schlaganfall?“ Zitat Ende.

    In der Ausgabe 06/2010 der Zeitschrift "heart" wird über einen Versuch der Uni Heidelberg berichtet, in dem man festgestellt hat, dass Akupunktur zusätzlich zur normalen Behandlung eine über 30 %tige Verbesserung des Allgemeinzustandes nach einem Herzinfarkt erreicht , als die Behandlung mit Placebonadeln. Ansonsten ist es eigentlich ein offenes Geheimnis, dass AM bei akuten lebensgefährlichen Anfällen nicht das Mittel der ersten Wahl ist.
    Bei Kopf- und Rückenschmerzen hat ein Großversuch in Deutschland ergeben, dass die Akupunktur mindesten genausogut wirkt, wie normale Medizin. Als Folge dieser Erkenntnis zahlen die Krankenkassen die Kosten für die Akupunktuer in eben diesen Fällen. Ob irgendwann schon mal bei Sommerdiarrhö sich jemand die Mühe gemacht hat, um AM daran zu testen, weiß ich nicht. Wahrscheinlich hat sich noch niemand gefunden, der das Geld für diesen Scheiß zur Verfügung gestellt hat.
    Wenn Dich das Thema " Nachweise fordern, die ich im Prinzip selbst nicht erbringen kann" nicht so interessiert, mußt Du ja nicht darüber posten. Das hier ist ja keine Zwangveranstaltung. Ich unterhalte mich gerne auch über andere Themen.

    Gruß
    katzograph
    Das Gegenteil einer großen Wahrheit ist eine andere Wahrheit.

    Niels Bohr

  2. #22
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    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: Argumente in der Homöopathie (HP) und deren Betrach

    @katzograph

    Dein Zitat könnte zeigen, dass Du (mit Verlaub)des Lesens nicht so ganz mächtig bist:
    „…fordert von der AM Nachweise, die sie selbst für sich nicht in jedem Falle erbringen kann. Und es kommt reflexhaft die Aufforderung, erst einmal diese Nachweise zu vorzulegen,..
    Ich hatte dezidiert nach
    „Herzinfarkt, Schlaganfall“
    gefragt und nicht für „jeden Fall“.
    Für diese Fälle(Herzinfarkt und Schlaganfall) hat die Schulmedizin gute Belege und Nachweise für die Wirksamkeit ihrer Therapien.

    „ist es eigentlich ein offenes Geheimnis, dass AM bei akuten lebensgefährlichen Anfällen nicht das Mittel der ersten Wahl ist“
    Dieses Zitat von Dir, in Zusammenhang mit Deinem Ausschluss von Krebserkrankungen als Indikation für die HP/AM, ergibt folgende Einschätzung der Therapiemöglichkeiten der HP/AM:
    Bei Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebserkrankungen hilft HP/AM nicht oder nur marginal.
    Diese Erkrankungen sind jedoch zu ca. 75% die Ursachen aller Todesfälle.
    Demnach hilft HP/AM den meisten Menschen nicht oder eben nur marginal.
    Interessant, das von Dir zu lesen.
    Was bleibt der HP/AM dann noch:
    eher “banale“ Erkrankungen wie z.B. grippaler Infekt, Sommerdiarrhö, Migräne, Rückenschmerzen, die alle einen natürlichen Verlauf haben, der eine ausgeprägte Selbstheilungstendenz aufweist.
    Wozu da noch HP/AM?

    Zu Deinem Post davor:
    Natürlich haben RCT´S Grenzen, jedoch auch schon bei: grippaler Infekt, Sommerdiarrhö, Migräne, Rückenschmerzen?

    Ferner:
    „sondern insgesamt der Erfolg kleiner ist, als uns die Jubelbotschaften der Medizin manchmal weißmachen möchte“
    Bitte Beispiele, nicht aus der Presse, sondern aus der Medizin selbst.

    „ist diese Therapie offensichtlich nicht der große Bringer“
    Deine Einschränkung erfolgte dann prompt:
    " Krebstherapien (insgesamt) sind nicht der große Bringer"
    Wird Dein erster Satz den an Krebs erkrankten Kindern oder deren Eltern gefallen und von ihnen unterstrichen?

    Zum Autofahren:
    „Möglicherweise hat ihm sein Vater/Bruder/Freund das Fahren beigebracht..“
    Ich erlaube mir erneut rückzuübersetzen:
    Vater/Bruder/Freund-Homöopath bringt also, Deiner Meinung nach Homöopathie/AM evtl. „Intensiver/besserauf die Belange zugeschnitten, bei.
    Gut, falls Du dies als Ausbildung betrachtest, wie beim Autofahren,
    „..gar keine Ausbildung hatte, habe ich nicht vorausgesetzt.....sein Vater/Bruder/Freund das Fahren beigebracht“,
    ist Deiner Meinung meinerseits nichts hinzuzufügen.
    Beim Autofahren hast du die Prüfung erwähnt, eine solche gibt es nicht, um sich Homöopath zu nennen, erst recht nicht für derart (Vater/Bruder/Freund) ausgebildete Homöopathen.

    Nun zu Deinem Zitat:
    „...dann sind für mich die viele Jahre dauernden Ausbildungen von Medizinmännern, Schamaninnen und ähnlichen Personen in deren Umfeld durchaus mit einem Medizinstudium vergleichbar“.
    Nach einem Blick in diese Links: http://www.der-rote-weg.de/was.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schamanismus#Schamane_und_Schamanismus
    http://www.wissen.de/wde/generator/material/download/expedition_wissen/indianer/56_57
    überlasse ich die Beurteilung Deiner Aussage den anderen Lesern dieses Threads.
    Nur auf ausdrücklichen Wunsch und eigene Gefahr hin werde ich Dir die rheinländische Version einer Kommentierung übermitteln.
    Bis dahin sage ich ganz klar, unmissverständlich und mit harten Worten:
    .....


    Gruß
    segeln
    Geändert von segeln (02.10.2010 um 11:02 Uhr)

  3. #23
    Mag Menschen Avatar von katzograph
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    Standard AW: Argumente in der Homöopathie (HP) und deren Betrach

    @segeln

    jetzt fängt die Unterhaltung mit Dir so ganz langsam an, Spaß zu machen. Du bist offensichtlich nicht nur ein guter Vertreter der Medizin, sondern auch ein Meister der Worte. Man erlebt nicht oft eine solche Kunstfertigkeit im Weglassen, Unterstellen und falschen Interpretationen.
    Aber mal der Reihe nach:
    Meine Aussage, dass bei Herzinfarkt und Schlaganfall AM bei akuten Anfällen nicht das Mittel der ersten Wahl sind, gilt, und so versteht das eigentlich ein jeder, für den akuten Anfall. In der Nachsorge sind alternative Anwendungen in Kombination mit normalen Behandlungen oder auch allein durchaus in der Lage, signifikante Besserungen zu erreichen. Frag mal unter Deinen Kollegen rum.
    Meine Aussage, Krebstherapien sind (noch nicht) für alle Krebsarten gleich erfolgreich und daher insgesamt noch nicht
    in der Lage, alle Erkrankten befriedigend zu behandeln, auf drei oder vier Krebsarten, die besonders erfolgreich behandelbar sind,zu reduzieren, zeigt mir deutlich, das es Dir in erster Linie darum geht, Deine Gesprächspartner in diesem Bereich zu diffamieren und unglaubwürdig zu machen. Um die Sache scheint es Dir da nicht zu gehen. Viele Krebsarten fordern trotz riesigen Apparateaufwand und Megamedikamenten noch immer bis zu 95 % Todesopfer. Das zu relativieren, weil z.B Blutkrebs so verlangsamt werden kann, das er fast wie geheilt wirkt, oder die nun hohe Überlebensrate bei Prostatakrebs, anzuführen, macht nichtwirklich einen guten Eindruck. Die Überlebensrate bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist leider immer noch nicht der Rede wert. Einzelerfolge als Gesamterfolg zu verkaufen mag in der Werbung ok sein, in der Medizin ist es, sagen wir mal höflich "Augenwischerei".
    Ein sehr schönes Beispiel für gekonntes Ignorieren ist Deine Reaktion auf meine Aussage zur Ausbildung von Medizinmännern und Co. Schön rot hervorgehoben, nur die Einschränkung "in deren Umfeld" bleibt dabei fast unsichtbar.
    Ich habe hier leider nicht soviel Platz und Zeit, all die Segnungen der modernen Medizin aufzuzählen, die wir diesen Leuten verdanken, weil wir deren Kenntnisse einfach abgekupfert haben, natürlich ohne jede Beteiligung am Gewinn. Berühmtestes Beispiel, die Antibabypille. So eine Ausbildung kann bis zu 20 Jahren dauern. Die dabei erworbenen Kenntnisse in Pharmazie, hier Herstellung von Medizin aus Pflanzen und Mineralien, erstaunen auch heute noch die meisten Wissenschaftler. Das Einfühlungsvermögen in die Psyche von Kranken ist selbst in unserer Medizin unerreicht. Das deren Begründungen über Wirkungsweisen, mit unseren Erkenntnissen nicht immer übereinstimmen, tut den Behandlungserfolgen keinen Abbruch. Und Ärzte ohne Grenzen können nicht überall sein, da bleibt im Urrwald oder in den Bergen machmal eben niemand anders für die Kranken übrig.
    Ach, fast hätte ich es vergessen. Richtige Homöopaten haben auch eine lange Ausbildung zu absolvieren und eine Prüfung gibt es ebenso. Ob das ganze was nützt, kann ich leider nicht beurteilen. Die Wochendendhomöopaten, die Du möglicherweise kennst, haben es da nicht ganz so schwer.
    Wenn es Dich befriedigt, kannst Du die rheinische Version Deines Wunschkommentares ruhig vorbringen, wir Norddeutschen können viel ertragen.

    Gruß
    katzograph

  4. #24
    Mag Menschen Avatar von katzograph
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    Standard AW: Argumente in der Homöopathie (HP) und deren Betrach

    Sorry, bin die nächsten fünf Tage ohne PC.

    Gruß
    katzograph

  5. #25
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    Standard AW: Argumente in der Homöopathie (HP) und deren Betrach

    @katzograph
    In der Nachsorge sind alternative Anwendungen ….. auch allein durchaus in der Lage, signifikante Besserungen zu erreichen“
    Dann müsste es ja Untersuchungsergebnisse darüber geben! Welche denn?
    Mit Deinem ewigen, langsam etwas langweiligem Rekurrieren auf die Krebstherapie versuchst Du erneut, Probleme der HP/AM auf die Schulmedizin zu verlagern. Hat die HP/AM dadurch weniger Probleme bezüglich ihrer Wirkungslosigkeit bei Krebserkrankungen?
    „Einzelerfolge als Gesamterfolg zu verkaufen..“
    wer hat das getan?Bitte kein Pressemitteilungen,sondern Mitteilungen aus der Medizin.

    Lassen wir doch die Krebstherapie nicht weiter thematisieren, zumal Du insgesamt wenig zu meinen Betrachtungen der Argumente in der HP/AM sagst und damit im OT-Bereich herumirrst.
    Ich hatte auch folgendes in meiner Einleitung geschrieben:
    Bei der Betrachtung der Argumente sollen aber hier nicht die Defizite der Schulmedizin thematisiert werden, die zweifelsohne vorhanden sind.“
    Kannst Du Dich bitte daran halten, auch wenn es Dir schwer fällt und Du lieber die Schulmedizin mit von Kenntnissen befreiten Aussagen attackierst.
    „..dann sind für mich die viele Jahre dauernden Ausbildungen von Medizinmännern, Schamaninnen und ähnlichen Personen in deren Umfeld durchaus mit einem Medizinstudium vergleichbar“
    Schön rot hervorgehoben, nur die Einschränkung "in deren Umfeld" bleibt dabei fast unsichtbar. Ein sehr schönes Beispiel für gekonntes Ignorieren ist Deine Reaktion auf meine Aussage zur Ausbildung von Medizinmännern und Co“
    Was wird da eingeschränkt hinsichtlich Deiner Aussage über die Ausbildung von Medizinmännern, Schamaninnen und was habe ich ignoriert, wenn diese 3 Worte nicht rot markiert sind?
    Ein Propädeutikum im Verständnis der deutschen Sprache sprengt den Rahmen hier.

    „all die Segnungen der modernen Medizin aufzuzählen, die wir diesen Leuten verdanken, weil wir deren Kenntnisse einfach abgekupfert haben, „..die wir diesen Leuten verdanken, weil wir deren Kenntnisse einfach abgekupfert haben,..Berühmtestes Beispiel, die Antibabypille.
    Die haben Schulmediziner den Medizinmännern und Schamaninnen einfach abgekupfert und welche
    all die Segnungen, die wir diesen Leuten verdanken
    ?
    Du gestattest, dass ich schmunzle, bevor ich ROFL?
    In meiner Einleitung zu dieser Artikelserie steht:
    Der Kenntnisstand über die Schulmedizin ist ähnlich gering.
    Das habe ich doch gut getroffen, oder?

    Das ist ein Beispiel für „des Lesens nicht ganz mächtig":
    „Wenn es Dich befriedigt, kannst Du die rheinische Version Deines Wunschkommentares ruhig vorbringen…“
    denn so hatte ich geschrieben:
    Nur auf ausdrücklichen Wunsch und eigene Gefahr hin..“


    Katzograph, bitte wieder aus dem OT-Bereich herauskommen und mit Kenntnissen wiederkommen,falls das so schnell gehen sollte.

    segeln

    P.S. Beispiel für Totschlagargument, dessen Bedeutung ich verlinkt hatte und Du als Fakt hingestellt hast:
    "Wer heilt hat recht"
    („..inhaltlich nahezu leeres Argument..“,aber Dein Fakt)


    Jetzt nicht "nahezu leer",sondern mit Sinn gefüllt:
    Wer erfolgreich (Wirkung, Prognose, Risiken und Nebenwirkungen) und
    nachweislich(belegt, dokumentiert und reproduzierbar/überprüfbar)
    heilen kann, hat recht.
    Geändert von segeln (23.09.2010 um 00:16 Uhr)

  6. #26
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    @katzograph

    Sorry, bin die nächsten fünf Tage ohne PC
    .

    I am so sorry,too

    Gruß
    segeln
    Geändert von segeln (23.09.2010 um 00:17 Uhr)

  7. #27
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    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: Argumente in der Homöopathie (HP) und deren Betrach

    „Homöopathie ist individuell und ganzheitlich im Gegensatz zur Schulmedizin“

    Dies im Gegensatz zur Medizin, die (nach homöopathischer Auffassung) den Menschen nur „teilweise“ und als Objekt ärztlicher Techniken betrachtet ( “ die Galle auf Zimmer 14, der Oberarmbruch auf Zimmer 8 “).
    Dieses Argument soll sagen, dass die HP sich auf das Individuum Mensch, also auf den einzelnen, sich von anderen Menschen unterscheidenden, Menschen bezieht und diesen „ individuell “ (und nicht allen anderen gleich) behandelt.
    Ganzheitlich soll sagen, dass der Mensch in der Ganzheit der menschlichen Person sowie in der Gesamtheit/Ganzheitlichkeit seiner Eigenschaften, Lebensumstände und Beziehungen betrachtet wird. In der HP wird dies auch
    Konstitutionsbehandlung genannt.
    Viele Alternativmedizinische Verfahren betrachten sich als „individuell“ und „ganzheitlich“ (anthroposophische Medizin, Ayurveda, traditionelle chinesische Medizin (TCM) etc.).
    Die meisten Patienten der Homöopathen erleben die Behandlungsmethode dankbar und zufrieden als „individuell“ und „ganzheitlich“.
    Wie kommt dieses „Erleben“, dieser Eindruck der Individualität und Ganzheitlichkeit zustande, und ist dieses „Erleben“/dieser Eindruck gerechtfertigt?

    Zu den Grundlagen der HP gehört die ausführliche, 1-2 Stunden dauernde Erhebung der Anamnese („Erstanamnese“). In dieser Anamnese werden alle körperlichen, seelischen und sozialen Symptome (incl. Träume) und Eigenheiten (zornig, weint schnell, Links-oder Rechtshänder etc.) der Patienten erfragt (siehe: „Grundsätze und Grundlagen der [klassischen] HP“).
    Diese Anamnese erlebt der Patient als allumfassendes, individuelles und ganzheitliches Interesse an seiner Person. Der Patient hat das Gefühl, alle Symptome seien wichtig; er weiß jedoch nicht, dass der Homöopath bei der Mittelauswahl die Symptome durch die „ Hierarchisierung“ nach Wertigkeit ordnet und unwichtige Symptome nicht berücksichtigt.
    Die Lehre der HP sagt, dass die Symptome und Eigenheiten der Patienten nur für die Auswahl eines geeigneten Mittels benötigt werden.
    ( §§ 82-104 Organon)
    Die Auswahl des Mittels erfolgt dann durch den Vergleich der Symptome und Eigenheiten des Patienten mit einem Mittel, welches bei Gesunden (sehr/möglichst) ähnliche Symptome hervorruft (Ähnlichkeitsprinzip oder Simile-Prinzipder HP).
    ( §§ 26-29 Organon)
    Zusammenhänge der Symptome, ihre Bedeutung und Ursächlichkeit, oder Eigenheiten des Patienten im eventuell ursächlichen Zusammenhang mit der Erkrankung sind für den Homöopathen unwesentlich und er kennt sie auch nicht (über populärpsychologische Meinungen und Empfehlungen hinaus).
    So kennt der Homöopath nur eine Krankheitsursache: die „geistartige, gestörte oder verstimmte Lebenskraft“ (siehe: “Homöopathie ist ursachenorientiert ...“).
    Krankheiten, wie die Medizin sie kennt, kennt er nicht, nur Symptome oder allgemeine Umschreibungen.
    (§§11-15 Organon)
    So war dem ehemaligen 1. Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte, dem Arzt Curt Kösters, nach einer ausführlichen Befragung der Mutter eines Kindes klar: „ E. (die Tochter) ist ein wenig angeschlagen “.
    Das Simile-Prinzip führt zur Gleichbehandlung unterschiedlicher Erkrankungen mit (sehr) ähnlicher Symptomatik und zur Behandlung von Krankheitssymptomen ohne Ansehen ihrer Ursachen.
    Die gleichartige Behandlung unterschiedlichster "Krankheiten"/ Befindlichkeitsstörungen steht im Widerspruch zu der von der HP beanspruchten Individualität.
    Ischias wird ebenso behandelt wie Eifersucht bei Mädchen, oder bei Kindern, die häufig weinen: mit Pulsatilla D6 (Kuh-oder Küchenschelle). Bei Keuchhusten und Ehesorgen hilft Ambra D3 (Substanz aus dem Verdauungstrakt von Pottwalen). Bei Verdauungsbeschwerden, Streitsucht, Hämorrhoiden, Kater, Migräne, verklebten Augenlider, Erkältungen, Darmverschluss, Nierenkolik, Prostatabeschwerden, Impotenz, Hexenschuss, Harnträufeln und Akne hilft Nux Vomica D6 bis D12 (Brechnuss).

    Es gibt Fehldiagnosen/keine Früherkennung bei Krankheiten, die im Frühstadium symptomfrei oder symptomarm sind.
    Ist die Schulmedizin nicht individuell und nicht ganzheitlich?
    Dies mag auf den ersten Blick so scheinen.
    Aber jede diagnostische und therapeutische Handlung eines Arztes erfolgt unter Berücksichtigung der Individualität und Ganzheitlichkeit des Patienten.
    Bereits während der Anamnese erhält der Arzt individuelle Informationen, die dann in die weitere Diagnostik und Therapie einfließen.

    Zu Diagnostik: Die Normwerte der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) liegen in einem Bereich von 4000 bis 11000/µl Blut. Jeder Patient hat einen eigenen Normwert, sodass die Beurteilung, ob sein Wert zu hoch oder zu niedrig ist, an seinem individuellen Normwert erfolgt. Ist z.B. sein Normwert 5000/µl Blut und der im Krankheitsfall gemessene Wert 8000µl Blut, so ist dieser Wert für ihn zu hoch, wogegen er für einen Patienten mit einem Normwert von 8000/µl Blut normal ist.

    Zu Therapie: Ein erklärtes Ziel der Medizin sind patientenspezifische Tumormittel, die bereits teilweise vorhanden sind.
    Operationen erfolgen nach Beurteilung der individuellen Lage (Operationsfähigkeit) und nach den Vorstellungen des Patienten (z.B. minimal invasive Chirurgie oder konventionelle Chirurgie).
    Bei bakteriellen Infektionskrankheiten erfolgt die Medikamentenauswahl und ihre Dosierung unter Berücksichtigung des Patienten (Allergie, Gewicht, Art und Weise der Verabreichung (oral oder mit einer Infusion) und der Eigenschaften der Bakterien (Empfindlichkeit, Resistenz).
    Dem Patienten bleibt diese Individualität und Ganzheitlichkeit jedoch verborgen, da er nicht erkennen kann, welche Bedeutung die diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen für seine Erkrankung haben.
    Kennt der Patient die Grundsätze/Gegebenheiten der Medizin und HP, kann er die Anamnese, die Diagnostik und Therapie besser einschätzen und hinsichtlich der Individualität und Ganzheitlichkeit besser beurteilen.

    Zur Individualität der homöopathischen Behandlung:
    Individualität setzt, nach den Grundlagen homöopathischen Vorgehens, eine ausführliche Anamnese und individuelle Mittelauswahl voraus. Dies ist bei Kleinkindern und Tieren nicht möglich, somit ist bei diesen keine individuelle und ganzheitliche Behandlung möglich (siehe: „Bei Tieren und Kleinkindern wirkt es auch…“), obgleich Homöopathen diese praktizieren.
    Es gibt etwa 3000 homöopathische Mittel (in der Medizin etwa 35 000).
    Bei einer Inanspruchnahme der Homöopathie von ca. 40 Millionen Menschen in Deutschland müssten es aber deutlich mehr sein, um dem Anspruch auf Individualität gerecht zu werden.
    Das bedeutet, viele Patienten werden gleich behandelt und nicht individuell.
    Je „individueller“ sich eine Heilmethode bezeichnet, desto schwieriger ist es für einen Therapeuten eine „individuelle“ Therapie für den Patienten zu finden. Er muss jede Krankheit neu bewerten und kann nicht auf „seine Erfahrung“ zurückgreifen, denn dann würde er ja nicht mehr „individuell“ behandeln sondern so, wie er auch andere mit der gleichen Krankheit behandelt hat.

    Die Individualität kann leicht überprüft werden: Man geht in eine Apotheke, schildert die Symptome eines grippalen Infekts und verlangt ein homöopathisches Mittel. Dies wird ohne eine ausführliche Anamnese und darauffolgender aufwändiger und individueller Mittelwahl ausgehändigt.
    Ähnliches geschieht in Homöopathieforen o.ä. im Internet oder im privaten Bekanntenkreis, wo Therapieratschläge erbeten und bereitwillig und anonym gegeben werden.
    Etwa 2/3 der homöopathischen Mittel werden ohne Verordnung oder Beratung durch einen Homöopathen gekauft, demnach fehlt auch hier die individuelle Mittelauswahl, die als Grundlage der HP nur ein Homöopath aufwändig ermitteln kann. Siehe: „Grundsätze und Grundlagen der [klassischen]HP“.
    Hahnemann: Organon, 6.Auflage

    ©Franken 2010 Alle Rechte vorbehalten
    Geändert von segeln (16.10.2010 um 19:42 Uhr)

  8. #28
    Facharzt (Kinder- und Jugendmedizin) Avatar von StarBuG
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    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: Argumente in der Homöopathie (HP) und deren Betrach

    Nur mal so am Rande.

    Es gibt seit ungefähr 40 Jahren ein Angebot des Amerikaners James Randi, dass der, der unter wissenschaftlichen Bedingungen paranormale Fähigkeiten unter Beweis stellen kann, 1 Millionen Dollar gewinnt.
    Dieses Angebot gilt auch für die Homöopathie und wurde auf diversen großen Homöopathie Kongressen von James Randi immer wieder angeboten.

    Hier in Deutsch auf Wikipedia

    Ich frag mich, wieso diese Challenge noch immer besteht und kein Homöopath dieses Preisgeld je abgeholt hat, da Homöopathie doch bei so vielen "wirkt" ?
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  9. #29
    Pharmazeutisch-techn. Assistentin
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    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: Argumente in der Homöopathie (HP) und deren Betrach

    ich sag immer, wenn man dran glaubt, dann bringt es was und wenn nicht, dann eben nichts. also purer placebo- effekt.

  10. #30
    Arzt (Allgemein-, Arbeits- & Sportmedizin)
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    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: Argumente in der Homöopathie (HP) und deren Betrach

    Hallo Unglücksrabe,

    Deine Formulierung mit den Worten "glaubt" und "purer-placebo-effekt" kann zu fogender Reaktion führen:"Quatsch,denn Tiere und Kleinkinder..",siehe die Betrachung des ersten Arguments.
    Dann musst Du erstmal den Pacebo-Effekt erläutern ,der ja ohne "glauben" in der Definition auskommt.
    Und die Diskussion ist bereits sofort beim Placebo-effekt,der eh bei HP/AM sofort eine unwillige und ablehnende Haltung hervorruft.
    Weiterhin wird damit nicht klar,dass der natürliche Verlauf viel wichtiger ist und sehr vernachlässigt wird in Diskussionen.

    Ich weise immer zunächst auf den wichtigen natürlichen Verlauf hin,der ja kaum noch berücksichtigt wird und fast reflexartig bei einer Erkrankung mit Einnahme eines Medikaments reagiert wird.

    Wa wäre denn , statt "wenn man dran glaubt" folgende Worte zu verwenden:"wenn man darauf vertraut","wer der Meinung ist","wer davon überzeugt ist" etc.und nicht zu vergessen,den natürlichen Verlauf herauszustellen.


    Eigenartigerweise wird bei der HP/AM und deren Anhängern,die oft auch einer stark naturverbundenen Richtung angehören, bei Krankheiten die Natur dann plötzlich wenig berücksichtigt.

    Gruß segeln

    P.S.Dir,unglücksrabe natürlich immer viel GLÜCK
    Geändert von segeln (23.09.2010 um 23:16 Uhr)

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