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Homöopathie - Informationen zur Methode

Dies ist eine Diskussion �ber "Homöopathie - Informationen zur Methode" im "kritisch betrachtet" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
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Alt 14.07.2007, 11:41   2 Links(s) verweist von irgendwo auf diesen Beitrag. Klicken Sie hier, um es zu öffnen. #1 (Permalink)
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Standard Homöopathie - Informationen zur Methode - Dieser Beitrag ist 362 Tage alt

Dieses Unterforum dient vorrangig der Information über Verfahren, Methoden und Theorien, die der sogenannten Komplementär-Medizin zuzuordnen sind.

Ausgangspunkt ist dabei die Beschreibung und die Analyse dieser Heilverfahren im Spannungsfeld zwischen den ihnen zugrunde liegenden Weltbildern und den natur- und geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen der Gegenwart.

Mögliche und erwünschte Diskussionen sollten deshalb mit Hilfe allgemein nachvollziehbarer Argumente geführt werden, da die Erfahrung in ähnlichen Foren gezeigt hat, dass Auseinandersetzungen, in denen "Wissensargumente" und "Glaubensargumente" gegeneinander antreten, sehr schnell die Ebene der Sachlichkeit verlassen.

In erster Linie soll dieses Forum damit dem Ziel gerecht werden, "Patientenfragen" nach bestem Wissen zu beantworten.

Pianoman

Geändert von Pianoman (16.07.2007 um 12:04 Uhr).
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Alt 14.07.2007, 13:06   #2 (Permalink)
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Standard AW: Homöopathie - Infomationen zur Methode - Dieser Beitrag ist 362 Tage alt

Homöopathie - Theorie und Praxis

Teil 1: Das simile-Prinzip

(Hinweis: Die Homöopathie als Heilverfahren bedarf einer umfangreichen Darstellung, die eine Teilung des Essays nötig machte.)


Am Anfang: Ein Irrtum

Etwa um 1790 entwickelte der aus Sachsen stammende Arzt Samuel Hahnemann, wohlmöglich auf Grund des Unbehagens gegenüber den brachialen ärztlichen Methoden der damaligen Zeit (Aderlass, Klistier, Verabreichung von Brech- und Abführmitteln), ein für diese Zeit revolutionäres therapeutisches Konzept.

Aus einer in Selbstversuchen gewonnen Erfahrung, nach der pharmakologisch wirksame Substanzen (also Arzneistoffe), die in höherer Dosierung bei einem gesunden Menschen die Symptome einer bestimmten Erkrankung auslösen, in niedriger Dosierung in der Lage sind, die Symptome einer Krankheit zu eliminieren, und damit die Krankheit selbst zu heilen, leitet Hahnemann eine Theorie ab, die er im Jahre 1796, der "Geburtsstunde der Homöopathie", folgendermaßen formulierte:

"Similis similbus curantor."

Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet der Satz in etwa: Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden.

Der erste von zahlreichen Hahnemannschen Selbstversuchen (praktisch die Begründung für das simile-Prinzip) bestand in der Einnahme von Chinarinde, deren Bestandteil Chinin, ein Alkaloid, u.a. fiebersenkende Wirkung hat, und deshalb als Chemotherapeutikum bei der Behandlung der Fieberschübe einer Malaria-Erkrankung eingesetzt wird.


Hahnemann stellte jedoch bei seinem Selbstversuch eine physiologische Reaktion bei sich selbst fest, die sich mit der bekannten medizinischen Wirkung von Chinin nicht erklären ließ: Die mehrfache Einnahme von Chinarinde hat bei ihm anstatt der erwarteten Fiebersenkung einen Anstieg der Körpertemperatur zur Folge. Wahrscheinlich durch die Einnahmezyklen provoziert, entwickelte er nach seiner Beobachtung Symptome, die dem Wechselfieber der Malaria ähnlich waren.

Allerdings diagnostizierte er dieses Fieber - mangels Messgerät - nicht durch eine Temperaturmessung, sondern durch die Interpretation einer anderen physiologischen Erscheinungen, nämlich durch einen erhöhten Puls. Ein erhöhter Puls ist jedoch auch als Folgeerscheinung der Einnahme dieses Alkaloids bekannt.
Es spricht also viel dafür, dass Hahnemann überhaupt nicht fieberte und seine physiologische Reaktion einfach falsch interpretierte. Deshalb erstaunt es auch nicht, dass es bisher kein einziges Mal gelungen ist, das damalige Experiment mit dem gleichen Ergebnis wie Hahnemann nachzuvollziehen.
Ein aktueller Versuch dazu wurde von Pharmakologen der Universität Gießen Dr. med. Hans Joachim Krämer und Prof. Dr. med. Ernst Habermann im Jahr 1997 durchgeführt; übrigens mit dem Ergebnis, das die wissenschaftliche Medizin prognostizieren konnte: Chinin löst kein Fieber aus. Weder bei Gesunden, noch bei Kranken.

(Anmerkung: Die Problematik, die sich für die Homöopathie aus der unbestreitbaren Tatsache ergibt, dass der weder der Chinin-Versuch zu reproduzieren ist, noch das simile-Prinzip in Verbindung mit einer anderen Substanz jemals eindeutig nachgewiesen werden konnte, wird in den Kreisen der Homöopathie-Anhängern "totgeschwiegen". Die Wirksamkeit des simile-Prinzip wird einfach vorausgesetzt. Damit ist die Homöopathie eine zirkuläre Theorie, und deswegen unwissenschaftlich.)

Hahnemann selber war von den Ergebnissen seiner Versuche so überzeugt, dass er an diesem Konzept festhielt und es zur zentralen Säule der Homöopathie erklärte, obwohl sich auch ihm im Laufe der Zeit die offensichtlichen Schwächen des Systems offenbarten.
Denn natürlich kam es - eben weil die auf dem ersten Versuch aufbauende Annahme falsch war - bei der Fortsetzung der Selbstversuche zu erheblich anderen Erscheinungen, als erwartet.

Um das Konzept zu retten, reduzierte Hahnemann aus nachvollziehbaren praktischen Erwägungen (Vergiftungserscheinungen durch fragwürdige Ursubstanzen) die Konzentrationen seiner Medikamente, und zwar sowohl bei der Behandlung der Kranken als auch innerhalb der sogenannten Arzneimittelprüfungen.
Damit reduzierte er zumindest die Nebenwirkung der Substanzen, was letztlich die Erkrankten deutlich weniger belastete.

Dazu führte er auch ein Erklärungsmodell ein, das begründen sollte, warum auch ein extrem verdünnter Stoff eine Wirkung auslösen konnte: Hahnemann, Kind seiner Zeit, und damit noch stark beeinflusst von der Alchemie des Mittelalters, erklärte die Wirkung seiner Zubereitungen mit einer geistartigen Kraft, die in der Vorstellung der Alchemie auch unbelebter Materie innewohnt. Um eine innere Konsistenz in seiner Theorie zu schaffen, erklärte er ebenfalls die vielfältigen Erkrankungen, die sich Menschen zuziehen können, allgemein als Störung einer geistartigen Lebenskraft, die mit Hilfe der geistartigen Kraft der Medikamente beseitigt werden könnte.


Allerdings hatte Hahnemann weder ein konkretes Bild von Humanpathologie, noch von der Biochemie. Die Existenz von Mikroorganismen lehnte er konkret ab. Er wusste auch nichts über Mikrobiologie, über den Zellstoffwechsel oder über die Genetik und genau so wenig hatte er eine Vorstellung vom Atommodell, vom Massewirkungsgesetz und - ganz allgemein - von fast allen anderen Naturgesetzen, die heute fundamental unsere Auffassung von Natur und Kosmos bestimmen.
Genau darin liegt das zentrale Problem der Homöopathie: Weil das Konzept von Hahnmann auf einer völlig überholten metaphysisch-mystischen Vorstellung von den natürlichen Abläufen bei der Entstehung von Krankheiten beruht, ist es nicht entwicklungsfähig und hat, um nicht als Konzept zu scheitern, konsequent alle Erkenntnisse der letzten 200 Jahre, die sich in der Biologie, der Medizin, der Physik oder Chemie etabliert haben, ignoriert.



Wenn man also eine Therapiemaßnahme mit dem simile-Prinzip begründet, muss man folgende Hypothesen als richtig und gesichert annehmen:


Similia similibus curentur
- Unabhängig von der Krankheitsursache helfen gegen die Symptome einer Krankheit Substanzen, die bei anderen, gesunden Menschen ähnliche Symptome ausgelöst haben. Was ähnlich ist, unterliegt dabei der Interpretation des behandelnden Homöopathen.

(Anmerkung: Das Erkennen von Ähnlichkeit ist ein im hohen Grade individueller Denkprozess und dabei von vielen kaum objektivierbarer Faktoren abhängig. Das menschliche Gehirn sucht zur Einordnung der Umgebungsphänomene, immer und überall nach Ähnlichkeiten, um dadurch kausale Zusammenhänge zu finden; auch wenn möglicherweise keine vorhanden sind. Das selbst absolut zufällige Phänomenen, wie z.B. die Farbkleckse des Rohrschacht-Tests der Psychologie mit "Sinn" versehen werden, liegt an der "Sucht" des Gehirns nach Ähnlichkeiten.)


Das Symptome ist die Krankheit
- Dabei spielt es keine Rolle, dass der Mensch nur über eine begrenzte Anzahl von Symptome - also physiologische oder psychische Erscheinungen - verfügt, deren Ursache sehr unterschiedlicher Natur sein können. Was als Ursache eines Symptoms anzusehen ist, unterliegt der Interpretation des behandelnden Homöopathen. Im Rahmen des Homöopathischen Theoriegebäudes kommen dafür nur geistartige Verstimmungen infrage.

Die "geistige Kraft" eines Arzneimittels paßt zur "geistigartigen Herkunft" der Krankheiten
- Andere Krankheitsursachen existieren im Gedankengebäude der Homöopathie nicht.

Wohin Denkmodelle führen, die durch diese Hypothesen bestimmt werden, sei hier an einer homöopathische Diagnose dargestellt:

Zitat: Ein sehr einfaches Beispiel zur Illustration: Eine Patientin kommt in die Praxis, weil sie über Halsschmerzen klagt, die seit drei Tagen immer schlimmer werden. Mir fällt schon ihre etwas mürrische, abwehrende Art auf. Ich lasse sie erzählen: Die Halsschmerzen stechen, besonders beim Schlucken, und werden schlimmer, wenn sie den Kopf bewegt. Außerdem klagt sie über furchtbaren Durst. Einen Grund für die Halsschmerzen sieht sie nicht, sie habe sich nicht erkältet und habe auch sonst keine weiteren Symptome. Auf Befragen erklärt die Patientin, daß sie sich allgemein jetzt nicht gern bewege und daß ihr der Weg in meine Praxis schon zu viel gewesen sei. Das entspricht meiner anfänglichen Wahrnehmung ihrer Stimmung. Das homöopathische Arzneimittel, welches ihr helfen wird, ist Bryonia, die Zaunrübe. Die typischen Zeichen dieses Mittels sind so gut bekannt, daß ich es auch nicht eigens nachlesen muß. Um sicher zu gehen, frage ich sie noch, ob sie in dieser Erkrankung lieber allein oder in Gesellschaft sei; und sie bestätigt meine Vermutung, daß sie am liebsten in Ruhe gelassen werde und sonst ziemlich grantig reagiere. Ich bin damit aber noch nicht zufrieden, weil ich noch eine andere Stimmung im Hintergrund spüre, und bin deshalb sicher, daß das noch nicht die ganze Geschichte ist.

Wie ich diese Patientin kenne, glaube ich, daß es für sie wichtig und hilfreich wäre, wenn sie das Gesamtbild ihrer Halsschmerzen weiter spannen könnte. Deshalb bitte ich sie, von ihren Erlebnissen und Stimmungen der letzten Tage zu erzählen. Darauf berichtet sie, daß sie in Kürze in ein neues Haus ziehen wollen, dessen Finanzierung zwar gesichert sei, doch würde sie sich trotzdem viele Gedanken darüber machen. Gerade vor drei Tagen hätten ihr Mann und sie einen Termin bei der Bank gehabt. Während sie dies erzählt, fällt ihr selbst auf, daß die Halsschmerzen genau seit diesem Termin aufgetreten sind.

Sie lacht über dieses Aha-Erlebnis, bekommt ihr Mittel und geht nach Hause.

Vom Arzneimittelbild "Bryonia" sind Ängste um den Besitz und das Geschäft bekannt. Im Bilde gesprochen: Für die Zaunrübe ist der Gartenzaun sehr wichtig, denn an ihm muß sie emporranken.

Für die Mittelwahl ausschlaggebend war nicht das Auftreten von Halsschmerzen an sich, sondern der typische stechende Schmerzcharakter, der sich ebenso in der Blase oder bei Husten hätte zeigen können, sowie der starke Durst und die Verschlimmerung der Beschwerden durch jede Bewegung.


Zitat aus : Die andere Wirklichkeit der Homöopathie / Jörg Wichmann

(Bergische Homöopathieschule)

(Anmerkung: Aufgrund der Symptome handelte es sich wahrscheinlich um eine Pharyngitis, eine meist schmerzhafte, aber in der Regel harmlose, durch Viren und/oder Bakterien hervorgerufenen Entzündung der Rachenschleimhaut.
Die Therapie erfolgt symptomatisch mit fiebersenkenden und schmerzlindernden Medikamenten, desinfizierenden Mundspülungen, ggf. mit schmerzstillenden und desinfizierenden Lutschtabletten.
Liegt eine schwerwiegende bakterielle Infektion vor, wird ggf. eine Antibiotikatherapie durchgeführt. Die Erkrankung heilt im allgemeinen, auch ohne ärztliche Intervention, in etwa 3-5 Tagen.)



Der Konflikt mit den Natur- und Geisteswissenschaften:


Die Homöopathie geht in ihrer Krankheitslehre von den Symptomen einer Krankheit aus, und sieht als deren Ursache eine unspezifische geistartige Verstimmung der Lebenskraft an. Damit lehnt sie kausales Ursachendenken ab.
Wir wissen aber: Alle Krankheiten haben Ursachen. Dort setzt die Wissenschaftsmedizin mit ihren Erklärungsmodellen an.
Die homöopathische Vorstellung, Krankheiten allein durch Beseitigen ihrer Symptome zu heilen, ist absurd und eigentlich der große Widerspruch zur Behauptung der Homöopathie, "ganzheitlich" zu denken.

Weiterhin geht die Homöopathie davon aus, dass Materie, die zu Arzneistoffen verarbeitet wird, neben ihren naturgesetzlich nachweisbaren Eigenschaften über eine geistartiges Wesenselement verfügt, dass aber außerhalb der Homöopathie weder Wirkung zeigt, noch nachgewiesen werden kann.
In dieser Hypothese offenbart sich das antiquierte Denken dieses Verfahrens, weil sich das Konzept aus den unhaltbaren Vorstellungen der mittelaterlichen Alchemie ableitet.


Die Homöopathie ist deswegen eine irrationale, dogmatische, autoritäre, in sich geschlossene Heilslehre, die keinen Widerspruch zuläßt und damit gegen die Prinzipien aufgeklärter, falsifizierungsfähiger Wissenschaft verstößt.


Ende des 1.Teils


Pianoman

Geändert von Pianoman (29.05.2008 um 22:51 Uhr).
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Alt 15.07.2007, 08:56   #3 (Permalink)
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Standard AW: Homöopathie - Informationen zur Methode - Dieser Beitrag ist 361 Tage alt

Homöopathie - Theorie und Praxis

Teil 2: Heilmittel

Die zweite Säule der Homöopathie ist die Feststellung der Heilwirkung einer beliebigen Substanz und das Ritual der Wirksamkeitserhöhung durch den Vorgang des Potenzierens. Dabei ist besonders der Vorgang des Potenzierens für die Naturwissenschaften eine erhebliche Herausforderung, weil - sollte dieser Prozess tatsächlich funktionieren - allgemein gültige Naturgesetze in erheblichem Maß für unvollständig oder falsch erklärt werden müssten. Die Konsequenz wäre, dass weder biochemische Prozesse im lebenden Organismus so verlaufen könnten, wie wir es derzeitig immer und überall erleben, noch dürften die meisten chemisch-physikalischen Reaktionen, die tagtäglich in unzähligen Labors und Industrie- Anlagen für technische oder pharmakologische Produkte sorgen, funktionieren. Homöopatische Heilmittel
Die Homöopathie geht davon aus, dass mehr oder weniger willkürlich ausgewählte Substanzen, die von einem gesunden Menschen eingenommen werden, bestimmte Reaktionen „Symptome“ im Organismus hervorrufen, die entweder physischer oder psychischer Art sein können. Ähneln diese „Symptome“ den Begleitsymptomen einer Erkrankung, ist die Substanz in der Lage, die Krankheitssymptome und damit die Krankheit zu beseitigen.

Hahnemann begründet dieses Prinzip mit folgender Annahme:
Wenn im Körper zwei Krankheiten wirken, die unterschiedliche Ursachen haben, heben sich die Krankheiten gegenseitig auf. Dabei ist die eine Krankheit im Köper vorhanden, die andere wird quasi durch das Heilmittel hinzugefügt. Den Testvorgang für Substanzen nennt man „Arzneimittelprüfung am Gesunden“, die Zuordnung der geprüften Substanz zur den Symptomen einer Krankheit heißt „Repertorisierung“ (Im 1. Abschnitt zur Homöopathie ist dieser Vorgang anhand eines Beispiels beschrieben).

Möglicherweise um innerhalb einer Arzneimittelprüfung die Prüfer nicht zu gefährden, wird mit sehr stark verdünnten, in der Sprache der Homöopathen allerdings „hoch potenzierten“ Proben gearbeitet. Im Organon beschreibt Hahnemann in § 128: „So erforscht man jetzt am besten, selbst die für schwach gehaltenen Substanzen in Hinsicht auf ihre Arzneikräfte, wenn man 4 bis 6 feinste Streukügelchen der 30sten Potenz einer solchen Substanz von der Versuchs-Person täglich, mit ein wenig Wasser angefeuchlet, oder vielmehr in einer größern oder geringern Menge Wasser aufgelöset und wohl zusammengeschüttelt, nüchtern einnehmen und dies mehrere Tage fortsetzen läßt.

(Anmerkung dazu: Die Potenz D30 liegt jenseits der Avogadro-Grenze, so dass in der Probe keine Moleküle der Ursubstanz mehr vorhanden sind, aber - nach Vorstellung der Homöopathie – deren geistartige Abbilder.)

Registriert werden dann von den Prüfern sämtliche erlebten Befindlichkeiten physischer und psychischer Art, also körperliche Zustände, Gefühle, Stimmungen etc. Aus Übereinstimmungen mit den Ergebnissen anderen Prüfern werden dann signifikante Symptome abgeleitet. Dabei wird nicht auf mögliche andere Ursachen geachtet, sondern es wird angenommen, dass die Prüfsubstanz die Ursache für die jeweilige Befindlichkeit ist. Als Beispiel hier Auszüge aus einer Arzneimittelprüfung des Deutschen Wattwurms von Jutta Thiel:

Befindlichkeiten:

Ich fühle mich total glücklich, sehr glücklich, habe dieses selige Lächeln auf dem Gesicht.
Prüfer 5, C12, 00:00:05

Immer wieder dieses glücksselige Lächeln, ich lächle viel still in mich hinein.
Prüfer 5, C12, 01:00:00

Lachanfall, ich lache aus Fröhlichkeit, lache Tränen über die Anweisungen zur Arzneimittelprüfung die ich gerade durchlese, ich fühle mich sehr leicht und locker.
Prüfer 13, C12, 00:00:24

Stimmung wird stetig besser.
Prüfer 1, C12, 01:02:00

Den Regen am Nachmittag finde ich einfach toll. Bei warmem Wetter habe ich mich richtig nass regnen lassen. Das Wasser steht mir in den Schuhen, ich suche die Pfützen richtig, ich fühle mich sehr wohl dabei.
Ich stehe mitten im Regen und rufe laut: "Mir geht es gut!"
Prüferin 11, C12, 01:10:00

Reagiere in einer Situation, die mir sonst peinlich gewesen wäre, mit Übermut.
Prüferin 9, C30, 00:20:00

Beim Kegeln hatte ich viel Kraft und Energie, mir gelang einfach alles, ich war die Beste, habe sogar jüngere Männer übertroffen. So gut war ich noch nie.
Prüferin 2, C30, 00:12:00

In den letzten Tagen fällt mir auf, dass ich viel entscheidungsfreudiger bin, konsequenter, ohne zu überlegen arbeite ich, miste eine Kiste, die schon ein Jahr auf der Veranda steht, aus, werfe einfach weg, sortiere gar nicht erst einen alten Nähkasten, der mich schon seit vielen Jahren ärgert, werfe ich mit Inhalt weg. Danach geht es mir sehr gut, alles erledigt, abgehakt. Streiche in der großen Hitze plötzlich eine Holzwand mit schwarzer Lasur, musste jetzt sofort sein.
Prüferin 2, C30, 01:00:00

Reagiere auf alles, wenn man mich anspricht, auf den Fernseher, niemand kann mir was recht machen, aggressiv, hektisch, ungeheurer Bewegungsdrang, kann nicht bei einer Beschäftigung verweilen, kann nicht sitzen bleiben, muss immer wieder aufstehen, dabei sehr viel Energie, viel Kraft. Während eines Besuches stehe ich plötzlich auf, führe ein klärendes Telefonat, teile der Person mit wie es mir mit ihr geht, habe mich sehr abgegrenzt, nicht überlegt, weiß jetzt nicht mehr was ich gesagt habe, danach Beruhigung, jetzt geht es
mir richtig gut. Abends keine Lust meine Tochter ins Bett zu bringen, verspätet mache ich es doch, bin sehr lieblos, lege sie hin, und gehe einfach ohne Gruß.
Prüferin 4, C30, 00:03:00

Bei einem Kirchenbesuch ist mir zum Heulen zumute, habe Tränen in den Augen. Glockengeläut verstärkt das Gefühl der traurigen Grundstimmung. Habe die Lieder dann laut mitgesungen, was die gesamte Situation verbessert.
Prüfer 1, C12, 00:23:30

Ich vergesse beim Grillen den Gitterrost auf den Elektrogrill zu legen und lege das Fleisch
direkt auf die Heizschlangen, rege mich darüber nicht einmal auf.
Prüfer 13, C12, 02:00:00

Leichter Dauerschwindel, das gesamte vordere Gehirndrittel fühlt sich unangenehm leicht an. Dabei das Gefühl mangelnder Augenkoordination. Bei anderweitig gebundener Konzentration nicht mehr wahrnehmbar.
Prüfer 5, C12, 03:00:00

Stechender Kopfschmerz in Schläfen und Stirn, dabei Schwindelgefühl. Schläfen sind berührungsempfindlich, Augen lichtempfindlich.
Prüfer 8, C12, 00:22:45

Die stechenden Schmerzen des äußeren Gehörganges des linken Ohres, hinter dem linken Ohr und des linken Kiefergelenkes wechseln sich miteinander ab.
Prüferin 11, C30, 00:22:00

Sehr starkes, unerträgliches Nasenjucken über Stunden, juckt wie verrückt, zieht innerlich zum linken Ohr. Reiben bessert nicht.
Prüferin 4, C30, 01:00:00

Starkes Vibrieren des rechten äußeren Schneidezahns.
Prüfer 5, C30, 08:00:00

Trinke sehr große Mengen auf einmal und bin nicht, wie gewohnt "satt" davon.
Prüferin 10, C12, 03:00:00

Stuhlgang wieder vor dem Frühstück, nach dem Essen übelriechender Durchfall, wie Wasser, schmerzlos.
Prüferin 6, C12, 03:21:00

Hitzegefühl in den linken Bronchien, Atem fühlt sich auf der Zunge heiß an, als ob ich Feuer ausatme.
Prüfer 5, C30, 00:02:00

Heftige Herzstiche, wie Messerstich, kurz aufeinanderfolgend, erschrecke mich, sage laut: "Aua!" Krümme mich und halte mir die Seite, mir kommt der Gedanke, wenn es noch mal sticht, dann höre ich auf zu atmen und bin tot.
Prüferin 11, C30, 01:09:00

Sehr, sehr kalte, schweißige und klebrige Hände, richtig nass. Bei Berührung zucken die Kinder zurück. Meine Frau bemerkt nach Berührung, dass sich meine Hände anfühlen, wie ein kalter, toter Fisch.
Prüfer 13, C12, 01:00:45

Nach dem Erwachen bin ich sehr kuschelig, brauche viel Körperkontakt.
Prüferin 6, C12, 02:00:00

Erotischer Traum von einem bekannten Mann, viele Gesichter, sehr schön.
Prüferin 4, C12, 00:00:00

Viel innerliche Wärme im Körper und Kopf, sehr angenehm, wohlig, Außentemperatur 30°C.
Prüferin 4, C12, 00:02:00

Supervisorin bemerkt, dass der Prüfer sehr heiter ist, lacht viel und macht ungewöhnliche Scherze, fast ein wenig albern. Dieser Eindruck bleibt für den Rest der Prüfung
Prüfer 1, C12, 01:00:00

Ich selbst habe aus der Prüfung ein mir unbekanntes Aggressionspotential mitgenommen. Einen Zorn, den ich kaum beherrschen konnte. Ich litt darunter. Später, nach drei Monaten erst, wurde mir klar, dass diese, mir fremden Emotionen, "Wattwurmsymptome" darstellen könnten.
Ich nahm Arenicola marina C200. Unmittelbar danach lösten sich diese Gefühle auf, verpufften wie tausend Funken im Nichts. Kein Zorn, keine Wut trat bisher wieder auf.
( Jutta Thiel, Autorin)


Ich denke, die Darstellung spricht für sich selbst. Sie zeigt exemplarisch, dass im Verfahren der Arzneimittelprüfung völlig alltägliche Ereignisse - ohne kritische Reflektion - in eine besondere Kausalität überführt werden. Gerade in der letzten Darstellung, von der Autorin der Studie selbst geschrieben, wird das besonders deutlich: Frau Thiel geht davon aus, dass das Wattwurmpräparat in ihr einen "negativen" Gefühlszustand ausgelöst hat, den sie aber durch die erneute Einnahme des Präparats beseitigen konnte.
Sie stellt - ohne eine andere Möglichkeit überhaupt in Betracht zu ziehen - eine direkte Kausalität zwischen den geistartigen Kräften des Wattwurms und ihrer Gefühlslage her.

Nimmt man diese Denkweise an, drängen sich zwei Schlußfolgerungen auf:
1. Die Einnahme von Wattwurm-Präparaten führt zu Agressionen
2. Menschliche Agressionen können durch die Einnahme von Wattwurm-Präparaten beseitigt werden.

Das gesamte homöopathische Arzneimittelprüfungsverfahren ist von solchen eigentümlichen Ergebnissen duchzogen. Die Ursache ist, wie eben beschrieben, das von ausschließlich subjektivem Empfinden gesteuerte Erkenntnisverfahren, dass für weitere sehr erstaunlichen Phänomene in der homöopathischen Heilmittelsystematik verantwortlich ist:

So werden einzelne Substanzen bei zum Teil sehr unterschiedliche Erkrankungen eingesetzt: Ischias wird ebenso behandelt wie Eifersucht bei Mädchen: mit Pulsatilla D6. Bei Keuchhusten und Ehesorgen hilft Ambra D3. Die Nux Vomica (Brechnuss) hilft gegen Verdauungsbeschwerden, Streitsucht, Hämorrhoiden, Kater, Migräne, verklebte Augenlider, Erkältungen, Darmverschluss, Prostatabeschwerden, Nierenkolik, Impotenz, Hexenschuss, Harnträufeln und Akne.

Genau so werden aber auch definierte Krankheits-Symptome mit sehr unterschiedlichen Mittel behandelt: Nach Dorcsi (Homöopathie, 1990) wird der emotionale Affekt „Eifersucht“ in Abhängigkeit von Co-Faktoren in der Pubertät mit Bufo rana D12 (auch bei intellektuellem und moralischem Verfall), bei Mädchen mit Pulsatilla D4 (auch bei Ischias; D30:zum Trösten), im Klimakterium mit Lachesis D12, in Kombination mit Ehesorgen durch Ambra D3 (auch bei Keuchhusten), in Verbindung mit Enttäuschung durch Phosphor D4, in Verbindung mit Enttäuschung und Hysterie durch Ignatia D30, in Verbindung mit Geilheit im Alter durch Conium D4 (D12) oder Crocus D12, als Ausdruck einer Sexualneurose mit Staphisagria D12 (D6: bei Zahnschmerz), in Verbindung mit Nymphomanie durch Hyoscyamus D12 und in Verbindung mit dem Ausbleiben der Menstruation mit Phosphor D30 (D12: gegen Zahnfleischbluten) behandelt.

"Sanfte" Homöopathie ?

Ein wesentliches Argument der Homöopathie-Anhänger ist es, sich auf die Ungefährlichkeit einer möglichweise nur auf Placebo-Effekte zurückzuführende Behandlung zu berufen. Homöopathika sei halt "sanft".
Diese Annahme trifft bei vielen Menschen auf offene Ohren, denen es ein ausgewiesenes Bedürfnis, den "Chemie-Bomben" der Hochschulmedizin verträgliche, nebenwirkungsfreie Medikamente entgegen zusetzen.

Entgegen der Volksmeinung können aber Homöopathika gefährlich sein. Nicht selten enthalten sie giftige Stoffe wie Arsen, Antimon, Anilin, Blei, Cyanid, Phosphor, Quecksilber, Eiter, Extrakte von Mutterkorn, Osterluzei und Knollenblätterpilzen sowie andere Gifte in pharmakologisch relevanter Menge! Da erscheint es paradox, dem Laien Unbedenklichkeit vorzugaukeln. Im Rahmen einer Nutzen/Risiko-Abwägung gibt es hieraus nur eine Schlussfolgerung: Bei Methoden, deren Nutzen unbelegt oder gar widerlegt ist, sind auch geringe Risiken nicht zu tolerieren.

(Anmerkung: Die nachfolgend Liste homöopathoischer Substanzen ist ein kleiner Auszug aus "Handbuch der homöopathischen Materia medica von W. Boericke, Stuttgart 2004":

Ablagerungen aus dem Mutterkuchen des Pferdes (Hippomanes), Amerikanischer Kartoffelkäfer (Doryphora decemlineata), Arsen (Arsenicum album, A. bromatum, A. hydrogenatum, A. iodatum, A. metallicum, A. sulphuratum flavum), Austernschalenkalk (Calcarea carbonica), Benzol (Benzinum), Bernstein (Succinum), Bettwanze (Cimex lectularius), Bibergeil (Castoreum), Blattgold (Aurum foliatum), Blattläuse von Chenopodium (Aphis chenopodii glauci), Blausäure (Hydrocyanicum acidum), Blei (Plumbum metallicum), Botulinum, Brechweinstein (Antimonium tartaricum), Brustkrebs-Nosode (Carcinosinum Burnett), Buchenholzkohlenteer (Kreosotum), Chloroform (Chloroformium), Chlor (Chlorum), Cholesterin (Cholesterinum), Curare, Deutsche Otter (Vipera), Diphtherie-Nosode (Diphtherinum), Eierstockextrakt von Kühen oder Schafen (Ovininum), Eihaut des Hühnereis (Ovi gallinae pellicula), Eiterflüssigkeit aus dem Krätzebläschen (Psorinum), Fliegenpilz (Agaricus), Flüssiges Pech oder Teer (Pix liquida), Flusskrebs (Astacus fluviatilis), Formaldehyd (Formalinum), Gallensäure (Gallicum acidum), Getrocknetes Blut des Pfeilschwanzkrebses (Limulus cyclops), Getrocknete Tintenfischtinte (Sepia succus), Giftsumach (Rhus toxicodendron, venenata), Gila-Echse (Heloderma suspectum), Gneis aus Gastein (Lapis albus), Graphit (Graphites), Haschisch (Cannabis indica), Hausfliegenmilbe (Trombidium muscae domesticae), Holzkohle (Carbo vegetabilis), Holzruß (Fuligo ligni), Holzteerdestillat (Eupionum), Hornisse (Vespa crabro), Hundemilch (Lac caninum), Hypophyse (Pituaria glandula), Iridium (I. metallicum), Kadmiumsulfat (Cadmium sulphuratum), Kakerlaken (Blatta americana, B. orientalis), Kalziumarsenit (Calcarea arsenicosa), Karlsbader Wasser (Carlsbad aqua; wird nur in niederen Potenzen empfohlen), Kellerassel (Oniscus asellus), Keuchhusten-Nosode (Pertussinum), Klapperschlangengift (Crotalus horridus), Kobalt (Cobaltum), Kobragift (Naja tripudians), Kohlenmonoxid (Carboneum oxygenisatum), Kokain (Cocainum hydrochloricum) Königswasser (Nitromuriaticum acidum; Mischung aus starker Salpeter- und Salzsäure), Korallen (Corallium rubrum), Kreuzspinne (Aranea diadema), Krötengift (Bufo rana), Kubanische und Spanische Tarantel (Tarantula cubensis, T. hispanica), Kupfer, Kupferarsenit (Cuprum metallicum, C. arsenicosum), Lava und Schlacke des Vulkans Hekla (Hecla lava), Maisbrand (Ustilago maydis), Manganacetat (Manganum aceticum), Marienkäfer (Coccinella septempunctata), Menschenfloh (Pulex irritans), Milzbrand (Anthracinum; Bacillus anthracis aus der Milz des Schafes), Mutterkorn (Secale cornutum), Naphthalin (Naphthalinum), Nickel (Niccolum metallicum), Ohrenqualle (Medusa), Opium, Osmium (Osmium metallicum), Palladium (Palladium metallicum), Paraffin (Paraffinum), Petroleum, Pferdemauken-Nosode (Malandrinum; aus der Hautentzündung an der hinteren Fläche der Fessel in der Fesselbeuge), Platin (Platinum metallicum), Pocken-Nosode (Variolinum), Purpurschnecke (Murex purpureus), Quecksilber (Mercurius; in verschiedenen Formen), Radiumbromid (Radium bromatum), Rindergalle (Fel tauri), Röntgenstrahlen (X-Ray; eine mit Röntgenstrahlen behandelte Alkoholampulle), Roter Seestern (Asterias rubens), Rote Waldameise (Formica rufa), Salzsäure (Muriaticum acidum), Schierling (Conium maculatum), Schuppen des rudimentären Großzehennagels des Pferdes (Castor equi), Schwarze Witwe (Latrodectus mactans), Silber (Argentum metallicum), Silbernitrat (Argentum nitricum), Spanische Fliege (Cantharis vesicatoria), Speichel tollwütiger Hunde (Lyssinum, Hydrophobinum), Stinktiersekret (Mephitis putorius), Strontiumcarbonat (Strontium carbonicum), Strychnin (Strychninum), Süßwasserschwamm (Badiaga), Syphiliserreger-Nosode (Syphilinum), TNT (Trinitrotoluenum), Tripper-Nosode (Medorrhinum), Tuberkulöse Lunge (Bacillinum Burnett), Tuberkulöse Rinderabszesse (Tuberculinum bovinum Kent), Verdauungssaft des Hummers (Homarus), Vogelspinne (Mygale lasiodora), Walfischdreck (Ambra grisea, grauer Amber; aus dem Darm des Pottwals), Westindische Feuerspinne (Theridion curassavicum), Wismutnitrat (Bismuthum), Zinn (Stannum metallicum), Zinnober (Cinnabaris), Zyankali (Kali cyanatum)


Angesichts der äußerst potenten Gifte und agressiver Chemikalien, die sich in diesem Katalog befinden, kann man nur hoffen, dass die Verdünnung der homöopathischen Medikamente mit höchster Sorgfalt betrieben wird.)


Homöopathika wirkt nur bei Homöopathen
Ein weiteres Faktum im Verhältnis von Homöopathie und Wissenschaftsmedizin wirft ebenfalls Fragen auf: Bisher hat kein homöopathisches Mittel unbestreitbar positive Heilwirkung vorweisen können. Hätte ein Mittel das gekonnt, wäre es längst von der Wissenschaftsmedizin übernommen worden.
In ihrer langen Geschichte hat die Homöopathie in keinem einzigen Fall durch ihr Verfahren der Arzneimittelprüfung an Gesunden eine Therapie entdeckt, die Eingang in die Wissenschaftsmedizin gefunden hätte - nicht aufgrund dogmatischer Ablehnung, sondern weil glaubhafte Nachweise der Wirksamkeit - über Placebo-Effekte hinaus - ausstehen. Es erscheint grotesk, dass Homöopathen in aller Welt mit Mühe und grösstem Einfühlungsvermögen diejenigen Globuli heraussuchen, die nach ihren Kompendien ganz individuell für die Beschwerden ihrer Patienten passen - und man sie ohne Nachteil - gegen x-beliebige andere Globuli austauschen kann.

Wie unsicher die Homöopathie selbst im Hinblick auf die Wirkung ihrer Substanzen ist, zeigt der nachfolgende Auszug aus einem homöopathischen Lehrwerk:

Mögliche Reaktionen nach der Erstgabe eines Homöopathikums:

1. Eine rasche Heilung findet statt, ohne Verschlechterung der Symptome
2. Die Verschlechterung verläuft schnell, kurz und heftig, gefolgt von rascher Besserung des Patienten.
3. Lange Verschlechterung mit abschließender und langsamer Besserung des Patienten.
4. Lange Verschlechterung mit abschließendem Verfall des Patienten.
5. Andauernde Besserung der Symptome ohne spezielle Linderung.
6. Zuerst Besserung mit nachfolgender Verschlechterung.
7. Zu kurze Linderung der Symptome.
8. Alte Symptome erscheinen.
9. Neue Symptome tauchen auf, nachdem das Mittel verabreicht worden ist.
10. Patienten, die jedes verabreichte Mittel prüfen.
11. Die Symptome schlagen die falsche Richtung ein.


Wenn man also eine Therapiemaßnahme mit Homöopathika durchführt, muss man folgende Hypothesen als richtig und gesichert annehmen:

Eine einzige Substanz kann gegen viele sehr unterschiedliche Krankheitssymptome helfen, genau so kann es aber auch sein, dass von Fall zu Fall gegen ein und dieselbe Erkrankung sehr unterschiedliche Substanzen verordnet werden.

Die Ursache der Krankheit spielt bei der Auswahl des Heilmittels kein Rolle, sondern nur die Symptome, die von Gesunden nach der Einnahme einer Substanz aufgezeichnet werden.

Krankheiten haben keine materiellen Ursachen.



Der Konflikt mit den Natur- und Geisteswissenschaften:


Homöopathische Ursubstanzen bestehen aus einer Vielzahl unterschiedlicher Atome und chemischen Verbindungen. Auch in reinstem Wasser und Alkohol, die man bei der Herstellung der Heilmittel verwendet, kommen in Spuren fast alle wichtigen, natürlichen Elemente vor, die es gibt.

Woher "weiss" das Heilmittel, dass nur es allein wirken soll?
Ein wohlmöglich noch "selektierendes" Gedächtnis der Materie ist außerhalb der homöopathische Theorie bisher nicht bekannt geworden, d.h. es ist noch in keinem anderen chemischen oder physikalischen Zusammenhang und Verfahren je bemerkt worden. Es gibt auch keinerlei Nachweise für dessen Existenz.

Homöopathische Arzneimittel jenseits der Potenz D6 haben keinerlei spezifische Wirkung, jeneits der Potenz D23 keine Moleküle der Ursubtanz mehr, obwohl immer eine biochemische Wechselwirkung angenommen werden muß.
Was genau wirkt, kann die Homöopathie nicht beschreiben. Wie sich der Konflikt mit dem Massewirkungsgesetz naturwissenschaftlich auflösen lässt , kann die Homöopathie nicht beantworten.

Die Theorie, dass Gleiches mit Gleichem kuriert werde und dass beim "Potenzieren" sich "feinstoffliche Information" vom Wesen der Ursubstanz auf den Verdünnungsstoff übertrage, wobei "Stoffliches sich schrittweise in Unstoffliches verwandle", ist wissenschaftlich unbelegt. Wer heute noch an die vitalistische "immaterielle Lebenskraft" im Sinne Hahnemanns glaubt, der ignoriert wesentliche Erkenntnisse der Physik, Chemie und Biologie der letzten 200 Jahre


Wer an die Homöopathie glaubt, wird - bewusst oder unbewusst - skeptisch gegenüber der wissenschaftlichen Medizin. Mit der Angst vor der "schädlichen Chemie" ist aber ein "Nocebo-Effekt" verbunden, der die Wirkung von gut bewährten konventionellen Verfahren mindert oder sogar ganz aufhebt.


Ende des 2. Teils

Pianoman

Geändert von Pianoman (17.07.2007 um 09:26 Uhr).
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Alt 17.07.2007, 09:42   #4 (Permalink)
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Homöopathie - Theorie und Praxis

Teil 3: Hochpotenzen

In diesem letzten Teil soll es um das Phänomen der Hochpotenzen in der homöopathischen Arzneimittellehre gehen.

Ganz grundsätzlich festgestellt, verlässt die Homöopathie mit der Theorie der Hochpotenzen den gesicherten Boden der Erkenntnis so deutlich, dass man, wenn ihre Annahmen in der Realität tatsächlich funktionieren sollten, davon ausgehen muss, dass - zwangsläufig - wesentliche, fundamentale Gesetze der Physik, Chemie und Biologie falsch oder grob unvollständig sind.
Somit stellt sie das größte Konfliktfeld im Umgang mit den Naturwissenschaften dar.

Die Hypothese lautet:

1. Wenn eine Lösung einer Substanz nach einem ritualisierten Verfahren in mehrfachen Schritten verdünnt und bei jedem Verdünnungsschritt geschüttelt wird, nimmt die therapeutische Wirksamkeit der Lösung trotz der damit verbundenen Reduzierung des wirksamen Arzneistoffes zu.

2. Auch wenn nach der entsprechenden Zahl von Verdünnungsschritten kein Arzneistoff mehr vorhanden ist, potenziert (verstärkt) sich die Wirkung weiterhin.

3. Es gibt keine therapeutische Grenze für die Verdünnungsschritte. Je höher die Potenz - also je mehr Verdünnungsschritte vollzogen wurden - desto wirksamer das Präparat.

4. Ausschlaggebend für die Wirkung der Hochpotenzen ist der rituelle Verdünnungsprozess. Eine direkte Verdünnung zur angestrebten Potenz unter Auslassung der Zwischenschritte führt nicht zur angenommenen Wirksamkeitserhöhung.

(Anmerkung: Auch wenn es grundsätzlich denkbar ist, dass der rituelle Prozess -der Behälter mit der zu potenzierenden Lösung wird 10 x auf ein Lederkissen gestossen - zu spezifischen Eigenschaften einer Lösung führt, so scheint sich Hahnemann selbst nicht besonders sicher gewesen zu sein, wie das Ritual zu gestalten war, da er in seinem Werk mehrfach unterschiedliche Angeben zu den Schlägen im Potenzierungsverfahren gemacht hat, dabei aber keine bestimmte Zahl besonders hervorgehoben hat.
Es gibt kein explizit beschriebenes, ausschließliches Verfahren für den Vorgang der Potenzierung. In den Hinterlassenschaften Hahnemanns sind u.a. folgende Angaben zu finden: Im Jahr 1801: Minutenlanges Schütteln, dann 1810: Starkes Schütteln, präzisiert 1814: 3 Minuten Schütteln, abgemildert 1816: Wohl Schütteln, sportlich 1822: Mit 10 Armschlägen Schütteln, anscheinend ermüdet 1824: 2 Armschläge, wieder erstarkt 1837: 10 Armschläge, im Fitnesswahn 1842: 100 Armschlägen als Optimum.)

5. Die Wirksamkeitserhöhung bezieht sich immer nur auf die Ursubstanz. Alle anderen Stoffe, die sich auch (zwangsläufig) in der Lösung befinden, werden nicht verstärkt.

6. Auch werden bestimmte negative Eigenschaften homöopathischer Ursubstanz (Giftwirkung) nicht verstärkt.

7. Die erzeugten pharmakologischen Eigenschaften der jeweiligen Verdünnung sind dauerhaft, d.h. mindesten 5 Jahre nach deren Herstellung vorhanden.

Begründet wird dieser Prozess mit einer aus den Vorstellungen der mittelalterlichen Alchemie stammenden "geistartigen Kraft", die auch in unbelebter Materie zu finden ist. Diese "geistartige Kraft" überträgt sich auf das Lösungsmittel, dass somit über die Erinnerung an die pharmakologische Wirksamkeit der Ursubstanz verfügt. Auch die "geistartigen Kraft" ist in der Lage, sich zu multiplizieren, so dass die Anwesenheit der Ursubstanz zur Weitergabe der Erinnerungen nicht nötig ist.


Der Konflikt mit den Natur- und Geisteswissenschaften:

Insgesamt ist sowohl der Herstellungsprozess von Hochpotenzen als auch deren zugedachte Eigenschaften weder mit der allgemeinen Erfahrungswelt des Menschen noch mit spezifischen Naturgesetzlichkeiten in Einklang zu bringen:

1. In der gesamten Physik bzw. Chemie ist die Verschiedenartigkeit einer Lösung unbekannt, die sich aus dem Unterschied zwischen einer gerührten oder geschüttelten Vermischung ergibt. Wenn "Schütteln" als Verarbeitungsschritt eine eigenständige Mischform darstellen würde, müsste die Auswirkungen dieses Vorgang auch außerhalb der Homöopathie registriert werden können.

2. In der gesamten Physik bzw. Chemie ist kein Unterschied einer Lösung bekannt, der sich aus der Art und Weise ihre Verdünnungsprozesses ergeben würde. Eine Lösung, die in einem Zug 1:1000 verdünnt wurde, unterscheidet sich nicht von einer Lösung, die man 3x nacheinander jeweils 1:10 verdünnt hat. Wenn der schrittweise Verdünnungsprozess eine Relevanz für die Zusammensetzung einer Lösung hätte, müsste dieser Vorgang auch außerhalb der Homöopathie verzeichnet werden können.

3. In der allgemein erfahrbaren Lebenswelt wie auch unter den Laborbedingungen der gesamten Physik bzw. Chemie ist kein Prozess bekannt, in dem bei kontinuierlicher Verringerung der Konzentration einer Substanz bzw. vor allem bei deren Abwesenheit eine kontinuierliche oder sogar exponentiale Wirkungserhöhung verzeichnet werden kann. Wäre diese Eigenschaft von Materie vorhanden, müsste dieser Vorgang auch außerhalb der Homöopathie verzeichnet werden können.

4. In der gesamten Physik bzw. Chemie ist keine geistartige Kraft eines Atoms, von Molekülen oder Gemischen (weder in Anwesenheit noch in Abwesenheit der Urtinktur) bekannt. Ganz im Gegenteil, die Alchemie, als Vorgängerin der heutigen Chemie, scheiterte vor allem an der Tatsache, dass ihr Annahme, chemische Reaktionen sein durch die Veränderung der geistartigen Eigenschaften der Materie zu erreichen, sich als falsch und untauglich für die Erklärung chemischer Prozesse herausstellte.

5. Es gibt keinen begründeten Anlass, anzunehmen, dass Wasser als Lösungsmittel über das ihm zugeschriebene Gedächtnis verfügt. Im Gegenteil neueste Forschungsergebnisse deuten nämlich darauf hin, dass Wasser eher vergesslich ist. Einem Team um den Physiker Thomas Elsässer vom Max-Born-Institut in Berlin-Adlershof gelang es, die Moleküle eines dünnen Wasserfilms lokal zu bestimmten Schwingungen anzuregen, also Informationen zu speichern. Mit einer trickreichen Apparatur maßen die Forscher, wie lange diese Schwingungsveränderung gespeichert bleibt - ganze 50 Femtosekunden. Eine Femtosekunde ist der millionste Teil einer milliardstel Sekunde. Elsässer bestreitet deshalb, dass die Information eines Wirkstoffs in einer Hochpotenz noch existent sein könnte. "Unsere Ergebnisse zeigen explizit, dass es diesen molekularen Abdruck im Wasser nicht gibt. Dieses Phänomen kann man mit Sicherheit ausschließen."
Dieses Ergebnis hat seine Ursache darin, das Wassermoleküle ständig in Bewegung sind und die Wasserstoffbrücken, die Wassermoleküle kurzfristig aufbauen, eben nur eine durchschnittliche Bindungsdauer von etwa 50 Femtosekunden haben.
Alle diesbezüglichen Versuche von Befürwortern der Homöopathie (Benveniste,1988, Ennis 2001, Rey 2003, Schmidt, Süß und Nieber 2004) deren positive Nachweise für das Vorhandensein eines Wassergedächtnisses jeweils lautstark gefeiert wurden, haben sich nach Überprüfungen als fehlerhaft und nicht reproduzierbar herausgestellt.


6. In der gesamten Physik bzw. Chemie ist kein Prozess bekannt, bei dem in einem Lösungsgemisch durch irgendein Verfahren eine Unterscheidung der Urtinktur von den Nebenbestandteilen stattfindet, der dazu führen würde, dass sich die Konzentration ausschließlich eines Bestandteils verändern würde, alle anderen Bestandteile aber auf ihrem ursprünglichen Konzentrationsniveau verblieben. Wäre diese Eigenschaft von Materie vorhanden, müsste dieser Vorgang auch außerhalb der Homöopathie verzeichnet werden können.

7. Weiterhin stellt sich die grundsätzliche Frage, ob die meisten Hochpotenzen der Homöopathie überhaupt in den häufig verwendeten Potenzen oberhalb D23 herzustellen sind.

Dazu folgende Überlegungen:

Während des Vorgang des Verdünnens bzw. Potenzierens wird eine Ausgangsverdünnung mit einem reinen Lösungsmittel gemischt. Das ist selbstverständlich nur möglich, wenn das zum Verdünnen verwendete Lösungsmitteln nicht bereits selbst die gelöste Substanz in der gleichen Konzentration enthält, wie die Ausgangslösung.

Wasser, das im homöopathischen Verdünnungsprozess eingesetzt wird, ist im Regelfall Wasser aus dem Trinkwasserleitungsnetz. Trinkwasser wird aus Grundwasservorräten, aus Stauseen oder aus Uferfiltraten von Flüssen gewonnen. Auf dem Weg dahin nimmt Wasser unzählige Substanzen auf, die durch die Wasserbewegungen beim Durchfluß von Bächen und Flüssen, Staustufen etc. intensiv vermischt und "geschüttelt" werden. Durch zulaufendes Wasser wird gleichzeitig eine Verdünnung erreicht. Nach
homöopathischen Vorstellungen entstehen genau unter diesen Bedingungen "Abbilder" der Substanzen, die im Wasser enthalten sind.

Würden nun beispielsweise Tollkirschen (Belladonna) in einem Wassergewinnungsgebiet vom einem Busch fallen, und deren Inhaltsstoffe vom Regenwasser mitgespült und in einen Bach geraten, müsste davon ausgegangen werden, dass der Wirkstoff der Tollkirsche, Atropin, in einer bestimmten, wenn auch geringen Konzentration im Trinkwasser vorhanden ist.

Gehen wir weiterhin davon aus, dass aus diesem Trinkwasser in einer Apotheke eine homöopathische Belladonna-Lösung in der Potenz D100 hergestellt werden soll.

Wenn nun die Menge Atropin (etwa 2 mg), die in einer einzige Tollkirsche enthalten ist, mit einer Wassermenge gemischt wird, die dem Jahresverbrauch an Trinkwasser einer mittleren Großstadt mit etwa 500.000 Einwohner entspricht (etwa 35 Millionen Kubikmeter), so entsteht aus diesem Trinkwasser eine ca.10 hoch minus 20 molare
Atropinlösung. Jeder Liter dieses Wassers enthielte dann etwa 1000 Moleküle Atropin (und nach homöopathischer Lehre eine unbekannte Anzahl von "Abbildern").
Das entspricht einer Belladonna-Potenz von etwa D17. Würden mehrere Tollkirschen ins Trinkwasser fallen, müsste natürlich von einem höheren Wert ausgegangen werden.
Wenn dann in der Apotheke beim Verdünnen bzw. Potenzieren des Belladonna-Präparats die Belladonna-Potenz dieses Trinkwassers erreicht wird, ist eine weitere Potenzierung nicht mehr möglich, da ja bei jedem Potenzierungsschritt mindestens wieder eine D17-Lösung zugeführt wird.

Da ohne intensive Analysetätigkeit kaum je nachzuvollziehen ist, welche Minimalspuren von verschiedensten Stoffen im Trinkwasser vorhanden sind, ist im Grunde auszuschließen, dass die präzise angegeben Potenzierungsstufen für die meisten Ursubstanzen überhaupt erreicht werden können.

8. Weiterhin ist bis jetzt ungeklärt, was eine Hochpotenz, die nicht genau dem Symptombild (z.Bsp. bei einer möglichen Fehldiagnose) der zu therapierenden Erkrankung entspricht, im menschlichen Organismus auslöst. Nach dem Verständnis der Homöopathie müsste dadurch ein Krankheitsbild entstehen, da es sich de facto um eine Arzneimittelprüfung am Gesunden (gesund im Hinblick auf das Arzneimittelbild der Hochpotenz) handelt.
Damit besteht - im Gegensatz zu der ständig wiederholten Feststellung, Homöopathika sei sanft, ohne Nebenwirkungen und deshalb risikolos - die Gefahr, dass der Patient zu der vorhandenen Krankheit auch noch eine weitere bekommt; falls die Homöopathie funktionieren würde.

9. Zuletzt muß noch auf einen anderen wesentlichen Punkt hingewiesen werden:
Nach Auffassung der Hochschulmedizin ist die pharmakologische Wirkung eines Stoffes auf eine Interaktion zwischen zellulären Strukturen und der Substanz zurückzuführen. Für derartige Wechselwirkungen ist eine bestimmte Stoffkonzentration nötig.
Würde die Potenzierung von Stoffen in Wasser funktionieren, würde jeder Tropfen Wasser dieser Welt über eine ungezählte Anzahl von geistartigen Abbildern verfügen.
Da der Mensch aus etwa 60% Wasser besteht, würden ständig alle möglichen Substanzen mit ungeheuerem Wirkungspotential im Körper vorliegen. Damit aber wären spezifische biochemische Reaktionen weder möglich noch steuerbar, weil unsere Zellen auf das Vorhandensein und genau so auch auf die Abwesenheit bestimmter Stoffe zu definierten Zeiten angewiesen sind.

Wenn man also eine Therapiemaßnahme mit Homöopathika durchführt, muss man folgende Hypothesen als richtig und gesichert annehmen:

Materie, die zu Arzneistoffen verarbeitet wird, verfügt neben ihren naturgesetzlich nachweisbaren Eigenschaften über eine geistartiges Wesenselement, dass aber außerhalb der Homöopathie weder Wirkung zeigt, noch nachgewiesen werden kann.

Materie weiß, wann sie sich potenzieren (verstärken) darf und wann nicht.

Komplexe Materie - Moleküle und Verbindungen aus ihnen - weiß, welche ihrer Bestandteile Heilwirkung haben, und damit potenziert werden sollen, sie weiß aber auch, welche Bestandteil unerwünscht sind, und nicht potenziert werden dürfen.

Die Wirkung von Materie ist nicht an ihre Anwesenheit gebunden.

Materie ist in der Lage, geistartige Eigenschaften an ein Lösungsmittel wie Wasser abzugeben. Wasser als Lösungsmittel ist in der Lage, diese Informationen dauerhaft zu speichern.

Für alle genannten Konfliktfelder hat die Homöopathie bis jetzt weder eine schlüssige Erklärung abgegeben, noch Nachweise erbracht, dass die Annahmen der Naturwissenschaften falsch wären, und damit die Hypothesen der Homöopathie richtig.

Für ergänzende Nachfragen stehe ich gern zur Verfügung.


Pianoman

Geändert von Pianoman (17.07.2007 um 11:56 Uhr).
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Alt 17.07.2007, 13:10   #5 (Permalink)
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Pianoman,

danke für den Mittagswitz:
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der Behälter mit der zu potenzierenden Lösung wird 10 x auf ein Lederkissen gestossen
Geht es der Lösung danach besser?
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Alt 17.07.2007, 13:55   #6 (Permalink)
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Zitat: von Frosch
Pianoman,

danke für den Mittagswitz:

Geht es der Lösung danach besser?
Na sicher nicht dadurch wird es aber (laut der Lehre) potenter...
hups ich hoffe meine rau haut mich nie auf ein Lederkissen...
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Alt 25.07.2007, 21:15   #7 (Permalink)
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Homöopathie - Theorie und Praxis

Nachtrag: Infektionen und Impfen


Vor kurzem erschien in der Schweizer Zeitschrift "Aegis" - einer Publikation von naturheilkundlich orientierten Impfgegnern - in der Ausgabe Nr. 13 ein Artikel eines Homöopathie-Befürworters über die "wahre Natur und Aufgabe " von Mikroorganismen, dessen wesentliche Aussagen ich hier verkürzt wiedergebe, die "bemerkenswertesten" Sätze habe ich farbig dargestellt:

Zitat: Die Basis der modernen Medizin bildet seit nunmehr einem guten Jahrhundert noch immer die Erregertheorie. Auf ihr fußt die gesamte Diagnostik und Therapie, mittlerweile eine weltweite Milliardenindustie. Antibiotika, Cortison, Impfungen etc. pp. heißen die Mittel der Wahl. Kennt man erst einmal den "Erreger", brauche man diesen nur auszumerzen, dann sei der Patient gesund, so die gängige Lehrmeinung. Doch diese Theorie bleibt Wunschdenken und führt in eine bedrohliche Sackgasse, da die wirklich biologischen Naturgesetzmäßigkeiten deutlich eine andere Sprache sprechen und derartige Maßnahmen mit der Zeit verheerende Folgen haben, wie wir bedauerlicherweise immer mehr feststellen können.

[...] Eine der wichtigsten Gesetzmäßigkeiten, die auch für die Homöopathie interessant ist, ist das Gesetz der Zweiphasigkeit der Erkrankungen. Nach diesem biologischen Gesetz verläuft jede Erkrankung biphasig, beginnend mit der sog. Dauersympathikotonie, um schließlich über die Dauervagotonie zur normalen Gesundheit zurückzukehren.

Wie allgemein bekannt, pendelt der Organismus im gesunden Zustand zwischen den beiden "Zügeln" des sog. vegetativen Nervensystems (VNS), also desjenigen Teils des Nervensystems, der den vegetativen Funktionen dient (Regelung der unbewußten und vom Willen unabhängigen inneren Lebensvorgänge und deren Anpassung an die Erfordernisse unserer Umwelt). Dieses VNS setzt sich aus zwei Anteilen zusammen: dem sog. Sympathikus - dem Streßanteil - und dem Parasympathikus bzw. Vagus - dem Regenerationsanteil.

Der Sympathikus dominiert in biologischen Situationen wie Kampf, Streß, Flucht und Abwehr und mobilisiert alle Kräfte, um - übertragend gesagt - "den Kampf" zu gewinnen bzw. seine "nackte Haut" in Sicherheit zu bringen, wohingegen der Vagus für die Regulation von Ruhe, Erholung und Regeneration steht. Unter dominant vagotoner Innervierung arbeiten vornehmlich die Verdauungsorgane, um Vitalstoffe aus der Nahrung zu assimilieren und wieder in die Zellen zu einzuspeisen, damit der nächste Tag - im vegetativen Sinne von Kraftverbrauch - erfolgreich bestanden werden kann. Global betrachtet, geht es also um den groben Tag-Nacht-Rhythmus.Der gesunde Zustand, die sog. Eutonie, bedeutet normale Innervation und ist charakterisiert durch den steten Wechsel von sympathischem und parasympathischem Anteil des vegetativen Nervensystems.

Diese gleichförmige sinusartige Schwingung wird im Falle einer Erkrankung jedoch jäh gestört. Der Organismus schaltet um auf Dauersympathikotonie, das heißt, es herrscht - nerval gesehen - Dauerstreß vor und kommt vorläufig nicht mehr zu einer vagotonen Erholungsphase.

Diese vegetative Dauerstreßphase ist häufig erkennbar an kalten Händen und Füßen, Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Unausgeglichenheit, Nörgeligkeit der Kinder - man kann ihnen nichts recht machen - und vielem mehr. Jedermann kennt derlei Situationen, wenn Mütter die Veränderung ihrer Kinder wahrnehmen und meinen: "Ich glaube, unser Kleiner brütet 'was aus." Wenn die Kinder dann (im herkömmlichen Sinne) krank und bettlägerig werden, befinden sie sich in Wirklichkeit bereits in der zweiten Phase der Erkrankung, die häufig mit Schlappheit und Fieber einhergeht und bislang als die eigentliche Krankheit angesehen wurde.

Sie wird durch die vagotone (parasympathische) Innervierung, den anderen Teil und Funktionszustand des vegetativen Nervensystems, bestimmt, der sog. Dauervagotonie.

Hierhin gehören Erkrankungen gemäß alter Auffassung, wie Bronchitis, Lungenentzündung, Scharlach, aber auch Neurodermitisschübe, epileptische Krampfanfälle, akute rheumatische Beschwerden und vieles mehr! Es handelt sich im Grunde genommen um Heilungsphasen von Erkrankungen, welche schon viel früher begonnen haben und welchen auch immer eine Phase von Dauersympathikotonie vorausging. Diese kann sogar durchaus schon im Mutterleib bestanden haben!

[...] Jede Erkrankung, d. h. jede Bagatellerkrankung bis hin zum Krebs, verläuft demnach - grob gesehen - nach einem ganz bestimmten Muster: Sie ist zweiphasig, sofern die zweite Phase überhaupt erreicht wird, und wird im wesentlichen geregelt durch den "Zentralcomputer" - unser Gehirn.

Zunächst beginnt die sogenannte Streßphase, in der der sympathische Anteil des vegetativen Nervensystems dominant ist, die Dauersympathikotonie, gefolgt von der zweiten Phase, der eigentlichen Heilungsphase bzw. der sog. Dauervagotonie. Erst in dieser zweiten Phase der Erkrankung treten vermehrt die sogenannten "Erreger" auf, die eigentlich überhaupt keine echten Initiatoren (Verursacher) der Erkrankung sind, sondern bestenfalls ihre Indikatoren (Anzeiger).Dies wissen die Homöopathen schon seit langem, spricht doch Hahnemann - er lebte in der vor-bakteriologischen Zeit! - schon vom krankmachenden Agens und meint nicht etwa Mikroben, sondern ein immaterielles geistartiges Agens! Auch Allen lehrte, die Mikroorganismen seien nicht die Ursache krankhafter Zustände, sondern deren Folgen.

Genaugenommen muß es nun heißen: Die Mikroben sind die Indikatoren der zweiten Phase einer Erkrankung, denn ihnen läuft immer eine sympathikotone Streßphase voraus! Sie werden zentral dirigiert und aktiviert durch unser Gehirn und haben ganz bestimmte Aufräumarbeiten in Abhängigkeit ihrer Keimblattzugehörigkeit zu erfüllen.

[...] So haben Viren die Aufgabe, Gewebe, welches in der dauer-sympathikotonen Phase der Erkrankung zerstört wurde im Sinne von mikroskopisch kleinen Ulcera (geschwürige Löcher), in der vagotonen Heilungsphase wiederaufzufüllen. Bei den Pilzen ist es genau umgekehrt; sie