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Homöopathie -eine sachliche Diskussion!-

Dies ist eine Diskussion über "Homöopathie -eine sachliche Diskussion!-" im "kritisch betrachtet" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
Servus Urologiker, bei uns in Österreich wird die homöopathische Therapie genauso über die Krankenkassa abgerechnet wie jede andere Therapie auch. Bei uns spielen also ...

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  #16 (Permalink)  
Alt 29.04.2007, 19:07
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Monsti
 
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Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 384 Tage alt

Servus Urologiker,

bei uns in Österreich wird die homöopathische Therapie genauso über die Krankenkassa abgerechnet wie jede andere Therapie auch. Bei uns spielen also eher keine marktwirtschaftlichen Interessen eine Rolle. Aus welchem Grunde sollte sich also ein Arzt gegen eine schulmedizinische Variante und für eine homöopathische Therapie entscheiden? Zudem: Die meisten, besonders die älteren Patienten stehen einer homöopathischen Therapie anfangs eher skeptisch gegenüber ("So an Schmarrn musst ma nit geben!"), um ihre Meinung aber schon nach wenigen Wochen zu ändern. Kurze Anmerkung: Bei uns läuft's meistens in einer Kombination aus beidem.

Die Berner Studie zur angeblichen Unwirksamkeit der Homöopathie kenne ich übrigens ebenfalls (falls Du diese meinen solltest). Sie ist aber nur eine unter Hunderten von Studien. Andere Studien sagen auch anderes aus. Der schlechteste Wissenschaftler ist der, welcher nur diejenigen Untersuchungsergebnisse als Wahrheit annimmt, die seiner eigenen Theorie entsprechen.

Grüßle
Angie
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  #17 (Permalink)  
Alt 29.04.2007, 21:51
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Pfeil AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 384 Tage alt

@monsti - die verlinkte Studie ist eine Metaanalyse, erschienen in einem Journal HÖCHSTEN impact factors. D.h. das es schon exzellentester wissenschaftlicher und wissenschaftsanalytischer Kentnisse bedürfte um einen ernsthaften Versuch zu machen, die vorgelegten Daten zu widerlegen. Aber ich wiederhole mich hier nur...

Du siehst: ich bin ein Wissenschaftler der seine Hausaufgaben gemacht hat
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  #18 (Permalink)  
Alt 29.04.2007, 22:26
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Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 384 Tage alt

Für die Kassen rechnet sich Homöopathie allemal.

Die Behandlung eines Patienten, dessen Schlaflosigkeit mit Zuckerkügelchen "geheilt" werden kann, weil es eher psychischer Natur ist, kostet die Kassen weniger, als die Therapie mit Schlafmedikamenten.

Homöopathie dürfen bei euch nur Ärzte verordnen, weil die am besten einschätzen können, wann ein Placebo reicht und wann eine wirkliche Therapie von Nöten ist.

Das wäre so meine Theorie dazu
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  #19 (Permalink)  
Alt 29.04.2007, 22:42
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Autor Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 384 Tage alt

Zumal auch nur die Kosten der Konsultation in der gleichen Höhe wie bei einer schulmedizinischen Beratung abgerechnet werden dürfen, die Homöopathika aber selbst bezahlt werden muß.
Die homöopathische Zusatzausbildung für östereichische Ärzte ist übrigens nicht akademischer Art.

Pianoman

Geändert von Pianoman (29.04.2007 um 22:42 Uhr). Grund: Fehlerkorrektur
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  #20 (Permalink)  
Alt 30.04.2007, 08:20
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Autor Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 384 Tage alt

Hallo smurf,

vielleicht ein paar erklärende Worte zu dieser rational kaum nachzuvollziehenden Denkweise, Kausalitäten an allen möglichen, meist unerwarteten Stellen zu sehen.

Verantwortlich dafür ist - wie in der Esoterik üblich - ein ganz Alter und dessen Erkenntnisse, die sich in allen alternativen/komplementären/esoterischen Denkmodellen wiederfinden lassen. Kaum eine (systematisierte) esoterische Lehre kommt ohne den Bezug auf Hermes Trismegistos und die hermetische Tradition aus.Er ist quasi der Säulenheilige des Wassermann-Zeitalters. Und seine Spuren sind auch hier in vielen Beiträgen zu finden.

Die Figur des Hermes Trismegistos wird als Verschmelzung zweier Gottesbilder einführt, des ägyptischen Gottes Thot und des griechischen Gottes Hermes. Hermes, der dreimal größte, wie sein Name übersetzt heißt, hat in den antiken Quellen viele Identitäten: Einmal ist er ein Weiser, der das Urwissen in steinerne Stelen meißelte, um es vor der Sintflut zu retten, gleichermaßen ist er ein König und Gesetzgeber, dann aber auch eine Art Religionsstifter, der Kulte einrichtete. Schließlich gilt er ebenso als Astrologe und Magier. Gemeinsam ist all diesen Figuren nur die ägyptische Herkunft und das Wirken in grauer Vorzeit. Wie unter Heroen der Urzeit üblich, schillert die Hermesfigur stets zwischen Gott und Mensch.

Hermes Trismegistos wird als Verfasser einer unglaublichen Zahl von Schriften angesehen, deren Größe aber ständig variiert. Den Kanon der Schriften bezeichnet man "Corpus Hermeticum".

Wann die Schriften geschrieben und veröffentlicht wurden, ist weitgehend ungeklärt, genau so, von wem sie wirklich verfasst wurden.
Viele der zumeist in Dialogform abgefaßten und überwiegend griechisch- und koptischsprachigen Texte stammen jedoch aus dem zweiten bis dritten Jahrhundert n. Chr. Sie enthalten ‚mystische’ Lehren über Gott, die Entstehung der Welt und die Gestalt des Kosmos, die Weisheit des Menschen u.ä., und sie zeigen Parallelen zum Platonismus und zur Gnosis. Die früheste und bedeutendste dieser Schriften ist der Dialog "Poimandres", die relativ bekannteste und wohl auch einflußreichste war die "Tabula Smaragdina", die als Darstellung des alchemistischen Prozesses gelesen werden kann und gelesen wurde. Seit der Übersetzung des "Corpus Hermeticum" ins Lateinische durch Marsilio Ficino (1491) wurden die hermetischen Schriften im Abendland bekannter und verstärkten ihren Einfluß auf die Alchemie. Die erste deutschsprachige Übersetzung erschien im Jahre 1781 unter dem Titel "Hermes Trismegistos. Poemander oder Von der göttlichen Macht und Weisheit". Das Wort "Hermetik" bezeichnet also zum einen die Schriften des "Corpus Hermeticum", zum anderen speziell deren Gedankengut, insbesondere deren alchemistische Aspekte, und schließlich die Alchemie selbst.

Der wohl wesentlichste Text steht auf der "Tabula Smaragdina". Hier findet sich angeblich die Quintessenz aller Weisheit in fünfzehn Thesen auf einer Tafel aus grünem orientalischem Korund. In diesen fünfzehn Thesen ist alles Wissen zusammengefasst, das dem Menschen jemals zugänglich ist. Der Text beschreibt die Schöpfung dieses Universums und gleichzeitig die Herstellung des alchemistischen Steins der Weisen. Für den, der diesen Text ganz versteht, werden alle Bibliotheken überflüssig, denn er besitzt die ganze Weisheit, "daran fehlet nichts, es ist ganz vollkommen".

Die wichtigsten Aussagen sind:

Dasjenige, welches Unten ist, ist gleich demjenigen, welches Oben ist;
Und dasjenige, welches Oben ist, ist gleich demjenigen, welches Unten ist,
um zu vollbringen die Wunderwerke eines einzigen Dinges.

Und gleich wie von dem einigen GOTT erschaffen sind alle Dinge, in der
Ausdenkung eines einzigen Dinges. Also sind von diesem einigen Dinge
geboren alle Dinge, in der Nachahmung.


Aus diesen Kernaussagen leiten sich für die Esoteriker nicht nur eine Vielzahl von Erkenntnissen ab, sie rechtfertigen auch im umfänglichen Maße das esoterik-typische Analogie-Denken. Mit nur wenigen Worten läßt sich hier alles zusammenfassen, was die
esoterische Denkweise ausmacht:

- Alles ist mit Allem verbunden
- Was im Mikrokosmos geschieht, geschieht genau so auch im Makrokosmos.
- Alles stammt aus einem Prinzip, unterliegt also auch einer universellen
Gesetzmäßigkeit

Die klassischen Vokabeln der New Age-Bewegung: Ganzheitliches oder universelles Denken, kosmologischer Bezug und kosmische Verbundenheit, basieren auf diesen Glaubenssätzen. Mit Hilfe dieser Thesen werden beispielsweise die angeblichen Kausalitäten zwischen seelischem Zustand und erkrankten Organen begründet. Genau so benötigen die Funktionen bzw. Störungen des Meridiansystem und der Chakren dieses Axiome, wie eigentlich auch alle anderen Systeme des geistigen Heilens.
Die Vorstellungen der Bioenergetik, Energieströme leiten zu können, findet hier ebenfalls ihre Begründung. Und nicht zuletzt der Karma-Begriff findet hier seine gedankliche Grundlage. Außerdem sind diese Glaubenssätze die Rechtfertigung für alle Arten von Hellsehen, Kartenlegen, Pendeln, und andere Formen der Schicksals- und Zukunftsdeutung. Wichtig sind die Annahmen auch für die Existenz der morphogenetischen (wissenden) Felder, die sich beispielsweise als zentrales Element im Familienstellen nach Bert Hellinger wiederfinden.

Es dürfte ziemlich eindeutig sein, dass dann, wenn man diese Thesen als wahr ansieht, sich mit Hilfe dieser Annahmen alle möglichen Sachverhalte nach Wunsch kausal verbinden und begründen lassen.


Pianoman

Geändert von Pianoman (30.04.2007 um 08:57 Uhr). Grund: Wortfindungsprobleme
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  #21 (Permalink)  
Alt 30.04.2007, 11:12
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Autor Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 383 Tage alt

Obwohl ich das Gefühl habe, dass die Bedeutung der Nebenkriegsschauplätze mal wieder mal größer als die des eigentlichen Themas ist, habe ich doch nur wenig Skrupel, noch ein bißchen mehr Öl ins Feuer zu gießen.

Folgt man z.B. monstis Darstellungen, so scheint Österreich besonders im Bereich der Komplementär-Medizin ein toleranteres oder auch fortschrittlicheres Land als die BRD zu sein. Nun ja.
Ein Statement der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse spricht da eine anderer Sprache:

Zum Schutz der Patientinnen und Patienten und der Qualität der medizinischen Leistungen haben die oö Ärztekammer und die OÖ Gebietskrankenkasse eine Liste von Methoden erarbeitet, die von OÖGKK-Vertragsärzten weder privat noch auf Kosten der OÖGKK angeboten werden dürfen. Es handelt sich dabei um Angebote, die erwiesenermaßen wirkungslos sind oder für die Patientinnen und Patienten sogar gefährlich werden können.
Die Liste enthält derzeit 20 komplementärmedizinische Verfahren. Sie kann bei Vorliegen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse im Konsens erweitert, aber auch verkürzt werden, wenn sich eine Maßnahme als wirksam herausstellen sollte.
Die aktuelle Liste der Leistungen, die von Vertragsärzten der OÖGKK nicht erbracht werden dürfen:

Aromatherapie
Aura-Heilung
Bachblütentherapie
Baunscheitieren
Biologische Terrain-Analyse
Bioresonanztherapie
Colonhydrotherapie
Edelsteinmedizin
Eigenurintherapie
Haaranalyse
Honigtherapie
Irisdiagnostik
Klangmassage
Magische Heilmethoden
Magnettherapie (außer der Magnetfeldtherapie)
Pendeln
Rei-Ki
Schamanismus
Wünschelrute
Zelltherapie

Wir müssen uns der Tragweite dieser Handlung der OÖGKK bewußt werden.
Da verbietet - meines Wissens zum ersten Mal - ein Träger des öffentlichen Gesundheitswesens seinen Vertragspartnern die Anwendung unwirksamer oder eventuell gefährlicher "Heilverfahren".

Ein Lob dieser Konsequenz.

Pianoman

Geändert von Pianoman (30.04.2007 um 12:59 Uhr).
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  #22 (Permalink)  
Alt 30.04.2007, 11:16
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Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 383 Tage alt

Hallo Ihr lieben,

@ Pianoman: Vielen Dank für Deine Threads.Ich kann nur sagen: Respekt!

Achtung !!!
Jetzt kommt meine persönliche Meinung dazu

Vielleicht rede ich damit am Thema vorbei aber es ist mir wichtig dass es auch mal erwähnt wird.
Hier in Deutschland (und wohl auch in vielen anderen Ländern) ist es so dass fast jeder Arzt nur seine Fachrichtung kennt und auch behandelt.
Damit beschert man dem Patienten unglaublich viel Lauferei und den KK viele Kosten.
Ärzte verlassen sich auf ihre Gerätemedizin, Blutuntersuchungen usw. das mal mit dem Patienten geredet wird und erklärt wird was er da genau hat, gerät immer mehr ins Hintertreffen weil keine Zeit....
Ergo; der Patient fühlt sich unverstanden und allein gelassen, was natürlich der Psyche nicht zuträglich ist.

Das ist in der alternativen Szene anders.
Man redet viel mit dem Patienten (dadurch fühlt er sich ernst genommen),Tests werden durchgeführt und erklärt,es wird gedrückt und geknetet um Linderung zu verschaffen und der Patient geht danach mit einem Pillendöschen mit Globulis glücklich und verstanden nach Hause.

Das kann man auch noch gut bei den Naturvölkern sehen.
Der Medizinmann stellt einen bösen Geist fest (die Erkrankung) alle Nachbarn und Verwandte kommen zusammen, tanzen, feiern, singen und schreien und dabei wird dann der böse Geist ausgetrieben.
Nachdem sich alle so viel Mühe gegeben haben, kann der Patient gar nicht anders und muss danach als geheilt wieder aufstehen.
Also wird auch hier ganzheitlich behandelt.

Es muss ja dann doch etwas an der Sache dran sein, das Geist und Körper eine Einheit bilden.
Und selbst wenn es nur der Placeboeffekt war oder die Zuwendung die eventuelle Selbstheilungskräfte aktiviert hat :

Wer heilt, hat Recht!


Liebe Grüße
Locin32
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  #23 (Permalink)  
Alt 30.04.2007, 11:51
Benutzerbild von Monsti
Monsti
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 383 Tage alt

Hallo pianoman,

welche Therapien in Österreich ärztlicherseits angeboten werden dürfen, weiß ich wohl. Ich schrieb in meinem Posting auch lediglich von der Homöopathie und könnte diese um Akupunktur und Osteopathie ergänzen. Mir hat bisher auch noch kein einziger Arzt die von Dir o.g. Therapien angeboten, weder ein Kassen- noch ein Wahlarzt.

Aber Du hast Recht: Dies alles geht mittlerweile weit vom Thema ab, denn hier ging es ursprünglich um die These, dass jeder Erkrankung primär eine psychische Ursache zugrunde liegt.

@Locin: "Wer heilt, hat Recht!" - So sehe ich das auch.

Grüßle von
Angie
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  #24 (Permalink)  
Alt 30.04.2007, 13:14
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Autor Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 383 Tage alt

Der Satz muß lauten:

Wer auf Dauer (also nicht nur für die paar Minuten Zufriedenheit nach einer ausgiebigen Heilpraktiker-Anamnese)
und im Ganzen (also nicht nur ein paar Symptome zum Verschwinden bringt, sondern
die Ursache der Krankheit beseitigt)
nachweislich (also dokumentiert und entsprechent belegt)

heilen kann, hat recht.


Pianoman
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  #25 (Permalink)  
Alt 30.04.2007, 13:23
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Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 383 Tage alt

Zitat: von Patientenschubser
Hallo Kevin99

bitte zügle dich in deiner WORTWAHL.

In diesem Forum ist es üblich das die Personen freundlich angesprochen werden sollen.

Also keine weiteren Beleidigungen oder persönliche Angriffe wie z.B.:



Gruß Patientenschubser

warum soll ich mich in meiner wortwahl zügeln?? das ist das was ich gedacht habe und das sage ich auch. wenn ich alles so politisch korrekt sage, kommt der sinn überhaupt nicht mehr rüber.
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  #26 (Permalink)  
Alt 30.04.2007, 13:34
Benutzerbild von Monsti
Monsti
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 383 Tage alt

Nun, "heilen" bedeutet zumindest etwas Mittel-/Langfristiges. Kein normaler Mensch würde behaupten, geheilt zu sein, wenn aufgrund einer Behandlung irgendwelche Beschwerden "für ein paar Minuten" verschwunden wären.

Nach Deiner Definition "heilt" dann aber kaum einer, denn gerade die Schulmedizin behandelt in erster Linie Symtome und dies in aller Regel mittels Medikamenten, die neben einer Wirkung oft genug auch Nebenwirkungen zeigen. Nicht selten schluckt man dann noch Medikamente gegen diese Nebenwirkungen. Das ist der Hauptgrund, warum sich so viele Menschen der alternativen Medizin zuwenden.

Gruß Angie
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  #27 (Permalink)  
Alt 30.04.2007, 16:22
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Autor Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 383 Tage alt

Oh wie erstaunlich unrichtig, monsti!

Ich fühle mich veranlasst, zu sagen: Nur die Hochschulmedizin bemüht sich, die Ursache von Krankheiten zu erkennen und letztendlich zu beseitigen.

Nehmen wir mal was Außergewöhnliches, beispielsweise die Homöopathie:
Die Homöopathie kennt keine Krankheiten, sondern nur Symptome.
Sie hat auch keine Krankheitslehre, die Ursachen für Erkrankungen methodisch erforscht.
Sie behandelt auschließlich -zumindest die klassische Homöopathie - das Symptom durch Substanzen, die "vergleichbare" Symptome angeblich auslösen.
Das sogenannte "Komplexe" an der Homöopathie ist der Vorgang der Repertorisierung, bei der nach Begleitumständen und anderen Symptomen gesucht wird, um ein Heilmittel zu finden. Dabei wird nicht die Krankheitsursache gesucht, sondern ein Mittel, dass in einer vorhergehenden Arzneimittelprüfung an Gesunden möglicherweise verantwortlich für irgendwelche Befindlichkeiten war, und das jetzt die größtmögliche symptomatische Übereinstimmung zeigt.
Das heißt, nicht die eigentliche Krankheit, deren Existenz Hahnemann kaum zur Kenntnis nahm, deren Existenz er im Bereich der mikrobiologisch initiierten Erkrankungen grundsätzlich ablehnte, interessiert den Homöopathen, sondern nur ein Ähnlichkeitsmuster zwischen fiktiver pharmakologischer Wirkungen und Ausdrucksformen pathologischer Störungen.
Homöopathen behandeln also nicht ganzheitlich, sondern ausschließlich Symptom-und Medikamentenorientiert

Wie grotesk das Stochern im Nebel der Unwägbarkeiten ist, zeigt der nachfolgende Auszug aus einem homöopathischen Lehrwerk:

Mögliche Reaktionen nach der Erstgabe eines Homöopathikums:

1. Eine rasche Heilung findet statt, ohne Verschlechterung der Symptome
2. Die Verschlechterung verläuft schnell, kurz und heftig, gefolgt von rascher Besserung des Patienten.
3. Lange Verschlechterung mit abschließender und langsamer Besserung des Patienten.
4. Lange Verschlechterung mit abschließendem Verfall des Patienten.
5. Andauernde Besserung der Symptome ohne spezielle Linderung.
6. Zuerst Besserung mit nachfolgender Verschlechterung.
7. Zu kurze Linderung der Symptome.
8. Alte Symptome erscheinen.
9. Neue Symptome tauchen auf, nachdem das Mittel verabreicht worden ist.
10. Patienten, die jedes verabreichte Mittel prüfen.
11. Die Symptome schlagen die falsche Richtung ein.


Da spricht doch die Homöopathie für sich selbst.

Oder nehmen wir die Bioenergetiker: Die gehen davon aus, dass bei einer Krankheit der Energiefluß in einem Meridian blockiert ist. Sie haben überhaupt kein konkretes Krankheitsbild. So beschäftigt sich die Therapie auch nicht damit, ob eines Menschen Angstgefühle damit zu tun haben könnten, dass sein Myokard an akutem Sauerstoffmangel leidet, sondern öffnen lieber ein Chakra, um das Chi wieder ordentlich aufzufüllen.

Pianoman

Geändert von Pianoman (30.04.2007 um 18:29 Uhr).
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  #28 (Permalink)  
Alt 30.04.2007, 17:41
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Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 383 Tage alt

Hallo Pianoman,

Zitat:
Wer auf Dauer (also nicht nur für die paar Minuten Zufriedenheit nach einer ausgiebigen Heilpraktiker-Anamnese)
und im Ganzen (also nicht nur ein paar Symptome zum Verschwinden bringt, sondern
die Ursache der Krankheit beseitigt)
nachweislich (also dokumentiert und entsprechent belegt)

heilen kann, hat recht.

Leider fällt es auch der Schulmedizin teilweise sehr schwer wirklich zu heilen.
Die Ursachen mancher Erkrankungen sind nicht erforscht/erforschbar.
Da beschränkt man sich auch auf die Symptombehandlung und hofft dass es damit getan ist.
Andererseits steht auch hinter der Schulmedizin noch die Pharmaindustrie, die natürlich aus finanziellen Gründen kein Interesse an wirklicher Heilung einer Erkrankung hat.

Versteh mich nicht falsch, ich bin auch ein Verfechter der Schulmedizin aber genieße trotz alledem Behandlungen bei einem Osteopathen.
Jeder muss für sich ausprobieren was ihm hilft und was nicht.

Alles liebe
Locin32
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  #29 (Permalink)  
Alt 30.04.2007, 18:06
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Smurf
 
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Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 383 Tage alt

Zitat: von Locin32
Leider fällt es auch der Schulmedizin teilweise sehr schwer wirklich zu heilen.
Hi Locin,

stimmt schon, aber es wird geforscht und man kommt auch weiter mit neuen Medikamenten und Therapien.

Zitat: von Locin32
Andererseits steht auch hinter der Schulmedizin noch die Pharmaindustrie, die natürlich aus finanziellen Gründen kein Interesse an wirklicher Heilung einer Erkrankung hat.
Oh, wie ich diese Aussage mittlerweile hasse! Die hatten wir hier schon so oft und immer noch wieder wird die "böse, böse" Pharmaindustrie als Aufhänger für die nicht immer sofort wirkende Schulmedizin genommen. Auch eine Pharmaindustrie hat Interesse an Heilung, denn auch mit Heilung läßt sich Geld verdienen und zwar nicht zu knapp!!

Locin, ohne Pharmaindustrie gäbe es auch Globulis und Co. nicht, das sollte man bei solchen Aussagen vielleicht mal kurz bedenken! Oder wer glaubst Du, stellt diese homöopathischen Mittel her und vertreibt sie??

Gruß, Andrea
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  #30 (Permalink)  
Alt 30.04.2007, 18:12
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Ausrufezeichen AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 383 Tage alt

Dickes, dickes Lob für die letzten Beiträge! So macht diskutieren Spaß!!!

@locin32 - ja, dieser Blick für den Menschen als Ganzes ist in der deutschen Medizin vernachlässigt und das gehört sehr wohl hierher, denn:

In z.B. Skandinavien sind im Median die Liegezeiten kürzer und die Zufriedenheit der Patienten größer als in Deutschland, was ganz wesentlich mit dem Genesungskonzept der Skandinavier zu tun hat: es wird dafür gesorgt, dass der Patient sich wohl fühlt, Schwestern nehmen sich Zeit und sind ehrlich und freundlich zugewandt. Das Behandlerteam aus Ärzten und Pflegekräften arbeitet respektvoll Hand in Hand etc.

Eine solche Atmosphäre trägt nachweislich viel mehr zum Heilungserfolg bei als die wissenschaftlich beste Therapie - Non curatur, qui curat.


@kev - Man kann wohl die Dinge einmal beim Namen nennen, jedoch 1) möglichst nicht öffentlich (PM) und 2) ist es stets beleidigend, jemanden mit dem Wort "geistlos" zu verbinden. Hier wäre es sicher besser, argumentativ zu kontern und die Interpretation dem Leser zu überlassen. Das hat eine deutlich größere Strahlkraft und stellt die eigene Argumentation auf die Probe.


@pianoman - danke für deine Beiträge, sehr schön fundiert und damit ernsthafter Diskussionsstoff jenseits von Klischees. Sehr auf den Punkt die Darstellung der unterschiedlichen Ansätze von Schulmedizin und Homöopathie - mehr davon


@all - ein kausaler Therapieansatz setzt immer voraus, dass man die Ursache einer Erkrankung soweit kennt, dass schulmedizinische Therapiekonzepte greifen können. Wenn man dann auch noch einen ursächlichen Ansatz findet, dann ist das sehr schön, jedoch noch immer nicht die Regel (bestes Fachgebietsbeispiel mit zudem den meisten Krankheitsentitäten: Dermatologie!!!)...
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