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Homöopathie -eine sachliche Diskussion!-

In dieser Diskussion geht es um "Homöopathie -eine sachliche Diskussion!-" im "kritisch betrachtet" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
Hallo urologiker, ich glaube auch, dass eine Hauptproblem der Diskussion um wissenschaftliche Welterklärungsmodelle unterschiedliche Vorstellungen über Wissenschaft und ihre Arbeitsmethoden sind. Wenn ich beispielsweise von ...



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Alt 29.04.2007, 11:18   #1
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Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 1,055 Tage alt

Hallo urologiker,

ich glaube auch, dass eine Hauptproblem der Diskussion um wissenschaftliche Welterklärungsmodelle unterschiedliche Vorstellungen über Wissenschaft und ihre Arbeitsmethoden sind.
Wenn ich beispielsweise von ausnahmslos gültigen Gesetzmässigkeiten spreche, meine ich natürlich keine Arbeitshypothesen, die sich aus signifikanten statistischen Verteilungen ergeben und eine bestimmte Kausalität denkbar machen, sondern Naturgesetze wie eben den Energieerhaltungssatz, die 4-Kräfte-Lehre oder das Massewirkungsgesetz.
Kein Wissenschaftler käme heute ernsthaft auf die Idee, Theorien zu verkünden, die sich nicht mit diesen Gesetzen in Übereinstimmung bringen lassen. (Deshalb wird die Homöopathie auch nie an Hochschulen gelehrt werden.)

Das von Ihnen angesprochene Auswalzen der Diskussion lässt sich - wenn auch nicht ganz verhindern - doch erheblich reduzieren, wenn alle am Diskurs Beteiligten, die Welterklärungsmodelle, zu deren Begründung, Rechtfertigung und Verteidung sie angetreten sind, im Vorfeld einem Standard-Verfahren unterziehen, innerhalb dessen - durch konsequente Anwendung bestimmter Arbeitstechniken - die Bewertung subjektiv gewonnener Erfahrungen zur objektiven Erkenntnis führen kann:


Ein behauptetes Phänomen muss kausal (Verknüpfung von Ursache und Wirkung) und logisch begründet sein, d.h. es müssen Aussagen über den zu erwartenden Verlauf und das wahrscheinliche Ergebnis eines auf das Phänomen bezogenen Experiments möglich sein.


Theorien müssen nach der möglichst einfachsten Erklärung suchen (Ockhams Rasiermesser), in sich widerspruchsfrei sein und bereits bekannte Gesetzmäßigkeiten sinnvoll berücksichtigen.


Experimente und Ergebnisse müssen durch unabhängige Dritte reproduzierbar sein. (Intersubjektivität).


Insbesondere medizinische Neuerungen oder nicht der evidenzbasierten Hochschulmedizin entstammenden "alternative" Verfahren müssen durch Test mit Kontrollgruppen und durch randomisierte Doppelblindstudien abgesichert werden.

Die Beweislast für eine Hypothese liegt beim Behauptenden. Es ist nicht Aufgabe der Wissenschaft, jede noch so abstruse Behauptung zu überprüfen und ggf. zu widerlegen.

Ein Erklärungsmodell darf sich nicht der Falsifizierung entziehen. Jeder echte Test einer Theorie ist der Versuch, sie zu falsifizieren oder zu widerlegen. Testbarkeit ist Falsifizierbarkeit, wenngleich einige Theorien besser testbar sind, als andere.

Belege einer Theorie sollten nur gezählt werden, wenn sie Ergebnis eines ernsthaften, aber erfolglosen Versuchs der Widerlegung sind.


Wenn prinzipiell testbare Theorien im Falle der Widerlegung von ihren Bewunderern dennoch aufrechterhalten werden, etwa indem ad hoc neue Annahmen eingeführt werden, die eine Flucht vor der Widerlegung erlauben, muss diese Theorie im wissenschaftlichen Sinn als gescheitert angesehen werden.


Hypothesen und Theorien bedürfen der Zirkelfreiheit, d.h. sie dürfen sich nicht selbst voraussetzen oder auf unbegründete Sätze verweisen (Petitio principii)


Hypothesen oder Theorien bedürfen der inneren Widerspruchsfreiheit, d.h. sie dürfen in ihrem Aufbau keine logischen Widersprüche aufweisen (interne Konsistenz)


Wendet man diese Forderungen auf unsere materielle Welt an, so ist - zumindest in den meisten Fällen - eine Entscheidung über "richtig/falsch" bezüglich unterschiedlicher Modelle der Welterklärung möglich; und es erspart mithin eine Menge unnötiger Diskussionen.


Pianoman

Geändert von Pianoman (30.04.2007 um 12:24 Uhr). Grund: Formatierungsfehler beseitigt, einige Schreibfehler auch
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Alt 29.04.2007, 11:30   #2
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Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 1,055 Tage alt

@pianoman - wenn ich auch klar für den wissenschaftlich orientierten Teil des Forums stehe und selbst in Wissenschaft involviert bin, so ist die Diskussionsebene in diesem Forum zumindest deplaziert, da wissenschaftliche bzw. objektivierbare oder grundsätzliche Betrachtungsweisen nicht Gegenstand von Patientenfragen sind, sondern Subjektivitäten.

logiker, der auf wissenschaftlich orientierte Foren verweist
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Alt 29.04.2007, 11:39   #3
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Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 1,055 Tage alt

Hallo Urologiker,

ich habe eher den Eindruck, es geht hier oft nicht um Fragen, sondern um die Verkündigung mehr oder weniger tragfähiger Konzepte.
Aber davon ganz abgesehen: Wenn auch die Position des Fragen durchaus subjektiv ist, so sollte zumindest die Antwort sich um Objektivität bemühen.

Pianoman
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Alt 29.04.2007, 11:45   #4
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Reden AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 1,055 Tage alt

....ähm, die Verkündigung mehr oder weniger tragfähiger Konzepte nennt man gemeinhin ANTWORTEN.

btw: das DUzen in Internetforen leitet sich aus der Hauptsprache des Internet ab - oder auch: "You can say you to me..."

Sonnige Grüße, logiker
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Alt 29.04.2007, 11:47   #5
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Standard AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 1,055 Tage alt

Hallo pianoman,

Zitat:
Deshalb wird die Homöopathie auch nie an Hochschulen gelehrt werden.


Das ist nicht korrekt. U.a. wird die Homöopathie an den Universitäten Hannover und Heidelberg, aber auch in Wien gelehrt.

Nur ein Beispiel:

http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dssid=4171&dsmid=70314&dspaid=550652

Zur Ausübung der Homöopathie in Österreich (aus: http://www.homoeopathieinstitut.at/homooepathie_osterreich.html )

"In Österreich darf Homöopathie ausschließlich von Ärzten ausgeübt werden. Alle Homöopathen müssen eine "schulmedizinische" naturwissenschaftliche Ausbildung haben und berechtigt sein, als selbständig praktizierende Ärzte (praktischer Arzt bzw. Allgemeinmediziner oder Facharzt) zu arbeiten. Anschließend an die medizinische Ausbildung müssen alle Homöopathen eine mehrjährige Spezialausbildung (Theorie und Praxis) absolvieren. Der Abschluss dieser homöopathischen Grundausbildung wird durch das Ärztekammer-Diplom: „Homöopathie“ anerkannt. An die Grundausbildung schließt sich eine regelmäßige ärztliche und homöopathische Fortbildung an. Nur die, in diesem Maße ausgebildeten Ärzte dürfen sich rechtmäßig als Homöopathen bezeichnen und auch als Homöopathen selbständig tätig sein. In Österreich wird die homöopathische Grundausbildung derzeit hauptsächlich von der ÖGHM (Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin) geleistet. Auch die Diplomansuchen jener Ärzte, die im Ausland ausgebildet wurden, werden von der ÖGHM geprüft und über die ÖGHM bei der Ärztekammer eingereicht."

Gruß
Angie
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Alt 29.04.2007, 11:57   #6
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Cool AW: Organ- und Symptomsprache - die Sprache der Seele - Dieser Beitrag ist 1,055 Tage alt

Schon richtig, das ist fast nach marktwirtschaftlichen Prinzipien so: Angebot und Nachfrage - und da es in der Bevölkerung eine irrational hohe Nachfrage gibt...

Insgesamt gilt aus naturwissenschaftlicher Sicht -und das ist die, die dich@pianoman interessieren dürfte- dass Homöopathie auf Einbildung beruht!
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