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Nur Placebo-Effekt bei alternativen Therapien? Warum denn nicht?In dieser Diskussion geht es um "Nur Placebo-Effekt bei alternativen Therapien? Warum denn nicht?" im "kritisch betrachtet" Forum, als Teil von Patientenfragen.net |
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#7 | |||||||||||||||
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#8 |
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Arzt (Urologie)
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@starbug - das ist eine ganz andere Frage! Du vergleichst jetzt Äpfel mit Birnen: Plazebos sind gewollt wirkstofffreie Imitate von WIRKstoffen. Ein Stoff, dem eine Wirkung zugeschrieben wird, ist kein Placebo!
Hier muß man klar zwischen Placebo und Placeboeffekt unterscheiden. Du kannst es natürlich so sehen, dass alternative Medikamente ausschließlichen Placeboeffekt haben und damit für dein Verständnis Placebos sind. De jure sind es aber keine Placebos sondern alternative Heilmittel. Das ist ein großer Unterschied, imho |
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#9 |
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Arzt (Kinderheilkunde)
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Ja, aber nur im Auge des Betrachters.
Du als Mediziner setzt (wenn überhaupt) Globuli und andere homöopathische Mittel als Placebo ein, der Homöopath glaubt daran (oder auch nicht ).Verändern tut das aber nix, da diese Mittel nachweislich nur über den Placebo Effekt funktionieren, damit sind sie per Definitionem Placebos Auch wenn mich Homöopathen dafür steinigen würden
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#10 |
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Glaubt an nix!
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Hallo Forum,
mit ziemlichem Interesse verfolge ich die Diskussion über die Frage einer Legitimation der Komplementärmedizin, weil diese „Heilerfolge“ erzielt, welche aber nach menschlichem Ermessen nur auf den Placebo-Effekt zurück zuführen sind. Ich bin, weil ich mich mit dieser Frage ausgiebig beschäftigt habe, heute mehr denn je der Auffassung, dass die Pseudotherapien der Alternativmedizin - vor allem mit dem Mittel der Aufklärung – nachhaltig bekämpft werden müssen. Und ich denke, für diese Ansicht gibt es gute Gründe: 1. Bei schwerwiegenden Erkrankungen wirken weder Placebos, noch hilft der Placebo-Effekt unwirksamer Pseudo-Medikamente oder -Therapiemaßnahmen mehr als nur marginal und vorübergehend. Wenn aber nun Patienten suggeriert wird, sie würden im Rahmen der Alternativmedizin reale Hilfe erfahren, wird das mehr und mehr dazu führen, dass effektive Therapien der Wissenschaftsmedizin, die eben auch mit Nebenwirkungen und/oder unangenehmen oder schmerzhaften Körpererfahrungen verbunden sind, durch den Nocebo-Effekt durchaus an Wirkung verlieren können. 2. Die Homöopathie, die TCM oder die Anthroposophie benutzen alles andere als Placebos. Zwar ist ab einer bestimmten Verdünnung (oder Potenzierung) nicht mehr mit relevanten Wirkungen zu rechnen, aber es gibt ja auch eine Vielzahl von so genannten Medikamenten, die durchaus Stoffe in pharmakologisch wirksamer Größenordnung enthalten. Diese Stoffe wurden nicht einer Arzneimittelprüfung unterzogen, die weitgehend sicherstellt, dass keine massiven Nebenwirkungen beispielsweise durch Allergene auftreten. Ich halte es, im Sinne des Patientenschutzes für absurd, Medikamente zu verordnen, bei denen keine signifikante Heilwirkungen zu erwarten ist, jedoch immer das Risikio von Nebenwirkungen existiert. Wer wollte für die meist schwachsinnigen homöopathischen Medikamente ernsthaft die Toleranz gegenüber einem noch kleinen Risiko einfordern, wenn im Gegenzug dazu - sehr sicher - von keiner pharmazeutisch relevanten Wirkung ausgegangen werden kann? 3. Ein weiteres Problem ist die Fixierung der meisten Patienten auf Medikamente, gleich welcher Herkunft. Die Anhänger der Alternativmedizin, die in fast schon schizophrener Manier zwar die Pharmalobby verteufeln, jedoch für das kleinste Wehwehchen Globuli einwerfen, sind da nicht anders gepolt, als die Oma/der Opa, die auch mit Lactose in den Tiefschlaf zu versenken sind. Diese Verhalten muss dringend, nicht zuletzt auch aus Kostengründen, einer Neuorientierung unterzogen werden. Die Ansätze dafür existieren zwar schon, aber sicher wäre eine konsequente Aufklärung der Patienten über ihre Gesundheit bzw. Krankheit und die Möglichkeiten der Pharmazie nötig. Solange der Glaube existiert, gegen jede Krankheit sei ein Kraut gewachsenen, solange werden es Menschen für nötig halten, dieses Kraut auch zu bekommen. Und wenn nicht vom Arzt, dann eben vom Homöopathen; und dem ist es dann ganz recht. In diesem Zusammenhang halte ich es für besonders bedenklich, Kinder an diesen Mechanismus zu gewöhnen. Wer bei jedem blauen Fleck Arnika-Globuli verabreicht, wer bei jedem leichten viralen Infekt der oberen Atemwege Bryonia-Präparate in seine Kinder füllt, erzeugt Medikamenten-Junkies, für die jede Befindlichkeitsstörung zu einer zu therapierenden Krise wird. 4. Das schwerwiegendste Problem besteht für mich jedoch darin, dass der Prozess des Umdenkens in der Medizin, der darin besteht, sich von den Allmachtsphantasien der vergangenen Jahrzehnte zu verabschieden und eine realistische Einschätzung der Möglichkeiten, Krankheiten zu therapieren, zu erreichen, gerade vom absurden Omnipotenz-Gehabe der Komplementär-Heiler konterkariert wird. Wir brauchen keine Medizin, die dort, wo nach menschlichem Ermessen keine Hoffnung auf Heilung besteht, den Menschen trotzdem suggeriert, es gäbe welche. Was wir allerdings ganz dringend brauchen, ist ein Korrektur unseres Selbstverständnisses im Bezug auf Krankheit, Alter und Tod. Insoweit halte ich es für geboten, dass die Wissenschaftsmedizin durch Aufklärung - und sicher auch durch Änderungen ihrer Arbeitsprinzipien - sich bemüht, das Vertrauen, das sie genau so dringend benötigt wie auch verdient, wieder zu erlangen. Alle anderen Wege führen letztendlich an den Bedürfnissen der Patienten vorbei. Pianoman |
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Geändert von Pianoman (19.08.2007 um 21:02 Uhr). |
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#11 |
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Arzt (Urologie)
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Mein Reden...
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Fühlt sich wohl hier
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