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Glaubt an nix!
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AW: 1. Internationaler Kongress für Theomedizin - Dieser Beitrag ist 493 Tage alt
Hallo mänchen oder besser: Hallo Ute,
zuerst ein Dankeschön für die freundliche Begrüßung.
Was mich aber insgesamt wundert, ist Deine Feststellung, zwar die magisch umwabberte Bionmeditation abzulehnen, dann aber - quasi im gleichen Atemzug -Deine positive Haltung zu anderen (esoterisch-alternativen) Heilverfahren zu erklären. Diese Haltung ist für mich deshalb nur schwer nachvollziehbar, weil zumindest zwei der genannten Verfahren - die Homöopathie und die TCM - mehr oder weniger auf den gleichen Annahmen beruhen, die auch in der Biomeditation zu finden sind.
(Die Begriffe Naturheilkunde und Meditation verfügen über soviel Definitionsspielraum, dass eine eindeutige Bewertung erst möglich ist, wenn man sich über die Inhalte einig ist.)
Um die enge Verwandschaft von Homöopathie/TCM mit bioenergetischen Verfahren wie der Biomediation zu verdeutlichen, schreibe ich Dir einige Sätze zu den von Dir genannten Verfahren; und ich erlaube mir in diesem Zusammenhang den Hinweis, dass eine normative Kraft des Faktischen existiert, auf die ich mich beziehe.
Insoweit verkündige ich hier keine subjektive Meinung, sondern rekapituliere Sachverhalte, die sich aus wohlbestätigtem Hintergrundwissen und aus der täglichen Lebensrealität ergeben.
Homöopathie
Bei allen Diskussionen über das Für und Wider der Hahnemannschen Theorien gibt es Fakten, die nicht dem Diskurs unterliegen; weil sie sich mit unserer Welt, wie wir sie kennen, einfach nicht vereinbaren lassen:
1. Das simile-Prinzip beruht auf einem interpretatorischem Irrtum.
Es ist nie - trotz zahlreicher, auch zeitnaher Versuche - gelungen, den Hahnemannschen Versuch nur ein einziges Mal mit dem historischen Ergebnis zu wiederholen. Chinin erzeugt kein Fieber. Weder bei Kranken noch bei Gesunden.
Es ist nie gelungen, durch die Anwendung des simile-Prinzips ein Medikament zu finden, dass in der Medizin eine Bedeutung außerhalb der Homöopathie hätte. Es kann aber nicht sein, das ein wirksames Medikament nur Homöopathie-Gläubige heilt.
2. Die Hochpotenzen der Homöopathie lassen sich mit Leben (im biologischen Sinne) nicht vereinbaren
Bei allen biochemischen und biophysikalischen Prozesse, die in den Zellen eines Lebewesens ablaufen, sind spezifische molekulare Interaktionen grundlegend für die Steuerung der verschiedensten Vorgänge. Voraussetzung dafür ist, dass bestimmte Moleküle zeitlich befristet in einer bestimmten Konzentration an einem bestimmten Ort präsent sind, an entsprechenden Bindungsstellen innerhalb der Zellen oder an deren Oberfläche binden und damit Folgereaktionen auslösen.
Ohne diese Steuerungsreaktionen ist Leben undenkbar.
Hätte Wasser (als Lösungsmittel) nun die Fähigkeit, Stoffe oder deren geistige Abbilder, durch Schüttel (nicht Rühren) aufzunehmen und deren Wirkungenspotential noch zu verstärken, würde das bedeuten, das in jedem Schluck Trinkwasser, den wir aufnehmen, eine ungeheure Menge an Elementen und anorganischen sowie organischen Verbindungen (oder deren Abbilder) vorhanden wäre, und jederzeit für jede mögliche biochemische Reaktion zur Verfügung stände. Schließlich fließt Wasser ja schon seit ein vielen millionen Jahren auf unserem Planeten von Ort zu Ort und wird geschüttelt und geschüttelt und geschüttelt und geschüttelt....
Wenn aber - wiederum kosequent weitergedacht- alle Moleküle (oder ihre geistartigen Abbilder) überall in physiologisch wirksamen Konzentrationen vorhanden wären, könnten keine spezifischen biologischen Reaktionen mehr stattfinden. Aus die Maus.
Da wir aber noch leben, folgt daraus, das die Homöopathie vielleicht einen Denkfehler hat, oder ?
Deshalb an alle logischen denkenden Menschen folgende Fragen, auf deren Beantwortung ich doch gespannt bin:
Es geht um´s simile-Prinzip:
1. Eisenmangel lässt sich mit Eisenpräparaten behandeln, beispielsweise mit Ferro sanol (die Homöopathen versuchen das gleiche mit Ferrum metallicum D10-D15).
Bei Anwendung des simile-Prinzips müßte dann die Aufnahme von Eisenpräparaten durch Gesunde zum Eisenmangel und dadurch ausgelösste Erkrankungen wie Anämie führen. Passiert aber nicht.
Warum nicht?
2. Blei ruft bei gesunden Menschen durch Störung der Blutfarbstoff- u. Erythrozyten-bildung (Hemmung des Eiseneinbaus in Porphyrin bzw. der Bildung der Nucleoproteide) Anämie hervor.
Setzt man Blei nach dem simile-Prinzip als Medikament ein, zeigt Blei allerdings bei der Behandlung einer Anämie (außer mehr Anämie) keinerlei therapeutische Wirkung.
Warum nicht?
Traditionelle chinesische Medizin
Hauptgedanke der TCM ist das Vorhandensein eines universellen Energiesystems unterhalb der molekularen Ebene, für das im menschlichen Organismus Strukturen (Chakren, Meridiane) vorliegen. Krankheiten entstehe durch Blockade dieser Strukturen, Heilung ist die Beseitigung dieser Blockaden.
Die Energie ist selbst mit genauesten Messverfahren nicht nachweisbar, aber angeblich zu biochemischen Interaktion fähig. Die Strukturen sind mit selbst mit Hilfe der genauesten Elektronenmikroskope, die heute in der Lage sind, einzelne Atome abbzubilden, nicht nachweisbar.
Abgesehen von der Frage, warum im Reich des Feinstofflichen überhaupt solche Strukturen wie Meridiane benötigt werden, da diese Energie per definition
angeblich überall zu finden ist, und deshalb auch nicht blockiert werden kann, interessiert vor allem die Frage nach der Schnittstelle zwischen materieller (grobstofflicher) und immaterieller (feinstofflicher) Welt.
Wo und durch welche anatomische Strukturen die Energie aus den Meridianen auf die molekulare Ebene fließen, konnte bisher weder nachvollziehbar noch schlüssig erklärt werden. Und wie muß man sich die biochemische Wechselwirkung der feinstofflichen Energie vorstellen? Oder erfolgt eine Umwandlung?
Aber diese technischen Fragen stellen sich wahrscheinlich überhaupt nicht, wenn man die Entwicklung der TCM betrachtet und dabei feststellt, dass Meridiane und andere Artefakte der historischen fernöstlichen Medizin die Ergebnisse simplen Analogie-Denkens sind.
Betrachtet man das Meridian-System aus historischer Sichtweise, so ist festzustellen, dass die Einführung in die chinesische Heilkunde etwa im 8. Jahrhundert erfolgte, zum gleichen Zeitpunkt, als die chinesischen Flüsse kartografiert wurden. Da man aufgrund fehlender Anatomiekenntnisse (es war verboten, einen menschlichen Körper zum Zwecke der Obduktion zu öffnen) nichts über die Existenz von Nerven, Blut- und Lymphgefäßen wusste, orientierte man sich (da im hermeneutischen Denken Alles mit Allem verbunden ist) an den Wasseradern, die die wichtigste Versorgungsquelle für die verstreut im weiten Land lebenden Menschen waren. Das Meridian-System und die ihm zugesprochenen Versorgungsaufgaben für die menschlichen Organe sind eine schlichte Analogie zur Geographie.
Aus naturwissenschaftlicher Sichtweise ist dann folgerichtig festzustellen, dass Chakren, genau so wie der Energiekanal entlang der Wirbelsäule und das Meridiansystem der TCM, weder elektrophysikalisch über Messergebnisse noch durch beobachtete anatomische Strukturen nachzuweisen sind.
Im Skript einer Lehrveranstaltung zur Naturheilkunde des FBs Medizin der Ruhr-Universität Bochum stellt der Dozent deshalb lakonisch fest: [...] Die meisten dieser Punkte liegen auf den 12 Hauptleitbahnen (Meridianen), eingebettet in das Wand-lungsphasenmodell der 5 Elemente und der Organzuordnung. Die Leitbahnen sind wie Flüsse, in denen die Vitalkraft Qi fließt.
Ein anatomisches Korrelat zu diesen Bahnen gibt es nicht.
Will heißen: Du kannst so lange suchen, wie du willst, da ist nichts. (Insoweit ist es beispielsweise völlig egal, wohin man Akupunkturnadeln sticht, was die GERAC-Studie zur Wirksamkeit der Akupunktur eindeutig nachgewiesen hat.)
Deshalb noch zwei Fragen, Ute:
Welche Krankheiten wurden bei Ihnen zwar sanft aber erfolgreich durch die Homöopathie oder TCM behandelt?
Und worin liegt nach Ihrer Meinung der wesentliche Unterschied zwischen den unterschiedlichen Heilsystemen, die sämtlich in ihren Theorieansätzen nicht definierbares, nicht sichtbares, nicht fassbares, nicht messbares, nicht ... annehmen?
Nichts für ungut,
Pianoman
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