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Glaubt an nix!
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AW: 1. Internationaler Kongress für Theomedizin - Dieser Beitrag ist 504 Tage alt
Hallo ama, hallo monsti,
da so viele bemerkenswerte Stichworte gefallen sind, bleibt mir leider mal wieder nur listenähnliches Abarbeiten:
1. Plazeboeffekt nicht bei Kindern oder Tieren (monsti)
Leider ist diese Annahme falsch. Der Plazebo-Effekt entsteht nicht nur aus dem nur intellektuell zu begründenden Vertrauen des Patienten in die Wirksamkeit der therapeutischen Maßnahmen, er ist auch einen Ergebnis erlebter, im Krankheitsfall erhöhter Zuwendung gegenüber Mensch und Tier.
Weiterhin hat auch die Überzeugung des Therapeuten zur Wirksamkeit der Therapie einen Effekt (Na, Frau monsti, und geht´s doch schon viel besser heute, oder?) der suggestiv auf den Patienten, als auch selbstsuggerierend auf die Beurteilung des Heilerfolgs durch den Therapeuten wirkt. Diese psychischen Manipulationen fallen unter den Begriff "Selektive Weltwahrnehmung".
(Diesen Effekt kennt jeder, der es eilig hat: Dann sind nämlich grundsätzlich alle Ampeln immer rot)
Weiterhin, und das ist besonders im Bereich der oft langwierigen homöopathischen Behandlung zu beachten, heilen bei menschlichen Patienten etwa 70% der Krankheiten restlos von allein. (Das ist der Grund dafür, warum viele Medikamente, die allein einer subjektiven Befindlichkeitsverbesserung dienen, heute nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt werden.)
Um diese Effekte in der Beurteilung von Medikamenten oder anderen therapeutischen Maßnahmen auszuschließen, müsste zu deren Wirksamkeitsbeurteilung sicher gestellt werden, dass ein Probant überhaupt nicht weiß, dass er ein Medikament bekommt.
Das läßt sich ethisch nicht vertreten.
Die Folgeerscheinung ist, dass der Plazebo-Effekt als ein feststehendes Faktum in der Human- als auch in der Veterinär-Medizin und Pharmazie angenommen wird, und ein Wirksamkeitsnachweis erst dann als erbracht gilt, wenn im Rahmen einer randomisierten Doppelblindstudie der Heilungseffekt des/der Medikaments/Therapie größer ist, als der Plazebo-Effekt in der nichtbehandelten Vergleichsgruppe.
Die Homöopathie hat - obwohl es mittlerweile auch Doppelblindstudien in der Homöopathie gibt, übrigens mit negativem Ergebnis - sich immer gegen diese objektive Form der Beurteilung gestellt.
Wesentlich ist aber, dass bisher alle Studien der Homöopathie, die wenigstens den Mindestanforderungen wissenschaftlichen Arbeitens entsprechen, in ihren Ergebnissen maximal dem Plazebo-Effekt gleichwertig, nie aber besser gewesen sind.
Simple Tatsache ist, dass die Homöopathie trotz umfänglicher Versuche bis jetzt keinen unzweifelhaften Wirksamkeitsnachweis ihrer Therapien erbringen konnte.
2. Homöopathie wird an Hochschulen gelehrt. (monsti)
Eins ist ganz sicher: Homöopathie gehört an keiner öffentlichen deutschen Hochschule zum prüfungsrelevanten Stoff im Fachbereich Medizin.
An einzelnen Universitäten wird die Homöopathie und andere "alternative Heilmethoden" den Studenten in Kursen zu Randgebieten der Medizin vorgestellt, keineswegs werden ihre Methoden unterrichtet.
Allerdings beschäftigen sich an einigen Hochschulen Forschungsgruppen mit Wirksamkeitsnachweisen für die Homöopathie; in der Regel mit katastrophalen Ergebnissen. In diesem Zusammenhang sei nur der für die Universität Leipzig mehr als peinliche Versuch der Forschungsgruppe Schmidt, Nieber, Süß in 2003/2004 genannt.
Die genannten Forscher hatten versucht, die Wirkung von Belladonna D60 nachzuweisen, was erstaunlicherweise auch gelang. Die Feierlichkeiten für diese nobelpreiswürdige Entdeckung dauerten allerdings nur kurze Zeit, weil die Studie wegen gravierender Fehler von der restlichen wissenschaftlichen Gemeinde geradezu atomisiert wurde. Im übrigen haben die Forscher ihre Fehlleistungen schlußendlich selbst eingestanden.
Zu dem Thema noch folgendes Statement der Universität Marburg:
Auszüge aus der Marburger Erklärung:
Homöopathie als Irrlehre und Täuschung des Patienten
Der Fachbereich Humanmedizin der Philipps-Universität Marburg verwirft die "Homöopathie" als eine lrrlehre. Wir betrachten die Homöopathie nicht etwa als unkonventionelle Methode, die weiterer wissenschaftlicher Prüfung bedarf. Wir haben sie geprüft, Homöopathie hat nichts mit Naturheilkunde zu tun. Oft wird behauptet, der Homöopathie liege ein "anderes Denken" zugrunde. Dies mag so sein. Das geistige Fundament der Homöopathie besteht jedoch aus Irrtümern (Ähnlichkeitsregel, Arzneimittelbild, Potenzieren durch Verdünnen). Ihr Konzept ist es, diese Irrtümer als Wahrheit auszugeben. Ihr Wirkprinzip ist Täuschung des Patienten, verstärkt durch Selbsttäuschung des Behandlers. Wir leugnen nicht, daß sich mit "Homöopathie" mitunter therapeutische Wirkungen erzielen lassen, wobei es sich um sogenannte Placeboeffekte handelt.
Nun könnte man einwenden: Was scheren uns Wirkprinzip und geistiges Fundament, wo es doch allein auf den Effekt ankommt? Nach dieser Logik müßten unsere (Medizin)Studenten auch in folgenden Gegenständen unterrichtet und geprüft werden: Chirologie (Bedeutung der Handlinien für die Persönlichkeitsstruktur und die Ganzheitsmedizin); lrisdiagnostik; Reinkarnationstherapie; astrologische Gesundheitsberatung (Bedeutung der Sternzeichen für die Neigung zu bestimmten Krankheiten). Mit all diesen Methoden, deren Wirkprinzip die Täuschung ist, lassen sich nicht nur therapeutische Effekte, sondern auch beträchtliche Umsätze erzielen. Mit den geistigen Grundlagen der Philipps-Universität Marburg sind diese Methoden ebensowenig vereinbar, wie es die "Homöopathie" ist.
Wir behaupten keineswegs, daß die von uns vertretene Wissenschaft alles erforschen und erklären kann; wohl aber versetzt sie uns in die Lage zu erklären, daß die Homöopathie nichts erklären kann. Ein der Allgemeinheit von interessierter Seite eingeredeter Aberglaube mag dies anders sehen und sich Ausgewogenheit und Zusammenarbeit zwischen "Homöopathie" und "Allopathie" wünschen. Richtschnur unseres Handelns ist aber nicht ein in der Bevölkerung lebender und publizistisch geschürter Aberglaube, sondern die menschliche Vernunft, die uns sagt, daß die Worte "Homöopathie" und "Allopathie" nicht etwa einen Gegensatz, sondern eine Begriffswelt ohne reale Grundlage bezeichnen.
3. Zur Nichtvergleichbarkeit von Homöopathie und Theomedizin (monsti)
Natürlich lassen sich diese und die meisten anderen "alternativen Heilmethoden"
bezüglich ihres formalen Aufbaus nicht oder nur partiell miteinander vergleichen.
Das ist aber auch nicht wesentlich. Wichtig ist, dass fast alle "alternativen Therapieansätze" von ihren Nutzer und genau so auch von den Therapeuten verlangen, bestimmte Axiome zu akzeptieren, die sich mit unserer "normalen"
Welterfahrung nicht in Einklang bringen lassen.
So müssen Homöopathen glauben:
Das Massenwirkungsgesetz gilt in der gesamten Biochemie und Biologie, aber nicht in der Homöopathie
Wässrige Lösungen enthalten äußerst stabile Strukturen, die beim "Potenzieren" verstärkt werden oder sich vermehren
Die Loschmidt`sche Zahl ist irrelevant
Homöopathisches Verdünnen potenziert die gewünschten Heilwirkungen, nicht aber die unerwünschten Wirkungen desselben Mittels
Das Potenzieren betrifft nur die Arzneimittel, nicht aber die Begleitstoffe, die Verunreinigungen des Verdünnungsmittels
"Das Symptom ist die Krankheit" (Hahnemann)
Doppelblindversuche sind kein geeignetes Kriterium für den Wirksamkeitsnachweis
Negative Resultate dürfen ignoriert werden , positive nicht
Bioenergetiker (Biomediation, Reiki u.a.) müssen glauben:
Dass im Körper nicht mess- und sichtbare oder anderweitig nachweisbare Strukturen existieren, in denen eine nicht mess- und sichtbare oder anderweitig nachweisbare Energie fließt.
Dass es eine Energieform gibt, die zwar nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden nachweisbar ist, aber sowohl auf menschliche Rezeptoren einwirkt als auch biochemische Prozesse auslöst.
Dass der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik (Entropie) nicht unbeschränkt gilt, und damit unserer gesamte Naturwissenschaft grob unvollständig ist.
Dass Menschen in der Lage sind, durch geistige Kraft naturgesetzliche Prozesse in biochemischen und biomechanischen Strukturen anderer Menschen zu beeinflussen.
Dass jede Krankheit nur ein Ausdruck energetischer Blockaden ist.
Diese Liste könnte man umfänglich fortsetzen, was jedoch zu keinem anderen Ergebnisse führen würde und das Fazit ist das gleiche:
Wenn man die Konsequenzen aus den Theorien der "alternativen Heilverfahren" zieht, ist Leben, so wie wir es kennen, nicht möglich. Ich wage sogar die Behauptung, dass Leben überhaupt unmöglich wäre. Und ich erweitere diese Behauptung auf die Existenz unseres gesamten Universums.
Die Hypothesen der "Alternativen" zum Aufbau unserer bekannten Welt sind so unvereinbar mit den Gesetzmässigkeiten, die wir in jedem Moment unseres Lebens erfahren, bewußt oder unbewußt, dass letztendlich nur eine Entscheidung zu fällen ist:
Entweder stimmen die Welterklärungsmodelle unserer Naturwissenschaften - insbesondere der Physik - oder es stimmen die Welterklärungsmodelle der "Alternativen".
Sowohl als auch ist definitiv nicht möglich !
4. Das Zitat der Biomez Website (ama)
Da ist die Rede von intensiver Forschungsarbeit zur Bioenergie und zur Biomeditaiton.
Mir ist, trotz umfangreicher Recherche in den letzten Jahren, keine einzige Arbeit bekannt, die in der internationalen Forschungsgemeinde dikutiert wird.
Und ich behaupte, es gibt auch keine.
Jedenfalls existiert auf der Website der Philippi-Organisation kein Hinweis auf eine Veröffentlichung zu diesem Thema, beispielweise in den üblichen wissenschaftlichen Publikationsmedien wie "Nature".
Gebe ich in der Suchmaschine Google die Begriffe Forschungsarbeiten+Biomeditation ein, ist das Suchergebnis entsprechend: Kein Eintrag vorhanden.
Zum Inhalt der Philippi-Botschaft deswegen: Kein Kommentar
Pianoman
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