Homöopathie und Bachblüten - Dieser Beitrag ist 763 Tage alt
Hallo babamaus
Diesen Vorschlag hatten wir schon mal, nur leider fallen da die chronisch Kranken und Alten Menschen durchs Raster, da die keiner haben will, da es für deren teure Behandlung kein Geld gibt.
Und ich kann verstehen, dass man sich bei einem Homöopathen gut aufgehoben fühlt, der sich 5 Stunden mit einem beschäftigt.
Glaub mir, Ärzte würden das auch gerne machen, nur müssen Ärzte halt auch ihre Miete und ihr Essen bezahlen. Ein Arzt kann ja auch nicht zum Bäcker gehen und der schenkt ihm das Brot, weil er weiß das der Arzt sich viel länger um seine Patienten kümmert als es "normal" ist.
Das ist ein Problem unserer Gesundheitspolitik und nicht der Wille der Ärzte.
Darum stehen die ja jetzt überall auf der Straße und Streiken, weil es einfach so nicht mehr weiter geht.
Wenn Arbeit (und auch Medizin ist ein Beruf) angemessen bezahlt wird, wird sie auch gut gemacht, wenn ich wenig Geld pro Patient bekomme, muss ich als Arzt viele Patienten pro Tag durch meine Praxis "schleusen", damit ich Miete, Personal und Versicherung bezahlen kann, und am Ende des Monats noch genug Geld habe, um meine Familie zu ernähren.
Wenn du einem Handwerker sagst, flies mir mein Bad, aber egal wie lang du brauchst, du bekommst nur 25€, dann schaut der dich nur schief an und geht.
Sollte er die Arbeit machen, wird er sich bestimmt keine Mühe geben um die Fliesen perfekt zu verlegen, sondern so schnell wie möglich fertig werden.
Das dies als Arzt einfach ethisch nicht vertretbar ist, ist ein Dilema, denn auf der einen Seite will der Arzt das beste für seine Patienten, auf der anderen Seite führt er aber auch eine Praxis und muss Geld verdienen (was in vielen Fällen für die geleistete Arbeit viel zu wenig ist).
Darum werden Privatpatienten auch umsorgt und bevorzugt, da eine normale Praxis nur durch ihre Privatpatienten auch wirtschaftlich arbeiten kann. Private Kassen zahlen Leistungen noch halbwegs angemessen. Und wenn der Arzt mal 30Min mit einem Patienten spricht, wird das auch bezahlt, und nicht wie bei der Krankenkasse 15Min. Gespräch/Quartal/Patient.
Nur leider nutzen die Politiker den Unmut und die Unwissenheit der Leute, um mit Privatpatienten und deren "Vorzugsbehandlung" Stimmung für sich zu machen.
Auch hier befindet sich der Mediziner auf einem schmalen Grat, einerseits möchte er alle gleich behandeln, andererseits muss er auch dafür sorgen, dass seine Privatpatienten bei ihm bleiben. Von der medizinischen Versorgung mal ganz abgesehen, da sind es wieder die Kassen, die viele Untersuchungen und Medikamente einfach nicht bezahlen, die die Privaten bezahlt bekommen. Den Unmut der Bevölkerung trifft aber den Arzt, der angeblich die Privaten besser behandelt. FALSCH, er würde gern anders, kann es aber nicht.
Gruß
Michael
|