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Alt 04.05.2007, 16:00   #24 (Permalink)
Pianoman
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Standard AW: Placebo-Effekt von alternativen Therapieformen? - Dieser Beitrag ist 485 Tage alt

Nichts weiter, außer dass die Verdünnungsprozedur der Homöopathie auch bei Anthroposophen-Medizin verwendet wird. Insoweit besteht die Möglichkeit, dass auf Heilmitteln dieser Fraktion auch Potenzen genannt werden.

Die Frage ist aber unter einem anderen Gesichtspunkt ganz interessant: Einige Kassen
finanzieren ja sowohl Homöopathische als auch Anthroposophische Therapien und Heilmittel. Erstaunlich ist, dass diese Krankenkassen sowohl die Homöopathie als auch die anthroposophisch erweiterte Heilkunst als wirksame Therapien betrachten, die von ihnen bezahlt werden.

Stelle ich mich nämlich auf den Standpunkt einer dieser Therapien, so erscheint mir die jeweils andere als untauglich:

Aus dem Blickwinkel der Hahnemann-Homöopathie erscheint die anthroposophisch erweiterte Heilkunst als esoterische Scharlatanerie, weil sie die entscheidenden Voraussetzungen, das Simile-Prinzip und die Arzneimittelprüfung am Gesunden nicht kennt. Vielmehr ist die Arzneimittelwahl an die Weltanschauung der Anthroposophie gebunden; eine weltanschauliche Bindung wird jedoch von Hahnemann ausdrücklich abgelehnt.

Aus dem Blickwinkel der anthroposophisch erweiterten Heilkunst erscheint aber die Hahnemann-Homöopathie als platter Materialismus, weil sie die entscheidenden Voraussetzungen, die viergliedrige Einteilung des Menschen und den Einfluss des kosmischen Geschehens nicht kennt. Rudolf Steiner lehnte die Homöopathie deswegen als Irrweg ab.

Die Tatsache, dass einige Krankenkassen die Kosten für beide Therapien erstatten, obwohl sie völlig verschiedene, teils widersprüchliche Grundlagen haben und jede von ihnen die Physik als grob unvollständig hinstellt, erweckt den Eindruck, dass die uns Wissenschaftlern selbstverständliche Forderung, ein System müsse nach innen und außen stimmig sein, bei den Entscheidungen der Politik und der Krankenkassen über die Finanzierung der besonderen Therapierichtungen keine Rolle spielt.

Pianoman (Zur Anthroposophen-Medizin ist ein Essay in Vorbereitung)
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