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Weihrauch

In dieser Diskussion geht es um "Weihrauch" im "Alternativmedizin" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
Bei verschiedenen Erkrankungen bin ich auf die Verwendung von Weihrauch gestossen. Ich bin an Erfahrungen von Verwendern interessiert. Zur Wirkung von Weihrauch hier der Ausschnitt ...



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Alt 07.02.2009, 11:28   #1
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Standard Weihrauch - Dieser Beitrag ist 406 Tage alt

Bei verschiedenen Erkrankungen bin ich auf die Verwendung von Weihrauch gestossen. Ich bin an Erfahrungen von Verwendern interessiert. Zur Wirkung von Weihrauch hier der Ausschnitt aus dem Buch von Dieter Henrichs, Handbuch Nähr-& Vitalstoffe. Man kann dies Buch übrigens kostenlos unter diesem link: http://www.supplementa.com/produktverzeichnis/667.html bestellen.



"Weihrauch (Boswellia serrata)


Grosses Interesse haben zahlreiche Medienberichte über den therapeutischen Einsatz von Weihrauch bei der Behandlung von chronischen Entzündungen ausgelöst. "Was ist dran am Weihrauch?" fragen verständlicherweise vor allem die von solchen Leiden Betroffenen. Über die erstaunlich lange Tradition des "heiligen Harzes" in der indischen Heilkunde, neue Forschungsergebnisse und Erfahrungen in der Anwendung sowie über den gegenwärtigen Stand der Diskussion informiert der folgende Bericht.


Mit dem Wort Weihrauch verbinden wir gewöhnlich die Vorstellung einer prächtigen katholischen Messe, Priester im Ornat, das Schwenken des Weihrauch-Kessels, den Rauch und den typischen intensiven Duft. Und wir erinnern uns, dass Weihrauch - neben Myrrhe und Gold - zu den Gaben der Heiligen Drei Köntige aus dem Morgenland gehörte. Weihrauch, der in der Antike zu den kostbarsten Spezereien zählte, wurde bereits im 4. Jh n. Chr. als Ehrenerweis vor Bischöfen in Prozessionen verwendet. Sein Gebrauch im Kultus anderer Religionen reicht freilich noch weiter zurück: Den orientalischen Göttern wurde Weihrauch schon vor 7000 Jahren geopfert. Die Ägypter verwendeten Weihrauch nicht nur im Kultus, sondern zum Einbalsamieren, als Räuchermittel und zu reinigenden (desinfizierenden) Zwecken.


Weniger bekannt ist, dass das Harz des indischen Weihrauchbaumes (Boswellia serrata) in der traditionellen indischen Naturheilkunde des Ayurveda (der "Wissenschaft vom gesunden Leben" seit über 3000 Jahren als wichtiges Heilmittel eingesetzt wird. Als Salbe wurde "Guggul" (alte Sanskrit-Bezeichnung der Pflanze) bei Entzündungen (v.a. Gelenkentzündungen), Knochenbrüchen, Drüsenschwellungen und Geschwüren aufgetragen. Innerlich setzte man es bei chronischen Darmerkrankungen und Hämorrhiden ein, sowie bei Entzündungen des Mundraums.


In jüngster Zeit wurde in verschiedenen Presse-Veröffentlichungen und auch im Fernsehen auf erstaunliche Erfolge bei der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen mit Weihrauch-Extrakt berichtet. Bei diesen Erkrankungen spielen chronische Entzündungen ja eine entscheidene Rolle. Jeder Betroffene weiss auch, dass die herkömmlichen Rheuma-Mittel gerade bei längerem oder gar dauerndem Gebrauch schwere Nebenwirkungen haben können. So verwundert es nicht, dass viele Rheuma-Patienten die Hoffnung haben, Linderung oder Heilung durch ein natürliches, unschädliches Präparat, eben Weihrauch, zu finden.


Neben zahlreichen anderen Substanzen (z.B. ätherische Öle, Gerbstoffe usw.) enthält der Weihrauchharz 5-8% Boswelliasäuren. Von den Boswelliasäuren ist bekannt, dass sie entzündungshemmende (antiphlogistische) Wirkungen haben.


Entzündungen sind gekennzeichnet durch Rötung, Schwellung, Ödembildung, Wärme und gestörte Organfunktion. Sie werden im Körper durch ein bestimmtes Enzym (5-Lipoxygenase) verursacht. Dieses Enzym veranlasst die Bildung von sogenannten Leukotrienen. Das sind körpereigene Stoffewechselprodukte, die für die Aufrechterhaltung von chronischen Entzündungen verantwortlich sind. Entzündliche Erkrankungen sind daher mit einer erhöhten Leukotrienen-Bildung im Organismus verbunden. Gelingt es, die übermäßige Leukotrienen-Produktion im Körper zu stoppen, so bilden sich die chronischen Entzündungen zurück. Wir haben oben gesehen, dass die Leukotrienen-Produktion durch ein bestimmtes Enzym veranlasst wird. Inaktiviert man dieses Enzym, können keine Leukotrienen entstehen. Genau dies tun nun die Boswellia-Säuren: Sie hemmen die Tätigkeit des Enzyms 5-Lipoxygenase.


Eine erhöhte Leukotrienen-Produktion wird also ursächlich für die Aufrechterhaltung von chronischen Entzündungen angesehen. Man kann ein Übermaß an Leukotrienen bei vielen und verschiedenartigen Krankheitsbildern beobachten, bei folgenden Krankheiten werden erhöhte
Leukotrienenwerte im menschlichen Körper festgestellt:


Knochen - und Gewebserkrankungen:
Rheumatoide Arthritis
Lupus erythematodes (Autoimmunkrankheit ungeklärter Ursache, bei der es zur Bildung zahlreicher Auto-Immunkomplexe kommt, die Antikörper und v.a. entzündliche Vorgänge auslösen)
Gicht
Lyme Arthritis (rheumatische Erkrankung als spätsymptomatische Folge eines Zeckenbisses)


Gastro-Intestinale Erkrankungen:
Darmentzündungen wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn
Bauchspeicheldrüsen-Entzündung
Leberzirrhose


Lungenleiden:
Asthma
Lungenfibrose
Atmungsschmerzsyndrom bei Erwachsenen


Allergische Störungen:
allergisch verursachte Rhinitis (Nasenschleimhautentzündung)
allergisch verursachte Bindehautentzündung

Hautleiden:
Psoriasis (Schuppenflechte)
Urticaria (Nesselsucht)


Störungen des Zentralen Nervensystems:
Astrozytom (Hirntumor)
Multiple Sklerose


Andere Krankheiten:
Myokordiale Ischämie (Durchblutungsstörungen im Herzbereich)
Nikotinsucht
Brüchigkei/Durchlässigkeit der Blutkapillaren (Haargefäße)


Die ungewöhnlich lange Tradition von Weihrauch in der indischen Erfahrungsmedizin rechtfertigt sicherlich ein Vertrauen in seine Anwendung. Dies ist für alle von chronischen Entzündungen Betroffenen besonders wichtig. Es ist zu erwarten, dass die viel versprechenden bisherigen Ergebnisse durch weitere klinische Untersuchungen noch stärker wissenschaftlich untermauert werden können. Das jetzt - nicht zuletzt durch die Medien angeregte - öffentliche Interesse sollte diese Forschungsarbeit beflügeln. Prof. Ammon gibt dazu diesen Ausblick: "Wir sind uns darüber im Klaren, dass diese ersten klinischen Ergebnisse nicht ausreichen, um Zulassungsbehörden von der Wirksamkeit und Unbedenklichkeit jetzt schon zu überzeugen, inwieweit Extrakte aus dem Harz von Boswellia serrata oder isolierte Boswelliasäuren auch bei anderen Krankheiten, bei denen eine vermehrte Bildung von Leukotrienen eine wichtige Rolle spielt, eine Besserung herbeiführen. Dies umso mehr, als nicht davon auszugehen ist, dass von Boswelliaprodukten schwerwiegende Nebenwirkungen, wie sie bei klassischen Antiphlogistika/Antirheumatika bekannt sind, auftreten."


In der Hoffnung auf Erfahrungsberichte,

Liebe Grüße Ulrike

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Alt 07.02.2009, 11:58   #2
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Standard AW: Weihrauch - Dieser Beitrag ist 406 Tage alt

das ist a echt Interessant :-) ich lerne nie aus
die wirkung bei allergischer rhinitis würde mich interessieren, vielleicht bekomm ich ja meinen freund dazu es zu testen
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Alt 07.02.2009, 13:36   #3
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Standard AW: Weihrauch - Dieser Beitrag ist 406 Tage alt

Hallo Bienchen,

habe schon mal ein bischen quer in anderen Foren rumgelesen. Es muß aber wohl etwa 4 Wochen genommen werden, damit die Wirkung spürbar ist. Auch fände ich es besser, wenn die Verwendung von Weihrauch mit einem Arzt abgesprochen wird. Es könnte auch gut sein, dass ein Infekt zum Aussetzen der Medikation führen sollte, da ja auch die körpereigene Abwehr durch den Weihrauch sozusagen gewollt gehemmt wird.
Liebe Grüße Ulrike
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Alt 07.02.2009, 13:54   #4
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Standard AW: Weihrauch - Dieser Beitrag ist 406 Tage alt

Dem Weihrauch wird ja eine gewisse entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Trotzdem würde ich ihn nicht kritiklos einnehmen, denn wie andere Pflanzen auch könnte er Wechselwirkungen mit Medikamenten eingehen. Genaueres weiß ich aber nicht darüber.
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Alt 07.02.2009, 14:26   #5
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Standard AW: Weihrauch - Dieser Beitrag ist 406 Tage alt

Hallo Christiane,

halte Deinen Einwand für sehr berechtigt, da nur weil etwas rein pflanzlich ist man nicht den Trugschluß begehen darf, es sei auch "harmlos". Wie jede Arznei, kann etwas hilfreich wirken, oder auch schädigend.

Weihrauch kann man im weitesten Sinne von der Wirkung her mit Cortison vergleichen. Die längere Verwendung von Cortison ist aber leider sehr Nebenwirkungsreich belastet. Die damit verbundenen Gefahren scheinen beim Weihrauch aber nicht gegeben zu sein.
Zu Wechselwirkungen habe ich folgendes aus http://www.gesundheitsseiten.com/wir.../weihrauch.htm gefunden

" Wissenswertes
Weihrauch ist ein sehr gut verträgliches Heilmittel, von dem keine Nebenwirkungen bekannt sind. Es werden zurzeit keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln beschrieben. Lediglich während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollte auf eine Einnahme verzichtet werden."

Liebe Grüße Ulrike
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Alt 07.02.2009, 21:42   #6
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Idee AW: Weihrauch - Dieser Beitrag ist 406 Tage alt

Hallo zusammen,

es ist alles eine Dosisfrage, jedoch ist schon die Überlegung, dass es sich um RAUCH handelt dafür hinweisend, dass es auch Schattenseiten des heiligen Krauts gibt...

Im SPON schon 2001 darüber berichtet worden, dass Weihrauch in höheren Dosen auch karzinogen wirken kann http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...148307,00.html .

In einer aktuellen prospektiven Studie, die im Oktober 2008 im Cancer veröffentlicht wurde (Friborg et al.), ist bei stärkerer Exposition das Risiko, ein Plattenepithelkarzinom der Lunge zu entwickeln fast verdoppelt.

@justitia - wieder schön Werbung eingestellt

@all - ein guter onkologischer Patientenratgeber stellt besser investiertes Geld dar.


Grüße, logiker
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