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Thema: Höhere Krankenkassenbeiträge für Risikogruppen?

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In dieser Diskussion geht es um "Höhere Krankenkassenbeiträge für Risikogruppen?" im "Gesundheit / Prävention" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
...

  1. #1
    Rosarot
    Gast

    Standard Höhere Krankenkassenbeiträge für Risikogruppen?

    Schööönen guten Morgen ins Ründchen,

    gerade eben ist mir beim Thread "rauchen" wieder ein interessantes Thema eingefallen, bei dem ich auch zwiegespalten bin.

    Es geht darum, Risikogruppen wie Raucher, Extremsportler, stark Übergewichtige usw., die in der Regel gegenüber den "normalen Menschen" (was immer das bedeuten mag) wesentlich höhere Kosten verursachen, stärker bei den Krankenkassenbeiträgen zur Kasse zu bitten.

    Sofern dies überhaupt praktisch umzusetzen wäre ... Aber, lassen wir das mal bei dieser Diskussion dahingestellt.

    Es ginge jetzt nur mal um eure Meinung:

    Darf ein Mensch ein Sozial-System offenen Auges mehr belasten, ohne einen höheren Einsatz zu bringen? Kann er erwarten, dass die anderen mitlöhnen, wenn er durch ein eigentlich vermeidbares Risiko, mehr Kosten verursacht? Und sei es nur dadurch, dass er verstärkt Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nimmt ...

    Keine leichte Frage.

    Ich habe mal folgendes erlebt. Ein ehemaliger Arbeitskollege meinte ständig irgendwelche Berge bzw. Wände "hochclimben" zu müssen. Es kam regelmäßig zu kleineren Unfällen, die nicht selten einen Krankenschein mit sich brachten - ich denke, er wird sicher vier Wochen im Jahr dadurch gefehlt haben. Abgesehen von den Behandlungskosten, die wir ja alle mit bezahlen, ist es mir unheimlich auf den Nerv gegangen, mit welcher Selbstverständlichkeit er hingenommen hat, dass seine Kollegen seine Arbeit während seines Krankenscheins mitgetragen haben ... Ich fand das sehr unfair - aber auf der anderen Seite, war es halt sein Hobby ...

    Hmmm ...

    Schöööne Diskussion
    Rosarot

  2. #2
    michmay
    Gast

    Standard Höhere Krankenkassenbeiträge für Risikogruppen?

    Guten Morgen Zusammen!

    Hmmmm, schwieriges Thema.

    Ich denke mal, dass es unfair wäre, wenn Menschen, die zu einer Risikogruppe zählen, höhere Beiträge bezahlen müssten. Beispiel: Übergewicht. Oft ist es ja auch so, dass viele nichts für ihre Fettleibigkeit können, sondern diese krankhaft ist. Das müsste dann genau geprüft werden und zieht wieder weitere Kosten mit sich.

    Vielleicht wäre in einigen Fällen eine Selbstkostenübernahme mehr angebracht. Wenn jemand die Krankenkassen aus Eigenverschulden höher belastet, sollte darüber nachgedacht werden, dass dieser seine verursachten Kosten selbst trägt, anstatt langfristig einen höhreren Beitrag zu zahlen. Nur hier wäre dann auch wieder eine Prüfung von nöten, ob Eigenverschulden vor liegt oder nicht.

    Liebe Grüße,
    Michael

  3. #3
    Lilly
    Gast

    Standard Höhere Krankenkassenbeiträge für Risikogruppen?

    Hallo ihr LIeben
    Ich halte das für Blödsinn.
    Erstens gibt es sowas wie eine Schuldfrage nicht, denn keiner wird absichtlich krank oder baut absichtlich einen Unfall.

    Hier ist keine Grenze zu setzen, denn dann müsste man JEDEN Autofahrer mehr zur Kasse bitten, jeden Arzt, jede Krankenschwester, jede Altenpflegerin...alle, die durch ihren Beruf vermehrt Infektionsrisiken ausgesetzt sind...auch die Polizisten und die Feuerwehr, da diese schneller verletzt werden können, als die Oma, die strickend zuhause auf dem Sofa sitzt

    sind die jetzt alle schuld, weil sie so einen Beruf ergriffen haben und müssen deshalb mehr bezahlen?

    Ich finde es einen Einschnitt in die persönliche Freiheit, wenn man mehr zahlen muss, weil man einen gefährlicheren Sport betreibt oder ein "gefährlicheres" Hobby hat als andere.

    Unser Sozialsystem lebt von der Gemeinschaft, alle für einen, einer für alle...das war mal das Motto....also warum daran rütteln??

    Zudem ist da auch noch die Frage der Kontrolle...wer will sich bereiterklären hinter jedem einzelnen herzudackeln und seinen Tagesablauf 24 Std lang zu überwachen....nicht machbar....und auch ein Einschnitt in die Privatsphäre.....

    solche Diskussionen würd ich erst gar nicht aufkommen lassen...

    Und letztlich sind Rauchen, trinken, essen auch Krankheiten, sie fallen unter Suchtverhalten und sind nicht einfach nur schlechte Angewohnheiten...

    Da wäre es sinnvoller mehr Geld für Therapien anzulegen, damit die eigentlich Ursache für diese Erkankungen erkannt und bearbeitet werden...dann erledigt sich das mit Folgekosten von ganz allein...

    alles andere ist für mich wieder einmal mehr nur Symptom-Kuriererei...

  4. #4
    Ulrike
    Gast

    Standard Höhere Krankenkassenbeiträge für Risikogruppen?

    Hallo!

    Ich bin im Großen und Ganzen Lillys Meinung.
    Zwar wird das bestehende System sicherlich von bestimmten Leuten ausgenützt, aber das läßt sich nicht verhindern. Jedenfalls nicht ohne Kollateralschäden wie "Hexenjagden" (z. B. auf Schwergewichtige, deren Leben sicher auch so mühsam genug ist).

    Sonntagsgrüße,
    Ulrike

  5. #5
    Rosarot
    Gast

    Standard Höhere Krankenkassenbeiträge für Risikogruppen?

    Ja ja ... ihr habt schon irgendwo recht - es wäre schon ungerecht, wenn man die so genannten Risikogruppen stärker zur Kasse bitten würde.

    Dennoch, es ist scheinbar einfach zu wenig Geld da, alle kranken Menschen vernünftig zu behandeln. Die, die sich nicht wehren können, trifft es in der Regel ja am härtesten ...
    Wäre es da nicht doch gerechter, eher die zu benachteiligen, die ihre Gesundheit - wider jede Vernunft - aufs Spiel setzen?

    Ich versuche mir bei solchen Diskussionen immer vorzustellen, ich bin Oberhaupt einer Familie von 20 Menschen - das ist mein "Staat". Und soll für alle das beste entscheiden. Versuche den Mittelweg zu finden, zwischen sozialem Handeln und praktischer Gerechtigkeit. Denn schließlich sollen möglichst alle bzw. möglichst viele Menschen in "meinem Staat" zufrieden sein ... Denn auch darum geht es ja - oder?

    Ich frage mich: ist es sozial, das eigene Leben "eigenmächtig" unter ein unnötiges Risiko zu stellen - wenn es schief geht, aber auf alle die Verantwortung abzuwälzen?

    Menschen sind sehr sozial - solange es ihnen selbst gut geht ... aber wenn es plötzlich nicht mehr für alle reicht - dann werden sie sehr egoistisch. Und Egoismus ist ja nix anderes, als die Fähigkeit besser und länger zu überleben ...

    Also - ich denke, man darf es sich nicht zu einfach machen ...

    Wär ja gelacht, wenn eine solch wichtige Entscheidung einfach wäre.
    Rosarot

  6. #6
    Ulrike
    Gast

    Standard Höhere Krankenkassenbeiträge für Risikogruppen?

    Hallo Rosarot!

    Natürlich hast Du mit Deinen Denkansätzen auch recht.
    Aber nehmen wir mal das Beispiel Schwergewicht, denn in letzter Zeit habe ich Sendungen gesehen über "Krankenschwertransporte" in Deutschland. Die sind logistisch schwierig, verlangen den Rettungskräften einen vermehrten körperlichen Einsatz ab (der u. a. zu vermehrten Rückenschmerzen führt) und erfordern kostspielige Anschaffungen in KH und Praxen wie z. B. Spezialbetten (es gibt welche bis 175 kg und welche bis 300 kg und welche bis 550 kg Tragfähigkeit), Spezialmanschetten zum Blutdruckmessen und und und.

    Auf der anderen Seite lebt in Deutschland jedes 6. (!) Kind in Armut. Sprich: Hartz IV und wie die neuen Einteilungen in Eurem System alle heißen (habe als Ösi nur einen vagen Überblick) trifft nicht nur den direkten Empfänger, sondern auch sein Umfeld.
    Was kann sich ein armer Mensch am ehesten leisten? Essen. Für schönes Wohnen oder Bildung etc. reicht es nicht. Daher wird das Problem der Schwergewichtigen in Deutschland sicher steigen und somit die Kosten ihrer Versorgung. Nur werden die wenigsten XXXL-Patienten zur Kasse gebeten werden können, da sie sowieso nur über das Existenzminimum verfügen.
    Eine - zumindest teilweise - Lösung könnte hier also nur in einem verbesserten Sozialsystem liegen.

    LG,
    Ulrike

  7. #7
    chaosbarthi
    Gast

    Standard Höhere Krankenkassenbeiträge für Risikogruppen?

    Hallo Rosarot,

    ich schließe mich im Großen und Ganzen ebenfalls Lillys Meinung an.

    1. Fast jeder gehört einer Risikogruppe an. So werden in der Zukunft massenhaft genetische Dispositionen entlarvt werden. Auch der zu lange Augapfel, der für Kurzsichtigkeit steht, ist letztlich irgendwo in den Genen verankert und bedingt z.B. lebenslange Augenarzt-Besuche. Wo will man da die Grenze ziehen? Bei dem, was vom gesellschaftlichen Durchschnitt als "normales Verhalten" eingestuft wird? Ist es nicht auch "normal", dass jemand auf einen Stuhl steigt, wenn er irgendwo nicht herankommt? So entstehen viele Haushaltsunfälle. Für mich eindeutig risikohaftes Verhalten....

    2. Ich habe irgendwann eine Studie gesehen, die ich gerne als Link einstelle, wenn ich sie im Net wiederfinde. Diese Studie besagte, dass ein Raucher, der aufgrund des Rauchens erkrankt, eine der Allgemeinheit gegenüber derart verkürzte Lebensdauer hat, dass er unterm Strich die Kassen deutlich weniger belastet als der "Normal"bürger, der das kostenintensive Alter erreicht. Hier müsste man denn ja folgerichtig andenken, dass langes Leben einen extremen Kostenfaktor darstellt. Ist die Riege der Gesund-Lebenden als Kostenverursacher anzusehen, die ebenfalls einen höheren Beitrag bezahlen sollte, nur weil sich im Alter die Zipperlein unabhängig von der Lebensweise nicht vermeiden lassen?

    Meine Meinung: Wir sollten aufhören in Schubladen zu denken und froh sein, dass wir noch (?) eine relativ gute gesundheitliche Versorgung haben, bei der im Ansatz der Solidar-Gedanke im Vordergrund steht. Wer weiß schon, ob er in den nächsten Jahren in einer definierten Schublade landen wird, mit der er für sich selbst nie gerechnet hätte?

    LG chaosbarthi

  8. #8
    Aktiver Teilnehmer
    Geschlecht
    maennlich
    Mitglied seit
    07.05.2006
    Beiträge
    330

    Standard Höhere Krankenkassenbeiträge für Risikogruppen?

    Hallo Zusammen,

    da kann ich mich nur Lilly und chaosbarthi anschliessen. Es ist überhaupt nicht handhabbar, auch wenn ein Einzelfall sehr ungerecht erscheint.

    Grüße
    Claus

  9. #9
    Rosarot
    Gast

    Standard Höhere Krankenkassenbeiträge für Risikogruppen?

    Zitat von chaosbarthi
    Fast jeder gehört einer Risikogruppe an. So werden in der Zukunft massenhaft genetische Dispositionen entlarvt werden. Auch der zu lange Augapfel, der für Kurzsichtigkeit steht, ist letztlich irgendwo in den Genen verankert und bedingt z.B. lebenslange Augenarzt-Besuche. Ist es nicht auch "normal", dass jemand auf einen Stuhl steigt, wenn er irgendwo nicht herankommt? So entstehen viele Haushaltsunfälle. Für mich eindeutig risikohaftes Verhalten....
    Habe ich mich so undeutlich ausgedrückt? Es geht nicht darum, dass jemand halt einfach krank ist oder seiner Arbeit - wie der Hausarbeit - nachgeht.

    Zitat von chaosbarthi
    Ich habe irgendwann eine Studie gesehen, die ich gerne als Link einstelle, wenn ich sie im Net wiederfinde. Diese Studie besagte, dass ein Raucher, der aufgrund des Rauchens erkrankt, eine der Allgemeinheit gegenüber derart verkürzte Lebensdauer hat, dass er unterm Strich die Kassen deutlich weniger belastet als der "Normal"bürger, der das kostenintensive Alter erreicht.
    Von wem diese Studie wohl gesponsert wurde?

    Ich finde Ulrike hat richtige Ansätze aufgeführt - in der Wurzel was ändern und nicht nur oben, das nicht mehr so schöne abschneiden ...

    Beispiel rauchen: Lösung: Es gibt einfach keine Kippen mehr. Punkt. Wo ist das Problem? In anderen Ländern gibt es auch verschiedene Dinge nicht. Wenn jemand sie dennoch haben möchte, muss er eben schauen, wie er dran kommt. Wird er erwischt, wird er bestraft. Punkt.

    Sich immer nur gemütlich zurückzulehnen und möglichst nichts wirklich Entscheidendes entscheiden zu wollen, ist typisch für die Verantwortlichen in unserem Land. Bloß kein Stress ... So wird sich niemals was ändern und der "kleine Mann" bleibt stets der Dumme.

    Schöööne Grüße
    Rosarot

  10. #10
    Monsti
    Gast

    Standard Höhere Krankenkassenbeiträge für Risikogruppen?

    Hi Rosarot,

    auch ich halte einen höheren Kassenbeitrag für vermeintliche Risikogruppen für zweifelhaft.

    Vielleicht fängt man bei den von Dir genannten Gruppen an, später zählen auch noch die Untergewichtigen hinzu, Menschen mit Erbkrankheiten oder gewissen Dispositionen, die es auch noch wagen, für Nachwuchs zu sorgen. Eventuell zählt irgendwann auch jeder dazu, der in ein fremdes Land reist, irgendein Verkehrsmittel benutzt, Tiere hält - öhm, auch ein bloßes Kinderkriegen ist mit erhöhten Risiken verbunden ... wo sind die Grenzen?

    Zum Schluss bleibt keiner mehr übrig, oder es wird der perfekte Mensch geklont, der pünktlich zum Abschluss seiner produktiven Arbeitszeit das Zeitliche segnet ... Ich finde das Prinzip der Solidargemeinschaft in Ordnung.

    Liebe Grüße von
    Angie

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