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Thema: Kreatinkinase

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In dieser Diskussion geht es um "Kreatinkinase" im "Gesundheit / Prävention" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
Der Laborbefund ergab vor einigen Tagen bei mir einen Kreatinkinase-Wert, der um das Vierfache hoeher als der Normalwert lag. Ich nahm zu diesem Zeitpunkt den ...

  1. #1
    Radler
    Gast

    Standard Kreatinkinase

    Der Laborbefund ergab vor einigen Tagen bei mir einen Kreatinkinase-Wert, der um das Vierfache hoeher als der Normalwert lag. Ich nahm zu diesem Zeitpunkt den Cholesterin-Senker Simavastin (20 mg, eine halbe Tablette). Meine Aerztin meinte, das Zuviel an der Kreatinkinase koenne an der Einnahme der Tablette liegen. Tatsaechlich las ich im Beipackzettel, dass bei Simavstin-Einnahme sogar eine Erhoehung um das Zehnfache moeglich sei. Ich habe Simavastin daraufhin sofort abgesetzt.
    Weiter raeumte die Aerztin ein, dass sich der zu hohe Wert auch nach grosser koerperlicher Anstrengung ergeben kann. Ich bin 60 Jahre alt und bewege mich ziemlich intensiv mit Radfahren, Schwimmen (im Sommer) oder Wandern und ab und zu Nordic Walking. Allerdings achte ich streng darauf, mich nicht zu verausgaben, das heisst, unnoetig ausser Puste zu bringen.
    Nun meine Fragen: Wie gefaehrlich ist mein zu hoher Kreatinkinase-Wert? In welchen Abstaenden und von welchem Spezialisten sollte ich ihn ueberpruefen lassen? Ist es ratsam, meine koerperlichen Aktivitaeten auf ein Minimum zurueckzuschrauben? Kann sich hinter zu hoher Kreatinkinase auch eine Muskelerkrankung verbergen? Sollte ich spezielle Medikamente einnehmen, um die Kreatinkinase in den Normbereich zu bekommen?
    Ueber Antworten und Tipps waere ich dankbar.
    Viele Gruesse vom Radler

  2. #2
    Facharzt (Kinder- und Jugendmedizin) Avatar von StarBuG
    Name
    Michael Scheel
    Geschlecht
    maennlich
    Alter
    39 Jahre
    Wohnort
    Fulda
    Mitglied seit
    05.05.2006
    Beiträge
    3.014
    Blog-Einträge
    2
    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard Kreatinkinase

    Hallo Radler.

    Herzlich willkommen hier im Forum

    Hier mal aus der Fachinfo zu Simvastatin:

    4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

    Myopathie/Rhabdomyolyse

    Wie andere HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren
    ruft Simvastatin gelegentlich eine Myopathie hervor, die sich in Muskelschmerzen, -empfindlichkeit oder -schwäche verbunden mit Erhöhungen der Kreatinkinase (CK) (> das Zehnfache des oberen Normwertes) äußert.
    Bisweilen manifestiert sich die Myopathie als Rhabdomyolyse mit oder ohne akutes Nierenversagen aufgrund von Myoglobinurie, sehr selten mit tödlichem Ausgang.
    Das Risiko einer Myopathie ist bei hoher HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoraktivität im Plasma erhöht.
    Das Risiko für eine Myopathie/Rhabdomyolyse ist dosisabhängig.
    In klinischen Studien, in denen die Patienten sorgfältig überwacht und einige interagierende Arzneimittel ausgeschlossen wurden, lag die Häufigkeit annähernd bei 0,03 % unter 20 mg, bei 0,06 % unter 40 mg und bei 0,4 % unter 80 mg Simvastatin.

    Messungen der Kreatinkinase (CK)

    Die Kreatinkinase (CK) sollte nicht nach körperlicher Anstrengung oder bei Vorliegen anderer plausibler Ursachen für eine CKErhöhung gemessen werden, da dies eine Interpretation der Werte erschwert.
    Wenn die Ausgangswerte der CK signifikant erhöht sind (> das Fünffache des oberen Normwertes) sollte die Messung nach 5 – 7 Tagen wiederholt werden, um die Ergebnisse zu bestätigen.
    Vor Beginn der Therapie Alle Patienten, die auf Simvastatin eingestellt werden oder deren Simvastatin-Dosis erhöht wird, sollten über das Risiko einer Myopathie aufgeklärt und aufgefordert werden, unklare Muskelschmerzen, -empfindlichkeit oder -schwäche umgehend mitzuteilen.
    Bei Patienten mit Risikofaktoren für eine Rhabdomyolyse ist Vorsicht angebracht.
    Um einen Ausgangswert als Referenz festzustellen, sollten in folgenden Situationen vor Behandlungsbeginn Bestimmungen der CK durchgeführt werden:
    – ältere Patienten (70 Jahre alt)
    – Nierenfunktionsstörungen
    – Unbehandelte Hypothyreose
    – Hereditäre Muskelerkrankungen in der eigenen oder in der Familienanamnese
    – Muskuläre Symptomatik unter Behandlung mit Statinen oder Fibraten in der Anamnese
    – Alkoholmissbrauch

    In solchen Fällen wird eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung der Behandlung empfohlen.
    Die betroffenen Patienten sollten engmaschig überwacht werden.
    Bei Patienten, bei denen bereits eine Myopathie unter Behandlung mit Fibraten oder Statinen aufgetreten ist, sollte die Behandlung mit einer anderen Substanz dieser Klasse nur mit Vorsicht begonnen werden.
    Wenn die CK-Werte signifikant höher als der Ausgangswert sind (> das Fünffache des oberen Normwertes), sollte nicht mit der Therapie begonnen werden.

    Im Behandlungsverlauf

    Wenn während der Behandlung mit einem Statin Muskelschmerzen, -schwäche oder Krämpfe auftreten, sollten die CK-Werte bestimmt werden.
    Wenn die CK-Werte ohne körperliche Anstrengung signifikant erhöht sind (> das Fünffache des oberen Normwertes), ist die Therapie abzusetzen.
    Sollte die muskuläre Symptomatik schwerwiegend sein und Beeinträchtigungen verursachen, sollte ein Absetzen der Behandlung in Erwägung gezogen werden, auch wenn die CKWerte weniger als auf das Fünffache des oberen Normwertes erhöht sind.
    Bei Verdachtsdiagnose einer Myopathie anderer Ursache sollte die Therapie abgesetzt werden.
    Wenn die Symptome verschwinden und die CK-Werte auf den Ausgangswert zurückgehen, kann die erneute Behandlung mit diesem Statin oder mit einem alternativen Statin in der jeweils niedrigsten Dosis und bei engmaschiger Überwachung in Erwägung gezogen werden.
    Die Therapie mit Simvastatin  sollte einige Tage vor geplanten chirurgischen Eingriffen sowie bei Eintritt eines akuten ernsten Krankheitsbildes bzw. Notwendigkeit von chirurgischen Maßnahmen vorübergehend unterbrochen werden.

    Maßnahmen zur Verringerung des Myopathierisikos aufgrund von Arzneimittelwechselwirkungen

    Das Risiko einer Myopathie und Rhabdomyolyse ist signifikant erhöht bei gleichzeitiger Anwendung von Simvastatin mit potenten Inhibitoren von CYP3A4 (wie z. B. Itraconazol, Ketoconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin, HIV-Protease-Inhibitoren, Nefazodon) sowie mit Gemfibrozil und Ciclosporin.
    Das Risiko einer Myopathie und Rhabdomyolyse ist ebenfalls erhöht bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen Fibraten, Niacin in lipidsenkenden Dosen (>= 1 g/Tag) oder bei gleichzeitiger Anwendung von Amiodaron oder Verapamil mit höheren Simvastatindosen.
    Auch bei Kombination von Diltiazem und 80 mg Simvastatin besteht ein leicht erhöhtes Risiko.
    Folglich ist hinsichtlich der CYP3A4-Inhibitoren eine gleichzeitige Anwendung von Simvastatin mit Itraconazol, Ketoconazol, HIVProtease-Inhibitoren, Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin und Nefazodon kontraindiziert.
    Falls eine Behandlung mit Itraconazol, Ketoconazol, Erythromycin, Clarithromycin oder Telithromycin unabdingbar ist, muss die Therapie mit Simvastatin während der Behandlungsdauer unterbrochen werden.
    Außerdem ist Vorsicht angebracht, wenn Simvastatin mit bestimmten anderen weniger potenten CYP3A4-Inhibitoren kombiniert wird: Ciclosporin, Verapamil und Diltiazem.
    Genuss von Grapefruitsaft sollte während der Behandlung mit Simvastatin vermieden werden.
    Bei gleichzeitiger Behandlung mit Ciclosporin, Gemfibrozil oder lipidsenkenden Dosen von Niacin (>=1 g/Tag) sollte eine Dosis von 10 mg Simvastatin pro Tag nicht überschritten werden.
    Die kombinierte Anwendung von Simvastatin und Gemfibrozil sollte vermieden werden, sofern der Nutzen das erhöhte Risiko dieser Arzneimittelkombination nicht überwiegt.
    Vor Gabe von anderen Fibraten (außer Fenofibrat), Niacin oder Ciclosporin mit 10 mg Simvastatin pro Tag sollte eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Analyse erfolgen.
    Bei der Verordnung von Fenofibrat mit Simvastatin ist Vorsicht angebracht, da jedes dieser Arzneimittel bei Monotherapie eine Myopathie verursachen kann.
    Die Kombination von Simvastatin in höheren Dosen als 20 mg pro Tag mit Amiodaron oder Verapamil sollte vermieden werden, sofern der klinische Nutzen das erhöhte Risiko einer Myopathie nicht überwiegt.
    Zu deinen Fragen:
    Dein CK ist noch nicht über einer kritischen Schwelle.
    Das eigenmächtige Absetzen von Medikamenten ist in der Regel nicht gut.
    So etwas musst du auf jeden Fall mit deinem Arzt besprechen, da z.B. einige Medikamente langsam ausgeschlichen werden müssen.

    Hast du dich denn vor der Blutentnahme angestrengt (z.B. Sport gemacht)?

    Wie sieht es denn bei dir mit Muskelschmerzen, -schwäche oder Muskelkrämpfen bei dir aus?
    Hast du da etwas in den letzten Wochen bemerkt?

    Hat dein Hausarzt nach den Werten bei dir ein EKG gemacht?
    Hast du schon mal Herzprobleme gehabt?

    Ich würde dir empfehlen darüber mit deinem Hausarzt zu reden.
    Eine erneute CK Kontrolle kann auch nicht schaden.

    Gruß

    Micha

    Du brauchst dafür keinen spezialisten.
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  3. #3
    Radler
    Gast

    Standard Kreatinkinase

    Hallo,
    schoenen Dank fuer die ausfuerlichen Infos. Etwa anderthalb Stunden vor der Blutabnahme bin ich 45 Minuten in gutem Tempo Rad gefahren. Herzprobleme hatte ich bislang noch nicht, aber ich habe zu hohen Blutdruck, der behandelt wird. Behandelt wird bei mir auch Restless legs, und zwar mit Valoron und neuerdings auch mit einem neu zu gelassenem Medikament. Muskelkraempfe hatte ich nachts schon manchmal. Es heisst, dass bei erhoehter CK Muskelzellen absterben. Ist dies gefaehrlich oder werden sie wieder neu gebildet?
    Freundliche Gruesse
    vom Radler

  4. #4
    Facharzt (Kinder- und Jugendmedizin) Avatar von StarBuG
    Name
    Michael Scheel
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    maennlich
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    39 Jahre
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    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard Kreatinkinase

    Hi

    Es ist andersrum, wenn Muskelzellen sterben, wird die creatinkinase (ck) frei.
    Wenn du 45Minuten vorher lange Rad gefahren bist, ist dies wahrscheinlich die Ursache für deinen hohen CK Wert. Am besten noch mal kontrollieren lassen.
    Und geh wieder zu deinem Arzt um deinen Cholesterinspiegel in den Griff zu bekommen

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