Gute Pflege? Schlechte Pflege? - Dieser Beitrag ist 731 Tage alt
Legende von der Erschaffung der Krankenschwester
Als der liebe Gott die Krankenschwester schuf, machte
er bereits den sechsten Tag Überstunden.
Da erschien ein Engel und sagte: „Herr, Ihr bastelt aber
lange an dieser Figur!“ Der liebe Gott antwortete:
„Hast Du die lange Liste spezieller Wünsche auf der
Bestellung gesehen?
Sie soll als Mann und Frau lieferbar sein, wartungsfrei
und leicht zu desinfizieren, aber nicht aus Plastik, sie
soll Nerven wie Drahtseile haben und einen Rücken,
auf dem sich alles abladen lässt, dabei aber so zierlich,
dass sie sich in viel zu kleinen Dienstzimmern wohlfühlen
kann. Sie muss fünf Dinge zur gleichen Zeit tun können
und soll dabei immer noch eine Hand frei haben.“
Da schüttelte der Engel den Kopf und sagte: “Sechs
Hände, das wird kaum gehen!“ „Die Hände machen
mir keine Kopfschmerzen“, sagte der liebe Gott,
„aber die drei Paar Augen, die schon das Standardmodell
haben soll: ein Paar, das nachts durch alle Wände sehen
kann, damit eine Nachtwache zwei Stationen betreuen
kann, ein zweites Paar im Hinterkopf, mit dem sie sieht,
was man vor ihr verbergen möchte, was sie aber
unbedingt wissen Muß, und natürlich das eine hier vorn,
mit dem sie einen Patienten ansehen kann und ihm
bedeutet: „Ich verstehe Sie und bin für Sie da“,
ohne dass sie ein Wort sprechen muss.“
Der Engel zupfte ihn leicht am Ärmel und sagte:
„Geht schlafen Herr, und macht morgen weiter.
“ Ich kann nicht“, sagte der liebe Gott.
„Ich habe bereits geschafft, daß sie fast nie krank
wird, und wenn, dann heilt sie sich selber; sie
kann begreifen, daß zehn Doppelzimmer
40 Patienten bedeuten kann, aber zehn Stellen
oft nur fünf Schwestern sind; sie hat Freude an einem
Beruf, der alles fordert und schlecht bezahlt wird,
sie kann mit Schaukelgeschichten leben und kommt
mit wenigen freien Wochenenden aus“
Der Engel ging langsam um das Modell der
Krankenschwester herum: "Das Material ist zu weich“,
seufzte er. „Aber dafür zäh“, entgegnete der liebe
Gott. „Du glaubst gar nicht, was es alles aushält!“
„Kann sie denken?“ – „Nicht nur denken, sondern
auch urteilen und Kompromisse schließen“, sagte
der liebe Gott.
Schließlich beugte sich der Engel vor und fuhr mit dem
Finger über die Wange des Modells. „Da ist ein Leck“,
sagte er. „Ich habe Euch ja gesagt, Ihr versucht zu viel
in das Modell hineinzupacken.“ – „Da ist kein Leck,
das ist eine Träne!“ – „Wofür ist die?“ „Sie fließt bei
Freude, Trauer, Enttäuschung, Schmerz und Verlassenheit“,
sagte der liebe Gott versonnen,
„die Träne – die Träne ist das Überlaufventil!“
ein kleiner denkanstoss
lg eveline
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