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Endlich kann ich wieder schlafen! - Dieser Beitrag ist 747 Tage alt
"Ich kann seit zweieinhalb Jahren nicht mehr schlafen", sage ich, als die Apothekerin meint, ich würde schlecht aussehen. "Ich lege mich abends ins Bett, und nach spätestens zwei Stunden bin ich wieder hellwach und kann dann nicht mehr einschlafen. Ich habe schon alles mögliche ausprobiert, aber kein Arzt, kein Heilpraktiker konnte mir bisher helfen. Auch zwei Klinikaufenthalte und eine Kur haben nichts gebracht. Ich habe gar keine Kraft mehr, bin immer so müde, kann mich oft kaum noch auf den Beinen halten." "Vielleicht weiß ich etwas für Sie", erwidert die Apothekerin. "Ich kenne einen Heiler, der hat bei vielen Kranken schon wahre Wunder vollbracht. Ich habe es schon selbst erlebt. Sie haben wirklich Glück, er ist gerade zu einer Besprechung bei meinem Mann im Büro. Ich will mal fragen, ob er kurz Zeit für Sie hat." Noch ehe ich etwas sagen kann, ist sie schon hinter den Regalen verschwunden.
Wie bitte? Einen Heiler? Humbug! Bisher habe ich diese Apothekerin für ganz normal gehalten...
Da kommt sie schon wieder. Wen bringt sie denn da mit? Das soll ein Heiler sein, der sieht doch aus wie ein ganz normaler Mensch. Etwas groß vielleicht, das müssen fast zwei Meter sein...
Und doch, irgendwie strahlt dieser Mann eine große Ruhe aus, und diese gütigen Augen...
"Grüß Gott", sagt er mit ruhiger und tiefer Stimme. "Guten Tag, können Sie mir helfen", frage ich. "Ich sehe, Sie haben die vergangenen Jahre sehr viel Leid erfahren, und Sie haben Angst, daß es immer noch nicht zu Ende ist." Es durchfährt mich wie ein Blitz, ich kann meine Tränen nicht zurückhalten... Ja, stimmt, aber woher weiß er das, ich habe doch noch gar nichts gesagt. Erst jetzt bemerke ich, daß er meine Hand immer noch festhält. "Ich darf Ihnen nichts versprechen, aber wenn Gott Sie zu mir geführt hat, werde ich Ihnen auch weiterhelfen können." "Ähh, Gott? Ich bin ganz zufällig hier, ich wollte nur ein Medikament kaufen." "Glauben Sie mir, es gibt keine Zufälle. Hier, bitte, meine Karte. Morgen um 10:00 Uhr, können Sie sich das einrichten?" "Ja, das geht", höre ich mich sagen. Habe ich "ja" gesagt? Es ist, als hat eine innere Stimme durch mich gesprochen. Eigentlich weiß ich nicht so recht, bin etwas durcheinander, aber ich habe schon so viel versucht. Ja, warum nicht, und wenn die Apothekerin meint... Ja, ich versuche es einfach mal.
Es ist 10:00 Uhr. Hier bin ich nun, bei einem Heiler?! "Erzählen Sie mal ein wenig über sich, über ihr bisheriges Leben" sagt er, und macht sich dabei Notizen. Ich muß mich auf eine Liege legen. Er fährt mit den Händen langsam über meinen Körper, legt die Hände mal hier und mal dort auf. "Ich werde Sie erst mal mit etwas Energie versorgen, dann sehen wir weiter", sagt er. Ich bin wohl eingenickt. Der Heiler sitzt neben mir auf einem Stuhl, die Augen geschlossen. "Wie lange habe ich geschlafen", frage ich. "Nicht sehr lange, nur etwa zehn Minuten". Irgendwie fühle ich mich etwas besser. Es fühlt sich alles so friedlich an. Meine Angst ist weg. Oder doch nicht? Nein, sie ist noch da, ich kann sie sehen. Irgendwie ist sie in die Ferne gerückt, ich kann sie sehen, aber ich spüre sie nicht mehr. Ein merkwürdiges Gefühl, aber ich fühle mich besser. Irgendwie habe ich auch ein tiefes Vertrauen in diesen Menschen. Verstehe ich nicht, normalerweise bin ich eher skeptisch, insbesondere Fremden gegenüber. Ob er mir wirklich helfen kann? "Kommen Sie bitte übermorgen wieder, um 10:00 Uhr bitte."
Es ist 20:00 Uhr, ich lege mich schlafen. Ich fühle mich immer noch schwach, aber es fühlt sich heute anders an. Ob ich wohl schlafen kann? 22:00 Uhr, da bin ich wieder - hellwach. Kann nicht mehr einschlafen. Hat wohl doch nicht geholfen.
Freitag, 10:00 Uhr, der zweite Termin. "Ich kann leider immer noch nicht schlafen", sage ich. "Haben Sie bitte Vertrauen und etwas Geduld", sagt der Heiler mit ruhiger Stimme.
Die zweite Behandlung verläuft ähnlich wie beim ersten Termin. Dieses Mal schlafe ich nicht ein. Während er mir seine Hände mal hierhin, mal dorthin auflegt, frage ich "was murmeln Sie da vor sich hin - sind das Zaubersprüche?" "Nein", lächelt er mich an. "Ich bete. Ich bete für Sie, für mich, für uns. Ich bete zu Gott, er möge durch mich wirken." Beten hätte ich auch selbst können, dafür brauche ich keinen Heiler, denke ich mir. "Warum haben Sie es dann nicht getan", fragt er mich. "Ja, können Sie denn Gedanken lesen", frage ich erstaunt zurück. "Diese Fähigkeiten wurden mir von Gott mit in die Wiege gelegt. Es ist meine Aufgabe, für andere Menschen da zu sein." "Sie müssen ein glücklicher Mensch sein, wenn Sie mit solchen Fähigkeiten beschenkt wurden." "Nun, es ist nicht immer einfach. Ich werde mit sehr viel Leid konfrontiert. Und bevor ich das Leid anderer erkennen kann, muß ich es selbst erst erfahren haben."
Bisher habe ich mir nie Gedanken zu so etwas gemacht. Heiler. Heilerin. Gehört hatte ich davon schon. Alles Humbug. Oder doch nicht? Abwarten, ob ich heute Nacht schlafen kann. Mein Vertrauen in diesen Menschen ist immer noch da; es ist eher stärker geworden. So kenne ich mich gar nicht...
"So, das war`s für heute, kommen Sie bitte am Montag um 10:00 Uhr wieder zu mir, dann sehen wir weiter", sagt er am Ende der Behandlung.
Um 19:30 bin ich so müde, ich kann nicht mehr, lege mich ins Bett. Ich wache wieder auf. Es ist so hell - habe ich vergessen, das Licht auszuschalten? Ich drehe mich zur Seite, suche meine Uhr. 6:00 Uhr! Ich kann es nicht fassen. Es ist wirklich 6:00 Uhr! Ich habe über zehn Stunden geschlafen. Noch immer sitze ich im Bett, und starre wie gebannt zur Uhr. Zehn Stunden habe ich geschlafen! Jetzt aber schnell aus dem Bett, ich bin so glücklich, fühle mich so kräftig wie noch nie. Vor Freude könnte ich die ganze Welt umarmen...
Mittlerweile sind seit dem letzten Termin schon viele Wochen vergangen. Insgesamt habe ich sechs Behandlungstermine wahrgenommen, mehr brauche ich nicht, meinte der Heiler. Ich kann immer noch jede Nacht durchschlafen, habe meine Lebensfreude wiedergefunden und fühle mich wie neugeboren.
Ich danke Gott und ich danke diesem lieben Menschen, durch den ich Hilfe erfahren durfte.
Mein Bericht ist etwas lang geworden. Entschuldigung. Aber ich wollte auch ausführlich berichten, wollte Ihnen, die vielleicht auch, wie ich, schon eine Odyssee an ärztlichen Behandlungen hinter sich haben, Mut machen.
Wunder werden geschehen, wenn wir an Wunder glauben.
Ach ja...
ich bin Adelheid, 69 Jahre jung!
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