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Thema: Targin - Arzt will es nicht weiter verschreiben

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In dieser Diskussion geht es um "Targin - Arzt will es nicht weiter verschreiben" im "Krankheiten" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
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  1. #1
    Ganz neu hier
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    4

    Unglücklich Targin - Arzt will es nicht weiter verschreiben

    Hallo,
    ich bin 48 Jahre, habe Knorbelschaden im lk. Kniegelenk Stadium 3-4, rechts Stadium 2.
    Nachdem nichts mehr half, bekomme ich seid etwa einem Jahr Targin, vorher Ibuprofen, Tilidin.
    Seid ich Targin nehme (inzwischen morgens und abends 20mg/10mg kann ich wieder laufen und radfahren, bin beweglich. Nur Nachts habe ich noch Schmerzen, allerdings nicht nur in den Knien, auch an den Oberschenkel und Hüften. Tagsüber schlafe ich oft ein, weil ich nachts vor Schmerzen nicht schlafen kann. Zusätzlich nehme ich noch Citalopram 40mg, Omprezal 40mg, Nlvaminsulfon 3x 500mg, Domperidon 3x tägl. 10mg, Thyroxin 100mg, Diclo Redart 100mg und bei Bedarf Paracetamol.
    Mir ist ständig schlecht, ich bin oft müde und antriebslos und seelisch gehts mir schlecht.
    Ende Januar werde ich am lk. Knie operiert, ambulant, da ich alleinerziehend bin und ein behindertes Kind habe, muss ich gleich nach Hause. Ich bin total fertig und jetzt will mein Hausarzt noch, das ich die Targin absetze.
    Was kann ich denn da tun?
    Vielen Dank fürs Lesen!
    Viele Grüße,
    Ulrike

  2. #2
    Glaubt an nix!
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    maennlich
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    Beiträge
    1.207

    Standard AW: Targin - Arzt will es nicht weiter verschreiben

    Hallo Ulrike1965,

    die wesentliche Frage ist, ob Ihnen Ihr Arzt nur das Medikament Targin (Kombipräparat aus Oxycodon, einem Opioid, und Naloxon, einem Opioidanatgonisten, mit dem opiatbedingte Verstopfungen vermieden werden sollen) nicht mehr verschreiben will, wofür es mehrere nachvollziehbare Gründe gibt (z.B. hohe Kosten ohne Zusatznutzen im Vergleich mit anderen Opiaten + Laxantien, ungünstige Pharmakokinetik für Dauerschmerzpatienten)
    oder ob er Ihnen überhaupt keine Opioide mehr verordnen will - wofür es auch berechtigte Gründe geben kann. Immerhin hat Oxycodon - wie auch andere BTM - nicht nur ein beträchtliches Suchtpotential, sondern genauso eine nicht unbeträchtliche Reihe von Nebenwirkungen, die möglicherweise ursächlich für einen Teil Ihrer psychischen Beschwerden sein können.

    Sofern eine Opiattherapie zur Schmerzbehandlung jedoch notwendig ist, gilt unverändert retardiertes Morphium in Kombination mit einer Laxantienprophylaxe als wirtschaftliche Standardtherapie, ohne dass es Nachteile für den Patienten gibt. Targin muss also nicht sein, Oxycodon gibt es auch als Monopräparat.

    Wenn Sie mit Ihrem Arzt keine Einigung über Ihre Schmerztherapie erreichen, sollten Sie besser einen Schmerztherapeuten zu Rate ziehen - nicht zuletzt mit Blick auf Ihre Medikamentenliste.

    Was Ihre weiteren Beschwerden angeht, so deutet Ihre Medikamentenliste (die ja nicht ganz ohne ist) darauf hin, dass Sie noch an anderen Erkrankungen leiden. Insoweit fällt es - ohne genauere Kenntnis, warum Sie welches Medikament verordnet bekommen, ziemlich schwer, zu Alternativen zu raten.
    Geändert von Pianoman (24.12.2013 um 02:39 Uhr)
    People are told lies.
    There are 40 million websites and 39.9 million tell lies, sometimes outrageous lies.
    They mislead cancer patients, who are encouraged not only to pay their last penny
    but to be treated with something that shortens their lives.
    At the same time, people are gullible. It needs gullibility for the industry to succeed.
    It doesn't make me popular with the public, but it's the truth.
    Edzard Ernst über Alternativmedizin

  3. #3
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    4

    Standard AW: Targin - Arzt will es nicht weiter verschreiben

    Lieber Pianoman,
    vielen Dank für die ausführliche Antwort.
    Der HA ist skeptisch, weil er meint, das man das Targin immer höher dosieren muss und danach käme noch ein stärkeren Wirkstoff (leider fällt mir der Name nicht ein). Wenn ich es dann irgendwann mal absetzen würde, würdendie Schmerzen wieder anfangen bzw. woanders anfangen. Ehrlich gesagt, so ganz verstanden habe ich es nicht. Es ist auch nicht so, dass ich das Targin unbedingt haben möchte - ich bin, seid ich es nehme sozusagen "Dauermüde", nur kann ich mit den Schmerzen nicht leben. Am Anfang war ich sogar skeptisch, da ich zu Medikamentenmissbrauch neige, habe sie auch mal in der 4fach Dosis zerdrückt und mit Alkohol genommen, aber war nicht so mein Fall und seitdem nehme ich brav nach Vorschrift.
    Ja, ich habe noch ein paar "Kleinigkeiten, darunter Depressionen ( hatte ich schon vor der Einnahme der Tabs, fingen nach der Geburt meines Sohnes an), Persönlichkeitsstörung, seid Jugendzeiten, damals auch Drogen und Alkoholmissbrauch, war aber "nur" psysisch abhängig. Hatte erst eine Schilddrüsenüberfunktion, dann kalte Knoten, wurde operiert, die Ü-Funktion ist weg, habe chron. Gastritis, sehr oft (3-4x wöchentlich starke Kopfschmerzen), die Knorpelschäden an den Knie und nachts heftige Schmerzen an Oberschenkel / Hüfte rechts und das Restlegs Syndrom. Das wars dann aber auch.
    Jetzt, wo ich die Schmerzen aushalten kann (weg sind sie nicht), könnte ich ganz gut leben - wäre nicht die Dauermüdigkeit und die Depressionen.
    Also ich habe nicht Angst, das Targin nicht mehr zu bekommen - aber vor den Schmerzen. Ich konnte kaum mehr gehen, geschweige denn Treppen laufen (wohne im 3. Stock ohne Lift). Wenn es ein anderes medikament gibt - kein Opiat - würde ich es gerne probieren.
    Viele Grüße und nochmals herzlichen Dank!
    Ulrike

  4. #4

    Standard AW: Targin - Arzt will es nicht weiter verschreiben

    ich würde ja mal bei einem richtigen Schmerztherapeuten vor stellig werden, damit das richtig eingestellt wird.

    ggf. einen Umzug in Erwägung ziehen, damit die vielen Treppen wegfallen.

  5. #5
    Arzt (Chirurgie)
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    Standard AW: Targin - Arzt will es nicht weiter verschreiben

    Der HA ist skeptisch, weil er meint, das man das Targin immer höher dosieren muss
    Das ist die Konsequenz aus einer langfristigen Medikation. Das ist aber nicht nur bei Targin, sondern auch bei allen anderen Schmerzmedikamenten (egal ob Opioide (wie Targin, Morphin, usw.) oder NSAR (wie Ibuprofen, Diclofenac, usw.) so.

    Wenn es ein anderes medikament gibt - kein Opiat - würde ich es gerne probieren.
    Je nach Ausprägung kann es aber möglich sein, dass ein "einfaches" Analgetikum keine große Wirkung mehr erzielt.

    Zusätzlich nehme ich noch Citalopram 40mg, Omprezal 40mg, Nlvaminsulfon 3x 500mg, Domperidon 3x tägl. 10mg, Thyroxin 100mg, Diclo Redart 100mg und bei Bedarf Paracetamol.
    Ich gehe nicht näher darauf ein, aber eine kleine Bemerkung zu der zusätzlichen Medikation:

    Zuviel Schmerzmittel.


    Gehen Sie mit der vollständigen Medikamentenliste zu einem Schmerztherapeuten und stellen Sie sich dort vor. Das ist das einzige, was ich Ihnen jetzt raten kann. Die Konstellation der Schmerzmedikamente sind - zumindest für mich - unverständlich und nicht nachvollziehbar...

    Der Schmerztherapeut wird dann mit Ihnen eine passende Schmerztherapie ausarbeiten...


    Viele Grüße und schöne Festtage

  6. #6
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    Standard AW: Targin - Arzt will es nicht weiter verschreiben

    Zitat von spokes Beitrag anzeigen

    ggf. einen Umzug in Erwägung ziehen, damit die vielen Treppen wegfallen.
    Umzug geht leider gar nicht. Bin alleinerziehend, habe ein behindertes Kind und kann nur Teilzeit arbeiten. Da bin ich froh, eine doch recht gute und bezahlbare Wohnung gefunden zu haben.

    @ Dr. Baumann: Mir wäre es ehrlich gesagt auch lieber, nur ein Schmerzmedikament einnehmen zu müssen, bisher habe ich mich da auf meinen HA verlassen. Am Anfang habe ich mich noch gegen die Targin gewehrt, aber ehrlich gesagt: Sie helfen am Besten. Zwar bin ich nicht völlig schmerzfrei,doch kann ich mich gut bewegen und vor allem ausgedehnte Spaziergänge machen - was meiner Seele unheimlich gut tut. Sport, Rad fahren, Treppen steigen ist natürlich nicht oder nur mit Schmerzen zu bewältigen, ich erhoffe mir von der OP Besserung oder vielleicht sogar Schmerzfreiheit.
    Einen Schmerztherapeuten suche ich noch. Ich habe halt kein Auto und bin deshalb nicht so mobil, da es wahrscheinlich ja nicht bei einem Termin bleibt, muss ich auch darauf achten.

    Durch Diclo wird mir jedenfalls sehr übel, wenn ich das weglassen könnte, wäre schon toll, allerdings habe ich es schon versucht und prompt wieder mehr Schmerzen gehabt. Wahrscheinlich müsste ich dann das Targin um 5mg erhöhen - was aber mein HA nicht mehr will. Ziemlich schwierig halt.

    L.G. Und ebenfalls schöne Feiertage an Sie!
    Ulrike

  7. #7
    Arzt (Chirurgie)
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    Standard AW: Targin - Arzt will es nicht weiter verschreiben

    Hallo,

    Sie nehmen ein Antiemetikum (Domperidon) ein, welches gegen Übelkeit und Erbrechen vorbeugen sollte. Nun kann es jedoch sehr gut möglich sein, dass dieses keine besondere Wirkung mehr erzielen kann, da sich natürlich die Nebenwirkungen (wie Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen, ect) durch die Einnahme verschiedener Schmerzmittel deutlich verstärken kann - bzw. wird. Jedoch ist man alleine durch Targin oftmals schon sehr geplagt.

    Eigentlich können Sie auf diese Kombination verzichten. Wenn mehrere Schmerzmittel gleichzeitig eingenommen werden, hat das keinen besonders großen Wirkungseffekt mehr. Insbesondere Kombinationen aus Medikamenten wie Ibuprofen, Paracetamol, Diclo oder ASS müssen nicht sein.

    Am Anfang habe ich mich noch gegen die Targin gewehrt, aber ehrlich gesagt: Sie helfen am Besten
    Das sollen sie auch. Nicht umsonst spricht man bei Targin von einem sehr starken Opioid. Deshalb verwundert es mich umso mehr, dass Sie mehrere Schmerzmittel gleichzeitig einnehmen müssen...

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