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Thema: Thrombose im Auge

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In dieser Diskussion geht es um "Thrombose im Auge" im "Krankheiten" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
...

  1. #1
    Ganz neu hier
    Geschlecht
    weiblich
    Alter
    75 Jahre
    Mitglied seit
    29.04.2010
    Beiträge
    1

    Standard Thrombose im Auge

    Hallo liebes Team,
    Ich bin neu hier und habe keine Erfahrungen mit irgendwelchen Foren. Deshalb hoffe ich, dass ich hier richtig bin. Hier zu meiner Frage.
    Bin seit mehr als 12 jahren ehrenamtliche Vollzugshelferin in einer JVA und gebe dort Unterricht in Sachen Kunst. Einer meiner "Schützlinge" hatte ganz plötzlich Sehprobleme,
    d.h. er hat Sichtfeldenschränkung. Er meinte, er hätte eine Netzhautablösung. Nach Vorstellung beim Augenarzt nach 24 Std. wurde die Diagnose "Thrombse im Auge" gestellt.
    Da dieser Gefangene in seiner Jugend durch einen Unfall ein Auge verloren hat,ist diese Diagnose besonders schlimm für ihn.Die Behandlung, eventuell Krankenhaus ist vorgeschrieben, da eine bewachte "Zelle" im Krankenhaus Bedingung ist, und auch zur Verfügung steht. Dort möchte er aber nicht behandelt werden, da es eine andere Klinik vorhanden ist, die spezialisiert ist auf solche Fälle. Wie ist die Prognose für eine Heilung?
    Wie schätzen Sie die Heilung ein? Ist die Erblindung die absolute Konsequenz? Da er ja keinen Zugang zum Internet hat, möchte ich selber von dieser Stelle Informationen sammeln.
    Ich wäre froh um eine Nachricht

  2. #2
    Rettungsassistent Avatar von Patientenschubser
    Geschlecht
    maennlich
    Alter
    50 Jahre
    Wohnort
    Dahoim
    Mitglied seit
    22.05.2006
    Beiträge
    3.434
    Blog-Einträge
    16
    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: Thrombose im Auge

    Hallo und Willkommen,

    ich habe dein Thema verschoben da es bei den Vorstellungen erfahrungsgemäß untergehen wird.

    Ist es den möglich das der Insasse in einer andere Klinik gehen kannn?
    Welche Voraussetztungen müssen dafür geschaffen sein?
    Mein Tipp an euch beide, setzt euch zusammen und arbeitet schnellst möglich einen Fragenkatalog aus.
    Damit würde zum behandelten Augenarzt und mir die Anworten direkt vor Ort holen.
    Er kennt den Patieten und weiß wie weit vorgeschritten die Erkrankung ist.
    Er kann vll auch dafür Sorge tragen das der Patient in eine Augenklinik kommt, die sich damit auskennt.
    Ggf eine Uniklinik.
    Ein Gespräch mit dem Chef der JVA wäre sicherlich auch sinnnvoll, da er/ sie vll eine Möglichkeit kennt/ weiß wie
    es mit Kliniken ohne "Zellen" gehen könnte....


    __________________________________________________ _____
    "Was soll das heißen, ich hätte KEINE Gefühle?
    Ich bin immerhin schmerzempfindlich!"





  3. #3
    Krankenschwester
    Geschlecht
    weiblich
    Wohnort
    Neukirchen-Vluyn
    Mitglied seit
    27.08.2009
    Beiträge
    449
    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: Thrombose im Auge

    Als Thrombosen im Auge kommt in Frage eine Zentralvenenthrombose und eine Venenasthrombose.-
    Behandelt wird wenn überhaupt mit einer isovolämischen Hämodilutionstherapie, die aber durchaus auch von einem Hausarzt durchgeführt werden kann.- Viele Kliniken führen die isovolämische Hämodilution bei einer Thrombose im Auge gar nicht mehr durch, weil sie deren Erfolg anzweifeln.- Wichtig ist die Abklärung woher der Verschluß im Auge kommt.- Dh, man macht eine Dopplersonographie der Halsgefäße,- und bei sehr jungen Menschen werden bestimmte Gerinnungswerte getestet.-
    Bei der Hämödilutionstherapie gibt es über 10 Tage einmal täglich einen Plasmaexpander ( 10%ig) mit einem durchblutungfördernden Medikament. Die Patienten bleiben in der Regel nur solange in der Klinik bis die Untersuchungen gelaufen sind, die man aber auch ambulant durchführen kann und bekommen den Rest der Infusionen vom Hausarzt oder in einer Tagesklinik, weil diese nur ca 3-4 Stunden laufen muß. Evtl. Gefäßneubildungen durch Kollateralen die sich bilden können später ebenfalls ambulant gelasert werden.
    Die Therapie bei einem Verschluß im Auge sollte innerhalb der ersten 6 Stunden nach dem Ereignis eingeleitet werden, danach sinken die Chancen für einen Erfolg deutlich ab.-
    Dein Patient kann durchaus in einer großen Klinik vorgestellt werden, die die Untersuchungen durchführt. Die eigentliche Therapie könnte überall stattfinden. Unsere Patienten bekommen diese Infusionen mittlerweile ALLE ambulant oder beim Hausarzt.
    Bevor man eine Hämodilution durchführen kann wird der Patient in der Regel einem Internisten vorgestellt,- damit dieser beurteilen kann, ob der Mensch der Gefäßbelastung einer Hämodilution gewachsen ist. Der benötigt hierzu ein EKG und ein Routinelabor, sowie evtl. ein Roentgenbild der Lunge. Letzteres aber auch nur auf besondere Anordnung. In Anbetracht der Situtation wäre es durchaus möglich/ denkbar und warscheinlich die nötigen Untersuchungen in einer Augenklinik innerhalb von einigen Stunden durchzuführen und dann eben in die Weiterbehandlung Eures Arztes zu entlassen. Während der Hämodilution wird lediglich der Blutruck kontrolliert und die Infusion wird bei einem Druck von 160 mm/hg gestoppt.- Für Patienten mit Blutdruckwerten über 160 mm/hg kommt die Hämodilution nicht infrage, ebenso werden Patienten die marcumarisiert sind nicht hämodilutiert. Mit der Marcumarisierung ist das Maximum der Möglichkeiten bei der Thrombose im Auge schon erreicht,- dann beschränken sich die Möglichkeiten auf die Erfoschung und Behandlung der Ursache um weiteren Schaden abzuwenden.
    Wenn Ihr Euch mit dem diensthabenden Arzt der Augenklinik in Verbindung setzt wird dieser sicherlich eine rasche unkomplizierte Behandlung vorbereitet haben und nur im allergrößten Notfall einen stationären Aufenthalt daraus werden lassen. (bei Verätzungen, Tumoren, bei onkologischen Erkrankungen, einer Hornhauttransplantation würde sich daraus sicherlich ein längerer Klinikaufenthalt ergeben, aber nicht bei einer Verschlußerkrankung im Auge.)
    Bei einem Verschluß im Auge jedoch gilt, daß mit jeder Minute, die man verstreichen läßt die Chance verstreichen läßt auf eine Besserung des Zustandes.
    Bei arteriellen Verschlüssen würde ich Euch raten SOFORT und umgehend zur Klinik zu fahren, denn dahinter können sich auch sehr ernsthafte Diagnosen verbergen, die wenn nicht sofort gehandelt wird, den Verlust eines oder sogar beider Augen bedeuten können. Dabei würde die Behandlung nicht unbedingt mehr Aufwand erfordern als ein paar Studen Aufenthalt in einer großen Augenklinik, die sicherlich sofort vorziehen und handeln wird, wenn Ihr den Patienten vorher telefonisch ankündigt.
    Zur Hilfe: Eine Netzhautablösung schildert der Patient anders : Diese Patienten sehen beim Ereignis ein Lichtphänomen, und dann je nach Größe des Defektes entweder gar nichts mehr, ( wenn die gesamte Netzhaut oder die NH über der Makula abgelöst ist, oder sie sehen einen Vorhang oder Schleier, weil sie die Netzhaut im Auge "wehen " sehen. Patienten mit einer totalen Netzhautablösung schildern sie hätten vor der Erblindung einen Sternenregen gesehen, oder Blitze gesehen und danach wurde es dunkel.)

    Bilden sich nach dem Verschluß im Auge Gefäßkollateralen, so handelt es sich dabei nicht etwa um " tolle neue Gefäße", sondern diese Gefäße im Auge sind minderwertig und unerwünscht. Sie stören das restliche Sehvermögen und sorgen durch ihre Anwesenheit dafür, daß der Druck im Auge ansteigt.-Dieser Druckanstieg schädigt den Sehnerven. Es ist alsö nötig die Gefäßneubildung frühzeitig zu unterbinden und auch eine evtl. Oedembildung ( Coritsongabe) im Augenhintergrund zu vermeiden, wenn das nichtdurchblutete Gewebe untergeht und anschwillt.- Die Therapie muß bei einem Verschluß im Auge also auch dahingehend ausgerichtet werden . Dh. Augendruckkontrolle, Sichten des Zustandes des Augenhintergrundes und letztlich der Versuch die Durchblutung wieder anzukurbeln.- Das würde man eben durch ein rechtzeitiges Lasern des Augenhintergrundes erreichen, sowie durch die Anwendung drucksenkender Medikamente ( in Tropfen- oder Tablettenform), durch eine Bulbusmasage, die dem Patienten gezeigt werden kann und eben durch den Versuch der isovolämischen Hämodilution, die die Fließeigenschaften des Blutes verbessert ohne Einfluß auf die Gerinnungswerte des Blutes zu nehmen.

    Dabei wäre es wirklich sicherlich nur ein verhältnismäßig geringer Aufwand den Patienten JETZT in einer großen Augenklinik vorzustellen und behandeln zu lassen. Aus einem nichtbehandelten Gefäßverschluß entwickelt sich ein sogenanntes Sekundärglaukom, daß langfristig zu einer weiteren Sehverschlechterung führen wird. Wenn es das letzte Auge des Patienten ist, dann ist das ein tragischer Verlust.
    Es ist nach der Einleitung der Therapie nicht mehr üblich die Patienten in der großen Klinik 10 Tage für 1 Infusion am Tag herumliegen zu lassen. Selbst 90 jährige Omis gehen nach der Erstbehandlung zur ambulanten Infusionstherapie zum Hausarzt. Die Behandlung steht nach den augenärztlichen Untersuchungen in keiner Relation zu einem 10 tägigen Krankenhausaufenthalt mehr. Im Zuge der Liegezeitenverkürzung wird auch in einer großen Uniklinik kein Patient mehr diese Therapie stationär erhalten müssen, es sei denn er ist querschnittsgelähmt uä.
    Die Patienten müssen etwas umdenken. Früher wurde der Pflegesatz pro Tag abgerechnet. Dh. um die Behandlungskosten abzudecken, war der stationäre Krankenhausaufenthalt notwendig um das System am Leben zu halten. Heute wird nach Fallpauschale abgerechnet. Das bedeutet, daß die Patienten nur solange wie unbedingt notwendig in einer Klinik liegen müssen, was sicherlich Vor- und Nachteile hat. Die wenigsten Patienten sehen ein, daß es nicht mehr zwingend notwendig ist, wenn man fit ist in der Klinik herumzuliegen. Es spricht absolut nichts dagegen, wenn man dann zuhause herumliegt. Die ambulanten Behandlungen sind durchaus positiv. Ich persönlich bin über diese Entwicklung als Patient hocherfreut. Was sollte ich wegen einer Infusion am Tag 10 Tage in einer Klinik herumliegen und mich langweilen? Es besteht für mich kein Grund diese Zeit in einem Krankenhausbett zu verbringen.
    In der Praxis wird diese Behandlung insbesondere von sehr alten Patienten nicht gut angenommen, die mögen immer gerne wochenlang in der Klinik liegen und es gibt viele Diskusionen darum, was wirklich notwendig ist.
    Aber mal ehrlich: " Wer legt sich wirklich für 1 Infusion am Tag in so ein Krankenhausbett und marschiert den Rest des Tages dort im Park herum?"
    Einen unnötigen "Sanatoriumsaufenthalt" kann unser angeschlagenes Gesundheitssystem wirklich nicht verkraften, und wenn man mal zusammenrechnet, wieviele Tage unnütz abgelegen werden sollen in der Praxis, dann kommt da schon so einges zusammen, daß sinvoller eingesetzt werden kann.
    Die Hämodilution wird in den großen Klinken meist in der Tagesklinik angeboten, wenn sich kein näher gelegener Hausarzt findet, der die Therapie durchführen möchte.-Dh. diese Behandlung würde auch in einer Uniklinik nicht stationär durchgeführt werden, weil das erstens nicht zwingend notwendig ist und weil das zusätzlich ein ganzes Zimmer für 10 Tage blockieren würde für eine Therapie, die fachlich SO durchgeführt nicht zu begründen wäre und auch kein besseres Behandlungserbnis erzielen würde.
    Liebe Grüße Feli
    Geändert von feli (30.04.2010 um 12:57 Uhr)

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