Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 578 Tage alt
Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung mit Psychiatern und Psychiatrien stelle ich mir die Frage: Ab wann wird es dem Arzt zuviel?
Essstörung mit Gewichtsschwankungen von bis zu 30 Kilo´s in 12 Wochen; SVV mit täglich Nähen lassen; schwere depressive Phasen mit SV`s - zugegeben, dass sind jetzt die wirklich heftigen Exzesse, die ich in meiner Krankheitsgeschichte so gelebt habe.
Ich hab einen heiden Respekt vor all den Ärzten und Therapeuten, die mir in diesen scheinbar ausweglosen Situationen geholfen haben. Und ich hab ein schlechtes Gewissen, wenn´s mal wieder heftig wird. Klar die "Weißen" werden dafür bezahlt - ist ihr Job - hätten sich ja auch einen anderen suchen können - so kann ich als Psycho das aber net sehen.
Ich seh die Menschen die Zeit, Kraft und auch Liebe in mich investiert haben und die ich immer wieder "enttäusche". Sobald es mir einigermaßen geht, versuche ich geheilt zu sein. Das hält aber meistens net lange an. Kann man sich als Arzt wirklich emotional von chronisch Kranken trennen oder verfolgt einem der eine oder andere Patient auch schon mal in die Nacht. Kann ich meinen Arzt vor mir schützen ohne dass ich gleich aus den Kontakt gehen muss?
Ich hab da natürlich so meine Strategien entwickelt. Es kommt ganz auf mein Gegenüber an und wie ich dessen Belastbarkeit einschätze. Sprich bin ich bei einem Diensthabenden in der Notaufnahme, so stelle ich die Selbstverletzung als etwas alltägliches dar. Bin ich bei meinem Nervenarzt oder bei meinem Therapeuten ist es ein Drahtseilakt zwischen zeigen, was los ist und ich will nicht zur Last fallen.
Bin ich als "chronisch Kranke" (GdB 70%) nicht ein bischen dafür verantwortlich, dass meine Behandler von Zeit zu Zeit ein Erfolgserlebnis haben, damit sie mich nicht aufgeben?
Schwierige Fragestellung - ich weiß - trotzdem würde ich mich feuen Eure Meinung zu hören.
Leonie
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