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Ab wann wird es dem Arzt zuviel?

In dieser Diskussion geht es um "Ab wann wird es dem Arzt zuviel?" im "Psychische Erkrankungen" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
*grummel* Ist es nicht völlig egal, wer oder was es war? Bei uns in der Klinik und auch in den Praxen hieß es immer: Patienten/Patientinnen ...


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Alt 06.02.2007, 16:03   #16
Teetante
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 613 Tage alt

*grummel*

Ist es nicht völlig egal, wer oder was es war?

Bei uns in der Klinik und auch in den Praxen hieß es immer:

Patienten/Patientinnen sind tabu und wenn es doch passiert, dann bitte Fall weiterdelegieren! Selbst Arzthelferin mit Patient wurde nicht gerne gesehen!

Ist das nur hier so??
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Alt 06.02.2007, 16:10   #17
Arzt
 
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 613 Tage alt

Lies doch bitte noch mal meine Antwort
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Alt 06.02.2007, 20:29   #18
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 613 Tage alt

Hallo Obelix!

Als ich das erste Mal einen GdB-Antrag gestellt habe rechnete ich mit 30%. Der Bescheid kam dann mit 50% auf drei Jahre. Dann wurde mir gesagt, dass Borderlineerkrankte normlerweise 60% haben. Also stellte ich einen Höherstufungsantrag und bekam promt 70% auf fünf Jahre bescheinigt. In der Zeit hab ich noch voll gearbeitet und mir wurde eine Reduzierung der Arbeitsbelastung durch meinem Arbeitgeber gewährt. Auch der besondere Kündigungsschutz beruhigt ungemein. Muss also sagen, dass es bei mir alles glatt ging mit dem GdB.

Grüßle
Leonie
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Alt 06.02.2007, 20:52   #19
mämchen
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 613 Tage alt

Wenn ich alles richtig gelesen habe sind Starbug und Teetante genau der gleichen Meinung

liebe Grüße

mämchen
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Alt 06.02.2007, 20:57   #20
Teetante
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 613 Tage alt

Hi Leonie!

Da hast Du aber richtig Glück gehabt bei der Einstufung bzw. dem Widerspruch und der dann folgenden Höhereinstufung. Hier bei uns sind die teilweise richtig streng, aber dann widerum denkt man auch, hmmm, wieso kriegt der/die wegen so einerLapalie (irgendwas banales an Erkrankung) nun soviel Prozent, während der/die im Rollstuhl sitzend mit fast Kopf unterm Arm kaum was an Prozenten bekommt.

Manchmal fällt einem da nichts zu ein, und wahrscheinlich liegt es auch am jeweiligen Sachbearbeiter.

Liebe Grüße, Andrea
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Alt 06.02.2007, 21:08   #21
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 613 Tage alt

Hallo Michael,

stimme mit Dir überein, dass Behandler eben auch nur Menschen sind und Gefühle haben .

Ich hab das damals mit dem Ergotherapeuten ja ganz gut geregelt bekommen. Er hat mir in die nächste Klinik noch Briefe gesandt und Kassetten für mich aufgenommen. Da hab ich dann um ein klärendes Gespräch gebeten. Wir trafen uns mal während eines Wochenendausgangs und haben seine Gefühle auseinanderklamüstert. Der Kontakt schlief danach ein.

Der Austausch mit Euch über das Thema dieses Threads hat mir wieder bewusst gemacht, dass es eine "sollte so sein Form von Patienten-/Behandlerbeziehungen" gibt mit professionellem und Distanziertem Umgang und daneben die Realität sich halt doch von Zeit zu Zeit andere Wege sucht. Eben weil wir alle menschlich sind mit Gefühlen und keine Roboter.

Mir ging´s ja hauptsächlich darum inwieweit ich mich zumuten kann. Da bin ich heute einen guten Schritt weitergekommen. Und das mit der Ehrlichkeit von Dir schwebt bei mir im Kopf rum und arbeitet.

Liebe Grüße
Leonie
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Alt 06.02.2007, 21:20   #22
Obelix1962
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 613 Tage alt

@Leonie,

tja was machst Du jetzt?

In die Klinik gehen und wieder vor Deiner Umwelt fliehen ?

NEIN

oder

DOCH

Zu Haus bleiben und Deinem Doc gegenüber offener werden
Dich also nicht mehr verstellen zu müssen wäre doch eigentlich
ein neues Erfolgserlebnis für Dich

Mal schaun wie weit Du gehen kannst.

Therapie hin Therapie her es liegt einzig und allein an Dir wie
Erfolgreich der Therapeut seine Arbeit verrichten kann.
Also öffne Dich und versuche alles, was Dir persönlich hilft,
weiter zu kommen.
Was heißt versuchen, tue es endlich was Du mit 17 schon tun
hätten solltest,
öffne Dich, bleibe ehrlich zu Dir und dem Therapeuten und Du
wirst schon bald merken es hilft Dir weiter.
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Alt 07.02.2007, 09:13   #23
Teetante
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 612 Tage alt

Hi Obelix!

Leonie hat gestern den ersten Schritt in Richtung Erhlichkeit gegenüber dem Therapeuten gemacht und doch direkt ein positives Feedback bekommen!

Ich finde es ganz toll, daß Leonie hier so offen über dieses Thema schreibt, denn auch wenn man immer weiß, daß Ärzte auch nur ihren Job machen, ist ihre Frage "wann wird es dem Arzt zuviel" ein guter Denkanstoß!

Hi Leonie!

Ich wünsche Dir, daß Du in der Klinik zügig aufgenommen wirst und auch da immer an die Ehrlichkeit denkst, alles andere würde Dir nur schaden!

Liebe Grüße, Andrea
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Alt 07.02.2007, 09:38   #24
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 612 Tage alt

Auweia Obelix - wenn´s so einfach wäre!

In der jetzt laufenden ambulanten Therapie hab ich noch ca. 15 Stunden. Der EU-Rentenantrag läuft auch auf betreiben meiner Chef´s hin. Er wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch als Zeitrente für 2 Jahre durchgehen. Ich bin angemeldet für die Teilnahme einer ambulanten BL-Gruppe welche Skilltraining - sprich Verhaltenstherapie für ein Jahr macht. - Trotz oder auch durch meiner zahlreichen Psychiatrie- und Klinikaufenthalte hatte ich es immer wieder geschafft zu arbeiten. Seit dem Krebstod meiner Mutter in 01/2002 (Sie hatte zehn Jahre lang Krebs) geht´s aber immer mehr den Bach runter. Ich lebe mit meinem alkoholkranken, depressiven Vater zusammen. Meine Schwestern sind ebenfalls beide krank - einmal Epilepsie (geht ganz gut) und einmal Angst- und Zwangsneurosen (kann z. B. nicht alleine Einkaufen). Eine Flucht ist sinnlos, denn die Realität holt mich ja doch wieder ein.

Es würde/wird bei dem Klinikaufenthalt nicht um Flucht gehen, sondern um Stabilisierung evtl. auch neue Medikamenteneinstellung. Ich hab bis vor Weihnachten 5 verschiedene Tabletten mehrmals täglich eingenommen um überhaupt irgendwie zu existieren. Allerdings war ich so stark betäubt, dass ich nur das allernotwendigste noch machen konnte. Da ich AU bin - sprich nicht arbeiten muss - hab ich alle Medi´s abgesetzt mit dem Ergebnis, dass ich keinen Tag- Nachtrythmus mehr habe, die Stimmungsschwankungen noch extremer sind, ...

Neben der BL-Diagnose wurde mir auch eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert, und Bulimie. An meinen Traumata´s konnte ich noch nie arbeiten, weil ich immer zu instabil war. Eine partnerschaftliche Beziehung führen ist für mich nicht möglich. Allerdings habe ich mir im Laufe der Jahre ein gutes soziales Netz mit vielen Kontakten aufgebaut. Das fehlt den meisten Borderlinern.

Regen hin oder her - ich muss jetzt in den Stall fahren und die Pferde bewegen.

Liebe Grüße
Leonie
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Alt 07.02.2007, 13:28   #25
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 612 Tage alt

Zitat: von Leonie
Ich lebe mit meinem alkoholkranken, depressiven Vater zusammen. Meine Schwestern sind ebenfalls beide krank - einmal Epilepsie (geht ganz gut) und einmal Angst- und Zwangsneurosen (kann z. B. nicht alleine Einkaufen). Eine Flucht ist sinnlos, denn die Realität holt mich ja doch wieder ein.
Aus solchen Strukturen musst du raus, aber das werden dir sicher deine Therapeuten schon mehrfach gesagt haben.
Besorg dir eine eigene Wohnung am anderen Ende der Stadt und starte dein eigenes Leben. Wenn das finanziell schwer fällt, hol dir Hilfe vom Amt, das geht immer.

Zitat:
Neben der BL-Diagnose wurde mir auch eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert, und Bulimie. An meinen Traumata´s konnte ich noch nie arbeiten, weil ich immer zu instabil war.
Sag niemals nie, du schaffst das schon.

Zitat:
Eine partnerschaftliche Beziehung führen ist für mich nicht möglich. Allerdings habe ich mir im Laufe der Jahre ein gutes soziales Netz mit vielen Kontakten aufgebaut. Das fehlt den meisten Borderlinern.
Das freut mich für dich, und das mit der Partnerschaft wird auch noch kommen. Vielleicht triffst du ja einen, der genau weiß, wie man mit Borderlinern wie dir umgeht. Nicht einfach aufgeben

Zitat:
Regen hin oder her - ich muss jetzt in den Stall fahren und die Pferde bewegen.
Wünsche dir viel Spaß

Liebe Grüße

Michael
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Alt 07.02.2007, 15:19   #26
Monsti
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Hallo zusammen,

mit großem Interesse verfolge ich diesen Thread. Einiges hat mir wichtige Denkanstöße gegeben - allein der Titel. Diese Frage stellt sich ja nicht nur im Umgang zwischen Arzt bzw. Therapeuten und einem psychisch kranken Menschen, sondern auch zwischen Arzt und anderweitig (chronisch) Schwerkranken, bei denen bei der Wahl der Therapie nur noch vom größeren bzw. kleineren Übel gesprochen werden kann.

@Leonie: Dass Du auch an einem posttraumatischen Belastungssyndrom leidest, verwundert mich nicht. Da können wir uns übrigens die Hand reichen. Ohne medikamentöse Einstellung sähe ich mich nicht in der Lage den Alltag zu meistern und/oder soziale Kontakte zu pflegen. Leidest Du auch so sehr unter Albträumen mit ständig wiederkehrenden Themen, die Dich danach noch den halben Tag verfolgen?

Liebe Grüße von
Angie
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Alt 07.02.2007, 15:41   #27
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 612 Tage alt

Hallo Angie,

ja - Alpträume die einen in den Tag verfolgen kenne ich nur zu gut. Daneben hab ich auch immer wieder Derealisationserscheinigungen oder auch dissoziative Zustände genannt. Manche bezeichnen es auch als hysterische Amnesie. Wenn´s ganz schlimm ist hilft mir noch nichteinmal mehr Tavor. Da kann ich dann fünf mg nehmen und komm net zur Ruhe. In der Psychiatrie wird dann Valium oder ähnliches gespritzt - also chemischer knock out.

Den letzten heftigen Zustand hatte ich im August letzten Jahres. Mir fehlt da die Erinnerung an knapp drei Tage. In diesen Tagen habe ich aber laut Auskunft des Pflegepersonals mich mit Ärzten unterhalten, gegessen und sonstiges - weg - einfach alles weg. Hattest Du auch schon solche Aussetzer und wenn ja - wie gehst Du damit um?

Wenn ich meine Tiere nicht hätte ... Sie sind so der wichtigste und dauerhafteste Halt in meinem Leben.

Liebe Grüße von
Leonie
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Alt 07.02.2007, 15:51   #28
Teetante
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 612 Tage alt

Hallo Leonie!

Bin weder Borderlinerin noch habe ich irgendwelche bekannten psychischen Erkrankungen, aber es interessiert mich halt einfach mehr davon zu erfahren.

Wie geht man den mit den (ständigen?) Albträumen um? Gibt es da auch medikamentöse Einstellungen oder muß man das als Patient hinnehmen?

Wenn man mir Tavor 5 mg geben würde, wäre ich wahrscheinlich in einem ähnlichen Zustand, wie Du letztes Jahr im August. Das stelle ich mir auch sehr schlimm vor, wenn man da so einen Filmriß über 3 Tage hat, bzw. ich kann es mir eigentlich gar nicht vorstellen!

Kannst Du Dich denn an rein gar nichts mehr erinnern bzw. wie war es denn, als Du Dich dann wieder erinnern konntest? Also, was ich meine ist, warst Du dann mit einem Mal wieder "geistig" voll anwesend und bist aufgewacht aus diesem Zustand?

Versteh das "geistig" nicht falsch, weiß nicht, wie ich es sonst beschreiben soll....

Freue mich auf Deine Antwort, liebe Grüße, Andrea
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Alt 07.02.2007, 16:09   #29
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 612 Tage alt

Hallo StarBug!

Ja Du hast recht. Meine Therapeuten versuchen nunmehr seit knapp 15 Jahren mich dazu zu bewegen auszuziehen. Mittlerweile haben sie´s aber aufgegeben. Ich wohne auf dem Land im Elternhaus - welches ich auch erben werde. Früher konnte ich nicht weg, da meine Mutter Krebs hatte. Zum Schluss habe ich sie auch gepflegt und sie ist Zuhause gestorben. Dann wurde das mit dem Trinken bei meinem Vater schlimmer. Er ist mit Mitte 50 in Rente nach einem Apoplex und hatte letztes Jahr eine Krebs-OP - bisher ohne Metastasen. Außerdem hat er starke Blutdruck- und Kreislaufprobleme und ist haushaltstechnisch gesehen eine absolute Niete. Es war schon immer klar, dass ich meine Eltern pflegen werde und daher im Haus bleibe.

Solange ich gearbeitet hab, wäre finanziell das Ausziehen möglich gewesen. Mit der anstehenden EU-Rente sieht das anders aus. Ich werde zwar meine Pferde behalten können, da ich bei meinem Wirt im Dorf wieder bedienen gehen kann, aber große Sprünge sind dann nicht mehr drin. Wie ich schon Angie geschrieben habe sind meine Tiere (2 Pferde, 2 Kaninchen und eine Katze) der wichtigste Halt in meinem Leben. Müsste ich eins hergeben, wäre es so für mich, als würde ich ein Kind im Stich lassen.

Von Traumatherapie nehmen alle meine Behandler bewusst Abstand. Dafür sind meine Krisen immer noch viel zu heftig und zu häufig. Ich habe gelernt das zu akzeptieren. Den Gedanken daran aufgeben - nein - wer weiß - irgendwann einmal.

Eine partnerschaftliche Beziehung kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Da müsste ich mich ja zumuten .

Alles Liebe
Leonie
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Alt 07.02.2007, 16:42   #30
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Gute Fragen Andrea!

Prinzipiell muss man die Alpträume erstmal hinnehmen. Manchen helfen Schlaftabletten, die aber wiederum in der Stärke wie ich sie bräuchte abhängig machen und ein ständiger hang over ist auf Arbeit auch net sehr praktisch. Dann kann man versuchen die Alpträume zu ergründen - was allerdings in Richtung Traumatherapie geht und bei mir nicht angezeigt ist. Bewusst postive Gefühle oder Gedanken vor dem Schlafengehen produzieren ist eine weitere Möglichkeit. Ein gutes Buch, baden, sich im Arm halten lassen (wenn man das kann) u. ä.

Man kann auch Ergotherapeutisch an die Sache rangehen indem man versucht den Bildern aus den Träumen ein anderes Ventil zu bieten: Malen, Gedichte schreiben, Töpfern.

Ein Therapeut hat mir auch mal Sorgenpüppchen geschenkt. Denen soll ich vor dem Einschlafen alle schlechten Gedanken erzählen und die halten sie dann über Nacht von mir fern. Das ist eine ähnlich Funktion wie Imaginationsübungen z. B. ich packe meine Dämonen alle in einen Tresor und sperr sie ein - oder ich setze sie alle in einen Zug und lass sie wegfahren. Hilft alles bedingt und erfordert viel Übung. Ich selber hab diese Dinge bisher nur ansatzweise in Kliniken kennengelernt. Daher bin ich auch für die BL-Gruppe angemeldet. Dort lernt man solche sogenannten Skills - also Übungen um destruktiven Verhalten und Alpträumen/Bildern entgegenwirken zu können.

Was die Aussetzer betrifft gibt´s unterschiedliche Intensitäten und Abläufe. Ursächlich sind meistens seelische Überforderungszustände. Teilweise bin ich einfach nur völlig apathisch - dann wiederum rede und mache ich unsinnige und auch gefährliche Sachen. Ich bin dabei noch nie aggressiv gegen fremde Personen geworden kenne es von anderen aber auch anders. Der Übergang zum realistischen Wahrnehmen der Umwelt zieht sich meist über einen längeren Zeitraum. Fast so, als erwache man nur langsam aus einem Traum und muss erstmal sortieren, was real ist und was nicht. Danach fühle ich mich total erschöpft, als hätte ich gerade einen Marathon gelaufen. Wenn´s so extreme Aussetzer sind wie letztes Jahr - da stellte ich erst durch einen Blick auf den Kalender fest, dass mir 3 Tage fehlen. Nach Außen ist des gar net weiter aufgefallen. Als hätte sich ein Teil von mir einfach für ein paar Tage eine Auszeit genommen.

Erinnerungen an diese Zwischenzeiten sind ebenfalls sehr unterschiedlich. Meistens ist es nur ein Gefühl der unendlichen Leere und des Verlorenseins und wahnsinnig große Angst. Dann wiederum skuriele Bilder - surreale Erlebnisse - schwer zu beschreiben.

Jetzt muss ich mich mal kurz schütteln um wieder ganz im Hier und Jetzt zu sein. Schon eigenartig wenn man so über sich selber schreibt - bin/war das wirklich ich?!

Ist aber o. k., dass Du nachfragst. Es hilft mir auch mich ein Stück weit zu sortieren und zu sehen, was ich schon alles hinter mich gebracht habe.

Alles Liebe
Leonie
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