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Alt 07.02.2007, 16:42   #30 (Permalink)
Leonie
Schaut öfter mal rein
 
 
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 577 Tage alt

Gute Fragen Andrea!

Prinzipiell muss man die Alpträume erstmal hinnehmen. Manchen helfen Schlaftabletten, die aber wiederum in der Stärke wie ich sie bräuchte abhängig machen und ein ständiger hang over ist auf Arbeit auch net sehr praktisch. Dann kann man versuchen die Alpträume zu ergründen - was allerdings in Richtung Traumatherapie geht und bei mir nicht angezeigt ist. Bewusst postive Gefühle oder Gedanken vor dem Schlafengehen produzieren ist eine weitere Möglichkeit. Ein gutes Buch, baden, sich im Arm halten lassen (wenn man das kann) u. ä.

Man kann auch Ergotherapeutisch an die Sache rangehen indem man versucht den Bildern aus den Träumen ein anderes Ventil zu bieten: Malen, Gedichte schreiben, Töpfern.

Ein Therapeut hat mir auch mal Sorgenpüppchen geschenkt. Denen soll ich vor dem Einschlafen alle schlechten Gedanken erzählen und die halten sie dann über Nacht von mir fern. Das ist eine ähnlich Funktion wie Imaginationsübungen z. B. ich packe meine Dämonen alle in einen Tresor und sperr sie ein - oder ich setze sie alle in einen Zug und lass sie wegfahren. Hilft alles bedingt und erfordert viel Übung. Ich selber hab diese Dinge bisher nur ansatzweise in Kliniken kennengelernt. Daher bin ich auch für die BL-Gruppe angemeldet. Dort lernt man solche sogenannten Skills - also Übungen um destruktiven Verhalten und Alpträumen/Bildern entgegenwirken zu können.

Was die Aussetzer betrifft gibt´s unterschiedliche Intensitäten und Abläufe. Ursächlich sind meistens seelische Überforderungszustände. Teilweise bin ich einfach nur völlig apathisch - dann wiederum rede und mache ich unsinnige und auch gefährliche Sachen. Ich bin dabei noch nie aggressiv gegen fremde Personen geworden kenne es von anderen aber auch anders. Der Übergang zum realistischen Wahrnehmen der Umwelt zieht sich meist über einen längeren Zeitraum. Fast so, als erwache man nur langsam aus einem Traum und muss erstmal sortieren, was real ist und was nicht. Danach fühle ich mich total erschöpft, als hätte ich gerade einen Marathon gelaufen. Wenn´s so extreme Aussetzer sind wie letztes Jahr - da stellte ich erst durch einen Blick auf den Kalender fest, dass mir 3 Tage fehlen. Nach Außen ist des gar net weiter aufgefallen. Als hätte sich ein Teil von mir einfach für ein paar Tage eine Auszeit genommen.

Erinnerungen an diese Zwischenzeiten sind ebenfalls sehr unterschiedlich. Meistens ist es nur ein Gefühl der unendlichen Leere und des Verlorenseins und wahnsinnig große Angst. Dann wiederum skuriele Bilder - surreale Erlebnisse - schwer zu beschreiben.

Jetzt muss ich mich mal kurz schütteln um wieder ganz im Hier und Jetzt zu sein. Schon eigenartig wenn man so über sich selber schreibt - bin/war das wirklich ich?!

Ist aber o. k., dass Du nachfragst. Es hilft mir auch mich ein Stück weit zu sortieren und zu sehen, was ich schon alles hinter mich gebracht habe.

Alles Liebe
Leonie
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