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Gast
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AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 576 Tage alt
Hallo Leonie,
ich möchte Dir zu zwei Dingen antworten: zu den Albträumen und zur Amnesie.
Zunächst zu den Albträumen: Sie drehen sich bei mir sehr oft um meine Mutter (zu der ich ein äußerst gespaltenes bzw. seit 2 Jahren gar kein Verhältnis mehr habe), um mein Zuhause (Angst, es zu verlieren) und um das Aufgeben, Resignieren schlechthin.
Aus eigenen Stücken fing ich irgendwann damit an, ein Traumbuch zu schreiben, und zwar wie folgt: Ich beschreibe den Traum in allen Details, vor allem auch mit allen Gefühlen in den jeweiligen Situationen und in Gegenwartsform nieder.
Dann versuche ich, eine Art Deutung zu schreiben, die Symbolik zu erkennen.
Mit etwas Abstand kümmere ich mich dann speziell um die Emotionen in den einzelnen Situationen (Wut, extreme Aggression, Trauer, Verzweiflung, Angst, Selbstzweifel ... naja, oft ist's alles gleichzeitig). Dann schreibe ich den Traum um. Nehme Situation A und ändere die Resignation in Antrieb, nehme Situation B und veränderte die Angst in Mut usw.). Mache ich das konsequent, verändern sich meine Träume, werden angenehmer. Leider bleibe ich nicht über die Dauer am Ball, so dass die alten Albträume mit unveränderter Macht zurückkehren.
Zur Amnesie:
Ich habe das nur ein einziges Mal erlebt. Wenn ich Dir das erzähle, hältst Du mich vermutlich für vollkommen verrückt. Aber ich tu es trotzdem.
Ich habe die Gabe, in bestimmten Situationen an völlig anderen Orten "sehen" zu können. So war es auch eines späteren Abends im Jänner 1996, als ich allein zu Hause und mein Mann gerade mit Freunden im Skiurlaub war. Plötzlich sah ich ihn da mit einer grausig arroganten Tante wild rumknutschen. Wenig später "sah" ich, wie sich die beiden im Bett austobten. Ich war damals vollkommen von Sinnen, zerschnitt in meiner Wut teure T-shirts von meinem Mann, besoff mich mit 2 Flaschen Wein ... Das gleiche Spiel sollte sich dann all die restlichen Tage wiederholen.
Als mein Mann vom Skiurlaub zurück kam, hatte ich das alles vergessen. Ich weiß nur, dass ich mich beim Abholen am Flughafen total besch**** fühlte, ihn sah, sagte: "Es ist gut, dass Du wieder da bist. Dieses Mal war's nicht gut." Er gab mir einen flüchtigen Kuss, worauf ich mich nur angewidert wegdrehen konnte. Und ich konnte mir nicht erklären, warum ich so angewidert war. Es war wohl sein Geruch: Er roch nach fremdem Speichel.
Alles blieb 100%ig vergessen, bis es fast 8 Monate später peu à peu wieder hoch kam. Es war, als würde ich alles von damals noch einmal erleben. Es zog sich über 2,5 Monate hin, und fast täglich brach irgendwas Neues aus mir heraus. Es war die Hölle! Mein Mann war damals ebenfalls vollkommen fertig, weil (wie er mir viiiiiiel später beichtet) alles exakt so war, wie von mir gesehen.
In der psychosomatischen Klinik, in der ich von September bis November 1998 war, sagte man mir etwas von "psychogener Amnesie", was immer das heißen soll.
Wie gesagt, ich habe sowas nur dieses eine Mal erlebt ... reicht mir auch.
Übrigens schlägt mir mein Herz grad bis zum Hals. Es fällt mir nach wie vor sehr schwer, über so etwas zu schreiben.
Was sagst Du dazu?
Liebe Grüße von
Angie
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