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Alt 08.02.2007, 08:37   #36 (Permalink)
Teetante
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 575 Tage alt

Zitat: von Leonie
Gute Fragen Andrea!

Prinzipiell muss man die Alpträume erstmal hinnehmen. Manchen helfen Schlaftabletten, die aber wiederum in der Stärke wie ich sie bräuchte abhängig machen und ein ständiger hang over ist auf Arbeit auch net sehr praktisch. Dann kann man versuchen die Alpträume zu ergründen - was allerdings in Richtung Traumatherapie geht und bei mir nicht angezeigt ist. Bewusst postive Gefühle oder Gedanken vor dem Schlafengehen produzieren ist eine weitere Möglichkeit. Ein gutes Buch, baden, sich im Arm halten lassen (wenn man das kann) u. ä.
Hallo Leonie!

Hier nun die versprochene Antwort!

Ok, soweit habe ich jetzt einen kleinen Einblick bekommen, aber so ein paar Fragen tun sich dann doch wieder auf!

Schlaftabletten sollte man nicht ständig und immer nehmen, da gebe ich Dir voll und ganz recht, zumal nicht nur der Hang over störend ist, sondern auch z.B. die täglichen Sachen wie Autofahren, Kochen etc. sehr eingeschränkt sein können, wenn man sich in ein gewisses Abhängigkeitspotential gibt!

Naja, gutes Buch lesen und baden mache ich auch, wenn ich meine Schlafstörungen habe, die mich so 2x pro Jahr befallen. Gerade habe ich damit auch wieder mal zu kämpfen, aber ich kann halt schlecht einschlafen und wenn ich dann schlafe, wache ich gegen 3 Uhr ca. auf und dann ist die Nacht erstmal vorbei. In der Regel schlafe ich dann gegen 5 Uhr wieder ein und hole Schlaf nach bis ca. 8 Uhr. Albträume habe ich keine regelmäßigen, sicher nur das, was so jeder Mensch mal hat, also mal einen! Aber lesen und baden, hast Du das mal ausprobiert?

Was ich ne gute Idee fand, war dieses Traumtagebuch, was Monsti geschrieben hatte, ich hätte da schon wieder ein Problem mit, weil meistens, wenn ich schlecht träume, vergesse ich das sofort, wenn ich aufwache, wie ist das denn bei Dir? Also ich könnte das gar nicht so genau aufschreiben, meine ich damit.

Warum ist eine Traumatherapie bei Dir nicht möglich? Du brauchst hier nicht ins Detail zu gehen, eine einfache Antwort reicht mir, will nun auch nicht zu neugierig rüberkommen!

Zitat: von Leonie
Man kann auch Ergotherapeutisch an die Sache rangehen indem man versucht den Bildern aus den Träumen ein anderes Ventil zu bieten: Malen, Gedichte schreiben, Töpfern.
Ok, wer künstlerisch ein bißchen begabter ist, für den ist das sicherlich eine Möglichkeit, für mich wäre es nichts!

Zitat: von Leonie
Ein Therapeut hat mir auch mal Sorgenpüppchen geschenkt. Denen soll ich vor dem Einschlafen alle schlechten Gedanken erzählen und die halten sie dann über Nacht von mir fern. Das ist eine ähnlich Funktion wie Imaginationsübungen z. B. ich packe meine Dämonen alle in einen Tresor und sperr sie ein - oder ich setze sie alle in einen Zug und lass sie wegfahren. Hilft alles bedingt und erfordert viel Übung. Ich selber hab diese Dinge bisher nur ansatzweise in Kliniken kennengelernt. Daher bin ich auch für die BL-Gruppe angemeldet. Dort lernt man solche sogenannten Skills - also Übungen um destruktiven Verhalten und Alpträumen/Bildern entgegenwirken zu können.

Ja, das habe ich auch schon mal gelesen oder gehört, mit diesen Sorgenpüppchen oder Sorgenschüsseln mit Deckel drauf, damit die Sorgen in der Schüssel bleiben. Das erfordert aber mit Sicherheit viel Konzentration und kann im Akutfall nicht unbedingt helfen, oder?

Zitat: von Leonie
Was die Aussetzer betrifft gibt´s unterschiedliche Intensitäten und Abläufe. Ursächlich sind meistens seelische Überforderungszustände. Teilweise bin ich einfach nur völlig apathisch - dann wiederum rede und mache ich unsinnige und auch gefährliche Sachen. Ich bin dabei noch nie aggressiv gegen fremde Personen geworden kenne es von anderen aber auch anders. Der Übergang zum realistischen Wahrnehmen der Umwelt zieht sich meist über einen längeren Zeitraum. Fast so, als erwache man nur langsam aus einem Traum und muss erstmal sortieren, was real ist und was nicht. Danach fühle ich mich total erschöpft, als hätte ich gerade einen Marathon gelaufen. Wenn´s so extreme Aussetzer sind wie letztes Jahr - da stellte ich erst durch einen Blick auf den Kalender fest, dass mir 3 Tage fehlen. Nach Außen ist des gar net weiter aufgefallen. Als hätte sich ein Teil von mir einfach für ein paar Tage eine Auszeit genommen.
Wenn Du in solchen Zuständen bist, und dann auch schon mal apathisch bist oder aber auch andere unsinnige Sachen machst, wie Du das beschreibst, dann aber merkt doch auch das Umfeld etwas.

Klar, wenn Du normal reagierst, ißt, trinkst, dann ist es sicher auch für fachkundige Menschen schwer zu erkennen, ob Du nun gerade in einem solchen Zustand bist oder nicht, aber ich meinte halt das andere. Weil Du weiter oben in einem Beitrag geschrieben hattest, daß Dein Umfeld (Ärzte, Schwestern etc.) von dem Ereignis im August nicht mitbekommen hat.


Zitat: von Leonie
Erinnerungen an diese Zwischenzeiten sind ebenfalls sehr unterschiedlich. Meistens ist es nur ein Gefühl der unendlichen Leere und des Verlorenseins und wahnsinnig große Angst. Dann wiederum skuriele Bilder - surreale Erlebnisse - schwer zu beschreiben.
Brauchst auch gar nicht weiter beschreiben, ich wollte nur mal einen kleinen Einblick haben und den hast Du mir gegeben, kann es mir zwar nur bedingt vorstellen, aber ich vergleiche es für mich als psychisch gesunden Menschen mal mit der Vorstellung des Aufwachens nach einer Vollnarkose! Vielleicht lachst Du nun und schüttelst den Kopf und sagst, Nee, so ist das nicht! Aber ich werde es, da ich es hoffentlich nie erlebe, mir wohl auch nicht ganz so gut vorstellen können.

Zitat: von Leonie
Ist aber o. k., dass Du nachfragst. Es hilft mir auch mich ein Stück weit zu sortieren und zu sehen, was ich schon alles hinter mich gebracht habe.

Alles Liebe
Leonie
Leonie, so wie ich Deine Beiträge lese, hast Du schon ein ganzes Stück hinter Dich gebracht!

Ich hatte die Antwort von Micha und Deine Antwort gelesen bzgl. Deiner Eltern und die Pflege ihrerseits. Es ist eine riesengroße Verantwortung, wenn man sagt, man pflegt seine Eltern, wenn sie gepflegt werden müssen und deshalb schon mal vorab von mir ein großes "Hut ab", denn bei Deiner Erkrankung und Sorgen, dann auch noch den Vater zu pflegen, bedarf schon viel gutem Willen. Wirst Du denn z.B. von einem Pflegedienst wenigstens etwas entlastet am Tag oder machst Du alles alleine?

Was passiert zu Hause, wenn Du in der Klinik bist?

Ich hoffe, ich bin Dir mit meiner Fragerei nicht zu Nahe getreten, Du brauchst natürlich nicht alles zu beantworten, mach es so, wie es Dir gut tut und wie Du gut damit umgehen kannst!

Viele liebe Grüße,

Andrea
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