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Alt 08.02.2007, 19:20   #37 (Permalink)
Leonie
Schaut öfter mal rein
 
 
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Standard AW: Ab wann wird es dem Arzt zuviel? - Dieser Beitrag ist 577 Tage alt

Hallo Andrea!

War den ganzen Tag on tour und komm erst jetzt zum Antworten.

Baden und lesen helfen mir schon von Zeit zu Zeit um gut einzuschlafen. Besser als alles Andere - hab ich glatt vergessen zu schreiben - ist körperliche Erschöpfung. Früher hab ich das ganz gut hinbekommen: erst Büroarbeit, dann schnell im Stall Hoppa bewegen, heim, duschen und umziehen und ab zum Bedienen und nachts um drei dann einfach nur noch umfallen und schlafen - da geht gar nix mehr mit denken. Allerdings war das in meinen "jungen Jahren" . Hat aber zumindest zweitweise ganz gut funktioniert.

Nachts aufwachen und nicht mehr einschlafen können ist ek´lig. Da hilft manchmal heiße Milch mit Honig - wenn man´s mag. Hab auch schon bewusst dann eine Stunde gearbeitet - Wäsche bügeln oder so - bis mir dann die Augen wieder zufallen.

Sich an Träume bewusst erinnern ist Übungssache. Zettel und Stift am Nachttisch sind da schon mal eine Gedankenstütze beim Aufwachen. Leider weiß ich die meisten meiner Träume noch sehr genau nach dem Aufwachen. Wenn es keine Bilder sind, dann ist es das Gefühl aus dem Traum das mir den ganzen Tag nachgeht. Da hilft nur noch Ablenkung.

Die Sache mit den Sorgenpüppchen und den Imaginationsübungen sind Bestandteile der Verhaltenstherapie und Du hast recht, dass man dafür sich gut konzentrieren können muss. Es ist eine Übungssache - fast wie Laufen lernen - mit destruktiven Verhaltensstrukturen zu brechen. Das Skillstraining ist vergleichbar mit dem 10-Schritte-Programm der AA´s. Man darf es nicht mehr zum Akutfall kommen lassen, sondern vorher Gegenmaßnahmen ergreifen.

Zum Thema Traumatherapie: Mein Therapeut ist der Meinung, dass ich zu instabil bin um bewusst die verschiedensten Traumatas erneut durchzuarbeiten. Er sieht die Gefahr, dass ich mich in den negativen Gefühlen und Erinnerungen verliere und suizidal werde. Ich bin immer noch chronisch latent suizidal. Allerdings bin ich jetzt seit knapp 3 Jahren SV-frei und hole mir Hilfe, wenn´s eng zu werden droht. Mein Ja zum Leben überwiegt mittlerweile.

Deinen Vergleich mit dem Aufwachen aus einer Vollnarkose in Bezug auf die Derealisationszustände finde ich gar nicht schlecht!


Bei meiner Mutter hatte ich mir unbezahlten Urlaub für die Pflege genommen und hab es auch ohne Pflegedienst geschafft. Unser damaliger Hausarzt war Gold wert. Ich durfte das Morphium selber Spritzen. Brauchte ich aber nicht lange.

Mein Vater ist rein körperlich noch relativ fit. Aktuell kümmere ich mich nur um den Haushalt, Wäsche und Essen kochen. Außerdem fahre ich ihn zu den Ärzten, schau drauf, dass er seine Medi´s nimmt - und bin einfach da um mir seine Sorgen und Ängste anzuhören. Er hat eine Freundin, die sich aber aufgrund seines schlechteren Gesundheitszustandes zurückgezogen hat. Von Zeit zu Zeit schaut sie mal über´s Wochenende bei ihm vorbei.

Wenn ich in der Klinik bin schaut sich meine Tante, die neben uns wohnt und meine Schwestern bei meinem Vater um. Ich werde höchstwahrscheinlich am Wochenende heimfahren. Die Klinik ist nur eine Autostunde entfernt.

Gestern Abend hatt ich mir vorgenommen mir einen neuen Therapeuten zu suchen, der mich mehr fordert. Heute hab ich von meinem Nervenarzt den Satz an den Kopf bekommen: "Ich glaube, Therapie ist Gift für sie." - Darüber werde ich mir jetzt mal Gedanken machen.

Liebe Grüße - und auweia ist das wieder ein ewig langer Beitrag geworden -
Leonie
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