Hallo Teetante!
Hab mich gefreut über Deine Antwort! - Provokation - ja - teilweise sind´s wirklich rein provokative Aussagen. Es haben sich aber über die Jahre auch immer wieder Beziehungen zu Behandlern ergeben, die über das Arzt-Patientenverhältnis hinausgingen. Z. B. private Einladungen, E-Mail-Kontakte und Diskussionen darüber, wer sich nun in wen verliebt hat. Bei letzterem gab der Therapeut letztendlich zu, dass das Gefühl von ihm ausging.
Schwarze Schafe? - Kann ich so net ganz bejahen. Hat mir ja net immer geschadet was sich da so ergeben hat. Von meinem Analytiker hab ich mich dann aber doch getrennt (nach knapp drei Jahren - ich bin eine treue Seele), als er wollte, dass mein Vater sein Haus günstig renoviert.
Sicherlich ist man selbst dafür verantwortlich, wie man sich darstellt. Nur, wie stellt man sich dar, wenn man mit 17 zehn Monate in der geschlossenen Psychiatrie verbringt nach vorangegangengenen 9,5 Monaten Kinder- und Jugendpsychiatrie - es nicht mehr aushält eingesperrt zu sein, als Versuchskaninchen für neuartige Medikamente herhält und jeden Tag eine neue Diagnose an den Kopf geworfen bekommt? (Borderline war vor 15 Jahren noch kein solches Schlagwort wie heute - Es gab auch Aussagen von Ärzten, dass es meine Erkrankung gar nicht gäbe ...) Es begann ein Spiel: Geht´s mir offiziell gut, dann hab ich Ausgang - darf raus - Geht´s mir aber schlecht, so bin ich nur noch eingesperrt. Also wieviel zeige ich?
Das ist lange her und trotzdem sitzt dieses Verhaltensmuster so dermaßen tief in mir drin - achja.
Der Sinn und Unsinn einer Therapie ist nochmal ein anderes Thema. Natürlich versuche ich weitestgehend ehrlich zu sein. Manchmal weiß ich jedoch selbst nicht mehr was gerade ehrlich wäre.
Liebe Grüße
Leonie