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Eine Form von Stalking?

In dieser Diskussion geht es um "Eine Form von Stalking?" im "Psychische Erkrankungen" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
Huhu alle, ich hab da mal ein Problem. Und zwar drängt sich mir der Verdacht auf, dass mein Ex-Gatte (44) ein Verhalten an den Tag ...


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Alt 30.08.2007, 08:01   #1
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Standard Eine Form von Stalking? - Dieser Beitrag ist 410 Tage alt

Huhu alle,

ich hab da mal ein Problem. Und zwar drängt sich mir der Verdacht auf, dass mein Ex-Gatte (44) ein Verhalten an den Tag legt, was ich als differenziertere Form von Stalking betrachte.

Zur Vorgeschichte: Im Jahre 2000 haben wir uns auf seine Veranlassung hin getrennt (er wollte mal eben kurz 2 Jahre mit seiner Geliebten zusammen leben und dann gern wieder zurück, fand ich nicht so prickelnd, diese Idee), seit 2003 sind wir geschieden.

Wir haben zwei gemeinsame Kinder, einen Sohn (12) und eine Tochter (10).

Ein halbes Jahr nach der Trennung ging es los damit, dass er in regelmäßigen 6-monatigen Abständen wieder Versuche einer Versöhnung startete. Allerdings waren mir nach ungefähr 2 monatigem Gefühl des "das Leben ist vorbei" die wieder gewonnene Freiheit und mein Seelenfrieden wichtiger, denn als glücklich konnte man die Ehe auch nicht bezeichnen. Nach der Scheidung hat das dann auch aufgehört und eigentlich liefen bis auf seine Versöhnungsversuche die ersten 4 Jahre reibungslos.

Seit 3,5 Jahren nun habe ich eine neue Beziehung und urplötzlich ist er ein Übervater. (Ich lebe nicht mit dem neuen Partner in einem Haushalt) und sprudelt über von irgendwelchen abstrusen Ideen. Vor 3 Jahren fing es an mit täglichen Anrufen, er wolle die Kinder sprechen und hätte auch ein Recht da drauf blabla. Mittlerweile ruft er bis zu 2 oder 3 mal täglich an, um dann die Kinder genauestens über Tagesabläufe hier auszuhorchen.

Dazu kommen in regelmäßigen Abständen diverse Drohungen:

- er will das Haus zwangsversteigern lassen, in dem ich mit den Kindern laut Scheidungsvereinbarung weiter leben darf. Für ihn entstehen dadurch gar keine Kosten, eher das Gegenteil ist der Fall, weil ich allein die Tilgung trage.

- er will einen geringer bezahlten Job annehmen, damit er weniger Unterhalt zahlen muss.

- er verlangt von mir Dokumentationen über meine Arbeitssuche (ich habe in der Zeit immer wieder Aushilfstätigkeiten angenommen, die weit über das nach gängiger Rechtsprechung nötige Maß hinausgingen, allerdings ist eine dauerhafte Einstellung als Alleinerziehende in einem kleinen Ort auch nicht so einfach).

- er fängt an, dass er unbedingt die Kinder haben will. Lächerliches Unterfangen, weil er durch seine berufliche Tätigkeit öfter im Ausland als zu Haus ist und zweitens die Kinder aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen werden würden (er wohnt 60 km entfernt).

- daraufhin wollte er das Haus wieder haben und die Kinder gleich mit

- leider hab ich ihm selbst ein Argument an die Hand gegeben mit: es liege ja wohl keine Kindeswohlgefährdung vor. Seitdem zieht er diverse banale Gegebenheiten vor und lässt sich über meine Unfähigkeit als Mutter während der Anwesenheit der Kinder bei ihm aus.

- er beeinflusst massiv unseren Sohn, damit er bei ihm wohnen will. Anfänglich hat das geklappt, mittlerweile steht der Sohn dem von allein skeptisch gegenüber.

- er drohte mit Sorgerechtsstreit, als ich nicht seinem Wunsch folgen wollte, unseren Sohn entgegen aller Empfehlungen auf dem Gymnasium anzumelden.

- im Frühling diesen Jahres ging er mit den Kindern in ihrem Urlaub in Italien zu einer dort ansässigen, der deutschen Sprache nicht mächtigen Psychologin, um einen Ausmaltest mit den Kindern zu veranstalten. Mit dem Ergebnis: der Sohn hätte zu wenig Selbstbewusstsein, soziale Defizite und bräuchte dringend mehr Zuwendung vom Vater. Die von meinem Ex immer schon ignorierte Wahrnehmungsstörung (3 Jahre Therapie) hat er natürlich mit keinem Wort erwähnt. Mir legte er den Test vor und wollte meine Reaktion sehen. Ich äußerte nur, dass da nichts drin stehen würde, was ich nicht schon seit Jahren wüsste.

- bei der Geburt der Kinder waren wir uns einig, dass die Kinder selbst entscheiden sollen, ob sie getauft werden wollen. Nun wünschte im Sommer diesen Jahres seine Mutter eine Taufe der Kinder und es begannen eine Reihe von Anrufen von beiden mit der Formulierung, ich hätte die Kinder nicht genug durch Reden in diese Richtung gelenkt, weil beide Kinder eine Taufe ablehnten. Insgesamt ein in meinen Augen lächerliches Unterfangen und nur reiner Machtkampf, denn weder er noch ich sind gläubig, geschweige denn in der Kirche.

- gestern nun war er der Meinung, das gestörte Sozialverhalten unseres Sohnes müsste von einem Kinderpsychologen untersucht werden und führte eine Reihe von Vorkommnissen an, in denen unser Sohn angeblich unangemessene körperliche Übergriffe an Jüngeren begangen haben soll. Einige der genannten Vorfälle habe ich überprüft durch Befragung der Kinder und anderer anwesender Erwachsener, und es hat sich heraus gestellt, dass sie absolut nicht zutreffend waren. Es wäre auch ein Verhalten, dass ich von unserem Sohn überhaupt nicht kenne und alle, die ihn kennen, ad hoc als unwahrscheinlich bezeichnen. Er ist eher das Gegenteil von aggressiv, nämlich sehr ruhig, introvertiert, harmoniesüchtig und verabscheut Streit und körperliche Auseinandersetzung, mal von den kleinen Kabbeleien unter Geschwistern abgesehen.

- 1 Stunde später erhielt ich eine E-Mail mit dem Inhalt, dass er mal wieder den Unterhalt kürzen will.

Diese Themen und andere, die ich mittlerweile nicht mehr zusammen bekomme, kommen also seit 3 Jahren regelmäßig auf den Tisch. Ich habe schwerst den Eindruck, dass es ihm vordergründig nicht um die Kinder geht, sondern dass er unsere Trennung noch nicht wirklich verarbeitet hat und Gründe sucht, mir eins auszuwischen und zeitgleich diese Aktionen ihm in einem mit Sicherheit wahrscheinlichen Sorgerechtsprozess, wenn er denn endlich mal wirklich stichhaltige Argumente zusammen bekommt, ein außerordentliches Interesse am Wohl der Kinder attestieren würden.

Insgesamt gesehen empfinde ich seine Aktionen und ständigen Anrufe mittlerweile als Psychoterror, weil sie sich immer mehr steigern statt abzunehmen, und selbst die Kinder reagieren genervt, wenn er anruft mit den Worten: Schon wieder?

Die Anregung eines klärenden Gespräches lehne ich schon mal ab, denn 1. bin ich mittlerweile auch schon ziemlich emotional angegriffen, 2. weiß ich, dass er sowieso nicht zuhört oder laut schimpfend und Türen knallend das Terrain verlässt und 3. zaghafte Versuche meinerseits diesbezüglich schon kläglich scheiterten an seiner Argumentation des gemeinsamen Sorgerechts und er hätte das Recht, die Kinder zu sprechen.

So, nun meine Fragen: Kann man so etwas schon als Stalking bezeichnen? (Er plante zwischenzeitlich schon wieder einen Umzug hierher, und ich bin mir sicher, dann hätte er bestimmt des öfteren unangemeldet vor der Tür gestanden).

Und: Was sollte ich am besten tun?

Ich kann eine Antwort kaum erwarten

Grüße
Brinkfriede
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Alt 30.08.2007, 13:11   #2
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Standard AW: Eine Form von Stalking? - Dieser Beitrag ist 410 Tage alt

Hallo

erstmal Willkommen im Forum!

Zu deinen Frage(n).... Hmmmm ich würde als allererstes meinen Partner mit ein beziehen, quasi als emotionale Stütze!

Desweiteren würde ich ein Gespräch mit einem Anwalt suchen ggf Der der dich bei der Scheidung vertreten hat!

Führe ein Tagebuch über alles was er tut:

- Anrufen (Uhrzeit/ Datum/ Was er wollte!)
- Emails (Ausdrucken und dazu heften!)
- Reaktion der Kinder!
usw....

Meine Mutter hatte vor "Urzeiten" mal das Problem das ihr immer irgendwer angerufen hat und sich nie meldete, sondern nur ins Telefon stöhnte....

Als sie sich an die Polizei gewahnt hat meinte Einer:
" Kaufen sie sich eine Trillerpfeife und wenn ein Anruf kommt, einmal TIIIIIEEEEF Luft holen und los trillern...!"
Was soll ich sagen es hat gewirkt..... Allerdeings halte ich es in deinem Fall vielleicht nicht für angebracht, aber das solltest du selbst entscheiden.

Jedenfalls wünsche ich dir viel Kraft und Zuversicht für die Zukunft.

gruß Schubser
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Alt 30.08.2007, 15:09   #3
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Standard AW: Eine Form von Stalking? - Dieser Beitrag ist 410 Tage alt

Hallo Patientenschubser,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Naja, eigentlich hat sich die Frage, was zu tun wäre meinerseits erledigt nach Rücksprache mit Jugendamt und meiner Anwältin.

Ich habe ihm eine Mail geschrieben, in der ich ihm ein festgelegtes Zeitfenster für Gespräche mit den Kindern eingeräumt habe, ca. 3 mal die Woche. Ansonsten habe er die inflationäre Anruferei zu unterlassen. Absprachen, die die Kinder betreffen, nur noch in schriftlicher Form, wie z. B. E-Mail. Für alle weiteren Dinge wie Änderungen der Scheidungsvereinbarung, insbesondere Haus, Unterhalt und Sorgerechtsangelegenheiten, die über das Tägliche hinaus gehen, möge er sich direkt an meine Rechtsanwältin wenden.

Wenn das nichts fruchtet, soll vom Jugendamt her ein Mediationsgespräch stattfinden und bei weiterer Uneinsichtigkeit alleiniges Sorgerecht für mich beantragt werden.

Was ich noch gerne wissen möchte, kann man diesen Psychoterror (eben rief er schon wieder an um zu fragen, ob ich seine E-Mail erhalten habe) schon Stalking nennen? Oder bezieht sich dieser Begriff nur auf Androhungen von Tätlichkeiten und persönlicher Präsenz vor der Haustür?

Grüße
Brinkfriede
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Alt 30.08.2007, 15:14   #4
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Schau mal hier:

Stalking:

Das englische Wort
to stalk bedeutet ursprünglich „jagen, hetzen, steif gehen, stolzieren“ (aus dem Gälischen „stalc“ oder dem Substantiv „stalcaire“ = Jäger, Falkner). Im Englischen bedeutet to stalk: 1. heranpirschen, jagen; daraus: 2. verfolgen; 3. steif dahergehen, weiter lesen

gruß Schubser
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Alt 30.08.2007, 15:26   #5
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Alt 30.08.2007, 18:35   #6
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Au vielen Dank

Brinkfriede
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