AW: Hypochondrie - Dieser Beitrag ist 508 Tage alt Hallo Angie!
Hab da so meine ganz persönlichen Erfahrungen mit Hypochondern. Was mir aufgefallen ist: Die meisten haben keinen so rechten Lebensinhalt bzw. sind mit ihren Lebensumständen mehr als unzufrieden. Durch die "Krankheiten" haben diese Menschen erstens immer Gesprächsstoff - denn die meisten Kontakte lassen sich ja doch ein, wenn von Schmerzen und körperlichen Beschwerden geredet wird. Außerdem ist es Beschäftigung, Verdrängung anderer Probleme und Zeitvertreib: gedanklich setzen sie sich ständig mit dem eigenen Körper auseindander und die Arztbesuche ...
Ich stelle solchen Menschen dann z. B. die Frage: Was wäre, wenn Du definitiv wüsstest, dass Du bis auf ein paar normale Zipperlein vollkommen gesund bist? Was würdest Du gerne machen in Deinen Leben? Womit würdest Du Dich beschäftigen (müssen)? Dabei geht es nicht darum die Beschwerden wegzureden oder zu banalisieren, denn dann gehen die meisten aus dem Kontakt.
Die Beschwerden sind ja für diese Menschen real. Schon der Volksmund sagt z. B. "das liegt mir schwer im Magen" oder "es schlägt mir ins Kreuz" oder "es schnürt mir die Kehle zu", wenn etwas passiert ist im Leben, dass schwer zu verkraften ist. Ich denke da also in die psychosomatische Ecke.
Wenn man ganz mutig ist, kann man auch die Frage stellen: "Und was ist, wenn sich bei irgendeiner Untersuchung nun tatsächlich herausstellt, dass Du z. B. Krebs hast. Geht´s Dir dann besser?" - Zugegeben - das wäre schon hart, aber um Einsicht für die Notwendigkeit einer Therapie zu wecken hilft oft nur der Hammer.
Ich spreche wie gesagt aus Erfahrung. Eine Freundin von mir hatte Panikattacken, weil sie z. B. dachte, dass Sie bei erhötem Puls einen Herzinfarkt hat u. ä. - Nur durch eine Psychotherapie konnte Sie lernen mit Ihrer Angst umzugehen. Sie war bei einem Verhaltenstherapeuten, da es darum geht neues Verhalten im Bezug auf den eigenen Körper zu lernen.
Lässt sich Dein Bekannter im Gespräch mit Dir auch mal auf andere Themen ein oder geht es immer nur um seine körperlichen Beschwerden?
Liebe Grüße
Leonie |