Thema: Hypochondrie
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Alt 19.02.2007, 08:14   #9 (Permalink)
Teetante
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Standard AW: Hypochondrie - Dieser Beitrag ist 522 Tage alt

Hallo zusammen!

Ich habe den Thread jetzt hier mitverfolgt, ohne mich einzuschalten. Aber die Frage, die Monsti aufwirft und vielleicht auch beantwortet haben möchte, weiß ich gar nicht, ob man da eine befriedigende Antwort bekommt!?

Zu dem med1-Forum kann ich nur für mich persönlich schreiben, daß ich da zwar auch mal mitgelesen habe, mich nie angemeldet habe und eigentlich wegen meines chronischen Abszesses in der Leistenregion Tips und Ratschläge suchte. Diese Tips, die sich die anderen, z. T. hysterischen, teils sehr jungen Leute da gaben, reichten von "alles nicht so schlimm" bis "geh sofort zu einem Onkologen, das kann Drüsenkrebs sein".
Die User dort, bis auf wenige Ausnahmen, haben in meinen Augen alle ein Geltungsbedürfnis, was sie dort in diesem Forum stillen können. Wie sonst sollte man sich die regelrechte Hysterie, die dort vorherrscht, erklären? Jeder quersitzende Pups ist Darmkrebs, jede kleine entzündete Stelle an der Haut ist Hautkrebs, irgendwelche Pocken werden als AIDS-spezifische Hautveränderungen angesehen. Kein Wunder, daß die da alle am Rad drehen, wenn man solche - zumeist auch noch ernstgemeinten - "Diagnosen" bekommt als Antwort auf eine Frage!

Deshalb habe ich mich da ewig schon nicht mehr lesenderweise blicken lassen, weil ich auch keine Lust habe, mich über solche Sachen aufzuregen!

Zu der Hypochondrie im allgemeinen:
Wir hatten wohl in bis jetzt jeder Praxis, in der ich tätig war, einen oder mehrere Hypochonder, mal in leichter, mal in ausgeprägterer Form.

Wie geht man mit solchen Patienten um?

Ganz einfach, man macht das nötigste, um eine Krankheit auszuschließen. Z.B. ein Ruhe-EKG bei Herzbeschwerden, wenn da nichts auffälliges ist und man das (die Ärztin/der Arzt) dem Patienten mitgeteilt hat, kommt in der Regel direkt die nächste "Pseudodiagnose" und somit ist man mit Hypochondern schon gut beschäftigt, wenn man es als Arzt in seiner Praxis zuläßt, daß der Patient es ausleben kann. Meine Chefinnen/Chefs haben es nicht zugelassen, haben dann gerne auch fachspezifisch weiterüberwiesen, gerade bei so gastroenterologischen Sachen und dann auch oft mit dem weiterbehandelnden Arzt telefoniert, wenn der Pat. draußen war, so daß eben nicht die 5. Koloskopie in dem gleichen Jahr gemacht worden ist, weil solche Patienten die Angewohnheit haben, ständig die Ärzte zu wechseln und man jedes Mal auf's neue wieder anfängt!

Alles in allem ist es schwierig mit solchen Patienten richtig umzugehen, aber durchaus machbar!

Viele Grüße, Andrea
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