Gestern hatten wir auf Station ein kleines, irgendwie fast witziges Problem mit Johanneskraut.
Ein Patient, etwas älter, hat strenge Bettruhe und ist sehr faul. Außerdem ist er sehr brummelig und lässt sich verdammt gerne Bedienen. Sobald wir mal eine kleine Forderung an ihn haben, wie z.B. "Herr B., würden sie einmal bitte kurz den Arm anheben, ich mus ihnen den Blutdruck messen." kommt gleich die maulende Antwort zurück: "Grad jetzt wenn ich schlafen will machen Sie hier wieder so viel Arbeit und Hecktik! Typisch, nie hat man seine Ruhe!"
Naja, dass er lieber tod wär erwähnt er auch sehr oft. Nun kam unser Stationsarzt auf die gute Idee, ihm Johanneskraut anzusetzen einmal täglich, als Stimmungsaufheller. Ist ja im Prinzip ein sehr guter Gedanke.

Allerdings fühlt dieser Herr sich gut in seiner ich-nerv-alle- Laune, dass wir nicht wussten, wie wir ihm klar machen sollten, was diese neue zusätzliche Pille in seinem Tabletten-Dispenser ist und wie sie wirkt.
Der Kollegin von der Türe aus zuzuhören, wie sie ihm vorsichtig versuche die neue Tablette "vorzustellen" war zum schießen!

Aber ob er dazu bereit ist, sie jeden Tag zu nehmen oder ob er sie verweigert ist noch nicht ausdiskutiert mit ihm...
