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Thema: Lärm im Kopf

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In dieser Diskussion geht es um "Lärm im Kopf" im "Psychische Erkrankungen" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
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  1. #1
    Fühlt sich wohl hier Avatar von Charles Brandon
    Geschlecht
    maennlich
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    Standard Lärm im Kopf

    Gruß an alle!

    Mein 88jähriger Vater leidet unter akustischen Halluzinationen, er hört Stimmen. In früheren Beiträgen habe ich es schon angesprochen. (Für Einzelheiten und einige Umstände, die mich betreffen, siehe bitte dort. Es ist aber nicht unbedingt erforderlich.)

    Mein Vater hatte zwischenzeitlich eingesehen, daß die Stimmen (Nachbarn, die angeblich über ihn schimpfen) nur in seinem Kopf existieren, aber die Einsicht ist leider wieder verlorengegangen. Inzwischen geht es nicht nur um Stimmen, sondern auch um diffuse Geräusche. Er hört ohrenbetäubenden Lärm, der ihn am Schlafen hindert. Ich weiß nicht, ob das auch Halluzinationen sind oder ob es ein zusätzlicher Tinnitus ist oder etwas anderes. Er sagt, im Ohr gibt es seit langem eine schmerzende Stelle. Die Stärke des Lärms scheint von der Kopflage abhängig zu sein, im Liegen ist es besonders schlimm. Mein Vater glaubt, daß der Lärm auch außerhalb seines Kopfes zu hören ist und durchs ganze Haus dröhnt. Gleichzeitig hört er vermeintlich Stimmen der Nachbarn durch die Wand, die ständig rufen "Er muß endlich zum Arzt gehen!"

    Abgesehen von der Beurteilung der Halluzinationen ist mein Vater geistig voll auf der Höhe. Er spielt Schach, liest die Zeitung und erledigt weitgehend den Haushalt. Das Problem ist, daß er auf keinen Fall zum Arzt gehen will, obwohl die Situation ihn sehr bedrückt und den Rest seines Lebensmutes zu nehmen droht.

    Es ist zwar etwas unwahrscheinlich, aber vielleicht hat jemand eine Idee, was man machen könnte, ohne zum Arzt zu gehen. Möglicherweise ist Lärm im Kopf Symptom einer Art Mangelerscheinung, die man eventuell lindern könnte.

    CB

  2. #2
    Medizinstudent
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    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: Lärm im Kopf

    Hallo,

    das ist am Ehesten eine Psychose, die auf jeden Fall psychiatrisch/neurologisch abgekärt gehört. Es gibt Medikamente die diese Stimmen unterdrücken können, das würde die Situatiom für Ihren Vater westentlich angenehmer machen. Dazu muss er aber unbedingt einem Arzt vorgestellt werden. Bei solch einem Leidensdruch sollte er doch den Arztbesuch in Kauf nehmen oder woher kommt die große Ablehnung zu einem Arzt zu gehen?

    Gibt es Vorerkrankungen wie Demenz oder Parkinson oder eine Suchterkrankung? Oder sonstige Vorerkrankungen?

  3. #3
    Fühlt sich wohl hier Avatar von Charles Brandon
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    maennlich
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    Standard AW: Lärm im Kopf

    Danke für die Antwort.

    Zitat von teeem Beitrag anzeigen
    Hallo,

    das ist am Ehesten eine Psychose, die auf jeden Fall psychiatrisch/neurologisch abgekärt gehört. Es gibt Medikamente die diese Stimmen unterdrücken können, das würde die Situatiom für Ihren Vater westentlich angenehmer machen. Dazu muss er aber unbedingt einem Arzt vorgestellt werden. Bei solch einem Leidensdruch sollte er doch den Arztbesuch in Kauf nehmen oder woher kommt die große Ablehnung zu einem Arzt zu gehen?

    Gibt es Vorerkrankungen wie Demenz oder Parkinson oder eine Suchterkrankung? Oder sonstige Vorerkrankungen?

    Nein, es gibt keine derartige Vorerkrankung. Geistig ist er sonst auf der Höhe, wie gesagt. Nur in der Einschätzung der Geräusche verliert er die Logik, in allen anderen Dingen nicht (abgesehen von einem gewissen Altersstarrsinn).

    Er hat allerdings eine schwere Herzklappenerkrankung, die schon vor Jahren hätte operiert werden müssen. Er geht zweimal im Jahr zum Kardiologen, weigert sich aber, die dringend empfohlene Operation durchführen zu lassen. Der Arzt ist wohl erstaunt darüber, daß mein Vater überhaupt noch lebt. Seine größte Angst ist, die Wohnung verlassen und in einem Heim dahinvegetieren zu müssen. Er will selbstbestimmt leben oder gar nicht und hält für sehr wahrscheinlich, daß nach einer Operation ein selbstbestimmtes Leben kaum noch möglich wäre, selbst wenn die Operation an sich erfolgreich verlaufen würde. - Ein Onkel von mir ist während einer Herzoperation gestorben. Ein anderer Onkel hatte auch eine Herzerkrankung und ist ohne viel Leiden plötzlich tot umgefallen. Mein Vater hofft auch auf solch einen Tod, was aber nicht zu klappen scheint.

    Zusätzlich belastet ihn seit Jahren ein schmerzender Fuß, Folge eines unbehandelten Unfalls, wodurch seine Mobilität stark eingeschränkt ist. Er fährt aber noch kürzere Strecken mit dem Fahrrad.

    Die Mobilitätseinschränkung ist der Hauptgrund dafür, daß er nicht zum Arzt gehen will. Er meint, daß er doch nur monatelang von Arzt zu Arzt geschickt werden würde, was er körperlich kaum schaffen könnte. Es ist mir und ihm durchaus bekannt, daß man die Mobilität irgendwie herstellen könnte, aber er ist eben auch ziemlich halsstarrig. - Ein weiterer Grund für seine Abneigung, zum Arzt zu gehen, liegt in der Herzerkrankung. Er meint, er müßte vielleicht am Kopf operiert werden oder zumindest irgendwelche Medikamente nehmen, die er wegen der Herzerkrankung nicht nehmen dürfte. Einer Herzoperation würde er niemals zustimmen.


    Der Leidensdruck hat nun anscheinend das erträgliche Maß überstiegen. Eben hat mein Vater mir mitgeteilt, daß er noch heute zum Arzt gehen werde. Es ist ein HNO-Arzt, kein Neurologe. Hoffentlich erkennt er die Sache richtig und weiß, was zu tun ist. Meiner Meinung nach wäre das eine Einweisung ins Krankenhaus.

  4. #4
    Medizinstudent
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    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: Lärm im Kopf

    Hallo,

    dann ist auf jeden Fall der richtige Anstoß da, das ist ja schoneinmal erfreulich. Sie müssen sich und Ihren Vater darauf vorbereiten, dass Ihr Vater vielleicht wirklich von Arzt zu Arzt rennen muss oder eine Überweisung in die Psychiatrie bekommt (ohne Zwang!).
    Insgesamt ist die Situation ja kompliziert, besonders aufgrund der Arztscheuhe Ihres Vaters. Um was für einen Herzklappenfehler handelt es sich denn? Bei Aortenklappenstenosen gibt es beispielweise, gerade für ältere Patienten, Methoden die Klappen über eine herzkatheterbasierte Technik zu ersetzen. Wenn Ihr Vater sonst noch fit ist, halte ich es für verfrüht einfach auf einen schnellen Tod zu hoffen.
    Viele Grüße!

    -teeem

  5. #5
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    Standard AW: Lärm im Kopf

    Zitat von teeem Beitrag anzeigen
    Hallo,

    dann ist auf jeden Fall der richtige Anstoß da, das ist ja schoneinmal erfreulich. Sie müssen sich und Ihren Vater darauf vorbereiten, dass Ihr Vater vielleicht wirklich von Arzt zu Arzt rennen muss oder eine Überweisung in die Psychiatrie bekommt (ohne Zwang!).
    Insgesamt ist die Situation ja kompliziert, besonders aufgrund der Arztscheuhe Ihres Vaters. Um was für einen Herzklappenfehler handelt es sich denn? Bei Aortenklappenstenosen gibt es beispielweise, gerade für ältere Patienten, Methoden die Klappen über eine herzkatheterbasierte Technik zu ersetzen. Wenn Ihr Vater sonst noch fit ist, halte ich es für verfrüht einfach auf einen schnellen Tod zu hoffen.
    Ich weiß nicht, ob diese Operation bei ihm möglich wäre. Wenn ja, hätte wohl der Kardiologe darauf hingewiesen. Ich vermute aber, daß mein Vater auch diesen Eingriff als Operation ansehen würde, die sein selbstbestimmtes Leben gefährdet.

    Fit ist er nicht. Er leidet nach wenigen Bewegungen an Atemnot, wie vom Arzt vorhergesagt, und kann nur kurze Strecken gehen. Er holt sich aber noch jeden Tag die Zeitung (200m Gehweg). Radfahren fällt ihm etwas leichter; deshalb erledigt er Einkäufe mit dem Fahrrad (400m Fahrweg). Zweimal in der Woche kaufe ich für ihn ein, er will aber unbedingt vieles selber erledigen.

    Mein Vater erhofft sich natürlich keinen baldigen Tod, aber einen schnellen, wenn es denn sein muß.
    Geändert von Charles Brandon (25.07.2012 um 14:22 Uhr)

  6. #6
    Medizinstudent
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    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: Lärm im Kopf

    Hallo,

    mit als unerfahrenem Mediziner stellen sich da die Nackenhaare auf. Aber wahrscheinlich muss man das dann so akzeptieren. Jeder sollte entscheiden können welche medizinischen Behandlungen er will und welche nicht.

    Wenn es mit den Halluzinationen Neuigkeiten gibt, würde ich mich freuen wenn Sie die hier mit mir teilen würden!

  7. #7
    Fühlt sich wohl hier Avatar von Charles Brandon
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    Standard AW: Lärm im Kopf

    Das Ergebnis des Arztbesuches ist aus meiner Sicht unbefriedigend. Der HNO-Arzt hat Gingium verschrieben und die Anschaffung eines Hörgerätes dringend empfohlen, was mein Vater bisher ablehnte, nun aber wohl doch tun wird.

    Mein Vater hat nur den schlafraubenden Lärm angesprochen, nicht aber die Stimmen und die Musik. Seit fast vier Jahren hört er nämlich auch Musik, von der er weiß, daß sie außerhalb seines Kopfes nicht existiert.

    Ich glaube nicht, daß Gingium das Problem löst, aber wenn jemand glaubt, daß es hilft, hilft es vielleicht etwas.

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