AW: Ist es noch Liebe? - Dieser Beitrag ist 553 Tage alt
Liebe Lucy,
ich glaube, eine Pauschal-Antwort gibt es nicht.
Ich kann dir nur schreiben, was ich aus meiner Erfahrung und dem Erleben bei Freundinnen und langjährigen Nachbarn kenne.
Auch bei einer großen Liebe entsteht nach einer gewissen Zeit (meistens) ein "Alltag", das Prickeln läßt nach. Dafür entwickelt sich ein Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit, man kennt die Schwächen des anderen und weiß, er/sie sieht über die eigenen Fehler weg.
Um die Liebe lebendig zu halten, muss man sie pflegen. Dinge gemeinsam tun, das ist ungeheuer wichtig. Wenn ihr wenig Zeit füreinander habt ist das um so wichtiger. Könnt ihr denn noch miteinander reden? Hast du Lust, mit ihm Pläne zu schmieden?
Natürlich muss auch jeder "was eigenes" haben, du Volleyball, ich Kegelabend oder so, und dann wieder gerne nach Hause kommen.
Aber ob es noch Liebe ist oder nur Freundschaft oder gar Gewohnheit, das muss jeder für sich selbst herausfinden.
In meinem Bekanntenkreis gab es in letzter Zeit recht viele Trennungen, auch mit Kindern. Immer hat sich die Frau getrennt, auch wenn sie sich schlechter gestellt hat, geklagt über Gleichgültigkeit bzw. Bequemlichkeit des Mannes.
Auch bei uns kommt es vor, dass ich manchmal am liebsten die Flucht ergreifen würde, aber dann kann ich mir ein Leben ohne ihn doch nicht vorstellen, sehe wieder, was ich an ihm trotz allem anderen so mag - und es ist gut.
Dein letzter Satz nagt an mir: "Wann gebe ich den Kampf auf?" . Ist es ein Kampf? Hast du damit vielleicht deine Frage unbewußt schon selbst beantwortet? Oder hast du nur eine depressive Phase, weil die Krankheiten dich ausbremsen?
Ich wollte, ich könnte dir mehr helfen.
Ganz liebe Grüße
Ute
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