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Alt 15.05.2007, 09:36   #16 (Permalink)
zefiro
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Standard AW: Psychische Belastung am Arbeitsplatz - Dieser Beitrag ist 474 Tage alt

Das ist ein Thema, welches mich schon lange beschäftigt.

Nicht nur mein konkreter Arbeitsplatz, sondern mein Beruf an sich stellt leider für mich eine nicht unerhebliche psychische Belastung dar. Es liegt daran, dass ich aus verschiedenen Gründen damals einen Beruf gewählt hatte (bzw. dazu gedrängt wurde, einen zu wählen), der eigentlich gar nicht zu mir passt.

Und seit dieser Zeit quäle ich mich durch einen technischen Beruf, obwohl mein ganzes Denken und Empfinden eigentlich recht technikfern sind.

Die Belastungen werden durch permanente Überforderung ausgelöst, da ich mich eigentlich für die mir gestellten Aufgaben gar nicht geeignet fühle. Kommt eine neue Aufgabe auf mich zu, dann erlebe ich meistens panikartige Gefühle: "Oh, mein Gott, wie soll ich DAS denn nur machen?" Lösungen finde ich in der Regel nur, indem ich andere um Unterstützung bitte. Erfolgserlebnisse sind selten - ich bin schon zufrieden, wenn ich meinen Arbeitsalltag ohne größere Misserfolge hinter mich bringe. Ich habe große Schwierigkeiten, mich mit den zum Beruf gehörenden, komplexen logisch-analytischen Aufgabenstellungen auseinanderzusetzen. Mein Gehirn funktioniert nämlich eher assoziativ und reagiert stark auf Klänge, Farben, Sprache, Gerüche.

Im Gegensatz zu mir empfinden meine Arbeitskollegen die Tätigkeiten und Aufgaben als anregend und spannend. Sie steigern sich förmlich da hinein, während ich nur mit Mühe meine Arbeitstage absolviere. Ich verlasse meistens das Büro gegen 17 Uhr und fühle mich müde und erschöpft, während meine Kollegen noch mindestens 2-3 Stunden länger arbeiten...

Darunter leide ich seitdem ich berufstätig bin und die Situation hat mich in der Vergangenheit schon massiv in eine Burnout-Symptomatik hineinmanövriert. Vor zwei Jahren konnte ich nur mit Hilfe von Psychopharmaka wieder den Weg zurück in die Normalität finden...

Ich habe schon mehrfach versucht, meinen Beruf zu wechseln. Doch hier gibt es viele Hindernisse (man gilt als zu alt, man hat nicht die richtigen Zeugnisse und Referenzen, usw.). Derzeit habe ich eher resigniert und versuche halt, mich irgendwie durchzuwursteln...

Zusammenfassung: ich empfinde meinen Arbeitsplatz als größte und langandauerndste psychische Belastung in meinem Leben.
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