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Psychische Belastung am ArbeitsplatzIn dieser Diskussion geht es um "Psychische Belastung am Arbeitsplatz" im "Psychische Erkrankungen" Forum, als Teil von Patientenfragen.netDas ist ein Thema, welches mich schon lange beschäftigt. Nicht nur mein konkreter Arbeitsplatz, sondern mein Beruf an sich stellt leider für mich eine nicht ... |
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| | #16 |
| Noch neu hier ![]() ![]() | Das ist ein Thema, welches mich schon lange beschäftigt. Nicht nur mein konkreter Arbeitsplatz, sondern mein Beruf an sich stellt leider für mich eine nicht unerhebliche psychische Belastung dar. Es liegt daran, dass ich aus verschiedenen Gründen damals einen Beruf gewählt hatte (bzw. dazu gedrängt wurde, einen zu wählen), der eigentlich gar nicht zu mir passt. Und seit dieser Zeit quäle ich mich durch einen technischen Beruf, obwohl mein ganzes Denken und Empfinden eigentlich recht technikfern sind. Die Belastungen werden durch permanente Überforderung ausgelöst, da ich mich eigentlich für die mir gestellten Aufgaben gar nicht geeignet fühle. Kommt eine neue Aufgabe auf mich zu, dann erlebe ich meistens panikartige Gefühle: "Oh, mein Gott, wie soll ich DAS denn nur machen?" Lösungen finde ich in der Regel nur, indem ich andere um Unterstützung bitte. Erfolgserlebnisse sind selten - ich bin schon zufrieden, wenn ich meinen Arbeitsalltag ohne größere Misserfolge hinter mich bringe. Ich habe große Schwierigkeiten, mich mit den zum Beruf gehörenden, komplexen logisch-analytischen Aufgabenstellungen auseinanderzusetzen. Mein Gehirn funktioniert nämlich eher assoziativ und reagiert stark auf Klänge, Farben, Sprache, Gerüche. Im Gegensatz zu mir empfinden meine Arbeitskollegen die Tätigkeiten und Aufgaben als anregend und spannend. Sie steigern sich förmlich da hinein, während ich nur mit Mühe meine Arbeitstage absolviere. Ich verlasse meistens das Büro gegen 17 Uhr und fühle mich müde und erschöpft, während meine Kollegen noch mindestens 2-3 Stunden länger arbeiten... Darunter leide ich seitdem ich berufstätig bin und die Situation hat mich in der Vergangenheit schon massiv in eine Burnout-Symptomatik hineinmanövriert. Vor zwei Jahren konnte ich nur mit Hilfe von Psychopharmaka wieder den Weg zurück in die Normalität finden... Ich habe schon mehrfach versucht, meinen Beruf zu wechseln. Doch hier gibt es viele Hindernisse (man gilt als zu alt, man hat nicht die richtigen Zeugnisse und Referenzen, usw.). Derzeit habe ich eher resigniert und versuche halt, mich irgendwie durchzuwursteln... Zusammenfassung: ich empfinde meinen Arbeitsplatz als größte und langandauerndste psychische Belastung in meinem Leben. |
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| | #17 |
| Moderatorin / Marketing ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | hallo zefiro, darf man fragen als was du tätig bist? |
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| | #18 |
| Noch neu hier ![]() ![]() | Ja klar. Ich bin in der EDV-Branche tätig. Früher habe ich Programme entworfen und geschrieben (meist nur mit mäßigen Ergebnissen). Und jetzt bin ich in der Administration eines Rechenzentrums tätig. Komplizierte Probleme kriege ich aber in der Regel nicht gelöst, weil mir ehrlich gesagt Computer immer ein wenig suspekt waren... Dieser Smiley drückt mein Verhältnis zu Computern ganz gut aus: |
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| | #19 |
| Rettungsassistent ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Naja aber sooo schlecht oder sooo fremd können die Computer und die dazu nötige Hard- & Software doch nicht sein, oder? Ansonst wärst du doch niemals in die Adminstration aufgestiegen? Liegt das Problem das du hast nur an den Computern oder auch am Umfeld und ggf auch an dir selber? |
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| | #20 |
| Noch neu hier ![]() ![]() | Aufgestiegen? Ich wurde aus meinem SW-Entwicklerjob gekündigt und habe nun einen Job als Rechneradministrator. Das ist in keinster Weise ein Aufstieg (vor allem nicht gehaltsmäßig...). Das Problem liegt einfach daran, dass ich mit Computern eigentlich nicht gut umgehen kann. In meiner Freizeit käme ich auch niemals auf die Idee, an Computern herumbasteln oder konfigurieren zu wollen. Ich benutze mein privates Laptop ausschließlich für Internet, Bildverarbeitung und Texterstellung. Naja, mit meinen EDV-Kollegen bin ich in der Regel auch nicht grade auf einer Wellenlänge. In der Kantine haben wir nur wenige gemeinsame Gesprächsthemen (ich interessiere mich für Reisen, Kunst, Theater, usw.), während meine Kollegen vorwiegend über Computer, Formel-1, Fußball reden... |
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| | #21 |
| Gast | @zefiro, hast Du mit Deinen Kollegen auch schon ein mal hierrüber gesprochen. Vor allem hast Du mit Ihnen schon einmal dieses Ausschließen von der Gruppe diskutiert |
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| | #22 |
| Noch neu hier ![]() ![]() | Ich werde von der Gruppe nicht explizit ausgeschlossen oder gemobbt. Ich glaube, deren Einschätzung ist, dass ich ein freundlicher, umgänglicher, aber inkompetenter Kollege bin. Das ist aber auch gar nicht in erster Linie das Problem für mich. Mein Problem besteht darin, dass ich in meinem Job nicht das leisten kann, was gefordert bzw. erwartet wird. Oder anders gesagt: um eine adäquate Leistung zu erbringen, muss ich wesentlich mehr psychische Anstrengung aufbringen als meine Kollegen. Ich bin halt einfach bzgl. meiner Interessenswelt und meiner Talente kein Techniker und kein Computerfan. |
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| | #23 |
| Rettungsassistent ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Kannst du da keine Abhilfe schaffen. Ja ich weiß eine neue Stelle zu bekommen kann unter umständen schwierig werden. Hast du mal daran dich in deinem Interessengebiet selbständig zumachen? Jammern hilft nicht... Ich hoffe du weißt wie ich das meine.... |
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| | #24 |
| Noch neu hier ![]() ![]() | Ich habe schon jede Menge Energie, Zeit, Geld in das Thema Berufswechsel gesteckt (mit Berufsberatung, Sozialberatung, Coaching, Kurse, Praktika, etc.) Aber bisher hat der Wechsel nie geklappt. Hauptgründe waren: das Alter, mangelnde finanzielle Rückendeckung für Verdienstausfälle, nicht vorhandene aber notwendige Zeugnisse bzw. Referenzen, fehlende emotionale Unterstützung durch Freunde und Familie. Ein interessantes Erlebnis hatte ich allerdings: während einer Praktikumswoche in einer Fotoagentur (für die ich Urlaub genommen hatte) konnte ich zum erstenmal erleben, dass mir Arbeit auch leicht von der Hand gehen kann... An diesen Tagen bin ich abends zufrieden nach Hause gegangen... |
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| | #25 |
| Physiotherapeutin ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Ein ähnliches Problem hatte ich vor Jahren auch. Ich hatte eine Chefin vom cholerischen Typ. Sämtliche Mitarbeiter waren unfähig, faul, dumm. Dies wurde auch gegenüber Kunden deutlich gemacht. Sie wunderte sich nicht über hohen Krankenstand und hohe Kündigundsrate-dies war ausschließlich Schuld der bösen Angestellten. Um nicht depressiv in der Psychiatrie zu landen, kündigte ich ebenfalls und wollte in diesem Beruf auch nicht mehr arbeiten. Also folgten viele Gespräche und Überlegungen, welche Arbeit mir Freude machen würde, ich begann eine Umschulung. Wir waren im Durchschnitt um die 30 Jahre alt, 2 Frauen waren soger schon fast 40. Beide schafften einen sehr guten Abschluß und fanden auch schnell eine Arbeitsstelle. Ich frage mich, warum du dich zu alt für einen solchen Schritt fühlst? Sicher gehört dazu eine Portion Mut, aber das ganze Leben ist ein Risiko und vieles ist trotzdem machbar. Du bist gerade Anfang 40, bis zur Rente ist es noch eine verdammt lange Zeit. Willst du die nächsten 20 Jahre unglücklich bleiben ![]() |
| Geändert von Christiane (16.05.2007 um 20:37 Uhr). | |
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| | #26 |
| Noch neu hier ![]() ![]() | Die Einschätzung, dass ich zu alt sei kommt übrigens in der Regel nicht von mir, sondern von außen: von meinem familiären Umfeld ("Wieso willst du denn in deinem Alter nochmal was Neues anfangen?"), von Berufsberatern ("In Ihrem Alter würde ich mir das gut überlegen!"), von potentiellen Arbeitgebern, sowie von universitären Ausbildungsanbietern, die häufig Altershöchstgrenzen für ihre Angebote haben. |
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| | #27 |
| Noch neu hier ![]() ![]() | Anscheinend habe ich übrigens das Problem, mich mit meinen Kompetenzen gut zu präsentieren. Beispiel: ich lernte jahrelang die chinesische Sprache (weil ich mich gern nach China orientieren wollte). Mein damaliger Arbeitgeber kündigte mir irgendwann, obwohl er sich speziell auf den chinesischen Markt konzentrieren wollte. Meine Sprachkenntnisse wurden ignoriert. Stattdessen wurde ein Ex-Kollege zwangsweise mehrfach nach Asien geschickt, obwohl dieser aus familiären Gründen lieber in Deutschland geblieben wäre. |
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| | #28 |
| Noch neu hier ![]() ![]() | Ach, hier nervt die Arbeit schon wieder so... Ich soll irgendwelche Treiber ferngesteuert auf ein neues Rechnermodell installieren, doch schon hat sich wieder alles aufgehängt. Nix funktioniert mehr, ich hab keine Ahnung, was los ist und mein Chef hat schon nachgefragt, wie weit ich denn wäre... Diese Situationen finde ich ziemlich furchtbar, sie lösen bei mir regelrecht Panik aus, ich fange an zu schwitzen und zu zittern. Die Computer empfinde ich dabei beinahe wie feindselige Wesen... |
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| | #29 |
| Rettungsassistent ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Hast du schon mal über professionelle Hilfe nachgedacht? So wie sich das liest machst du dich Stück für Stück kaputt. Ob du dich nun selber in diese Situation hineinsteigerst oder es eine Spirale ist die dich nach unten zieht, scheint erstmal egal zu sein. Aber um da wieder heraus zukommen musst du dir helfen lassen. Gruß Schubser |
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| | #30 |
| Fühlt sich wohl hier ![]() ![]() ![]() ![]() | Hallo Zefiro ich hobbypsychologier mal ein bischen ;-) du hast einen falschen Ausbildungsweg genommen und hängst jetzt in einer Branche die dir überhaupt nicht liegt. Das ist doof und lässt sich nur schwer ändern. Die Erkenntnis ist a) gut - weil nur mit das Erkennen des Problems wirksame Änderungen angestrebt werden können, aber b) schlecht, weil du dich jetzt immer mehr auf die Schiene "ich kann das eh nicht" " das liegt mir nicht" "ich versteh IHN nicht" zurückziehst und somit noch unzufriedener wirst. Immerhin hast du Studium(?)/ Ausbildung geschafft udn arbeiteste schon geraume Zeit und hast deinen Job noch - soooo grottenschlecht kannst du nicht sein ;-) Ich weiß das es schwer ist, aus einen eingeschlagenen Weg wieder rauszukommen. (bei mir ist es umgekehrt, ich würd super gern in die IT-Branche - hab aber keine Ausbildung in dieser Richtung und weder Zeit noch Geld die nachzuholen) Wie wäre es denn mal mit ner anderen Strategie - statt sich komplett umzuorientieren such dir Nieschen in denen deine IT-Kenntnisse als Hintergrundwissen gut und notwendig sind, die aber nicht der Huaptbestandteil der täglichen Problemlösung bedürfen. Soweit ich das verstanden habe - bist du eher sprachbegabt (solange es keine Programiersprachen sind *fg*) und fotografierst gern - also eher kreativ. Dann schmeiß doch mal dein kreatives Hirn an und überleg was man aus dieser Kombi machen kann! Das bei diesen Neigungen nen Rechenzentrum dich nicht glücklich macht - ist völlig nachvollziehbar, aber es gibt noch mehr im Leben mit der IT als Programmieren und Administrieren ;-) also bei Foto - Sprachen - IT fallen mir so spontan Sachen ein wie - Übersetzungen - Programme, Handbücher, Webseiten Vertrieb und Markting von Software Digi-Fotografie irgendsowas - da muss doch mehr gehen als Rechenzentrum?! Wünsch dir viel Glück. lg Sandra |
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