AW: Psychische Belastung am Arbeitsplatz - Dieser Beitrag ist 472 Tage alt
Hallo,
vielen Dank für Eure Beiträge. Ich komme erst jetzt zum antworten, da ich einige Tage verreist war...
zum Thema "professionelle Hilfe":
ja, ich habe deswegen schon eine Psychotherapie absolviert. Aber sie hat eigentlich nicht viel gebracht, ausser, dass mir nun halt offiziell bestätigt wurde, dass ich im falschen Beruf bin und was ändern müsste.
@Sandra:
die Vorschläge von Dir sind gut - an derartige Berufsänderungen habe ich auch schon gedacht. Es ist aber konkret gar nicht so einfach, sich diesbezüglich umzuorientieren. Denn auch hier würde ich wieder eine Zusatzausbildung benötigen (ohne die anscheinend ein derartiger Berufswechsel nicht funktioniert). In meiner alten Firma hatte ich mich sogar schon gezielt auf Stellen im Bereich "technische Redaktion" beworben, doch ich wurde überall wegen meiner fehlenden offiziellen Qualifikationen abgelehnt.
Tja, und für den Bereich digitale Fotografie habe ich eine Woche lang ein Praktikum in einer Fotoagentur absolviert. Es hatte mir viel Spaß gemacht, aber ein Job ist auch nicht draus geworden...
Dass ich dringend was ändern muss, sehe ich daran, dass mich die gelegentlich geäußerten negativen Rückmeldungen natürlich nicht kalt lassen, sondern an meinem Selbstbewusstsein kratzen. Aktuellstes Beispiel: heute habe ich erfahren, dass manche Mitarbeiter unseres Hauses versuchen, Dienstleistungen nicht von mir ausführen zu lassen (sondern von meinen Kollegen), weil man anscheinend mindere Qualität befürchtet. Und schon fühle ich mich deprimiert und niedergeschlagen.
Andererseits kann ich die anderen Leute auch verstehen. Meine Ergebnisse sind nun mal wirklich nicht so gut wie die meiner Kollegen.
Warum das so ist? Hm, das ist so ähnlich wie die Frage nach dem Ei und dem Huhn. Mir machen die Aufgaben überhaupt keinen Spaß, ich fühle mich durch sie überfordert. Deshalb ist meine Motivation auch nicht übermäßig hoch. Ohne diese jedoch sind in meinem Beruf keine guten Leistungen möglich.
Tja, und ohne Erfolgserlebnisse sinkt meine Motivation noch weiter ab...
Ich hatte übrigens in der Vergangenheit immer wieder versucht, mir für meinen Beruf positive Motivation einzureden, um mich intensiver in die Arbeit hineinzustürzen. Aber mathematisch-logisches Talent lässt sich nicht erzwingen. Letztlich waren die Ergebnisse immer nur mittelmäßig, und die Spirale nach unten begann von Neuem...
Letzter Update:
soeben höre ich, dass sich etliche meiner Kollegen morgen zum Biergartenbesuch treffen wollen. Mich hat gar niemand mehr gefragt, ob ich mitkommen möchte...
Abgesehen davon, dass ich mich ausgegrenzt fühle weiß ich nicht genau, ob ich mir überhaupt wünschen sollte, eingeladen zu sein. Denn die Gespräche bei diesen Biergartenbesuchen drehen sich zu schätzungsweise 70% um Computerthemen, beim Rest gehts um irgendwelche Fußball- oder ähnliche Sportereignisse etc. Erfahrungsgemäß kann ich zum Gesprächsverlauf nichts Nennenswertes beitragen, da mich die Themen nicht interessieren bzw. ich aufgrund mangelnder Kenntnisse nichts dazu sagen kann. Andererseits will aber auch niemand meine Meinung zur neuesten Fotoausstellung im Haus der Kunst wissen...
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