AW: Schlaflosigkeit-innere Unruhe, was hilft? - Dieser Beitrag ist 406 Tage alt
Hallo Lucy,
ich gehöre auch zu den großen Schlaflosen dieser Welt, denen jedes seelisch belastende Ereignis ein "willkommener" Anlass ist, den Schlaf trotz Dauermüdigkeit nach 2-3 Stunden abzubrechen.
Ich habe das einmal rund 6 Wochen durchgehalten, bis dann köperliche Symptome wie massive Blutdruckschwankungen, schwere Konzentrationsstörungen und ständiger Sekundenschlaf u.a. beim Autofahren eine ärztliche Intervention dringend nötig machten. (Ich weiß seit damals, was "vor Müdigkeit schielen" heisst...)
Mein Arzt hat mir damals - vor allem um die Dauermüdigkeit und die damit verbundenen Beeinträchtigungen zu beenden - ein "Durchschlafmittel" aus der Gruppe der Nichtbenzodiazepine (Ximovan, Wirkstoff: Zolpiclon) verschrieben. Die haben den Vorteil, dass die Gefahr der Abhängigkeit verhältnismässig geringer als bei Benzodiazepinen ist. Vorraussetzung war natürlich eine umfassende Ursachenabklärung.
Ich habe mich allerdings auch um eine Optimierung der Einschlafsituation gekümmert, d.h. reizarme Umgebung, keine schweren Mahlzeiten, kein Koffein, bequemes Bett und der Jahreszeit angemessene Bettwäsche, Wechselbäder der Beine etc..
Pflanzlichen Mittel aus Baldrian, Hopfen, Melisse oder Johanniskraut habe ich nicht als sehr hilfreich empfunden. Das liegt aber wahrscheinlich daran, das deren schlafanstossende Wirkung nicht besonders groß ist, und sie sich daher auch nur bei leichten, nicht chronischen Schlafstörungen eignen.
Trotz der Möglichkeiten der Pharmazie ist aber eine Beendigung der nächtlichen Unruhe nur durch eine Bewältigung der psychischen Belastungssituation wirklich möglich. Die funktioniert allerdings deutlich besser, wenn man nicht den ganzen Tag, immer nur gähnend, einen halben Meter neben sich steht.
Wünsche gute Besserung,
Pianoman
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