Guten Morgen, ihr Lieben!
Da auch ich an dem Phänomen "Fibromyalgie" schon seit 20 Jahren leide, muss ich jetzt meinen Senf dazu abgeben.
Wie Conny schon richtig sagte, hat diese Krankheit rein garnichts mit der Psyche zu tun. Meine Knochenprobleme fingen schon mit 10 Jahren an. Zuerst glaubte ich, dass es von meinem Sportunfall gekommen wäre. Aber die Schmerzen nahmen zu. Nicht nur im Kniegelenk, sondern auch in allen Hauptgelenken. Bei einer Routineuntersuchung wurde es dann entdeckt mittels CRP-Wert und positivem Rheumafaktor.
Meinen ersten großen Schub hatte ich mit 26 Jahren. Ist wirklich nicht lustig. Da kann ich voll mit Fibroline mitfühlen. Bei diesem Schub fing es zuerst im linken Fuß an, dann schlich es sich innerhalb von Minuten in den anderen. Zuguterletzt war der ganze Körper davon betroffen und alle geweglichen Gelenke waren angeschwollen. Als ich aufstehen wollte, bin ich wieder zurück ins Bett gefallen, da ich keinen Fuß vor den anderen setzen konnte. Arme und Hände waren zu garnichts zu gebrauchen. Dieser Zustand hielt fast 24 Stunden an. Damals wurde mir auch gesagt, dass diese Form des Rheumatismus sich nicht auf die Gelenke auswirkt. Völliger Blödsinn!!! Über die Jahre hinweg geht es gewaltig an die Gelenke. Mit der Zeit treten Deformierungen auf. Bei mir sind es die Mittelfinger und Zeigefinger, sowie die Ellenbogen.
Medikamente kann ich keine einnehmen, da die meisten Antirheumatikas auf den Darm schlagen, vor allem das Diclofenac. Wenn ich mir absolut nicht mehr weiterhelfen kann, sprich durch Wärme, Bewegung (der 1.km tut sehr weh, die Treppe möchte man sich am liebsten hinunterkugeln, der 2.km geht schon etwas besser, beim 3. wird es langsam, bis es vorbei ist, ist es abends und in der Nacht geht es wieder los!)dann gehe ich das Risiko ein und lasse mir den Delphimix spritzen. Er besteht aus 3 verschiedenen Medikamenten. Unter anderem Diclofenac. Wenn ich meine Aufzeichnung mit den Bezeichnungen der Medis finde, kann ich es euch noch wissen lassen, was es für Medikamente sind.
Heute ist es so, dass sich die Rheumaschübe mit den Schüben meiner chronisch entzündlichen Darmerkrankung abwechseln oder gleichzeitig auftreten. Da streiten sich meine Ärzte immer noch, ob das Rheuma nicht der Auslöser für meine heutige Erkrankung des Darmes gewesen ist!
Ich erinnere mich noch an meine 2 letzten riesengroßen Rheumaschübe. Der eine war 2022 4 Tage nach meiner Tibiakopfumstellungsosteotomie (d.h. das o-bein wurde zum x-bein umoperiert, indem man unterhalb des KNiegelenkes den Knochen aufsägte und eine Knochenspan in Form eines Keiles einsetzt). Er war so heftig, dass ich wochenlang keine Gehhilfen benutzen konnte, da auch die Handgelenke betroffen und das re. Bein, was ich zum Fortbewegen hätte gebraucht hätte. So bekam ich damals einen Rollstuhl, da ich 6 Wochen lang das linke Bein nicht belasten durfte.
Der 2. war 2004 am Neujahrstag. Da bat ich sogar meine Tochter, mir einen Tritt in den Hintern zu geben, damit ich wieder ins Bett reinkomme! Sie tat es natürlich nicht und ich lies mich dann einfach nur noch fallen, die Hauptsache irgendwie liegen. Bis man sich dann richtig in die Schlaflage gebracht hat, dauert auch viele Minuten und dann heißt es sich nicht mehr bewegen, sonst schmerzt es noch mehr!
Fibroline, ich weiss, wie dir zu Mute ist und was du durchmachst. Du musst für dich selbst herausfinden, was für dich am Besten ist. Wie Conny es schon sagte, dem Einen hilft Wärme und den anderen die Kälte. Ich für meinen Teil habe schon sehr früh herausgefunden, wenn ich einen Rheumaschub habe, muss ich mich trotz der enormen Schmerzen bewegen, sonst wird es noch schlimmer.
So, jetzt habe ich euch fast mit einem Roman erschlagen...sorry....!
LG Dia