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Wie hätten denn die Dottores gerne ihre Patienten?

In dieser Diskussion geht es um "Wie hätten denn die Dottores gerne ihre Patienten?" im "Schulmedizin" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
Hi Elke, erstmal wünsche ich Dir sehr viel Kraft und dan noch schnelle Genesung, sollte sowas überhaupt möglich sein. Ich kenne dieses Problem, die meisten ...


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Alt 22.08.2006, 09:38   #16 (Permalink)
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Online Status: Maggie ist offline




Standard Wie hätten denn die Dottores gerne ihre Patienten? - Dieser Beitrag ist 745 Tage alt

Hi Elke,

erstmal wünsche ich Dir sehr viel Kraft und dan noch schnelle Genesung, sollte sowas überhaupt möglich sein.

Ich kenne dieses Problem, die meisten Ärzte kommen nicht damit klar, dass ein Laie die Fachausdrücke kennt. Denn wäre es gewollt, dass der Patient alles versteht, würden die sich auf Deutsch ausdrücken. Zudem habe ich in den Jahren meiner Krankheit festgestellt, dass sich die Ausdrücke immer etwas ändern. Warum wohl??
Und würde zu mir eine Schwester oder ein Arzt sagen, dass mich meine Krankenunterlagen nichts angehen, denen würde ich schon etwas erzählen.
Ich sagte einmal zu nem Krankenhausarzt, dass es "mein" Körper ist, den er behandelt und ich alleine die Verantwortung trage, denn egal was er macht, ich muß hinterher damit klar kommen und nicht er.
Natürlich hatte ich es ab dem Zeitpunkt bei ihm verschissen und ich verließ das KKH auf eigene Verantwortung.
Wenn ich den Satz schon höre, auf eigene Verantwortung wird man entlassen, ich habe mich ja auch auf eigene Verantwortung in dieses KKH begeben
Ich habe ja seit dem 18 Lj eine crohnisch entzündliche Darmerkrankung und habe mich sehr gut informiert was das ist bzw. wie man damit umzugehen hat, überhaupt bei Op´s. Man operiert nur, wenn es nicht mehr anders geht.
Und eben dieser Arzt im KKH, wollte wegen 6 cm Entzündungsherd und keiner Verengung gleich operieren.
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Alt 23.08.2006, 17:01   #17 (Permalink)
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Standard Re: Wie hätten denn die Dottores gerne ihre Patienten? - Dieser Beitrag ist 744 Tage alt

Hi Elke, kann das sein, dass du eigentlich in dem thread schreiben wolltest:Was macht für euch einen guten Arzt aus?
Hier ist die Fragstellung nämlich die umgekehrte: Wie wünscht sich ein Arzt seine Patienten.

Das klingt in der Tat nach einer unglaublich beschissenen Kommunikation zwischen den Leuten in deinem KH und dir :-(
Ist mir aber auch schon aufgefallen, dass Patienten, die länger brauchen einen Satz auszusprechen es noch viel schwerer haben, weil sie sich weniger wehren können und man ihnen oft nicht die Zeit lässt auszureden.
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Alt 23.08.2006, 21:17   #18 (Permalink)
Monsti
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Standard Wie hätten denn die Dottores gerne ihre Patienten? - Dieser Beitrag ist 744 Tage alt

Servus miteinander,

da ich nur Patientin bin, kann ich nur das wiedergeben, was mir von Ärzten gesagt wurde.

Mein Hausarzt (Jg. 1947) hatte mit meiner Eigeniniative anfangs große Probleme, doch arbeiten wir jetzt schon seit ca. 4 Jahren prächtig zusammen. Es ist sogar schon so, dass er mich - er mich!!! - bei speziellen Fällen um meine Meinung fragt. Er meinte anerkennend, dass ich mich z.B. bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wesentlich besser auskenne als er. Ebenso sei ich ihm bezüglich Ileostoma und Port-a-cath weit überlegen.

Kürzlich saßen wir angesichts meiner 2. großen Port-Infektion lange zusammen und überlegten gemeinsam, wie wir künftig solche Zwischenfälle verhindern können. Während dieses Gesprächs sagte er mir, dass er gerade von mir als kritischer und wissbegieriger Patientin sehr, sehr viel gelernt habe. Er habe zwar um 75% "weißkittelhörige" Patienten, aber der Rest verlange eben nach etwas anderem.

Ähnliches hörte ich vorige Woche von meinem Chirurgen im Spital. Der sagte, man müsse sich langsam, aber sicher daran gewöhnen, dass manche Patienten nicht von gestern und durchaus informiert sind. Inzwischen machten ihm solche Patienten sogar richtig Spaß, er merke, wie er herausgefordert wird und sich deshalb automatisch ganz besonders anstrengt.

Wie gesagt, das ist nur ein Echo. Wäre interessant, was unsere Mediziner dazu sagen.

Grüßle von
Angie
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Alt 24.08.2006, 15:06   #19 (Permalink)
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Standard Wie hätten denn die Dottores gerne ihre Patienten? - Dieser Beitrag ist 743 Tage alt

Also ich bin wie gesagt definitiv für Mitdenken, Informieren und offen Nachfragen.
Erstens wie gesagt, weil wenn zwei aufpassen statt nur einer passieren weniger Fehler.
Zweitens weil man, wenn Probleme ausgesprochen wurden, auch darüber reden kann.
Drittens sind mir ganz allgemein, nicht nur im Krankenhaus, Leute, die vorne rum "ja, ja", aber aber hinten rum, oder in Gedanken "So ein scheiß" oder "uaaaaah da hab ich aber Schiss vor!" sagen so ganz und gar nicht geheuer. Wenn einer denkt ich mache etwas falsch, dann soll ers mir bitte sagen und nicht nur mit seiner Frau und seinen zehn Freunden darüber lästern.
Schlecht ist natürlich, wenn einer nur denkt er weiß es besser, aber eigentlich unrecht hat. Aber auch da ist mir eine klare Auseinandersetzung lieber als so passive Leute, die zu allem Ja und Amen sagen. Ich weiß einfach gern woran ich bin und das ist im Krankenhaus auch nicht anders als sonst wo
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Alt 24.08.2006, 20:07   #20 (Permalink)
Monsti
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Standard Wie hätten denn die Dottores gerne ihre Patienten? - Dieser Beitrag ist 743 Tage alt

Anscheinend wächst eine neue Ärzte-Generation heran, und das ist auch gut so. Jedem von Euch angehenden Medizinern wünsche ich von Herzen einen guten Kompromiss zwischen fachlicher Entscheidungsfindung und Auseinandersetzung mit dem Patienten. Ich jedenfalls mache mit der eher kritischen und kommunikativen Variante allerbeste Erfahrungen, wobei "Kommunikation" keineswegs heißt, dass ich dem Doc mit Endlos-Monologen die Zeit stehle. Der Dialog ergibt sich meist während ärztlicher Tätigkeiten, die keine besondere Konzentration erfordern.

Ich denke, es ist eine wirkliche Kunst, zwischen echten Problemen/Anregungen, angelesenem Halbwissen und übermäßigen Ängsten sowie bloßem Gejammer so zu unterscheiden, dass man die richtige Entscheidung trifft.

Ich erinnere mich da akut an einen Fall, der erst vor wenigen Tagen war. Eine sehr übergewichtige Touristin aus Norddeutschland, so um 50-55 J. alt, kam mit dem Rad (steil bergan!) zum Doc gefahren. Sie war kurz vor mir drin und damit auch vorher dran. Schon bei der Anmeldung ergoss sich eine Salve zu massiven Beschwerden bzgl. ihres "absolut unbrauchbaren" rechten Knies. Silvia hinter dem Tresen hörte sich alles sehr geduldig an. Dann war die Dame eine geschlagene halbe Stunde beim Doc drin. Auf dem Weg zum Sprechzimmer humpelte sie ächzend. Sie kam wieder raus, verließ die Praxis ohne Rezept, humpelte nimmer, schwang sich draußen auf ihr Rad und fuhr von dannen. Anschließend war dann ich im Sprechzimmer. Mein Doc wirkte zunächst leicht genervt, beruhigte sich aber schnell wieder. Zum Schluss meinte er (wir sind gut befreundet): "Manche Patienten bringen mich schier zum Wahnsinn!" Es bedarf da keines Kommentars mehr. Ich konnte ihn sooooo gut verstehen.

Sorry, war eben ein kleiner Exkurs, aber eben direkt aus der Praxis.

Liebe Grüße von
Angie
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Alt 24.08.2006, 20:20   #21 (Permalink)
Obelix1962
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Standard Wie hätten denn die Dottores gerne ihre Patienten? - Dieser Beitrag ist 743 Tage alt

@ Monsti

Meine Glückwunsch, Dein Arzt hat verstanden das er mit Menschen in Berührung kommt.

Ne Spass bei Seite manche Patienten wissen nicht was sie tun bzw.was sie dem Arzt antun.
Oft halten die sich nicht an die Empfehlungen des Mediziners und beschweren sich dann, daß das was der Doc ihnen verordnet hat nicht funkt.
Manchmal wünschte ich mir das die Ärzte solche Patienten auch abweisen dürften. Die haben einfach nix in der Birne und sollen doch so weitermachen mit ihrem Raubbau an sich selbst.
Merken tun die das sowieso nicht mehr wenn es zu spät für sie ist.

Grüßle
Obelix1962
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