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Kostendruck im Krankenhaus - wahrnehmbar?Dies ist eine Diskussion �ber "Kostendruck im Krankenhaus - wahrnehmbar?" im "Schulmedizin" Forum, als Teil von Patientenfragen.netDachschen, mich würde interessieren, welche Erfahrungen ihr mit Krankenhäusern und Krankenhausärzten bezüglich des objektiv zunehmenden Kostendruckes und der auch in der Medizin zunehmend spürbaren Profitorientierung ... |
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| | #1 (Permalink) |
| im Urlaub ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Dachschen, mich würde interessieren, welche Erfahrungen ihr mit Krankenhäusern und Krankenhausärzten bezüglich des objektiv zunehmenden Kostendruckes und der auch in der Medizin zunehmend spürbaren Profitorientierung gesammelt habt. Habt ihr euch gut aufgehoben gefühlt oder hattet ihr das Gefühl "durchgeschleust" worden zu sein? Wie habt ihr die diesbezügliche Stimmung des Personals erlebt? logiker, gespannt! |
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| | #2 (Permalink) |
| Arzt ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Ich bin zur Zeit auf deiner Station, die für 4 Ärzte konzipiert ist. Arbeiten tuen dort 2 Ärzte in Vollzeit, und 2 mit halber Stelle. Wir haben im Schnitt am Tag 3-10 Aufnahmen und in etwa die gleiche Menge an Entlassungen täglich. Zu jeder Entlassung gehört ein Arztbrief und die übrigen Patienten wollen ja auch noch betreut werden. Würde über der Eingangstür das Volkswagen Logo hängen, würde man sagen, hier wird am Fließband gearbeitet |
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| | #3 (Permalink) |
| Gast | Hi zusammen! Ich habe gerade die Erfahrung am Leib meiner Schwiegermutter gemacht, daß man auch in einem KH gut aufgehoben sein kann und das individuelle Betreuuung in diesem Haus noch groß geschrieben wird. OK, die OP der vier Bypässe wurde durch 2 akute Notfälle von Donnerstag auf Freitag verlegt, aber da kann das KH nichts für und es spielt dort auch keine Rolle bei der OP-Planung ob man Privat, privat zusatzversichert oder eben nur normaler Kassenpatient ist, die arbeiten dort nach Dringlichkeit und die war bei meiner Schwiemu gegeben, so daß sie innerhalb von 10 Tagen einen Termin hatte. Nun habe ich mich am Wochenende selbst davon überzeugen können, daß auf der Herzintensiv-Station alles an Personal sehr nett, sehr ruhig und überhaupt alles einen sehr guten Eindruck machte. Medikamente, auch solche, die vielleicht nicht immer gegeben werden im Rahmen einer Nebenerkrankung, werden dort ohne wenn und aber gegeben. Sicherlich ist auf einer Intensivstation die Betreuung in der Regel intensiver, aber auch da gibt es meilenweite Unterschiede. Auf der Normalstation (die wir uns gestern anschauten!), geht es genauso zu. Da laufen auch ganz viele Schwestern und Pfleger rum, obwohl Sonntag war. Also, Hut ab vor diesem Krankenhaus, sollte ich jemals was mit dem Herzen haben, würde ich nach Hamburg gehen. Dies ist nun die Sicht einer Angehörigen, aber auch Schwiemu als Betroffene sagte direkt als sie wieder sprechen konnte, hier ist alles bestens, was die Ver- und Umsorgung angeht. Ich selber habe als Arzthelferin viele andere, meistens negative Situationen erlebt, wenn wir einen Patienten eingewiesen haben, kenne auch hier in der Umgebung sogenannte Fließband-Krankenhäuser oder aber noch schlimmere Häuser. Viele Grüße, Andrea |
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| | #5 (Permalink) |
| Gast | @ Urologiker! Wow, Du könntest Dich bei Wetten, daß...? anmelden! Ja, das Herzzentrum im Albertinen, ganz große Klasse! Kann ich nur jedem empfehlen! Woher wußtest Du das? Liebe Grüße, Andrea |
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| | #6 (Permalink) |
| im Urlaub ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Noja, man kennt sich aus...und außerdem komme ich ziemlich genau aus der Ecke - Ort meiner Jugend, der Stadtrand der schönen Hansestadt. Außerdem habe ich Rettungsdienst in HH gemacht und kenne die meisten der > 30 Krankenhäuser. Das Albertinen ist schon immer eines meiner Lieblingshäuser in HH gewesen - und das Herzzentrum ist durchaus bekannt. |
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| | #7 (Permalink) |
| Gast | Ist ja witzig, klein ist die Welt, wir haben da oben halt die Schwiegereltern leben, mein Mann kommt aus HH. Schöne Stadt! Freitag geht es wieder hoch (ist halt viel Fahrerei für uns, aber das ist nicht zu ändern, auch das wird wieder vorbeigehen). Mein Schwieva wurde vor 3 Jahren im St. Georg am Herzen operiert, Herzklappe (Bio) und 3 Bypässe, der war nicht so zufrieden und wir als Angehörige auch nicht. *lach*, als wir dann Freitags zu Besuch kamen, habe ich die da erstmal aufgemischt, danach lief es dann einigermaßen, aber eben nicht gut. Da lag Schwieva schon auf der normalen Station, oh mann, was ein Chaos da damals und unfreundlich bis zum Umfallen. Liebe Grüße, Andrea |
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| | #8 (Permalink) |
| Aktiver Teilnehmer ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Na ja, ob es etwas mit nem bestimmten KKh zu hat oder mit der Gesundheitsreform, wage ich zu bezweifeln. Es kommt einzig und alleine auf die Einstellung des Personals an. Da kann es sein, dass heute noch ein Krankenhaus bzw. eine Station gelobt wird und wenn dann das Personal wechselt, wird nur noch geschimpft und es kommen eventuell auch Fehler vor. Ich wurde vor 1989 bei uns im Kreiskrankenhaus, am Darm operiert. Ich muß sagen, zuerst hatte ich das Muffesausen, weil mir bekannt war, dass der Prof. sehr gerne künstliche Ausgänge legte, auch wenn es nicht nötig war. Gott sei Dank verabschiedete er sich zu der Zeit, als ich im KKH war in den Urlaub :-) Ich wurde vom Oberarzt und vom Stationsarzt operiert und war sehr zufrieden.(Die beiden sind leider nicht mehr in dem KKH und ich höre in letzter Zeit von Bekannten nichts Gutes von dem KKH) Gut Anfangs hatte ich auch mal nen bösen Wortstreit mit dem Stationsarzt, aber dann war er nur noch zuvorkommend, freundlich und sogar einfühlsam. Das Nachtpersonal war sehr nett, obwohl die sehr viel zu tun hatten. Das Personal am Tage war durchwachsen, da gab es welche die waren richtig ruppig und andere die waren total lieb, obwohl sie damals auch schon ziemlich unter Stress standen. Und ich denke mal, dass ich schon ein pflegeleichter Patient bin, weil ich keine Ansprüche stelle und auch nicht jammere. Vor 2 Jahren war ich in einem anderen KKH, auf der Chirurgie und war sehr zufrieden. Personal war aufmerksam und der Stationsarzt war ein ganz Netter und ich denke er war auch kompetent. Hatte alles Hand und Fuß was er mir erzählte, soweit ich das als Laie beurteilen kann. Dann letztes Jahr war ich wieder in dem KKH, allerdings auf der Inneren.......ich war froh, als ich nach Hause durfte. Ich wollte eine Weitung des Darmes mit dem Ballon, weil ich mal wieder Schwierigkeiten mit meiner Stenose hatte, aber gemacht haben die nichts. Jeden Tag kam ein anderer Arzt und erzählte mir etwas anderes. Stationsarzt schleppte sogar nen Chirurgen an, der auch nur Stuss erzählte. Na ja, ich wurde nach 5 Tagen entlassen und sollte in 4 Wochen nochmals vorstellig werden, um den Eingriff durchführen zu lassen. Als mein Hausarzt den Bericht vom KKH las, schüttelte er nur mit dem Kopf. Na ja gleiches Haus, andere Station und nicht zufrieden. Wenn ca 6 Ärzte auf nen Patienten losgelassen werden und jeder erzählt etwas anderes und sagt noch der Kollege wüßte nicht Bescheid, also da sagt mir mein normaler Menschenverstand, so schnell wie möglich weg hier. Lieber Gruß Maggie |
| Geändert von Maggie (03.04.2007 um 20:29 Uhr). | |
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| | #9 (Permalink) |
| Gast | Hi Maggie! Ich selber habe an mir auch schon anderes erlebt, aber das aktuelle Beispiel meiner Schwiemu zeigt mir auch, daß es eben doch noch funktionierende KH's gibt. Auch auf der Normalstation ist alles bestens und sie fühlt sich sehr wohl dort, soweit man sich in einem KH wohlfühlen kann. Nachdem ich 2001 an meinen Zähnen operiert worden bin und auch eine Nacht stationär war, bin ich direkt am Tag nach der Entlassung zu der Versicherung meines Vertrauens gegangen und habe nach einer privaten Zusatzversicherung gefragt und diese dann auch direkt abgeschlossen. Das, was ich auf der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie erlebt habe, wollte und will ich nämlich nie wieder erleben! Von daher, wenn heute was sein sollte, daß ich stationär gehen müßte, bin ich halt privat zusatzversichert und weiß, daß ich gut behandelt werde. Liebe Grüße, Andrea |
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| | #10 (Permalink) |
| Aktiver Teilnehmer ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Hi Andi, ja schon klar, aber ich wollte mit 25 Jahren eine Zusatzversicherung abschließen, nur mit meiner Grunderkrankung hat jeder Versicherungsvertreter den Kopf geschüttelt. Es ist halt so und wird immer so bleiben Geld regiert die Welt. Trotzdem gibt es noch Ärzte und auch Schwestern die einem mit Respekt behandeln auch wenn man nicht privat versichert ist. Zudem bin ich kein Mensch der zu anderen respektlos ist und ich honoriere ja auch einen guten Umgang und Freundlichkeit. Bisher wenn ich im KKH lag, gab ich immer ein ordentliches Trinkgeld, soweit ich zufrieden war. Ich schau auch immer, dass ich mein Bett selber machen kann, soweit es mir gut geht und damals nach der Darm Op als ich noch Astronautenkost bekam, habe ich die Süppchen immer selber gemacht. Ist ja auch kein Akt und das Pflegepersonal war etwas entlastet und ich mußte nicht auf mein so spärliches Mahl warten ;-) Zudem gebe ich auch bei meinem Hausarzt und Zahnarzt immer ein Trinkgeld für die Kaffeekasse. Mache ich ja beim Friseur genauso, vorausgesetzt ich bin zufrieden. Vom Zahnarzt bekam ich ja auch schon Spritzen und Kanülen so mit, er hätte mir ja auch sagen können ich solle das in der Apotheke kaufen, Eine Hand wäscht eben die andere. Aber das gehört hier wohl nicht so richtig hin. Lieber Gruß Maggie |
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| | #11 (Permalink) |
| Rettungsa., Physio, ST ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Also meistens muss ich sagen das ich total glücklich war. Allerdings gehöre ich jedesmal fast zum Inventar wenn ich im KH liege, auch auf WÜnsche gehen hier meistens die Schwestern und Pfleger ein, und außer grauenvollen Mitbewohnern kann ich mich echt nicht beschweren, obwohl ich ja nun wirklich kein leichter Patient bin. Lg küken |
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| | #12 (Permalink) |
| Arzt ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Was ich immer wieder bei uns auf Station bemerkte ist, dass sehr viel vom menschlichen Miteinander abhängt. Wir sind nun mal alle Menschen und nicht jeder kann jeden leiden. Es gibt Patienten/Eltern, die geradezu "mutwillig" (anklagende Grundeinstellung) eine Antisympathie erzeugen. Ich bewundere immer wieder meine Kollegen, wie ruhig diese mit solchen Eltern umgehen können. Andererseits erzeugen auch Ärzte, z.B. wenn sie einen schlechten Tag haben, bei einem Patienten Antisympathie und dann wird vielleicht der ganze Krankenhausaufenthalt als schlecht empfunden. Kleine Dinge reichen da manchmal schon aus, um das ganze zum kippen zu bringen. Das Problem ist, das Patienten im Krankenhaus extrem viel Zeit haben, aber den Stress, der hinter verschlossenen Türen stattfindet nicht mitbekommen. Da wird vom Patienten bei längerer Wartezeit nach dem Klingeln ein schnippischer Satz an die Schwester gerichtet und diese, aufgrund extremen Stresses bekommt diesen in den falschen Hals. Regt sich dann bei den Mitschwestern darüber auf und schon hat der Patient "verschissen". Das Stigma wieder loszuwerden ist extrem schwierig. Andersrum geht es aber auch. Der Arzt, der im totalen Stress die Frage eines Patienten unzureichend beantwortet ist schnell ein arroganter und ignoranter Typ, der sich nicht um einen kümmert. Das hinten im Arztzimmer noch 7 Briefe und 5 Überstunden warten, sieht der Patient halt nicht. Das ganze Gesundheitssystem krankt am Geld. Es ist für nichts mehr wirklich Geld da und das Personal ist schon lange überlastet, da einfach zu wenig Personal da ist. Unsere Station ist für 4 Vollzeit-Ärzte ausgelegt und wird von 2 Vollzeitärzten betreut und einer halben Stelle. Davon ist keiner Facharzt (Ausgenommen der Oberärzte). Das heißt, unsere Station und vor allem wir Ärzte, arbeiten am Rande der Belastungsgrenze. Beim Pflegepersonal sieht es auch nicht unbedingt besser aus. Liebe Grüße Michael |
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| | #13 (Permalink) |
| Fühlt sich wohl hier ![]() ![]() ![]() ![]() | Thema Krankenhaus,...ich war im Januar dort wegen einer Schilddrüsen OP,meine Tochter im Februar weil der Blinddarm unbedingt raus wollte. Wir haben dort beide erlebt das es trotz Stress bei Ärzten und Pflegepersonal immer ein ruhiges und höfliches miteinander war. Wobei ich sowohl beim Pflegepersonal als auch bei den Ärzten deren Geduld mit so manchem Patienten bewundert hab. Wer dort als Patient das Gefühl hatte nicht gut aufgehoben zu sein,der war selber schuld. Sicherlich wäre mir ein abschliessendes Gespräch sehr wichtig gewesen. Aber der Zeitmangel lies es nicht zu und so musste dann später eben der Hausarzt her halten. |
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| | #15 (Permalink) |
| Aktiver Teilnehmer ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() | Hallo Urologiker! Da meine Ausbidlungsschule mit 12 Kliniken hier in Berlin zusammenarebeitet, kann ich dir Unterschiedliches berichten. Ich finde Kostendruck ist überall zu spüren, aber überall anders. Z.T. habe ich das Gefühl, als wenn man nicht auf gute und effektive Wundbehandlung abzielt, sondern auf günstige, in anderen Häusern sind morgens nur 3 Schwestern für 36 Patienten zur Versorgung da oder Patienten liegen viel zu viel im Bett, weil man zu wenig Physiotherapeuten da hat, die mit ihnen trainieren können. Ich hab auch schon ein Haus erlebt, da hatte der Kostendruck die Auswirkung, dass wir im Notfall auf einen Arzt mal 20 Minuten warten mussten. Ich finde das alles sowas von unmöglich! Ich kenne so viele Schwestern und Ärzte, die mit richtig viel Idealismus vor einigen Jahren in den Job gegangen sind und nun auch z.T. sehr ungehalten auf kleine Zwischenfälle bei Patienten reagieren, was in dem Moment absolut ungerechtfertigt ist, aber sie können wohl nicht mehr anders- traurig! Auch Fort-, Weiterbildungen und Supervisionen in Teams gibt es viel zu selten. Das führt wieder zu anderen Problemen, sie sind unter Anderem nicht fähig in Konfliktsituationen untereinander gut umzugehen. Und wer leidet drunter? Arme Patienten, denen es eh schon nicht gut geht, sonst wären sie ja nicht bei uns. Aber das hat großteils den Geldmangel als Ursache. Schade! Liebe Grüße Julia |
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