AW: Medikamenten-Verwertungsstörung - Welcher Arzt klärt ab? - Dieser Beitrag ist 302 Tage alt
Hallo Alice,
nimmt er denn das Johanniskraut noch?
Ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber Johanniskraut verstärkt die Wirkung eines Enzyms der Leber, das für den Abbau vieler Medikamente verantwortlich ist. Unter anderem wird auch Alprazolam darüber abgebaut. Deshalb kann die Einnahme von Johanniskraut die Wirkung dieser Medikamente abschwächen.
Eine weitere Ursache könnte auch eine genetisch bedingte Störung dises oder anderer Enzyme. In dem Bereich kennt sich aber wirklich nur ein klinischer Pharmakologe aus.
Wenn er schon so viele Medikamente ausprobiert hat, dann ist natürlich auch immer die Frage, ob die Diagnose stimmt. Vielleicht hat die Depression ja auch eine andere Ursache. Da sollte auch an eine organische Abklärung gedacht werden. Aber ich nehme an, dass er nach mehreren Klinikaufenthalten sicher schon komplett durchgecheckt wurde.
Bei einer solch langen Depression kann es natürlich auch sein, dass die Symptome fehlinterpretiert wurden und sich hinter der Depression eigentlich eine Schizophrenie mit stark ausgeprägter "Minus Symptomatik" (=Kein Antrieb, Müdigkeit, Interessenlosigkeit, usw.) verbirgt. Allerdings wären dann die geschilderten Angstzustände eher untypisch. Und ich denke auch, dass das dann schon längst von diversen Ärzten entdeckt worden wäre.
Viel mehr kann ich dir leider nicht sagen.
Viele Grüße und alles Gute,
Surfer
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