AW: Meine Organe spenden - Dieser Beitrag ist 162 Tage alt Hallo @ all,
wie man hier im Forum sieht, beschäftigt dieses Thema doch immer wieder viele Menschen. Organspende wurde ja schon mal 2006 ausführlich diskutiert. Habe mich damals als Organempfänger geoutet. Es freut mich, dass viele Aspekte zum Thema Organspende angesprochen u. auch relativ sachlich diskutiert wurden. Danke an Michael für die guten und sachlichen Beiträge.
Zum Thema Thurn u. Taxis (wird immer wieder angesprochen, dass, wenn man Geld hat, man auch schneller ein Organ od. vielleicht ein zweites gleich bekommt, wenn das andere nicht funktioniert)möchte ich anmerken, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass diese Tranplantationen nicht ordnungsgemäß waren. Wurde selbst in dieser besagten Klinik transplantiert. Lernte dort einen jungen Mann (20 Jahre) kennen, der 72 Std. nach seiner ersten Transplantation ein zweites Herz bekam, weil das erste nicht richtig funktionierte u. der hatte nicht das nötige Kleingeld. Er hatte wohl nur sehr sehr viel Glück....
Leider wird es durch den Organmangel aber immer wieder negative Ereignisse geben.
Zum religiösen Aspekt möchte ich noch kurz anmerken, dass in den meisten Religionen vom Weiterleben der Seele gesprochen wird und der irdische Leib (Hülle in dem die Seele wohnt) nicht in das Paradies, Nirwana od. sonst wohin geht, sondern verbrannt od. begraben wird. Also ist es auch nicht wichtig, wenn die Organe nicht mehr vorhanden sind.
Jeder darf selbstverständlich seine eigene Meinung dazu haben. Es ist nur wichtig, sich immer wieder einmal mit diesem Thema auseinander zu setzen, denn Meinungen können sich auch im Lauf eines Lebens ändern. Man kann auch im Organspendeausweis ausdrücklich festlegen, dass man seine Organe nicht oder nur bestimmte Organe spenden will.
Bei uns in Deutschland haben wir leider immer noch die erweiterte Zustimmungslösung d.h. Angehörige müssen der Organentnahme zustimmen. Somit dient der Organspendeausweis auch den Angehörigen als Entscheidungshilfe. Noch besser wäre es, mit den Angehörigen auch darüber zu sprechen. Selbstverständlich kann man den Organspendeausweis jederzeit vernichten. Man ist ja nirgens registriert.
Vieles ist in der Medizin möglich geworden. Wo sind die Grenzen, wer soll entscheiden, wer ein Recht auf Weiterleben hat u. wer nicht. Sollte man denn dann einen Krebskranken noch behandeln od. Frühchen od. wie sieht es denn mit Schwerstbehinderten, wie Schlaganfallpatienten, Komapatienten, alte Menschen, die nur noch dahinsichen evtl. nur noch durch künst. Ernährung am Leben erhalten werden?? Ist das ein würdevolles Leben bzw. würdevolles Sterben??
Dank eines bereitwilligen Organspenders, des medizinischen Fortschritts u. einer höheren Macht darf ich im März auf sieben geschenkte Jahre zurückblicken.
Übrigens, wer spezielle Fragen zum Thema "Leben mit einem Spenderorgan" hat - nur keine Hemmungen, werde selbstverständlich Eure Fragen beantworten. |