Thema: Organspende
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Alt 28.07.2006, 10:20   #24 (Permalink)
Lilly
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Standard Organspende - Dieser Beitrag ist 723 Tage alt

Hallo ihr LIeben

i-punkt, du bist nicht die einzige, die gegen Organspende ist.
Ich hatte jahrelang auch einen Ausweis, habe ihn vor vielen Jahren aber zerrissen, habe jetzt eine Erklärung im Geldbeutel, daß ich nicht als Spenderin zur Verfügung stehe.

Statt sich mit dem "Ausschlachten" zu befassen, sollte sich die Gesellschaft (insbesondere die Medinziner) mit dem Thema Tod auseinandersetzen.
Der Tod wird als der größte Feind der Ärzte angesehen, weil sie es nicht schaffen ihn zu besiegen, das kratzt an der Omnipotenz und dem Ego der Mediziner...

Aber der Tod ist ein natürlicher Teil des Lebens und wir sollten nicht zuviel in die Natur eingreifen, nur weil es technisch machbar ist.

Ein jüdisches Sprichwort sagt "der Tod ist ein Problem der Lebenden"...und da liegt der springende Punkt, wir wollen niemanden gehen lassen, den wir lieben...verständlich...dennnoch unterliegen wir einer natürlichen/höheren Ordnung und sollten das anerkennen und respektieren.

In den 20 Jahren meiner Tätigkeit in der Uniklinik habe ich grausame Szenarien erlebt, es war die Regel und nicht die Ausnahme, daß Eltern, die einer Organentnahme zustimmten, die sterblichen Überreste ihrer Kinder in einem schrecklichen Zustand zurückbekamen (es erinnerte mich an grausame Leichenfledderei, entschuldigt den Ausdruck, aber ich habe es sehr sehr oft selbst erlebt), das nahm dermassen überhand, daß wir Schwestern erstmal vorgeschickt wurden, um die gröbsten Spuren zu beseitigen, was nicht immer einfach war und meist vergebliche Liebesmüh....da war nichts von Würde usw...nee...das krasse Gegenteil....

Und solang es parallel dazu noch die Fälle gibt, wo Straßenkinder z.b. in Brasilien gekidnappt und ausgeschlachtet werden, wo man sich Organe für viel Geld kaufen kann...usw....nee...da sollte man diese Praxis nicht erweitern...

Wenn man sich mit diesem Thema auseinandersetzt (also Leben und Tod), dann muss man auch an Glaubensfragen denken.
Wir WISSEN nicht, was nach dem physischen Tod passiert, es gibt verschiedene Glaubensrichtungen...beispielsweise glauben die Buddhisten und die Hindus, daß die Seele noch ca. 3-5 TAge im Körper verweilt und sich dann allmählich verabschiedet....so daß es ein Unding ist, an diesem Körper Organe zu entnehmen...

nur weil wir im Westen so einen Glauben nicht haben, so sollten wir es doch respektieren und jeden Menschen selbst entscheiden lassen, was mit seinen Organen passiert oder nicht,...und nicht per Gesetz erstmal ALLE als potentielle Organspender hinstellen...nee..das geht weit über das Selbstbestimmmungsrecht hinaus...

Also ganz klar meine Forderung: erstmal sich intensiv mit dem Tod auseinandersetzen und mit den eigenen Macht- und Ohnmachts-Gefühlen....

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