| Fühlt sich wohl hier
| Organspende - Dieser Beitrag ist 698 Tage alt Hallo Micha
Ich fände es schade, dasThema zu beenden. Ich finde es schon ok, wenn kontrovers diskutiert wird.
Womit du absolut recht hast, ich neige zu "immer" und "alle", wenn mich etwas total schockiert, ist echt ein Fehler von mir, und ja, leider werde ich auch reichlich sarkastisch, wenn man mir meine Erfahrungen absprechen will (bedingt durch meine Vorgeschichte...seufzt)...
Ich habe mich seit über 30 Jahren immer wieder intensiv mit dem Thema Organspende auseinandergesetzt, schade, daß ich keinen Zugriff mehr auf verschiedene Artikel habe, wäre sehr informativ.
Meine persönlichen Erfahrung über das Procedere haben mich wirklich sehr schockiert, ich hatte viele Jahre schlimmste Alpträume davon...es war mir eine zeitlang fast unmöglich, objektiv über das Thema nachzudenken....es war einfach wirklich IMMER ganz schrecklich, ich hoffe, daß es sich heute gebessert hat...es war zu unmenschlich...
Ich weiß sehr gut, daß hierzulande wirklich alles versucht wurde und wird, um Organspenden zu regeln....aber es gibt halt immer wieder den Faktor Mensch, den man nicht regeln kann.
Und ja, du hast recht, es betrifft nicht die meisten Ärzte, es betrifft den kriminellen Anteil, der sicherlich gering ist, aber es gibt ihn halt. Und wie du ja auch schreibst, genau deshalb wurde Eurotransplant gegründet (habe es mitverfolgt damals)...aber auch hier gibt es den Faktor Mensch, den man nicht berechnen kann...
Daß es die Organmaffia gibt, ist auch hinlänglich bekannt, was ich aber falsch finde, ist die Behauptung, daß in Brasilien Straßenkinder ausgenommen werden, weil es hierzulande zu wenig Spender gibt...würde ja bedeuten, die deutschen Ärzte erteilen Aufträge oder die deutschen potentiellen Empfänger erteilen Aufträge....ist ja Unsinn....
Was mich bei dem Thema eben am meisten nervt, daß die Würde so wenig gewahrt bleibt, es berührt ein Thema, das nicht leicht ist, nämlich die eigene Sterblichkeit, Tod, Loslassen, Akzeptieren....das ist für viele schwer, viele haben sich nicht genug damit auseinandergesetzt, daher kommt es zu so hitzigen Diskussionen.
Ich würde mir wünschen, daß einfach mehr Akzeptanz und Toleranz auf beiden Seiten da ist.
Und dazu, daß man sich schon frühzeitig mit dem Thema "Leben und Sterben" auseinandesetzt, ich würde es gut finden, das schon in der Schule anzusprechen.
Und wie gesagt, daß man im Umgang mit Organspendern und deren Angehörigen die Würde bewahrt. Das wäre mir das wichtigste.
Aber hier kommt wohl auch zum Tragen, was du mal in einem andern Beitrag schriebst, daß es an den Unis schlecht bestellt ist mit Gesprächsführung, dabei ist es so wichtig, grade für Spender, deren Angehörige und auch die Empfänger. |