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Thema: Placebo

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In dieser Diskussion geht es um "Placebo" im "Schulmedizin" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
...

  1. #1
    Simone
    Gast

    Standard Placebo

    Ich war sehr erschrocken als ich in einem anderem Forum las was eine Arzthelferin zu Placebos schrieb: Sie teilte in dem Forum mit, daß an Stelle von anderen Medikamenten Kochsalzlösung den Patienten gespritzt wird.

    Ist es echt erlaubt daß ein Arzt so was tut ?

    Ich stelle mir grad vor, mir wird in irgend einer Form vom Arzt ein Placebo verabreicht. Ich weiß es ja nicht, denke es ist ein echtes Medikament. Angenommen ich suche noch einen anderen Arzt auf, (mache ich oft, z.B am Abend Notarzt) dem sage ich was ich schon eingenommen habe, sage auch dazu wie das Medikament heißt. Er nimmt ja nun auch wie ich an das es ein echtes Medikament war was mir am Tag gespritzt wurde. Gibt mir trotz Notwenidgkeit keins mehr, (weil sonst eventuell die Dosis zu hoch wäre, oder das Medikament was er verordnen will mit meinem ANGENOMMEN nicht verträglich ist.)..... ohje, merkt ihr auf was ich hinaus will.

    Ich bin ganz schön entsetzt und wütend was mit uns als Patienten so gemacht wird.
    Kann ich da überhaupt noch den Ärzten trauen ?

    Ich weiß daß mit Placebos Forschung betrieben wird, in dem Fall wissen die Patienten aber das eventuell bei ihnen ein Placebo eingesetzt werden könnte.

    Nur im normalen Praxisablauf, wo der Patient von der echten Einnahme eines Medikamentes aus geht, kann ich mir wirklich nicht vorstellen, daß man einfach ein Medikament weg lassen kann, dafür ein Placebo nimmt.

    Diesen Arzt sollte man anzeigen.



  2. #2
    Monsti
    Gast

    Standard Placebo

    Hallo Simone,

    Placebos haben durchaus ihren Sinn. Kein Arzt würde einem frisch operierten Patienten statt wirksamen Schmerzmitteln irgendwelche Placebos verabreichen. Notwendige Medikamente sind immer "echte" Medikamente.

    Ein Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von Placebos: Im KH lag neben mir eine Dame, die jeden Abend Schlafmittel haben wollte. Durch Zufall erfuhr ich, dass sie statt Schlafmitteln die ganze Zeit Placebos bekommt. Interessanterweise schlief die Frau dennoch wie ein Baby.

    Liebe Grüße von
    Angie

  3. #3
    Facharzt (Kinder- und Jugendmedizin) Avatar von StarBuG
    Name
    Michael Scheel
    Geschlecht
    maennlich
    Alter
    39 Jahre
    Wohnort
    Fulda
    Mitglied seit
    05.05.2006
    Beiträge
    3.014
    Blog-Einträge
    2
    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard Placebo

    Hallo Simone und herzlich willkommen hier im Forum

    Wie Angi kann auch ich dich hier beruhigen.
    Kein Patient, der medizinisch Medikamente benötigt, wird von einem Arzt Placebos bekommen.
    Placebos werden dann gegeben, wenn der Patient z.B. im Krankenhaus eigentlich nur die Zuwendung braucht, nicht aber ein wirkliches Medikament. Hätte Angie das Beispiel mit dem Schlafmittel nicht schon erzählt, hätte ich es jetzt getan.
    Das ist ein wirklich gutes Beispiel für denn sinnvollen Einsatz von Placebo.
    Die Menschen fühlen sich unwohl im Krankenhaus, machen sich viele Gedanken und können deswegen schlecht schlafen.
    Eine medizinische Notwendigkeit für ein Schlafmittel besteht in der Regel aber nicht. In diesem Fall geben die Schwestern gerne ein Placebo, da es die selbe Wirkung zeigt, da das Problem eher im Kopf des Patienten ist.
    Sollte es dann nicht funktionieren, kann ein Arzt immer noch ein echtes Schlafmittel ansetzen.

    Mach dir auf jeden Fall keine Sorgen, dass dein Arzt dir keine echten Medikamente verschreibt

    Liebe Grüße und noch viel Spass bei uns

    Micha
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  4. #4
    Krankenschwester Avatar von Leonessa
    Geschlecht
    weiblich
    Alter
    33 Jahre
    Wohnort
    Berlin- Reinickendorf
    Mitglied seit
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    Beiträge
    495
    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard Placebo

    Hallo Simone!

    Wenn ein niedergelassener Arzt Placebos verabreicht und es dann zu der von dir befürchteten Situation käme fande ich es auch absolut mies.
    Allergings gibt es, wie Angie und Michael schon erwähnt haben auch die Placebo-Gabe im Krankenhaus und die finde ich manchmal wunderbar- vor allem für den Körper des Patienten.
    Viele Patienten mit chronischen Schmerzen (z.B. durch einen Tumor) brauchen über Jahre viel Schmerzmittel, z.T. aber wenn sie bei uns im Krankenhaus sind auch mehr, weil es einfach keine so schöne Umgebung ist wie zu Hause und sie mehr allein sind, sich allein fühlen. Das steigert oft den Schmerzmittelbedarf. Naja, nehm ich die Schmerzen des Patienten ernst und gebe ihm was dagegen fühlt er sich z.T. gleich verstandener und weniger einsam und die Schmerzen werden nach einiger Zeit besser, nicht nur wegen dem Schmerzmittel. In so einem Fall habe ich auch schon nach Anordnung die ein oder andere Spritze mit Kochsalzlösung verabreicht... Und da schadet es auch nicht, alle Ärzte und Schwestern wissen Bescheid und die Leber des Patienten wird dankbar sein.

    Kannst du diese Situation verstehen?
    Ich persönlich finde Placebos hier nicht falsch, sie schaden hier auch sicher keinem!
    Aber wenn ein Hausarzt das macht, kann es z.T. nochmal was anderes sein- da gebe ich dir Recht!

    Liebe Grüße Julia

    "Das einzige Stück Fleisch das im Prinzip über sich selber nachdenken kann ist das Großhirn"

  5. #5
    Nick
    Gast

    Standard Placebo

    Es ist nur eine Anmerkung am Rande, (also nicht direkt zu deiner Frage, aber zu Placebos im Allgemeinen)
    was man auch nicht vergessen darf, ist, dass Placebos tatsächlich wirken!
    Ein Blutdrucksenker-Placebo senkt den Blutdruck, ein Schmerzmittel-Placebo lindert Schmerzen, ein Schlafmittel-Placebo lässt schlafen.
    Und das, obwohl kein Wirkstoff in dem Placebo drin ist!

    Unser Gehirn, unsere Vorstellungen, haben eben einen sehr sehr starken Einfluss auf unseren Körper! Das Problem ist, dass die meisten Menschen nicht in der Lage sind, ihre "Geisteskräfte" ordentlich entfalten zu lassen. Ein Placebo ist also nur eine Hilfe für die, wie nennt mans, Selbstheilungskräfte des Körpers.

    Natürich sind diese Geisteskräft in ihrer Wirkung begrenzt, ein bisschen Blutdrucksenken ist drin, aber viel nicht, daher muss, wenn nötig ein richtiges Medikament mit Wirkstoff genommen werden.
    Aber bei allen Problemen, die durch den Körper allein zu lösen sind, sind Placebos eine sehr gute Sache!

    Wie das gesetzlich mit dem Verschreiben von Placebos in Arztpraxen ist, weiß ich leider nicht. Dürfen Placebos überhaupt in einer falschen Originalpackung verkauft werden, die einem einen Wirkstoff vorlügt?

  6. #6
    Krankenschwester Avatar von Leonessa
    Geschlecht
    weiblich
    Alter
    33 Jahre
    Wohnort
    Berlin- Reinickendorf
    Mitglied seit
    06.05.2006
    Beiträge
    495
    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard Placebo

    Zitat von Nick
    Wie das gesetzlich mit dem Verschreiben von Placebos in Arztpraxen ist, weiß ich leider nicht. Dürfen Placebos überhaupt in einer falschen Originalpackung verkauft werden, die einem einen Wirkstoff vorlügt?
    Hallo Nick!

    Nein, etwas vorlügen dürfen Pharmakonzerne dort nicht!
    Wäre auch sehr gefährlich. Stell dir vor du nimmst was in ner Notsituation und es wirkt evtl. doch nicht (Placebo wirken ja nicht immer) oder eben du gehst in zum ärztlichen Notdienst und sagst ihm: gucken Sie, von der Packung hab ich eben schon 2 genommen. Das geht rechtlich nicht!
    Es muss auf der Packung gekennzeichnet sein, dass sich dort Placebo-Präperate drin befinden.

    Ist beruhigend, oder?

    Liebe Grüße Julia

  7. #7
    Monsti
    Gast

    Standard Placebo

    Hi alle,

    als ich vor 2 Jahren im AKH Wien lag, bekam ich wegen meiner extremen Schlafstörungen (die ich vor allem wegen Restless-Leg-Syndrom - RLS - hatte) ebenfalls zunächst Placebos (statt Schlafmittel, wie ich aber erst später erfuhr). Ich war sodann täglich bis ca. 3.00 Uhr nachts ständig unterwegs, an Schlaf war nicht zu denken. Tagsüber war ich total gerädert. Das ging 3 Tage so. Die Tatsache, dass mir Placebos nicht halfen, war für die Ärzte Anlass, sich fast eine Stunde lang mit mir zusammenzusetzen. Von meinem RLS wussten sie nix. Ich bekam anschließend kein Schlafmittel, sondern "Restex" - endlich war meine Nachtruhe gesichert!

    Nichtsdestotrotz können Placebos sehr viel erreichen: Eine andere, ständig wegen angeblich nicht auszuhaltender Schmerzen klagende Patientin bekam eines Nachmittags schlichte Ringerlösung infundiert. Gesagt wurde ihr, dass sie jetzt "die ultimative Dröhnung" kriegt, das Zeug helfe eigentlich jedem, sie müsse aber im Bett bleiben, weil das auf den Kreislauf gehe. Schon nach 15 min. äußerte sie strahlend, ihre Schmerzen seien endlich wie weggeblasen. Sie fragte den Pfleger, wie lange die Wirkung des Superzeugs wohl anhalten würde, worauf er was von ca. 6 Stunden murmelte. Punkt 11 Uhr am Abend (exakt nach 6 Stunden) verlangte die junge Frau nach der nächsten Infusion, die sie natürlich auch bekam: schlichte Ringerlösung!!! Hätte die Gute nur einen Blick auf ihre Flasche geworfen, hätte sie bemerkt, dass da nix weiter drin war ...

    Liebe Grüße von
    Angie

  8. #8
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    Standard Placebo

    Hallo!

    Ich habe Migräne und nehme,wenn ich merke das es losgeht,sofort ein Schmerzmedi dagegen ein,so wird es nicht so schlimm.
    Als ich im KH war und wieder bemerkte das es losgeht habe ich sofort nach einem Schmerzmittel gefragt,was ich dann auch angeblich bekam,nur geholfen hat es nicht.
    Bis dann endlich klar war das ich wohl wirklich Schmerzen habe und ich endlich was richtiges dagegen bekam,war es leider zu spät.
    Ein Migräneanfall über drei Tage und das noch im KH...das war heftig!Seitdem nehme ich meine Medis immer selber mit.

    Liebe Grüße
    Locin32

  9. #9
    Monsti
    Gast

    Standard Placebo

    Hallo Locin,

    dann wird es im KH wohl ein Kommunikationsproblem gegeben haben, denn beim Aufnahmegespräch wird man i.d.R. ausgiebig nach weiteren Erkrankungen und Medikamenteneinnahme befragt. Wenn Du im Aufnahmegespräch von häufigen/gelegentlichen Migräneattacken berichtet hast, wäre es zumindest bei uns üblich, im Falle eines Falles das gewohnte Medikament zu verabreichen, sofern es nicht zu exotisch ist. Niemals würde Dir da jemand ein Placebo geben. Vielleicht hattest Du Dein Problem ja nur nicht explizit genannt.

    "Exotisch" ist z.B. mein Arava. In den kleinen österreichischen Spitälern gehört dieses Medikament noch nicht zum Standardrepertoire, zumal unser Bezirksspital auch keine Rheuma-Abteilung hat. Dieses Medikament habe ich bei KH-Aufenthalten also stets dabei, und zwar hochoffiziell, was sehr wichtig ist. Solange ich im Spital bin, haftet das Haus für alles, was mir innerhalb des Grundstücks widerfährt, d.h. auch für Schäden von evtl. falscher Medikamentengabe. Niemals sollte man also selbst mitgebrachte Medikamente einnehmen, wenn das medizinische Personal darüber nicht vorab in Kenntnis gesetzt wurde.

    Liebe Grüße von
    Angie

  10. #10
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    Standard Placebo

    Hallo Monsti!

    Natürlich wußten die das ich Migräne habe .(Aber anscheinend hat man in der Krankenakte nicht nachgesehen)
    Und natürlich nehme ich auch nicht einfach Medikamente ein ohne das jemand im KH Bescheid weiß.
    Mittlerweile wird einem auch vor der Aufnahme gesagt das man seine Medis selber mitbringen soll.
    Aber ich verstehe schon was Du mir damit sagen willst

    Liebe Grüße
    Locin32

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