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Thema: Wie mit einem Reizdarm umgehen (Erfahrungen) ?

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In dieser Diskussion geht es um "Wie mit einem Reizdarm umgehen (Erfahrungen) ?" im "Schulmedizin" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
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  1. #1
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    Standard Wie mit einem Reizdarm umgehen (Erfahrungen) ?

    Hallo hier im Forum,

    ich habe einen sogenannten Reizdarm! Ich habe dies schriftlich bekommen nach einer Darmspiegelung und der Untersuchung von Probenmaterial im Labor.
    Die Symptome, ich bekomme halt urplötzlich sehr starke Bauchschmerzen. Die hören nach zwei oder mehr Stunden auf ja und danach muss ich zwingend auf Toilette wo sich so zwei Liter oder mehr Wasser regelrecht heftig entladen.

    Inzwischen ist ein neuer Arzt (Gastroentrologe) da in der Praxis der sagt so etwas wie Reizdarm / Reizmagen ist schlicht eine Einbildung.
    Nun wäre ich froh wenn es nur eine Einbildung wäre, aber es schränkt schon massiv ein! Man weiss nicht wenn man in eine Stadt fährt ist eine Toilette in der Nähe usw..Sicher wird jetzt mancher sagen OK besorge Dir halt ein paar Windeln ob die aber 2 bis drei Liter Wasser halten das glaube ich nicht.

    Nun habe ich mir Ametriptylin verschreiben lassen weil das angeblich in sehr geringer Dosis helfen soll bei Reizdarm. Der neue Arzt hat mir Mebeverin verschrieben was mir überhaupt nicht hilft.

    Was habt ihr für Erfahrungen mit einem Reizdarm gemacht?

    Vorab schon einmal Danke für Eure Antworten!

    Viele Grüße Lothar

  2. #2
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    Standard AW: Wie mit einem Reizdarm umgehen (Erfahrungen) ?

    hallo,

    Inzwischen ist ein neuer Arzt (Gastroentrologe) da in der Praxis der sagt so etwas wie Reizdarm / Reizmagen ist schlicht eine Einbildung.
    na da hast du ja ein "früchtchen" von arzt... er diagnostiziert etwas, was man sich nur einbildet ?

    eigentlich ist es nach meinen erfahrungen gerade umgekehrt, das schnell ein reizdarm diagnostiziert wird und später eine ganz andere diagnose rauskommt.

    ich hab auch ein diagnostizierte reizdarmsyndrom, glaube aber selbst, das andere ursachen (zumindest zusätzlich) verantwortlich sind.

    also ich nehme zb. tägl. mindestens eine "lefax" , das minimiert die luft im darm.
    dann habe ich buscopan für die krämpfe, das brauche ich aber nicht täglich und auch nicht immer. nur wenn die schmerzen sehr stark sind und vor allem wenn ich unterwegs bin.
    zuhause tuts die wärmflasche und anis- oder fencheltee...

    wenn ich ausser haus muss... und ja, der reizdarm sorgt dafür, das man ungern das haus verlässt, wenn man nicht muss ... dann hab ich meine route im kopf und alle toiletten (auch die in einkaufscentern, cafees und arztpraxen) im kopf... und ca. 5€ in 50ct-stücken hab ich auch dabei. ich hab aber auch keine 2 stunden, bis ich aufs klo muss...

    wenn bei mir die bauchschmerzen einsetzen, dann muss ich auf toilette, immer wieder... bis zu 10 mal in ca.
    2 stunden, bis sich alles langsam wieder beruhigt und ich nur noch abwarten muss, bis das darmbrennen nachlässt.

    ansonsten hab ich mal paar wochen genau dokumentiert, was ich zu mir genommen hab und wie mein bauch reagiert hat. ich zb. kann äpfel u. birnen nicht vetragen, es ich also ganz selten (nur wenn der heisshunger mich mal piesackt und ich die nächsten tage nicht rausmuss...
    vollkorn-lebensmittel vertrage ich auch nicht, mit sehr fetthaltigen speisen (hmmmm ... legger sahnetorte zb.) muss ich auch vorsichtig sein. ebenso gehts mir mit alkohol...
    auch haben flohsamen und chiasamen bei mir keinen positiven effekt...

    eine allg. gültige behandlung gibt es nicht, nur symptombehandlung und da muss jeder für sich rausfinden, was gut oder böse ist...

    achso, dieses "Kijimea Reizdarm" ist FÜR MICH!!! (also nur meine meinung, muss jeder selber herausfinden) reine beutelschneiderei... hilft nix, ausser dem verkäufer... oder ich habe wirklich keinen reizdarm... kann ich mir damit halt aussuchen...

    LG
    Wenn es uns schlecht geht trösten wir uns mit dem Gedanken, daß es noch schlimmer sein könnte.<br />Und wenn es ganz schlimm ist klammern wir uns an die Hoffnung, daß es nur besser werden kann.

  3. #3
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    Standard AW: Wie mit einem Reizdarm umgehen (Erfahrungen) ?

    So ganz unrecht hat der Arzt nicht. Nur würde ich es nicht als Einbildung bezeichnen.

    In der Regel ist es so, dass man nach Ausschöpfung aller Maßnahmen (MRT, Gastroskopie, Coloskopie, Sonographie, Labor, ect.) und Ausschluss aller relevanten Diagnosen diese Diagnose "Reizdarm" stellt. Deshalb wird diese Diagnose auch grundsätzlich als Ausschlussdiagnose bezeichnet.

    Die Kategorisierung ist nicht ganz klar definiert. Von einem Teil wird es als gastroenterologisches Bild angesehen, von einem anderen Teil als rein psychosomatisches Krankheitsbild. Das liegt aber einfach an dem nicht klar definierten Krankheitsbild - ohne klare Richtung, ohne klare Abgrenzung. Eben ganz undeutlich. Stand jetzt gibt es offiziell keine absolute Aussage über die Ursachen - es ist reine Spekulation und nur Diskussion.

    Ein Patentrezept in der Therapie gibt es nicht. Therapie richtet sich nach dem Beschwerdebild.
    Aber man sollte nicht auf die nächstbesten Präparate aufspringen, die in Werbung oder Internet das Goldene vom Ei versprechen. Ein Großteil ist ohne klare Studienlage.

  4. #4
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    Standard AW: Wie mit einem Reizdarm umgehen (Erfahrungen) ?

    Vielen Dank für Eure Antworten!

    Der Gastroenterologe hat mir halt den Befund des Labors in die Hand gedrückt! Ja es wäre ja soweit alles OK. Ja und dann habe ich halt mit meinem Hausarzt gesprochen was ich tun könnte. Er wusste auch keinen Rat, also habe ich ihm die Frage gestellt ob er mir das Amitriptylin verschreiben kann.
    Danke Schlumpfine für den Hinweis mit dem Kijimea. Ich hatte schon vor, mir das zu kaufen. Im Moment versuche ich mit Tee, Pektin und eben mit Amitriptylin klar zu kommen. Ja und ich habe jetzt weitestgehend Zucker aus meinem Haushalt entfernt Bisher hat es auch einigermassen geklappt bis auf einmal die einzige öffent. Toilette in einer Stadt und sagen wir milde kaum benutzbar.

    Wie auch immer, ich schätze der Kreis an Patienten die einen Reizdarm haben ist gar nicht so klein. Da hofft man, dass man damit nicht so ganz allein im Regen stehengelassen wird!

    Viele Grüße L.

  5. #5
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    Standard AW: Wie mit einem Reizdarm umgehen (Erfahrungen) ?

    Zitat von Anonymisiert Beitrag anzeigen
    ... Danke Schlumpfine für den Hinweis mit dem Kijimea. Ich hatte schon vor, mir das zu kaufen.
    ich kann und will das nicht zu 100% verdammen...

    grade wenn kein wirklich vorgezeichneter weg für eine krankheit vorhanden ist, darf und soll man auch ausprobieren...

    WENN du es dir leisten kannst (ich musste es mir leider zusammensparen) dann kannst du es ja mal versuchen. es muss ja menschen geben, denen es geholfen hat/hilft... sonst würde man mehr davon lesen, das es garnichts bringt.

    ich hab mir eine 3-monats-ration gekauft für knapp 80€, das ist ja auch die empfohlene dauer, um die wirksamkeit festzustellen, oder auch nicht... ... ich hab keine verbesserung gemerkt.

    also einfach mal überlegen, ob der versuch (finanziell) nicht zu weh tut... schaden tuts jedenfalls nicht. bleibt nur die frage... WENN es hilft, kann man sich das auf dauer leisten?

  6. #6
    Assistenzarzt für Anästhesiologie, Schmerzmedizin, operative Intensivmedizin
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    Standard AW: Wie mit einem Reizdarm umgehen (Erfahrungen) ?

    Für die Therapie sollte man sich an den Leitlinien orientieren.

    Man kann zwar Amitriptylin als Off-Lable-Use verwenden, also zur Anwendung außerhalb des zugelassenen Anwendungsgebietes, ist aber nicht immer das Wahre - gerade hinsichtlich der eventuellen Nebenwirkungen, die unter Umständen schon vorhandene Symptome verstärken könnte.

    Die Medikation richtet sich nach den Beschwerden und fällt daher individuell aus. Das heißt, es können nur die einzelnen Beschwerden behandelt werden.

    Wenn keine Wirkung erzielt wird, sollte das entsprechende Medikament nach einigen Monaten gewechselt werden bzw. nach einer Alternative gesucht werden. Denkbar wäre auch eine Kombination mancher Präparate. Aber im Vordergrund sollte hier immer die Behandlung des ausgeprägtesten Symptoms stehen.

  7. #7
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    Standard AW: Wie mit einem Reizdarm umgehen (Erfahrungen) ?

    Hallo nimi10,

    danke für die Antwort, es ist etwas schwierig wenn der Arzt die Diagnose nicht akzeptiert die es vom Labor schwarz auf weiss gibt! Also entweder mit dem Hausarzt sprechen und ihn fragen ob der Ansatz mit dem Amitritylin in Ordnung geht.
    Ich habe da zwar etwas gelesen das z.B. Butylscopolamin krampflösend sein soll. Im Moment nehme ich halt das Amitriptylin . nach Bedarf in der Dosierung 6-10 Tropfen.
    Aber evtl.. finde ich ja einen neuen Gastroentrologen der sich der Sache annimmt. Hoffentlich ergeht es mir da nicht so wie gerade in einer Hautarztpraxis zwei Termine jeweils eine andere Einschätzung von den beiden Dermatologen da. Also in das Uniklinikum.
    Mal sehen was ein neuer Gastroenterologe von einer Kombinierung von zwei Medikamenten hält. Im Moment weis ich noch nicht welche beiden Medikamentengruppen da sinnvoll sind.

    mfg

  8. #8
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    Standard AW: Wie mit einem Reizdarm umgehen (Erfahrungen) ?

    Hallo,

    genau. Buscopan ist, genauso wie Mebeverin, ein krampflösendes Medikament und wird in solchen Fällen
    (bei Schmerzzuständen) eingesetzt. Bei Amitriptylin bitte bedenken, dass die Wirkung nicht gleich eintritt,
    sondern es bedarf einer gewissen Anlaufzeit, ganz individuell. Erfahrungsgemäß dauert das einige Wochen.

    Leider kann ich Ihnen nichts dazu sagen, da mir Labor/Befunde nicht vorliegen.

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