@Leonessa:
Du wolltest gerne auch Positives hören. Auch da kann ich mit dienen.
1. Story: Als es mir richtig dreckig ging und ich mich maßlos alleine fühlte, kam einer der Pfleger zu mir. Mir war zum Heulen zumute und er sah es. Er nahm mich in den Arm, drückte mich und sagte: "Sie müssen hier nicht immer nur stark sein. Auch Sie haben ein Recht zu klingeln und wenn Sie nur einmal jemanden zum Reden brauchen. Sie sind schwer krank und ich nehme mir, wann immer ich kann, gerne Zeit für Sie." Ich fühlte mich als Mensch wahrgenommen und habe geheult wie ein Schlosshund.
2. Story: Es waren sehr warme Tage, letztes Jahr Ende Mai/Anfang Juni und ich habe fiebernd geschwitzt wie nichts Gutes. Trotz des Arbeitsstresses bei chronischer Unterbesetzung kam eine Schwester zu mir und fragte mich, ob ich mich wohl besser fühlen würde, wenn sie mir die Haare waschen würde, sie habe jetzt gerade etwas Zeit. Sie hat sie gewaschen und ich fühlte mich besser. Ich war ihr unendlich dankbar.
3. Story: Ein Lob an die Schwester, die es sich nie nehmen ließ, zu Beginn ihrer Schicht eine Antrittsrunde durch alle Zimmer zu machen. Sie hat jeden Einzelnen kurz persönlich begrüßt - selbst mich im Isolationszimmer. Das hat den Gute-Laune-Pegel merklich gehoben.
4. Story: Ich danke allen Pflegekräften, die den Mut hatten, sich für mich bei den Ärzten einzusetzen. Sie waren manches Mal mein verlängerter Arm und ich viel zu krank und hilflos, um mich durchzusetzen.
5. Story: Ich danke auch dem OA, der sich trotz
OP's bis spät in die Nacht und einem unmenschlichen Arbeitstörn die Zeit genommen hat, alle Fragen bis ins Detail zu erklären und der sich Mühe gegeben hat, sich verständlich auf Hochdeutsch auszudrücken (auch wenn er das bei mir nicht hätte machen müssen

), was für viele Patienten sicherlich sehr wichtig ist.
6. Story: Hochachtung habe ich auch vor dem Arzt, der im Februar den Mut hatte, meine
OP abzubrechen, weil das
OP-Risiko in keinem Verhältnis zum Nutzen stand. Er hat nicht lange herumprobiert und versucht, die
OP auf jeden Fall durchzuziehen, um seine Mediziner-Ehre hochzuhalten. Außerdem hat er mir ehrlich erklärt, was los ist und seinen
OP-Bericht genauso ehrlich verfasst.

LG chaosbarthi