AW: Rezidivierende Blasenentzündung - Dieser Beitrag ist 414 Tage alt "Cranberry juice" oder zu gut deutsch Preiselbeersaft enthält Tannine, die die Adhäsion der E. coli-Bakterien am Uroepithel blockieren und/oder zu einer Selektion weniger adhäsiver Bakterienstämme führen.
Praktisch bedeutet das immer, dass der häufigste Erreger, Kolibakterien, sich nicht mehr so gut an die "Schleimhaut" der Harnwege setzten können und damit die Wahrscheinlichkeit einer Infektion, die wesentlich von der Anzahl der anwesenden Keime anhängt, vermindert ist.
Die Effektivität von Preiselbeersaft ist durch mehrere gute Studien belegt, es wird z.T. eine >50% Reduktion der Häufigkeit von Harnwegsinfekten (HWI) berichtet, z. B. BMJ 322, 2001, 1571.
Insgesamt wird eher eine Dauereinnahme empfohlen, da man schließlich nie wissen kann, wann man einen HWI bekommt - und der Einsatz von Preiselbeersaft ist schließlich prophylaktisch gedacht. Dabei ist zu bedenken, dass ein erneuter HWI innerhalb eines Monats eher für den ursächlich gleichen Keim spricht - was wiederum eine Dauerprophylaxe bei HWI-Neigung nahelegt.
Was die Einnahmeempfehlungen angeht, so gibt es in der Literatur verschiedene Empfehlungen, die sich allerdings dadurch relativieren, dass es Hinweise gibt, dass Tabletten (die oft 200ml Saft entsprechen) sowohl mindestens äquieffektiv sind als auch -gilt auch für deutsche Verhältnisse- deutlich kostengünstiger sind, vgl. Can J Urol. 2002 Jun;9(3):1558-62.
Bei wiederholten BE empfehle ich also eine Dauerprophylaxe mit Preiselbeer-Tabletten sowie die urologische Vorstellung bei manifestem Harnwegsinfekt, sofort bei Auftreten von Fieber, Schüttelfrost oder Flankenschmerzen!
Greetz, logiker |