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Umfrageergebnis anzeigen: Greift ihr bei Krankheiten zu alternativen Heilmethoden?

Teilnehmer
40. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja, ich nutze regelmäßig alternativen Heilmethoden.

    15 37,50%
  • Ja, ich habe schon mal zu alternativen Heilmethoden gegriffen.

    16 40,00%
  • Nein, ich hab aber zumindest schon mal drüber nachgedacht.

    3 7,50%
  • Nein, ich vertraue nur auf Schulmedizin.

    7 17,50%
  • Ich hab in den letzten 6 Monaten alternative Methoden angewendet.

    14 35,00%
  • Ich hab in den letzten 2 Jahren alternative Methoden angewendet

    9 22,50%
  • Ich war schon einmal bei einem Homöopathen.

    11 27,50%
  • Ich war schon mal bei einem Akupunkteur.

    12 30,00%
  • Ich war schon mal bei einem anderen alternativmedizinischem Therapeuten

    8 20,00%
  • Mein Arzt hat mir alternative Heilmethoden verordnet.

    10 25,00%
Multiple-Choice-Umfrage.
Seite 10 von 15 ErsteErste ... 89101112 ... LetzteLetzte
Ergebnis 91 bis 100 von 147

Thema: Habt ihr schon mal zu alternativen Heilmethoden gegriffen?

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In dieser Diskussion geht es um "Habt ihr schon mal zu alternativen Heilmethoden gegriffen?" im "Alternativmedizin" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
...

  1. #91
    Arzthelferin Avatar von Muschel
    Name
    Andrea
    Geschlecht
    weiblich
    Alter
    49 Jahre
    Mitglied seit
    08.08.2008
    Beiträge
    526
    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: Habt ihr schon mal zu alternativen Heilmethoden gegriffen?

    Zitat von Ulrike 2000 Beitrag anzeigen
    Das Ziel eines Wirtschaftsunternehmens ist möglichst viel Gewinn mit diesem Medikament zu machen.

    MfG Ulrike
    Die Pharmafirmen verdienen mit der Alternativmedizin viel Geld und da man nicht auf Heilung aus ist (laß das mal nicht einen eingefleischten Heilpraktiker hören, diese Thesen), wieso regen wir uns dann überhaupt auf, daß z.B. Globuli nicht wirken können aufgrund fehlender Wirkstoffe? Brauchen sie doch auch nicht...

  2. #92
    Mag Menschen Avatar von katzograph
    Geschlecht
    maennlich
    Alter
    73 Jahre
    Wohnort
    Lübeck
    Mitglied seit
    20.02.2008
    Beiträge
    680

    Standard AW: Habt ihr schon mal zu alternativen Heilmethoden gegriffen?

    @pianoman

    Ich vermute mal, Sie haben noch nicht die Zeit gefunden, sich mit meinen Fragen vom 18.08.2008 aus der Abteilung „ Habt ihr schon mal zu alternativen Heilmethoden gegriffen“
    zu beschäftigen. Das ist nicht weiter schlimm, sind es doch Fakten, die oft genug in den Medien veröffentlicht wurden.
    Ich möchte Sie bitten, in den Ihnen beruflich zur Verfügung stehenden unerschöpflich scheinenden Datenbanken etwas nachzuprüfen.
    Wenn man aus Ihren sehr beeindruckenden Beiträgen mal sozusagen einen Extrakt zieht, so kommt man zu dem Ergebnis, dass es offensichtlich keine Alternativmedizin gibt, weil keine positiven wissenschaftlichen Untersuchungen und damit Nachweise existieren. Anhänger und Betreiber der Alternativmedizin sind entweder Hirnamputierte und/oder Betrüger ( ich habe jetzt etwas übertrieben). Zu den von Ihnen favorisierten Untersuchungsmethoden gehört die randomisierte Studie, ein- oder mehrfach verblindet. Was sagt nun Ihre Datenbank über solche Nachweise für die wissenschaftliche Medizin? Nach meinen Informationen gibt es solche Untersuchungen gerade mal für knapp 20 % aller medizinischen Therapien, davon hat lediglich ein Viertel einen positiven Nachweis erbracht. Das heißt auf gut deutsch :
    es gibt nur für 5 % aller medizinischen Therapien einen wissenschaftlichen Wirkungsnachweis. Da unterscheidet sie sich nicht gerade erheblich von der Alternativmedizin, oder?
    Irgendein oller aber berühmter Prof der Medizin hat Anfang des 20. Jahrhunderts behauptet, die Medizin sei keine Naturwissenschaft, sondern eine Erfahrungswissenschaft. Offensichtlich wusste der Mann, wovon er sprach. Auch heute noch gilt, die Medizin ist in erster Linie eine Kunstlehre, die auf individueller und kollektiver Erfahrung beruht, ebenso auf Denk- u. Handlungsgewohnheiten und Lehrmeinungen. Daraus folgt, dass in der klinischen Wirklichkeit effektive und ineffektive Therapien angewandt und nicht ins Denkschema passende effektive Therapien vernachlässigt oder sogar unterdrückt werden, und damit sind hier keine alternativen Therapien gemeint. Wenn man bedenkt, dass eine randomisierte Studie eigentlich nichts weiter ist, als eine Statistik, so kann man sich auch vorstellen, dass eine solche interpretiert werden kann, was einer naturwissenschaftlichen Studie eigentlich nicht passieren darf. Die Erfahrung, und das sei hier ausdrücklich gesagt, ist ja kein schlechter Grund etwas auch so zu machen und hat bei der „normalen Medizin“ auch zu sehr vielen guten Behandlungsarten geführt. Aber wenn man als Laie denkt, das sei alles wissenschaftlich bewiesen, so irrt man schon mal. Die Zulassung von Medikamenten, so meint man, ist auch von einwandfreien wissenschaftlichen Nachweisen abhängig. Mal ja, mal nein. Bei sehr seltenen oder sehr gefährlichen Krankheiten wird auch schon mal ein Medikament zugelassen, dass nur bei 30 % dieser Kranken wirkt, natürlich einwandfrei wissenschaftlich nachgewiesen. Einen Nachweis, warum es bei 70 % an der gleichen Krankheit Erkrankten nicht wirkt, gibt es leider nicht. Wozu auch, Nichtwirkung braucht keinen Nachweis, das merkt man auch so.
    Auch wenn es „nur“ eine Erfahrungswissenschaft ist, hat sich die Medizin gut gemausert, wenn man an die Anfange denkt. Medizin in unserem westlichen mechanistischen Weltbild gibt es seit dem Ende des 13. Jahrhunderts, als die medizinische Fakultät nach einem Streit von der Universität in Florenz in eine eigene Uni nach Padua zog. Rein rechnerisch also etwa
    700 Jahre. Es kommt mir dann doch etwas anmaßend vor, wenn deren Mitglieder eine andere Erfahrungsmedizin, die so genannte Alternative, die seit mehr als sechstausend Jahren den Kranken geholfen hat, als vollständig falsch ablehnen. Wenn die nie geholfen hätte, so wäre sie wohl sang- und klanglos untergegangen. Unsere Vorfahren waren ja keine Idioten.
    Ihren unermüdlichen Kampf gegen Unsinn, Aberglauben und Betrüger finde ich sehr beachtlich und in Ordnung. Ihre Abwertung der Alternativen Medizin unter den gegebenen Umständen halte ich für einen Wissenschaftler unwürdig.
    Gruß
    katzograph

  3. #93
    Glaubt an nix!
    Geschlecht
    maennlich
    Mitglied seit
    15.04.2007
    Beiträge
    1.207

    Standard AW: Habt ihr schon mal zu alternativen Heilmethoden gegriffen?

    @katzograph

    Ihr Beitrag vom 18.08.2008

    Vielleicht können Sie mir ein paar Zahlen aus der Normalmedizin bestätigen :
    Ca. 20.000 Tote pro Jahr durch Behandlungsfehler, Pfusch bei Operationen etc,
    ca. 15.000 Unterleibstotaloperationen pro Jahr an gesunden Frauen, nur weil sie an Ärtze gerieten, die den Facharzt anstreben und dem endsprechende Erfahrungen, sprich Operationen nachweisen müssen, Ich halte das für vorsätzliche Verstümmelung.
    Grundsätzlich: Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie die Quellen angeben würden, aus denen Sie Ihre Zahlen beziehen. Was für mich gilt - Sie erinnern Sich sicher an die Diskussion mit dem Forumsmitglied "trueScience" - sollte auch für Sie eine Verpflichtung sein, oder ?

    Zu Ihren Zahlen sei gesagt, dass bei geschätzten 17 Millionen Menschen(1), die in etwa 2100 Krankenhäusern, durch etwa 140 000 Ärzte sowie knapp 400 000 Pfleger und Schwestern versorgt wurden 20.000 tödliche Behandlungsfehler einen Prozentsatz von etwa 0,12 % ausmachen. Sicher ist jeder Fall einer zuviel.

    Aber Ärzte und Pflegefachleute sind eben auch nur Menschen, und die sind nun einmal nicht unfehlbar. Sie kommen wahrscheinlich auch nicht auf die Idee, wenn ein Brummifahrer mit hundertausenden von gefahrenen Kilometern auf dem Buckel mal einen Unfall hat, die Funktion des LKW oder die Führerscheinqualität anzuzweifeln.

    Dass mit diesem Argument keine Aussage über die Wirksamkeit der Therapie als solche, sondern nur über die möglichen Fehler in der Anwendung der Therapie gemacht wurden, dürfte auch Ihnen klar sein.

    Etwa 300 Verfahren wegen Abrechnungsbetruges, z.b. über 100 Patienten pro Tag abgerechnet, Leistungen an Verstorbene abgerechnet usw. usw., die Dunkelziffer wird für weit höher gehalten und dabei sind die Zahnärzte noch gar nicht erfasst. Über 1000 ahnungslose Patienten werden pro Jahr in Praxen und Kliniken mit neuen, noch nicht zugelassenen Medikamenten behandelt, ohne dass sie davon Kenntnis haben, geschweige dass sie zugetimmt haben. Jahr für Jahr erscheinen über 200 neue Medikamente auf dem Markt, von denen sich herausstellt, dass sie eigentlich alte Medikamente sind, deren Zusammensetzung geringfügig geändert wurden. Dafür sind sie wegen dann wesentlich teurer, weil die Kosten für die Forschung ja so hoch sind, aber meist wirken sie weniger gut, als die alten. Ist das kein Betrug?


    Auch hier, Katzograph, versuchen Sie, die Fehler und Schwachstellen eines ökonomischen Systems und seiner Anwender, zu einer Kritik an der Wissenschaftsmedizin und deren Kriterien für Validität umzufunktionieren.
    Deshalb gilt ebenfalls hier das schon gesagte: Sie können mit diesen Argumenten keine Aussage über die Qualität der hochschulmedizinischen Therapien machen.

    Im übrigen - das nur am Rande erwähnt - missbillige auch ich Profitgier, Abzockerei und Dilettantismus. In der Medizin genau so wie in allen anderen Bereichen unserer Gesellschaft.

    95 Prozent aller Medikamententester in klinischen Versuchen sind Männer, also können die Ergebnisse auch nur für Männer gelten. Sie gelten aber auch für Frauen. Die meisten Medikamente sind in ihrer Wirkungsweise aber abhängig von Verhältnis Muskelmasse zu Fettmasse oder vom Hormonhaushalt, Beides ist bei Frauen völlig anders als bei Männern, also sind sie, sofern man die vorgeschriebenen Dosierungen einhält, über-oder unterdosiert. Stellen Sie sich so eine qualitativ hochstehende medizinische Versorgung vor ?


    Ich fürchte, katzograph, dass Sie hier in der Vergangenheit leben. Es ist sicher so, dass die Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Krankeitsverläufen und der jeweiligen Symptomatik erst in den letzten Jahrzehnten - veranlasst durch die Gender Forschung - ganz konkret in das Bewußtsein der Medizinier gelangt ist, aber zweifellos ist es heute vorhanden.
    Bis vor einigen Jahren wurden Arzneimitteltests grundsätzlich nur an Männern durchgeführt. Frauen im gebärfähigen Alter waren einfach nicht in den Studien berücksichtigt.

    Mittlerweile hat sich das grundlegend geändert: In den USA lässt seit Mitte der neunziger Jahre die Food and Drug Administration (FDA) nur noch Medikamente zu, die sowohl an Männern als auch an Frauen getestet sind. Auslöser war die AIDS-Forschung in den achtziger Jahren. Damals wurde erstmals kritisiert, dass fast nur Männer in den Studien vertreten sind. Frauen hatten somit kaum Zugang zu innovativen Therapien. 1992 stellte die FDA fest, "dass bei Frauen zwischen 20 und 40 Jahren bei vielen Arzneien doppelt so viele Nebenwirkungen auftreten wie bei Männern". Dies gab schließlich den Ausschlag dazu, grundsätzlich geschlechterdifferente Studiendaten zu erheben. Da die FDA die weltweiten Zulassungen vergibt, hat die amerikanische Entscheidung identische Folgen für europäische Hersteller.


    Ich mag mich täuschen. aber ich habe den Eindruck, dass Sie den kranken Menschen in der Bemühung, ihn vor Schaden zu bewahren, auch ein wenig entmündigen.


    Wie kommen Sie darauf ? Aufklärung über die Sachverhalte entmündigt ? Seltsame Ansicht.

    Das ist allgemein üblich, wenn es darum geht, die Kranken von der AM fernzuhalten. Man geht von völlig ahnungslosen Kranken aus.


    Nur zum Teil, katzograph, ein anderer, wesentlicher Teil sind die Patienten, die sich in einer emotionalen Extremsituation befinden, weil sie sich mit der Diagnose einer lebenslänglichen, unheilbaren Erkrankung, oder möglicherweise mit ihrem kurz bevorstehenden Tod auseinander setzen müssen.
    Vergessen wir auch nicht den Teil der Patienten, die definitiv keine Wahlmöglichkeit haben: nämlich unsere Kinder.

    Aber üblicherweise nutzen nur langfristig Erkrankte , die sich schon sehr umfassend mit ihrer Krankheit und ihrer Behandlung informiert haben und leider feststellen mußten, dass die normale Medizin ihnen keine Besserung verschaffen kann.


    Das ist einfach nur falsch, u.a. s.o..

    Sie sehen dann in der AM keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung. Sie haben insoweit Recht, dass es meist keine anerkannte wissenschaftliche Erklärung gibt, falls die AM dann hilft. Aber was soll`s, die erklärte und erklärbare Medizin hat dann in dem Falle auch zu nichts geführt.


    Hilft Sie denn, die AM ? Offenbar, und das zeigen jedenfalls sämtliche seriösen Studien, doch wohl nur da, wo ohnehin eine Heilung auch ohne ärztliche Intervention stattfindet.

    Die beiden Medizinen werden immer von Menschen gemacht und es sind hier wie dort schwarze Schafe zu finden. Ich gebe Ihnen insoweit recht, als dass es in der AM das Betrügen leichter ist.-


    Es ist nicht nur leicht, es ist Programm. Und es besteht in der Regel aus der Selbsttäuschung des Heilers und aus der Fremdtäuschung des Patienten.

    In diesem Zusammenhang: Wie würden Sie sich verhalten, wenn Ihnen bei Ihrem Elektrohändler unter vollmundigen Versprechen einen Gerät verkauft wird, dass nur aus Gehäuse besteht ?

    Aber deswegen einen Pauschalverdacht oder gar eine Verurteilung auszusprechen halte ich für eine sehr einseitige Betrachtungsweise.


    Sehen Sie, katzograph, noch nie hat ein Medizinmann Regen herbeigetanzt, noch nie hat ein Alternativheiler eine Krebserkrankung oder eine Multiple Sklerose, einen Diabetes oder eine Demenz geheilt. Das darf man - ganz pauschal - behaupten.

    Und in diesem Forum wird doch von allen immerzu behauptet, dass alle so objektiv sind.


    Wir wäre es denn, katzograph, wenn sie zur Abwechselung eine tragfähige Alternativheilerische Behandlung mit eindeutigen Erfolgen und theoretischem Hintergrund darstellen.
    Das wäre dann mal ein Beitrag zu Objektivität von einer Seite, die sich nur durch subjektive Sichtweise auszeichnet.


    Ihr Beitrag vom 01.09.2008

    Wenn man aus Ihren sehr beeindruckenden Beiträgen mal sozusagen einen Extrakt zieht, so kommt man zu dem Ergebnis, dass es offensichtlich keine Alternativmedizin gibt, weil keine positiven wissenschaftlichen Untersuchungen und damit Nachweise existieren.


    Das haben Sie gut verstanden, Katzograph. Richtig. Gibt es signifikante Wirksamkeiten oder - noch besser "und" - nachvollziehbare theoretische Konzepte, ist ein Verfahren eben Medizin und nicht "alternativ".

    Warum sollte sich auch ein wirksames Heilverfahren als "Alternative Medizin" betrachten ? Fällt Ihnen dazu ein Grund ein ?

    Die sogenannte Alternativmedizin verfügt deshalb nur über Verfahren, deren Wirksamkeit eben nicht evident ist.

    Anhänger und Betreiber der Alternativmedizin sind entweder Hirnamputierte und/oder Betrüger ( ich habe jetzt etwas übertrieben).


    Ich würde diese Wortwahl in nicht wenigen Fällen durchaus benutzen. Bei einigen Alternativheilern würde ich auch von Begriffe nennen, die in ihrer strafrechtlichen Bedeutung weit über den Betrug hinausgehen. Ich erwähne da mal die Herren Hamer oder Rath.

    Zu den von Ihnen favorisierten Untersuchungsmethoden gehört die randomisierte Studie, ein- oder mehrfach verblindet. Was sagt nun Ihre Datenbank über solche Nachweise für die wissenschaftliche Medizin? Nach meinen Informationen gibt es solche Untersuchungen gerade mal für knapp 20 % aller medizinischen Therapien, davon hat lediglich ein Viertel einen positiven Nachweis erbracht. Das heißt auf gut deutsch : es gibt nur für 5 % aller medizinischen Therapien einen wissenschaftlichen Wirkungsnachweis.


    Wie schon gesagt: Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie die Quellen angeben würden, aus denen Sie Ihre Zahlen beziehen.

    Was halten Sie denn davon, mal einen groben Überblick über die 95% nicht wissenschaftlich belegbaren medizinischen Therapien zu geben ? Dürfte doch ganz einfach sein. Machen Sie mit der Wissenschaftsmedizin einfach das Gleiche, was ich mit der Alternativmedizin mache; analysieren Sie die Methoden und deren theoretische Begründungen.

    Da unterscheidet sie sich nicht gerade erheblich von der Alternativmedizin, oder?


    Na ja, zwischen 0 % und 5 % liegt doch schon ein erheblicher Unterschied. Vor allem, wenn die 5 % Sie von einer schwerwiegenden Erkrankung befreien.

    Irgendein oller aber berühmter Prof der Medizin hat Anfang des 20. Jahrhunderts behauptet, die Medizin sei keine Naturwissenschaft, sondern eine Erfahrungswissenschaft.
    Offensichtlich wusste der Mann, wovon er sprach.
    Anfang des 20. Jahrhunderts. Ist ja eben erst 100 Jahre her.
    In der Pädagogik des 19. Jh. hieß es, wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Nur so nebenbei.

    Auch heute noch gilt, die Medizin ist in erster Linie eine Kunstlehre, die auf individueller und kollektiver Erfahrung beruht, ebenso auf Denk- u. Handlungsgewohnheiten und Lehrmeinungen.


    Ja, dabei vor allem auf verifizierten. Die falsifizierten nennt man Alternativmedizin

    Daraus folgt, dass in der klinischen Wirklichkeit effektive und ineffektive Therapien angewandt und nicht ins Denkschema passende effektive Therapien vernachlässigt oder sogar unterdrückt werden, und damit sind hier keine alternativen Therapien gemeint.


    Quelle ? Beispiele ?

    Wenn man bedenkt, dass eine randomisierte Studie eigentlich nichts weiter ist, als eine Statistik, (...) wenn man an die Anfange denkt. Medizin in unserem westlichen mechanistischen Weltbild gibt es seit dem Ende des 13. Jahrhunderts, als die medizinische Fakultät nach einem Streit von der Universität in Florenz in eine eigene Uni nach Padua zog. Rein rechnerisch also etwa700 Jahre.


    Es ist noch viel schlimmer, katzograph: Das, was wir heute als Medizin bezeichen, sind die Ergebnisse von nur etwa 200 Jahren Forschung. Abgesehen von den Anfängen der modernen Medizin durch die Anatomie, sind die wirklichen innovativen Entwicklungen erst durch Naturwissenschaftler wie Robert Koch, Louis Pasteur, oder Paul Ehrlich und ihre Arbeiten zur Mikrobiologie, zur Hygiene oder zur Chemotherapie entstanden.

    Aber auch der Computer, an dem Sie sitzen, und der Ihnen ermöglicht, Ihren Gedanken auf den Bildschirm zu bringen, ist erst 6 oder 7 Jahrzehnte alt, geht man von Konrad Zuse als Konstrukteur des ersten elektronischen Rechners aus.

    Deshalb kann das doch wirklich nix Wahres sein. Weil, da ist ja nur Jetztzeitwissenschaft drin und keine sechstausend Jahre alten Erfahrungen.

    Es kommt mir dann doch etwas anmaßend vor, wenn deren Mitglieder eine andere Erfahrungsmedizin, die so genannte Alternative, die seit mehr als sechstausend Jahren den Kranken geholfen hat, als vollständig falsch ablehnen.


    Und dann gehen diese anmaßenden Idioten auch noch hin, und entwickeln eine neue Medizin.
    Völlig irre, wo doch die alte mehr als sechstausend Jahre geholfen hat.
    Bei Schnupfen.

    Wenn die nie geholfen hätte, so wäre sie wohl sang- und klanglos untergegangen.


    Ist sie auch, die Alternativmedizin. Bis die Wassermenschen in den 1980er Jahren den Capra und Frau Ferguson gelesen haben oder bei Osho waren, und beschlossen, dass eine durchschnittlich um 20 Jahre verlängert Lebenserwartung im letzten Jahrhundert ein deutliches Zeichen für einen völligen Irrweg sind.

    Unsere Vorfahren waren ja keine Idioten.


    Antwort 1: Deswegen haben sie auch eine neue Medizin begründet, katzograph, nur deswegen.

    Unsere Vorfahren waren ja keine Idioten.


    Antwort 2: Allerdings können manche von uns das sicher nicht ernsthaft von sich behaupten.

    Ihren unermüdlichen Kampf gegen Unsinn, Aberglauben und Betrüger finde ich sehr beachtlich und in Ordnung. Ihre Abwertung der Alternativen Medizin unter den gegebenen Umständen halte ich für einen Wissenschaftler unwürdig.


    Stimmt, katzograph, man sollte den ganzen Blödsinn einfach ignorieren.



    Pianoman


    (1) http://www.der-gesundheitsfonds.de/index.php?id=70
    Geändert von Pianoman (14.09.2008 um 08:35 Uhr)
    People are told lies.
    There are 40 million websites and 39.9 million tell lies, sometimes outrageous lies.
    They mislead cancer patients, who are encouraged not only to pay their last penny
    but to be treated with something that shortens their lives.
    At the same time, people are gullible. It needs gullibility for the industry to succeed.
    It doesn't make me popular with the public, but it's the truth.
    Edzard Ernst über Alternativmedizin

  4. #94
    Ulrike 2000
    Gast

    Standard AW: Habt ihr schon mal zu alternativen Heilmethoden gegriffen?

    @ Pianoman,

    Ihr Zitat: "Die sogenannte Alternativmedizin verfügt deshalb nur über Verfahren, deren Wirksamkeit eben nicht evident ist."

    Dann lesen Sie doch bitte mal folgenden link:
    http://www.hpathy.de/papersnew/hahanemann-klinik.asp

    auch die Eingabe von Dr. Spinedi bei google wird sie zu Menschen führen, die von der Homöopathie evident profitiert haben. Jemand der in einem Krebsforum über seine Krankengeschichte schreibt, hat keinen Grund zu lügen. Weder in die eine noch in die andere Richtung.
    Ich habe diesen schönen Beitrag gefunden. Hier geht es um "Denkrahmen".



    Homöopathie und Wissenschaft - die Bedeutung von Denkrahmen und Paradigma



    Wie im Vorartikel gezeigt wurde, konnte anhand zahlreicher klinischer Studien sowie deren Meta-Analysen nachgewiesen werden, daß sich die Wirkungen homöopathischer Arzneimittel von Placebowirkungen unterscheiden (7). Sie tun dies auf unerklärliche, aber reproduzierbare Weise, wie D. Reilly an der Universität Glasgow in seinem Lancet-Artikel festgestellt hat (22). Der somit auch für die Homöopathie erbrachte "Evidence" steht im Einklang mit der gesicherten empirischen Erfahrung, daß die Wirksamkeit der Homöopathie allgemein wie auch indikationsspezifisch selbst in schwersten akuten und chronischen Krankheiten aus ärztlicher Sicht eindeutig gegeben ist.
    Demgegenüber steht die Tatsache, daß die Wirkungen der Homöopathie bisher nicht erklärbar sind. Dies ist nach Ansicht des Autors auf mehrere Gründe zurückzuführen:

    1. Die bisher durchgeführten Arbeiten beschäftigten sich mit physikalisch-chemischer Forschung, um in den hochverdünnten homöopathischen Arzneimitteln ein "Wirkprinzip" zu finden. Die homöopathische Wirkung ist jedoch eine in Mensch, Tier oder Pflanze stattfindende, organismische Reaktion auf die homöopathische Arznei. Diese beruht auf den ganzheitlichen Prinzipien der Regulationsmedizin und kann durch physikalisch-chemische Untersuchung homöopathischer Arzneimittel nicht gefunden werden.
    2. Die Naturwissenschaft hat in der Vergangenheit zahlreiche Paradigmenwechsel erlebt, wodurch die uns umgebende Wirklichkeit heute besser erklärbar ist als in früherer Zeit. Die Medizin hat ebenso einige Paradigmenwechsel erlebt, aber sie hat mit den Naturwissenschaften nicht Schritt gehalten; die Denkprinzipien der heute an den Universitäten gelehrten Medizin gehen immer noch auf Newtons physikalische Beschreibung der Wirklichkeit zurück, die in vielen Bereichen längst überholt ist.
    3. Die Denkrahmen der modernen Naturwissenschaft und Medizin stimmen nicht mit dem Denkrahmen der Homöopathie überein, d.h. die Homöopathie verwendet in der Anamnese und beruht in ihrer Pharmakologie auf Bereichen der Wirklichkeit, die von der Naturwissenschaft und klinischen Medizin nicht erfaßt werden. Eine Erweiterung des medizinischen Denkrahmens ist daher erforderlich, sollen die Homöopathie und die anderen regulativen Therapieverfahren verstanden werden.

    1. Physikalische Modelle

    In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche physikalisch-chemische oder kybernetische Erklärungsmodelle für die Homöopathie entwickelt, auf die an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden kann. Dabei sind v.a. Modelle der Kybernetik (1), Biokybernetik (9), Biophotonenforschung (20,24,27), Systemtheorie (25), Systemorganisation in Flüssigkeiten (10), elektromagnetischen Bioinformation (24), Chaostheorie (2,8,19), Fraktale (4), Thermodynamik, Quantenphysik (5,6,15), Quantenbiologie (19) und Quantenmedizin zu nennen. Gemeinsam ist diesen Arbeiten aber, daß es damit noch nicht gelungen ist, das Wirkprinzip der Homöopathie hinreichend zu erklären, wenngleich richtungsweisende Teilerkenntnisse gefunden und durch wiederholte Versuche bestätigt wurden. Denn es sind dabei stets nur einzelne Teilaspekte auf physikalischem Weg untersucht worden, nicht aber die regulationsmedizinischen Phänomene der Homöopathie und deren physiologische und pharmakologische Grundlagen.
    Daher verwundert es nicht, daß diese Beiträge das wirksame Prinzip der Homöopathie nicht entdecken konnten, da sie mangels der Homöopathie adäquaten Untersuchungsansätzen danach gar nicht gesucht haben.
    2. Paradigma und Paradigmenwechsel

    Am Beispiel der Physik kann man darüber nachdenken, ob ein Paradigmenwechsel erforderlich ist, um eine Erklärung für das bisher unerkannte Therapieprinzip der Homöopathie zu finden. Der Begriff des "Paradigmenwechsels" stammt aus der Wissenschaftstheorie und bezeichnet in seiner ursprünglichen Bedeutung den Wechsel von Theorien innerhalb eines Wissenschaftsgebietes. In der Vergangenheit haben mehrere Paradigmenwechsel stattgefunden und die Wissenschaft nachhaltig beeinflußt (15):

    • in der Astronomie der Wechsel des Geozentrischen Weltbildes zum Heliozentrischen Weltbild von Kopernikus und Galilei,
    • in der Chemie der Wechsel der Phlogiston-Theorie zur Verbrennungstheorie Lavoisiers,
    • in der Physik die Entwicklung der Atomistischen Physik bzw. Teilchenphysik sowie
    • der Übergang des Newton-Kartesianischen Denkens zur Einstein'schen Relativitätstheorie und
    • der Übergang von der Einsteinschen Theorie zur Quantentheorie Max Plancks.

    Der Begriff des Paradigmawechsels wurde im Laufe der Zeit immer mehr ausgeweitet und wird heute verallgemeinernd nicht mehr nur für den Wechsel der Basistheorie eines Wissenschaftsbereiches unter Aufgabe der bisherigen Theorie verstanden, sondern auch für grundlegende Neuerungen des theoretischen Weltbildes, bei denen die bisherigen Theorien ihre Gültigkeit behalten. Aus diesem Grund stehen die klassische Physik Newtons, das Atommodell Bohrs, die Relativitätstheorie Einsteins und die Quantenphysik Plancks heute nebeneinander, ohne sich gegenseitig auszuschließen. Damit handelt es sich bei diesen Erkenntnissen nicht um Paradigmawechsel, sondern um komplementäre Theorien, die nur für bestimmte Teilbereiche gelten und einander ergänzen.
    Eine derartige Enwicklung komplementärer Theorien erscheint für die Ganzheitsmedizin dringend erforderlich.
    Paradigmawechsel in der Medizin

    Auch in der Medizin haben einige Paradigmenwechsel und Entwicklungen komplementärer Theorien stattgefunden:

    • der Übergang von den ganzheitlich-konstitutionellen Therapieansätzen des Hippokrates und Paracelsus zur Humoralpathologie Galens,
    • der Wechsel von Galen's Humoralpathologie zur Zellularpathologie Virchows, wodurch die Pathologie in das Zentrum der modernen Medizin rückte,
    • die Entdeckung des Tuberkelbakteriums durch Robert Koch als Grundlage für die Entwicklung der Mikrobiologie, Infektionslehre und antimikrobiellen Therapie,
    • der teilweise Übergang der pathologisch-anatomisch orientierten Medizin in eine vorwiegend biochemisch-immunologisch ausgerichtete Befund- und Labormedizin,
    • die Ergänzung der medizinisch-wissenschaftlichen Methodik durch epidemiologisch- statistisch erhobene Daten, einschließlich umweltbedingter u.a. Risikofaktoren und
    • die Erkenntnis sozialer, psychischer, geistiger Einflüsse für die Entstehung und Heilung von Krankheiten.

    Dabei ist jedoch zu bemerken, daß im Gegensatz zur Physik, in der grundlegend neue Veränderungen und Erweiterungen des wissenschaftlichen Weltbildes allgemein anerkannt und akzeptiert sind, die Medizin seit Rudolf Virchow (1821-1902) und Robert Koch (1843-1910) keine weiteren Paradigmenwechsel zugelassen hat. Damit blieb die Denkstruktur der an den Universitäten gelehrten Medizin bis heute auf die von Isaak Newton (1642-1727) begründete physikalische Beschreibung der Wirklichkeit beschränkt.
    Diese reduziert aus Gründen der Berechenbarkeit und widerspruchsfreien Verständlichkeit Natur und Mensch auf isolierte kausal-analytisch faßbare Zusammenhänge im Sinne mechanistischer Theorien, in dem ganzheitlich-komplexe Aspekte lebender Organismen nicht berücksichtigt werden. Daher kann die wissenschaftliche Medizin mangels geeigneter physiologischer und pharmakologischer Modelle weder die vielfältig vernetzten Funktionen innerhalb des Einzelorganismus (Organe, Körper und Psyche) noch die ebenso vernetzten Funktionsabläufe zwischen Individuum und Umwelt hinreichend verstehen, obwohl diese Bereiche auf Gesundheit und Krankheit des Menschen wesentlichen Einfluß haben.
    Daher verwundert es nicht, daß die konventionelle Medizin nicht in der Lage ist, die Homöopathie sinnvoll zu untersuchen. Denn auf Basis von Doppelblindstudien können nur Wirksamkeitsnachweise gefunden werden, aber kein Hinweis darauf, was den Prinzipien der Homöopathie zugrunde liegt. Die Medizin kann die Homöopathie somit nur erklären, wenn sie einen Paradigmawechsel oder eine Erweiterung ihres biochemisch-pathologisch orientierten Paradigmas zuläßt, um auch ganzheitlich-regulationsmedizinische Phänomene zu untersuchen und zu verstehen. Das in der universitären Medizin noch vorherrschende, physikalisch-mechanistische Paradigma ist dazu nicht geeignet.
    Naturwissenschaft

    Die Naturwissenschaft vermittelt uns seit Generationen das Gefühl, daß wir die meisten Bereiche der Natur verstehen, wenngleich oftmals das Gegenteil der Fall ist. Denn das wissenschaftliche Denken ist seit Jahrhunderten ausschließlich reduktionistisch orientiert, indem nur jene Gebiete erforscht werden, die meßbar und berechenbar sind. Diese einseitige Art der Naturwissenschaft wurzelt in Galileo Galilei's (1564-1642) Forderung "alles zu messen, was meßbar ist - und was nicht meßbar ist, meßbar zu machen". Diese nur scheinbar sinnvolle Aufforderung hat jedoch den Nachteil, daß alle nichtmeßbaren, subjektiven und individuellen Bereiche aus der wissenschaftlichen Forschung und damit auch aus der Medizin eliminiert wurden.
    Aristoteles und Galilei

    Der Widerspruch, der sich aus dieser Methode ergibt, kann am Fallversuch von Galilei demonstriert werden. Denn während der ganzheitliche Denker Aristoteles (384-322 v.Chr.) wirklichkeitsgemäß feststellte "alle Körper fallen verschieden schnell", kam Galilei aufgrund seiner wissenschaftlichen Untersuchungen zur Ansicht "alle Körper fallen gleich schnell". Wir wissen, daß beide Forscher recht haben, indem sich Aristoteles auf die reale Wirklichkeit bezog, in der wir leben und Galilei seine Aussagen auf ein theoretisches Modell dieser Wirklichkeit bezog.
    Damit stellt die Aristotelische Physik, nach deren leicht überprüfbaren Ansicht schwere Körper schneller zu Boden fallen als leichte, eine "Erfahrungswissenschaft" dar, in der die individuelle Erfahrung des Menschen die Grundlage seiner Erkenntis ist. Galilei ging den umgekehrten Weg; er wandte sich von der subjektiven Erfahrung ab und leitete damit einen Paradigmawechsel ein, der zur heute vorherrschenden, physikalischen Beschreibung der Wirklichkeit führte. Diese auf theoretische Modelle bezogene Wissenschaftlichkeit kommt zwar mitunter zu gegenteiligen Erkenntnissen als die menschliche Erfahrung, sie hat aber den Vorteil, widerspruchsfrei und berechenbar zu sein.
    3. Denkrahmen

    Die Hintergründe dieses Wissenschaftsstreites hat Herbert Pietschmann in seinem Buch "Das Ende des naturwissenschaftlichen Zeitalters" ausführlich dargestellt (16). Dabei ist bemerkenswert, daß der Autor anstelle des Begriffes "Paradigmawechsel" später von "Denkrahmen" spricht, ein Begriff, der auf wesentliche Zusammenhänge hinweist (29):
    "Wir alle sind durch unseren Denkrahmen geprägt. Der Denkrahmen des Abendlandes ist heute der Denkrahmen der Naturwissenschaft, also der Axiome von Logik und Experiment, ...
    Dieser Begriff des Rahmens ist ja mehrdeutig, und alle Bedeutungen sind dabei gemeint: Ein Rahmen schließt erstens das aus, was außerhalb ist, das heißt, er verzichtet auf etwas. Zweitens lenkt er den Blick automatisch auf das, was innerhalb ist, das heißt, mehr oder weniger automatisch wird man gefangen durch das, was innerhalb des Rahmens ist und vergißt auf das, was draußen ist. Drittens definiert er aber auch genau die Grenze zwischen innen und außen. Alles das wird durch unseren Denkrahmen geleistet, und eine Erweiterung dieses Denkrahmens im Hinblick auf Aspekte des seelisch-geistigen Bereiches, die nicht innerhalb des Denkrahmens der Naturwissenschaft zu erfassen sind, das halte ich tatsächlich für notwendig."
    Dieses Zitat weist auf folgende Sachverhalte hin:

    1. Jede wissenschaftliche oder medizinische Erkenntnis erfolgt innerhalb eines bestimmten Denkrahmens.
    2. Der gewählte Denkrahmen schließt alle für die Forschung und Modellbildung berücksichtigten Bereiche ein.
    3. Der gewählte Denkrahmen schließt alle Bereiche, die darin nicht berücksichtigt werden, von der Forschung und Modellbildung aus.
    4. Der Denkrahmen des Abendlandes ist ein naturwissenschaftlicher Denkrahmen gemäß den Axiomen von Logik und Experiment.
    5. Dieser Denkrahmen schließt alle Bereiche des Lebens aus, die nicht den naturwissenschaftlichen Axiomen von Logik und Experiment entsprechen.
    6. Eine Erweiterung des gegenwärtigen naturwissenschaftlichen Denkrahmens erscheint daher nötig.
    7. Diese Erweiterung muß auch Aspekte des seelisch-geistigen Bereiches umfassen.

    Der Denkrahmen gibt somit jenen Bereich an, in dem man zu forschen beabsichtigt und schließt jene Bereiche aus, die in der Theoriebildung nicht berücksichtigt werden. Dies hat dazu geführt, daß die wissenschaftlichen Modelle der Physik, Chemie und Biologie nicht in der Lage sind, die ganzheitlichen Funktionsabläufe lebender Organismen zu beschreiben.
    Grenzen der physikalischen Erkenntnis

    Galileo Galilei wurde aufgrund seines "befreienden Schrittes weg von der unmittelbaren Erfahrung und dem damit verbundenen, endgültigen Verzicht auf das Individuum" (16) zum Begründer der "nuova scienza", wie er sie nannte, der "Neuen Wissenschaft", die zur Naturwissenschaft wurde. Das wissenschaftliche Modell der Wirklichkeit darf seither nichts enthalten, was nicht meßbar oder reproduzierbar ist. Damit hat sich die Naturwissenschaft selbst Grenzen gesetzt, die in ihrer eigenen Methode begründet sind und deshalb von H. Pietschmann als "methodologische Grenzen der physikalischen Erkenntnis" bezeichnet werden (18). Alle Bereiche jenseits dieser Grenze können daher auf physikalischem Weg weder untersucht noch erklärt werden.
    Dies hat für die Naturwissenschaften und alle anderen Wissenschaften, deren Basis die physikalische Beschreibung der Wirklichkeit ist, weitreichende Konsequenzen. Denn die Welt Galilei's existiert nur als theoretische Modellvorstellung.
    Konstruktivismus

    Nach Karl R. Popper sucht die moderne Naturwissenschaft nach Konstruktionen von Theorien über die Welt, weshalb man die heutige Wissenschaft als "Konstruktivismus" bezeichnen kann (21). Viktor Gutmann faßte dies mit treffenden Worten zusammen (11):
    "Sie sucht nicht danach, die Welt so abzubilden, wie sie ist, sondern sie nach von Menschen hereingebrachten Motiven zu "entwerfen". Die Fragen nach Wahrheit und nach den seienden Dingen sind damit für die moderne Naturwissenschaft gegenstandslos geworden."
    Chemie

    Wie sehr diese "Konstruktion der Wirklichkeit" als Wirklichkeit dargestellt wird, zeigt die Chemie. Wir alle haben gelernt, daß die Materie aus Atomen besteht und wie die Atome in ihrem Inneren aufgebaut sind. Wir wurden jedoch kaum darüber informiert, daß es sich dabei um rein hypothetische Annahmen handelt, um die Widerspruchsfreiheit der Wissenschaftstheorie zu garantieren. H. Pietschmann weist auf diesen paradoxen Sachverhalt hin (17):
    "Wir können ohne zu übertreiben behaupten, daß die Atome erfunden wurden, um den Widerspruch zwischen Wärmelehre und Mechanik zu eliminieren."
    Die Atome existieren also "in Wirklichkeit" nicht so, wie es in unseren Lehrbüchern steht. Sie stellen vielmehr ein theoretisches Konzept innerhalb eines eng begrenzten Rahmens dar, um physikalisch-chemische Reaktionen erklären und berechnen zu können. Auf welch unsicheren Grundlagen diese "Atom-Theorie" aufbaut, zeigen die oft unverständlichen Ergebnisse der weiteren Kernforschung. Da mußte akzeptiert werden, daß die im Atom kreisenden Elektronen eine Masse, aber kein Volumen haben. Um dieses unlogische Ergebnis zu "erklären", wurden danach weitere Hilfskonstruktionen ersonnen, z.B. daß die Elektronen außerhalb unserer Raum-Zeit liegen bzw. mit der Raum-Zeit der Schwarzen Löcher vergleichbar sind (3).
    In vielen anderen Bereichen der Physik ist es ähnlich, z.B. bei der Schwerkraft. Diese allen Menschen bekannte Kraft ist in ihren eigentlichen Ursachen für die Wissenschaft bis heute unerklärbar geblieben, ebenso wie die Frage, was die Materie eigentlich ist. Wenn sich die Wissenschaft der realen Wirklichkeit zuwendet, sind die Ergebnisse oftmals paradox und für den menschlichen Verstand nicht faßbar. Denn die Wissenschaft kann nur innerhalb ihres wissenschaftlichen Denkrahmens zuverlässige Resultate erbringen. Sie ist aber nicht in der Lage, die Bereiche außerhalb dieses Denkrahmens zu untersuchen.
    Biologie

    Die Beschränktheit des wissenschaftlichen Rahmens wird besonders in einem Bereich offensichtlich, der außerhalb des naturwissenschaftlichen Rahmens liegt: dem Leben. So ist die Biologie zwar eine "Wissenschaft vom Lebendigen", aber sie weiß nicht, was Leben ist.
    Anders kann es nicht erklärt werden, warum die Wissenschaft nicht eine einzige lebende Zelle aus unbelebter Materie experimentell hergestellen kann. Dasselbe gilt für die Medizin, die vom lebenden Menschen handelt. Wissenschaftlich gesehen ist es nicht möglich, auch nur einen einzigen Krankheitsverlauf mit Sicherheit vorherzusagen.
    Dieser Umstand gilt für alle modernen Wissenschaften, wie Carl Friedrich von Weizsäcker zusammenfaßte. Anstelle nach dem wirklich Seienden - das was uns Menschen ausmacht und uns umgibt - zu fragen und nach passenden Antworten zu suchen, umschreiben die Wissenschaften nur bestimmte Gebiete, anstelle deren Grundfragen zu stellen (28):
    "Es ist charakteristisch für die Physik, so wie sie neuzeitlich betrieben wird, daß sie nicht wirklich fragt, was Materie ist, für die Biologie, daß sie nicht wirklich fragt, was Leben ist und für die Psychologie, daß sie nicht wirklich fragt, was Seele ist, sondern, daß mit diesen Worten nur vage ein Bereich umschrieben wird, in dem man zu forschen beabsichtigt. Dieses Faktum ist methodisch grundlegend für den Erfolg der Wissenschaft ...
    Auf der anderen Seite darf man sich nicht darüber täuschen, daß das methodische Verfahren der Wissenschaft, das ich soeben charakterisiert habe, wenn es sich über seine eigene Fragwürdigkeit nicht mehr klar ist, etwas Mörderisches an sich hat."
    Es würde den Rahmen dieses Beitrages übersteigen, den philosophischen Konsequenzen dieser Feststellung nachzugehen. Als gesichert kann jedoch gelten, daß eine Wissenschaft, die die Grenzen ihrer Erkenntnis und die Begrenztheit ihres Denkrahmens vergessen hat, ausgesprochen lebensferne agiert, wenn sie Phänomene des Lebens ausschließlich nach ihren begrenzten Kriterien beurteilen möchte.
    Medizin und damit auch die homöopathische Medizin handeln vom Leben, indem sie am lebenden Menschen angewandt werden. Aus diesem Grund kann die physikalisch orientierte Naturwissenschaft nicht in der Lage sein, die medizinischen Phänomene lebender Organismen zu erklären, da sie nicht erklären kann, was Leben ist.
    Homöopathie

    Völlig umgekehrte Verhältnisse sind in der Homöopathie anzutreffen. Diese entstand zu einer Zeit, in der nach heutigen Maßstäben noch keine Naturwissenschaft existierte. Die medizinische Lehre erschöpfte sich in bizarren und widersprüchlichen Thesen, weshalb die an den Universiäten gelehrte medizinische Wissenschaft in der ärztlichen Praxis kaum hilfreich war. Dies war der Grund, warum der Entdecker der Homöopathie, Samuel Hahnemann sich von der Medizin seiner Zeit distanzierte und nach neuen Wegen suchte, um die Wirkungen der Arzneimittel festzustellen und Krankheiten heilen zu können.
    Hahnemann waren dabei die methodischen Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis deutlich bewußt (14):
    "Die Art, wie die verschiedenen Bestandtheile des lebenden menschlichen Körpers zusammenhängen, wie sie aufeinander unter sich und auf die von außen einwirkenden Potenzen [Wirkkräfte, Anm.] reagieren, wie aus ihnen solche lebende Werkzeuge (Organe) entstehen, als zur Führung des Lebens gehören, und wie aus den nöthigen Organen ein geschlossenes Ganzes, ein lebendes und gesundes Individuum gebildet und erhalten werde, läßt sich durchaus nicht, ob man's gleich bisher immer versuchte, weder nach Grundsätzen der Mechanik, noch der Physik, noch der Chemie ... beurtheilen oder erklären."
    Der Arzt, Chemiker und Pharmazeut Hahnemann war zwar selbst Wissenschaftler im heutigen Sinn des Wortes, indem er seine Forschungstätigkeit auf umfangreiche Kenntnis der Literatur, Experiment, genaue Beobachtung und detaillierte Dokumentation begründete. Da er jedoch über keinerlei medizinischen Meßgeräte verfügte - selbst Fieberthermometer waren noch unbekannt - war er ausschließlich auf seine Sinne angewiesen, um Krankheiten und die Wirkung von Arzneimitteln zu beurteilen.
    Deshalb beschritt Hahnemann bei der Entdeckung und Entwicklung der Homöopathie den umgekehrten Weg als die heutige Medizin. Denn während letztere naturwissenschaftlich orientiert ist und nach Meßbarkeit und Reproduzierbarkeit verlangt, wurden die Grundlagen der Homöopathie am individuellen Einzelpatienten gefunden. Der Denkrahmen der homöopathischen Medizin berücksichtigt daher auch jene Bereiche des Patienten, die sich bis heute der Meßbarkeit entziehen.
    Dazu zählen die Subjektivität der Symptome, die individuelle Qualität der Empfindungen und Gefühle und die Untrennbarkeit körperlicher und psychischer Phänomene als Ausdruck der Ganzheit des Menschen. Diese wesentlichen Aspekte des Menschen fehlen in der wissenschaftlichen Medizin weitgehend, weshalb mit Erich Fromm gesagt werden kann:
    "Die wissenschaftliche Medizin hat nicht unrecht mit dem, was sie behauptet. Aber sie hat unrecht mit dem, was sie verschweigt."
    Die Homöopathie hat vieles von dem, was die moderen Medizin nicht mehr kennt und in ihrem wissenschaftlichen Denkrahmen nicht mehr berücksichtigt, in ein verständliches und effektives medizinisches System gebracht. Die Inhalte dieses homöopathischen Menschen- und Krankheitsbildes sollen im nächsten Artikel vorgestellt werden.
    Literatur:

    1. Bayr G.: Kybernetische Denkmodelle der Homöopathie. 161 Seiten. Haug Verlag, Heidelberg 1982.
    2. Bergsmann O., Cramer F., Klima H., Kratky K.-W.: Selbstorganisation - Chaos - Regulation. Bedeutung für die wissenschaftliche und praktische Medizin. In [26]: 70-73.
    3. Charon J. E.: Der Geist der Materie. Ullstein Sachbuch. 263 Seiten. Wien 1982.
    4. Deixler F.: Homöopathie - ein fraktaler Vorgang ? Österreichische Apothekerzeitung 47. Jg., Folge 40, 2. Oktober 1993: 748-755.
    5. Delinick A. N.: A Hypothesis on How Homoeopathic Remedies Work on the Organism. The Berlin Journal on Research in Homoeopathy 1 (1991), 4/5: 249-253.
    6. Delinick A. N.: A New Medical Model of the Organism and its Pathology. The Berlin Journal on Research in Homoeopathy 1 (1991), 4/5: 243-248.
    7. Dellmour F.: Homöopathische Arzneiwirkung oder Placebo ? Wirknachweise in der Homöopathie. Deutsche Zeitschrift für Klinische Forschung, Februar 1999: 15-22.
    8. Garner C., Hock N.: Chaos Theory and Homoeopathy. The Berlin Journal on Research in Homoeopathy 1 (1991), 4/5: 236-242.
    9. Gosau H. D.: Konzept Biokybernetische Medizin. Biologische Medizin (1989), 5: 575-582.
    10. Gutmann V., Resch G.: Considerations about Highly Potentised Remedies. Homoeopathica Journal of LMHI. Part one: Effects caused by grinding procedures. Spring 1994: 18-23. Part two: Memory and Training Effects. Summer 1994: 50-55. Part three: Dynamic Relations in Crystals. Autumn 1994: 51-56. Part four: Changes in System Organisation of Solid Materials. Winter 1995: 22-27.
    11. Gutmann V., Resch G.: Grenzen der Naturwissenschaft. In: Franz H., Fritsch G., Kozdon B. (Hrsg.): An den Grenzen der Machbarkeit. Verlag Deuticke, Wien (ca. 1986): 101-113.
    12. Gutmann V., Resch G.: Zur Stellung der Philosophie in der Naturwissenschaft. In: Klein H.-D., Reikerstorfer J.: Philosophia perennis. Erich Heintel zum 80. Geburtstag. Teil 1. Verlag Peter Lang, Frankfurt/Main 1992: 328-401.
    13. Hahnemann S.: Kleine medizinische Schriften. Hrsg. von Dr. E. Stapf, Dresden und Leipzig 1829. 2 Bände. 2., unv. Nachdruck der Erstausgabe, Einbändige Ausgabe, Haug-Verlag, Heidelberg 1989.
    14. Hahnemann S.: Ueber den Werth der speculativen Arzneisysteme, besonders im Gegenhalt der mit ihnen gepaarten, gewöhnlichen Praxis. Aus dem Allgem. Anz. d.D. Nr. 263. Jahrg. 1801. In [13] Band 1: 59-78.
    15. Kasad K. N.: Modern Physics and Homoeopathy. Reprint of the Editorials from the "Indian Journal of Homoeopathic Medicine", Oct.-Dec. 1983, April-June 1984 and July-Sept. 1984. Homoeopathic Education Society, Bombay.
    16. Pietschmann H.: Das Ende des naturwissenschaftlichen Zeitalters. 336 Seiten. Paul Zsolnay Verlag, Wien 1980.
    17. ebd.: 71.
    18. ebd.: 83.
    19. Popp F. A.: Some Remarks on Research in Homoeopathy. The Berlin Journal on Research in Homoeopathy 1 (1991), 3: 172-173.
    20. Popp F. A, Deny J.: Biophotonen-Information und Chaostheorie. In [26]: 53-66.
    21. Popper K. R.: Conjectures and Refutations - The Growth of Scientific Knowledge. Routledge and Kegan Paul, Londen 1963. Zit. n. [12].
    22. Reilly D. et al.: Is evidence for homoeopathy reproducible ? The Lancet vol 344, December 10, 1994: 1601-1606.
    23. Resch G., Gutmann V.: Wissenschaftliche Grundlagen der Homöopathie. 551 Seiten. 2. Auflage, O-Verlag, Berg am Starnberger See 1987.
    24. Rubic B.: Homoeopathy and Coherent Excitation in Living Systems. The Berlin Journal on Research in Homoeopathy 1 (1990), 1: 24-27.
    25. Schäfer O. F.: Systemtheoretische Aspekte der Homöopathie. Allgemeine homöopathische Zeitung (1987), 4: 149-153.
    26. Stacher A. (Hrsg.): Ganzheitsmedizin. Zweiter Wiener Dialog. 520 Seiten. Facultas Universitätsverlag, Wien 1991.
    27. Weingärtner O.: Zur physikalischen Forschung über die Wirkung von potenzierten Arzneimitteln. Allgemeine Homöopathische Zeitung 229 (1984), 6: 221-232.
    28. Weizsäcker C.F.v.: Die Tragweite der Wissenschaft. Hirzel, Stuttgart 1964: 201. Zit. n. [23]: 101- 102.
    29. Zimmermann G.: Die Homöopathie und die Theoretische Physik. Ein Gespräch mit Univ.-Prof. Dr. Herbert Pietschmann, Institut für Theoretische Physik der Universität Wien. Österreichische Apothekerzeitung 47. Jg., Folge 40, 2. Oktober 1993: 745-747.

    Deutsche Zeitschrift fŸr Klinische Forschung






    Dass sich Ihr Denkrahmen von meinem, und ich denke auch von Katzographs, wesentlich unterscheiden ist unschwer erkennbar.


    Welcher Denkrahmen aber nun "richtiger" ist, da sollte sich doch jeder selbst seine Meinung zu bilden.


    MfG Ulrike



  5. #95
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    Standard AW: Habt ihr schon mal zu alternativen Heilmethoden gegriffen?

    Man bekommt nicht sehr oft einen Text zu lesen, der soviel Blödsinn und gravierende Fehler enthält. Nur fehlt mir in dieser späten Stunde einfach die Lust, diesen Quatsch auseinander zu pflücken.

    Außerdem funktioniert der Link zur Deutsche Zeitschrift fŸr Klinische Forschung nicht.

    Ich wüßte gern, wer diesen Müll schreibt, und warum die DZKF den veröffentlicht.
    Geändert von Pianoman (06.09.2008 um 09:24 Uhr)
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  6. #96
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    Standard AW: Habt ihr schon mal zu alternativen Heilmethoden gegriffen?

    ... Gemeinsam ist diesen Arbeiten aber, daß es damit noch nicht gelungen ist, das Wirkprinzip der Homöopathie hinreichend zu erklären,

    ... Daher verwundert es nicht, daß diese Beiträge das wirksame Prinzip der Homöopathie nicht entdecken konnten, da sie mangels der Homöopathie adäquaten Untersuchungsansätzen danach gar nicht gesucht haben.

    ... Am Beispiel der Physik kann man darüber nachdenken, ob ein Paradigmenwechsel erforderlich ist, um eine Erklärung für das bisher unerkannte Therapieprinzip der Homöopathie zu finden.

    Und mit diesen Zitaten erübrigt sich die weitere Detailleanalyse dieses Bullshit-Artikels.

    Es geht dem Autor eigentlich nur darum wortreich zu erklären, dass die Klärung der unbewiesenen, und entgegen naturwissenschaftlichen Gesetzmässigkeiten behaupteten Eigenschaften der Homöopathie, nur dann zu erforschen sind, wenn ein Paradigmenwechsel in der Medizin stattfindet.

    Nun finden Paradigemwechsel dann statt, wenn vorhandene Erklärungsmodelle sich als massiv untauglich darstellen, die Wirklichkeit präzise zu beschreiben.
    Jedoch können unserer vorhandenen naturwissenschaftlichen Erklärungsmodelle sehr präzise unsere Wirklichkeit beschreiben.
    Und aufgrund dieser Gesetzmässigkeiten funktioniert Homöopathie eben nicht. Oder eben nicht besser als ein Placebo. Und vor allem nur dort, wo Heilungsprozesse ohne medizinischen Intervention ablaufen.

    Das alles wissen Homöopathen.

    Deswegen haben sie ihren Absolutheitsanspruch der Vergangenheit mittlerweile aufgegeben und fassen sich nur noch als "Unterstützer" der Wissenschaftsmedizin auf. Was letztlich nichts anderes bedeutet, dass die Homöopathie ohne Wissenschaftsmedizinische Therapie nicht heilen kann; jedenfalls dort, wo der effektive Einsatz der Medizin notwendig ist.
    Ist dann ein Heilungsprozess eingetreten, ist er natürlich (so wird behauptet) von der Homöopathie zumindest mitverursacht.

    Die eigentliche Frage, die man sich angesichts dieses Artikels stellen muß, ist jedoch die, ob sich ausschließlich durch eine veränderte Sichtweise der Realität beispielweise das Wassergedächtnis nachweisen lässt ?

    Das ist nämlich der wesentliche Gedanke dieses argumentativen Müllhaufens: Wir verändern unsere Sichtweise der Realität solange, bis wir für die falschen Annahmen der Homöopathie einen Beweis finden.

    Dass so ein Vorgehen jedoch genau der Konstruktivismus ist, den Autor eigentlich scharf kritisiert, entgeht dem Verfasser.

    Insgesamt ist der Artikel eine weiter Variante der Widersprüchlichkeit homöopathischer Denke:

    Liefern wissenschaftliche Studien unerwünschte Ergebnisse, fordert man Paradigmenwechsel, und beklagt, dass das übliche medizinische Studiendesign den speziellen Eigenarten der Homöopathie nicht gerecht wird.
    Liefern dagegen wissenschaftliche Studien angeblich positive Ergebnisse, wird gefeiert, kein Spur von Kritik.

    Deshalb hier nochmals das deutsche Paradebeispiel für die Weltwahrnehmungsprobleme der Homöopathen:

    Als homöopathische Pharmazeuten an der Uni Leipzig ihren nobelpreiswürdigen Nachweis der Wirksamkeit hochpotenzierter Belladonna auf die Kontraktion von Rattengedärm hingelegt hatten, sich aber die ganze Angelegenheit kurzfristig später - Dank der Aufmerksamkeit der Forschungsgemeinde - zum Supergau entwickelte, dessen Nachweis mehr als ein Jahr - selbst von den Aufsichtsgremien der Uni Leipzig - nur sehr widerwillig akzeptiert wurde, wurden trotz der vernichtenden Kritik Preise verliehen und Freudenfeuer auf den Webseiten der Glaubulisten entzündet.
    Nicht ein Homöopath ist damals auch nur auf den Gedanken gekommen, die Korrektheit der Leipziger Ergebnisse - gewonnen mit wissenschaftlicher Methodik - anzuzweifeln; ganz im Gegenteil: Hurra an allen Fronten, endlich der langersehnte Beweis.

    Bis dann die Herren Keck, Wilandt und Bruhn sich der Sache annahmen.
    http://www.xy44.de/belladonna/

    Schauen sie mal, ob sie heute noch etwas auf den einschlägigen Homöopathen-Seiten im Internet darüber lesen können. Wenn ja, dann hat der Betreffende seine Website nicht gepflegt, betreibt Selbst- und Fremdbetrug, oder heißt Klaus Fritzsche.

    Pianoman
    Geändert von Pianoman (07.09.2008 um 11:02 Uhr)
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  7. #97
    Arzthelferin Avatar von Muschel
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    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: Habt ihr schon mal zu alternativen Heilmethoden gegriffen?

    Zitat von Ulrike 2000 Beitrag anzeigen
    Jemand der in einem Krebsforum über seine Krankengeschichte schreibt, hat keinen Grund zu lügen. Weder in die eine noch in die andere Richtung.

    Den oben zitierten Satz glaubst Du nicht wirklich, oder?

    Wenn doch, dann erübrigt sich eigentlich jede weitere Diskussion rund um das Thema.

    Was meinst Du, wieviele Spinner sich tagtäglich auch in Krebsforen rumtreiben und ihren Bullshit in schriftlicher Form loslassen bis hin zu obskuren Therapien bei BSDK (Bauchspeicheldrüsenkrebs) als Beispiel. Ich sag nur Aprikosenkerne.

    BSDK ist einer der aggressivsten Tumorerkrankungen und hat eine gnadenlos beschissene Prognose, das mal als Erklärung für mein Beispiel.

    Herr, schmeiß Hirn vom Himmel für solche Sätze wie die von Ulrike!

    Ich bin echt fassungslos @Ulrike!

    Grüße, Andrea

  8. #98
    Ulrike 2000
    Gast

    Standard AW: Habt ihr schon mal zu alternativen Heilmethoden gegriffen?

    @ Muschel,

    ich würde Dir Recht geben, wenn jemand da plötzlich auftaucht und von Wunderheilung berichtet.
    Die Berichte die ich meine kannst Du aber über einen längeren Zeitraum verfolgen und die Menschen entschließen sich dann irgendwann dies auszuprobieren. Danach berichten sie darüber wie es ihnen ergangen ist.
    Was ich schade finde ist, dass ihr euch teilweise nicht die Mühe macht einfach mal nachzulesen unter der Prämisse :könnte da was dran sein?
    Euer Urteil steht schon vorher fest. Was könnte Dich denn überhaupt vom Gegenteil überzeugen? Gäbe es denn etwas was Dein vermeintliches Wissen ins Wanken bringen könnte? Ich glaube nicht.
    Es ist leider auch nicht so, dass diese Therapien stets zur Heilung führen. Meines Wissens liegt die "Erfolgsrate" bei Dr. Spinedi bei 10% der zuvor von der Schulmedizin aufgegebenen Fälle.
    Viel wichtiger finde ich aber, dass es in den allermeisten Fällen gelingt, dass es den Menschen spürbar besser geht. Ich finde dieser Schub in eine positive Richtung ist sehr wertvoll.

    Grüße Ulrike

  9. #99
    Glaubt an nix!
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    1.207

    Standard AW: Habt ihr schon mal zu alternativen Heilmethoden gegriffen?

    Dr. Spinedis Clinica St. Croce ist eher ein Sanatatorium mit einigen wenigen Betten, als eine "Clinica". Spinedi betreut etwa 10 Patienten gleichzeitig, die im Schnitt 2-3 Wochen im Hause verbleiben.

    Rechnen wir doch -abgesehen von der minimalen Heilungschance -

    Viel wichtiger finde ich aber, dass es in den allermeisten Fällen gelingt, dass es den Menschen spürbar besser geht. Ich finde dieser Schub in eine positive Richtung ist sehr wertvoll.

    mal die Kosten für eine positive Grundstimmung nach:

    Arztkosten
    1. Homöopathische Erstanamnese: CHF 500.- bis 600.-
    (incl. der homöopathischen Arzneien)

    Erste Supervision Dres. Spinedi/ Wurster CHF max 300.--
    (Vertretung Frau Dr. Keller)

    2. Tägliche Visiten der Ärzte: CHF 100.- / Tag
    am Wochenende: CHF 120.- / Tag

    3. Supervision Dr. Spinedi: CHF 70.- / Tag

    Preise für die Zimmer / Private Abteilung
    1. Einzelzimmer mit Bad oder Dusche und WC: CHF 310.00 (*Leistungen excl.)
    - mit Seesicht und Balkon

    Preise für die Zimmer / Allgemeine Abteilung
    1. Einzelzimmer mit Waschbecken: CHF 250.00 (*Leistungen excl.)
    - mit Seesicht und Balkon
    - Bad/Dusche und WC auf dem Gang

    2. Einzelzimmer Dachkammer 4° Stock: CHF 200.00 (*Leistungen excl.)
    - mit Seesicht ohne Balkon
    - nur mit Waschbecken
    - Bad/Dusche und WC auf dem Gang

    * Leistungen: Labor, Analysen, Medikamente, Physiotherapie.


    Also: Erstanamnese, 20 Tage Aufenthalt mittleres Zimmer, jeden 2. Tag Visite, 1. und 2 weitere Supervisionen Spinedi macht zusammen etwa 7000 CHF. oder etwa 4400 Euro.

    zuzüglich: Nebenkosten wie Labor etc., aber auch An- und Abreise, bei Schwerkranken ggf. die Unterbringung einer Begleitperson.
    Geändert von Pianoman (07.09.2008 um 23:01 Uhr)
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  10. #100
    Ulrike 2000
    Gast

    Standard AW: Habt ihr schon mal zu alternativen Heilmethoden gegriffen?

    Ja, nur 10 Patienten stationär. Betreut von 4 oder 5 Ärzten, die zumeist Internisten sind. Ja, leider nur etwas für Menschen die es sich leisten können. (Es gibt aber auch eine günstigere Variante, man schläft halt nicht in der Klinik)
    Ich weiß nicht wie hoch die "normalen" Kosten eines Klinikaufenthalts in der Schweiz liegen, glaube aber nicht, dass es da eine allzugroße Abweichung gibt.
    Bezüglich einer Kosten-Nutzen Analyse, können das meiner Meinung nach nur die Anwender beantworten. Hatte diesbezüglich aber nicht das Gefühl, dass sie hinterher der Meinung waren, Geld verschwendet zu haben, einfach nur aus dem Grund, weil es ihnen besser ging als vor der Behandlung. (Was mögliche Erben vielleicht aber anders sehen)
    Dr. Spinedi kann nichts dafür, dass ein Klinikbetrieb auch viel Geld kostet. Er kann auch nichts dafür, dass manche Menschen nicht über diese Mittel verfügen. Auch bleiben die Menschen nach dem Aufenthalt noch weiter in homöopathischer Behandlung, was ungefähr 150 Euro (incl. der Präparate) im Monat kostet.
    Dazu habe ich aber zumindest den ungefähren Vergleich, wieviel die Medikamente gekostet haben, die nach erfolgter Schulmedizinischer Therapie noch erforderlich waren. In dem mir bekannten Fall waren es Morphiumpflaster, Diclophenac, Pantozol, Tamsulosin, Torasemid und andere, nur kurzfristiger, einzunehmender Medikamente. Hat die Allgemeinheit bezahlt, da die Kosten von der Krankenkasse übernommen wurden. Hat aber wesentlich mehr als 150 Euro monatl. gekostet. Die Kosten der eigentlichen Krebstherapie lagen um ein mehrfaches höher als die 4400 Euro.
    Ich fände es gerechter, wenn die Menschen im Vorfeld sich entscheiden dürften welche Therapie finanziert werden soll. Zum Bsp, fände ich es gerecht, dass wenn sich jemand für die Chemo ect. entscheidet, er eine andere alternative Therapie dann selbst bezahlen muß, so fern er sich danach zu einer solchen entschließt. Umgekehrt aber auch, dass wenn sich jemand für eine andere Therapie entscheidet, er dann gegebenenfalls eine Chemo selbst bezahlen muß, wenn er dann doch eine solche haben möchte. Ich würde halt gern die Wahl haben, welche Therapie ich für mich persönlich in meiner besonderen Situation als die erfolgsversprechendere sehe, ich möchte mich für den "für mich" richtigen Weg entscheiden können.

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