Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte Ihnen meine persönliche Situation schildern, da ich seit längerer Zeit mit einer Tramadol-Abhängigkeit zu kämpfen habe und dringend einen Weg aus dieser Situation finden möchte.
Vor etwa vier Jahren bekam ich starke Rücken- und Lendenwirbelsäulenschmerzen. Eine Bekannte empfahl mir einen Schmerztherapeuten in meiner Nähe. Dort wurde ich zunächst mit mehreren Spritzen in den Rücken behandelt. Da diese Behandlungen meine Schmerzen linderten, ging ich regelmäßig zu diesem Arzt. Später wurde mir empfohlen, Infusionen zu erhalten. Leider wurde mir damals nicht ausreichend erklärt, dass es sich dabei um Tramadol handelt und dass dieses Medikament abhängig machen kann.
Ich begann zunächst mit 50 mg, später erhielt ich bis zu 100 mg. Die Wirkung bestand für mich nicht mehr nur in einer Schmerzlinderung. Ich verspürte jedes Mal Euphorie, fühlte mich gut und hatte wieder Freude am Leben. Da ich bereits vor dieser Zeit unter Depressionen gelitten hatte, war dieses Gefühl für mich besonders wichtig. Im Laufe der Zeit ging ich etwa ein Jahr lang drei Mal pro Woche zum Arzt, um Spritzen und Infusionen zu erhalten.
Mit der Zeit bemerkte ich, dass ich zunehmend abhängig wurde. An den Tagen, an denen ich nicht zum Arzt ging, verspürte ich ein starkes Verlangen nach Tramadol. Schließlich erkannte ich, dass ich damit aufhören musste, und wandte mich an meinen Hausarzt.
Mein Hausarzt verschrieb mir Tramadol 100 mg in Tropfenform, ursprünglich mit dem Ziel, die Einnahme schrittweise zu reduzieren. Leider entwickelte sich die Situation anders. Ich begann, die Dosis teilweise selbst zu erhöhen, weil ich erneut die euphorische Wirkung verspüren wollte. Zeitweise nahm ich dadurch 150 mg bis 200 mg täglich ein. Die Tropfen nahm ich irgendwann nicht mehr wegen der Schmerzen, sondern vor allem aufgrund der Abhängigkeit und des Verlangens nach der Wirkung.
Ich habe inzwischen auch versucht, mich selbst vor einem Rückfall zu schützen. Ich wollte mich bei dem Schmerztherapeuten sperren lassen, damit ich dort keine weiteren Infusionen erhalten kann und nicht in Versuchung gerate, dorthin zurückzugehen, wenn meine Tropfen aufgebraucht sind. Die Krankenkasse teilte mir jedoch mit, dass dies nicht möglich sei. Auch mein Hausarzt hat mir deutlich gesagt, dass er mir keine zusätzliche Flasche verschreiben wird.
Einen stationären Entzug möchte ich derzeit nicht machen. Ich bin verheiratet, habe ein Kind und gehe täglich arbeiten. Deshalb habe ich große Angst davor, meinen Alltag und meine familiären Verpflichtungen nicht mehr bewältigen zu können. Gleichzeitig merke ich, dass es so nicht weitergehen kann.
Das Medikament erhalte ich inzwischen von anderen Quellen Ich habe bereits versucht, einen kalten Entzug zu machen, diesen jedoch nicht durchgehalten.
Mein Körper und meine psychische Verfassung leiden zunehmend darunter. Ich bin ständig müde, erschöpft und schlapp, habe kaum Kraft und bin wieder depressiver geworden. Das Tramadol, das mir anfangs das Gefühl gegeben hat, wieder Freude am Leben zu haben, bewirkt inzwischen genau das Gegenteil.




Sie möchten Antworten? Registrieren Sie Sich jetzt kostenlos.




