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Thema: grundlose Schwitzattacken - verzweifelt

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In dieser Diskussion geht es um "grundlose Schwitzattacken - verzweifelt" im "Krankheiten" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
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  1. #1
    Ganz neu hier
    Geschlecht
    maennlich
    Alter
    40 Jahre
    Mitglied seit
    28.08.2009
    Beiträge
    2

    Standard grundlose Schwitzattacken - verzweifelt

    Hallo zusammen,

    nachdem ich nun schon seit Monaten (Jahren?) Nachforschungen anstelle, was mir fehlen könnte, wende ich mich nun an euch.

    Mein Problem ist, dass ich (31 Jahre, 183 cm, 78 kg) immer sehr schnell am ganzen Körper ins schwitzen komme – und zwar so, dass es wirklich unangenehm ist. Wenn ich z.B. eine halbe Stunde joggen gehe trieft mir der Schweiß am ganzen Körper. Und zwar richtig triefend, d.h. während des Laufens rinnt mir der Schweiß in Strömen das Gesicht hinunter, meine Klamotten und Haare sind klitschnass und das geht auch noch mindestens 15 Minuten nachdem ich zu Hause bin so weiter (Nachschwitzen). Wäre das nur beim Sport der Fall könnte ich es noch tolerieren, aber leider passiert das auch bei den geringsten körperlichen Betätigungen (Hausarbeit, Treppensteigen, leichte Wanderungen mit kleinsten Steigungen, usw.). Außerdem bin ich extrem Wärmeempfindlich. D.h. sobald meine persönliche Wohlfühltemperatur geringfügig überschritten wird, öffnen sich die Poren – und zwar am ganzen Körper. Es kann passieren, dass beim Frisör, wenn der Umhang umgelegt wird sich subjektiv wahrgenommen ein Hitzestau bildet und ich zwar mit neuer Frisur aber triefender Stirn und durchgeschwitztem T-Shirt den Salon verlasse. Nachts kann ich nicht schlafen da ich mich regelmäßig „zum Trocknen wenden“ muss – also nicht länger auf dem Rücken/Bauch liegen kann ohne nassgeschwitzt zu sein bzw. immer dann aufwache (... und Decke geht eh gar nicht).

    Zu meiner Vorgeschichte: ich hatte 2005 ein Hodenkarzinom mit 3 Zyklen Chemo PEB und diversen OPs. Anfangs dachte ich, das legt sich wieder, wenn mein Körper die Krankheit überwunden hat und ich wieder einen geregelten Tagesablauf habe. Allerdings wird es immer schlimmer.

    Aufgrund der Nachsorgeuntersuchungen werden meine Blutwerte ca. alle 3-6 Monate gecheckt und sind eigentlich immer top. Lediglich mein Cholesterin ist seit ca. einem halben Jahr grenzwertig erhöht (246 mg/dl) mit einem LDL-/HDL-Quotient von 3,0 – warum weiß ich nicht. Ich esse nicht besonders fett, rauche nicht und trinke nur gelegentlich Alkohol. Ansonsten sind meine Werte so gut wie immer im Referenzbereich. Werte, die in den letzten Untersuchungen teilweiße außerhalb dieser Bereiche waren sind Triglyceride (177 mg/dl), Vitamin B6 (44,3 mikrogramm/l), Neutrophile (48 %), Albumin (70,9 %).

    Ich habe neben umfangreicher Internetrecherche folgende Verdachtsmomente abklären lassen: EKG, Belastungs-EKG, Herzecho, Schilddrüsenwerte, Hormonspiegel – alles OK, wobei ich subjektiv das Gefühl habe, dass ich immer wieder mal Herzrasen bei mir feststelle. Mein Belastungspuls beim Joggen (laut Pulsuhr) steigt stellenweise schon mal auf 180-200. Außerdem gehen meine Schweißausbrüche (auch in Ruhe) immer mit einer erhöhten Herzfrequenz einher, obwohl ich weder übergewichtig noch total unfit bin (jedoch immer wieder Erschöpfungszustände)
    Weitere Untersuchungen, die im Rahmen meiner Nachsorge erfolgen sind regelmäßige CT und Sonos von Thorax und gelegenlich Lungenfunktionscheck, die bislang alle unauffällig waren.

    Nun zu meinen Fragen: Was könnte bzw. sollte ich an organischen Ursachen noch abklären lassen? Kann die Chemo derartige Langzeitfolgen mit sich bringen und wenn ja, was wird dabei evtl. geschädigt (Herz?) Kann das erhöhte Cholesterin dafür verantwortlich gemacht werden? (Allerdings ist das erst seit einem halben Jahr erhöht – kann das also ein weiteres Symptom sein?)
    Da ich vor kurzem (März 2009) mein Studium beendet habe, ist dieser psychologische Stressfaktor auch nicht mehr aktuell...
    Kann sich auch eine Mangelerscheinung durch Schwitzen zeigen. z.B. verliere ich dadurch ja viel Magnesium (doch was ist Ursache, was Wirkung). Eine generalisierte Hyperhidrose als B-Symptomatik schließe ich nicht nur aus psychologischen Gründen aus. Ich denke, dass bei einem Rezidiv dies sowohl im Blut als auch im bildgebenden Verfahren bereits entdeckt worden sein müsste.

    Ich bin ziemlich ratlos, will mich aber auch nicht damit abfinden, da ich weder eine Sozialphobie noch eine Angststörung (die Krankheiten mit generalisierter Hyperhidrose als Symptom sind ja fast Durchweg „schrecklich“) bzw. Depression entwickeln möchte...

    P.S.: Danke fürs Lesen... ist ja echt ein Roman geworden

  2. #2
    Christiane
    Gast

    Standard AW: grundlose Schwitzattacken - verzweifelt

    Hallo

    Deine Schilderung kommt mir sehr bekannt vor. Sehr viele Leute leiden nach Krebs unter chronischer Erschöpfung, Hitze etc. Das hängt mit der Therapie, aber auch mit dem Stress in dieser Zeit zusammen.

    Die Chemo zerstört nicht nur die Tumorzellen, sondern wirkt systemisch im gesamten Körper. D.h. der Hormonstatus verschiebt sich und es kommt zu Hitzeempfindlichkeit + Schweißausbrüchen. Leider habe ich noch kein Mittel dagegen gefunden. Meine Frage wurde damals mit "Man kann da nichts machen. Das müssen Sie aushalten" beantwortet. Angeblich wird es mit der Zeit besser (ca 2 Jahre), ich warte bis heute darauf. An schlimmen Tagen helfe ich mir mit nassen Socken oder einem nassen T-Shirt. Das leitet die Hitze aus dem Körper, man schwitzt weniger.

    Unter der Erschöpfung leiden auch viele Patienten. Vielen Leuten hilft dagegen Sport (machst du ja bereits). Es gibt wohl auch Medikamente, aber ich habe mich darüber noch nicht genauer informiert. Das wird mit der Zeit aber besser bzw ist irgendwann nicht mehr so extrem.

    Da du unter deinem Zustand offenbar leidest: hast du schon mal über eine Psychotherapie nachgedacht? Spezialisierte Therapeuten behandeln nicht nur Phobien, sondern beraten auch bei allen Problemen, die sich aus der Krebserkrankung ergeben.

    Gruß Christiane

  3. #3
    Ganz neu hier
    Geschlecht
    maennlich
    Alter
    40 Jahre
    Mitglied seit
    28.08.2009
    Beiträge
    2

    Standard AW: grundlose Schwitzattacken - verzweifelt

    Hallo Christiane,
    nun muss ich doch nochmal darauf eingehen... Erst mal vielen Dank für deine Antwort. Bei mir war es bisher auch immer so, dass die Ärzte entweder gar nicht auf meine Beschwerden eingegangen sind oder die Diagnose "manche schwitzen halt etwas mehr" gestellt haben. Die Untersuchungen außerhalb meiner Nachsorge habe ich alle selbst anleiern müssen.
    Über eine Therapie habe ich auch schon nachgedacht. Allerdings möchte ich gerne die Ursache bekämpfen und nicht lernen mit den Symptomen umzugehen. Sicher gibt es Methoden, sein Leben mit dem Schwitzen einigermaßen erträglicher zu machen, aber ich möchte weder min. 3x täglich duschen müssen noch stets frische Klamotten im "Handgepäck" mit mir rumtragen. Und wenn ich den Situationen in welchen ich schwitze aus dem Weg gehe, werde ich zum Einzelgänger (kein gemeinsames Ausgehen mit Freunden, da zu warme Kneipe/Club/Konzert/etc., keine gemeinsamen körperlichen Aktivitäten wie wandern, radeln, Sport schon gar nicht, usw., keine neuen sozialen Kontakte, da schwitzige Hände und Nervositätsschwitzen und von den beruflichen Problemen ganz zu schweigen).
    Daher würde ich gerne wissen, welche Hormone/Nervenstränge/Mineralien/etc. sich auf die Regualtion des Wasserhaushaltes auswirken können und ob jemand weiß, was in Hinblick auf Ursachenforschung noch berücksichtigt werden könnte.

  4. #4
    Schaut öfter mal rein
    Geschlecht
    maennlich
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    19.03.2009
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    55

    Standard AW: grundlose Schwitzattacken - verzweifelt

    Hallo Schweiss-Er,
    Deinen Beitrag habe ich mit Interesse gelesen. Glaub mir, Du bist mit Deinem "Schwitzen" nicht alleine!
    Das Problem bei der Ursachenforschung ist, dass die Krankheit "Hyperhidrose" von den Forschern als zu wenig interessant, d.h. es werden hier keine Forschungen betrieben, da man angeblich mit dieser Krankheit kein Geld verdienen könne!
    Da das krankhafte Schwitzen von den Betroffenen meist vor der Öffentlichkeit verschwiegen wird und viele der Ärzte das Schwitzen noch als gesund darstellen, meinen die Forschungseinrichtungen, es gäbe ja gar nicht so viele Hyperhidroniker.
    Da ich selber "Betroffener" bin, habe ich mich intensiv um diese Problematik gekümmert und versucht, viele Inform.darüber zu erhalten.
    Leider gibt es tatsächlich keine direkten Medis, um der Schwitzerei annähernd beizukommen.
    Das einzig wirksame Medikament, das das Schwitzen am ganzen Körper unterdrücken kann, ist der Wirkstoff "Bornaprinhydrochlorid", mir, mit dem Namen: SORMODREN bekannt.
    Ich nehme bei Bedarf, vor Gesellschaften, eine Tablette, 4 mg. Das hilft bei mir nach etwa einer Stunde und hält ca. 5 Std. an.
    Allerdings ist das Mittel gewohnheitsbedürftig. Anfangen sollte man mit einer 1/2 Tablette zum Testen. Trockener Mund ist als Nebenwirkung hinzunehmen.
    Für das "Kopfschwitzen", das bei mir sehr ausgeprägt ist, streiche ich allabendlich
    "medisan" auf Gesicht und Kopf/Hals/Brustbereich.
    Man meint hinterher dass das Wasser läuft, aber die Stellen bleiben tatsächlich trocken.
    Eine Operation in den Achselhöhlen, hier werden jeweils die Nervenstränge, die für das Oberkörper-Schwitzen zuständig sind, mit Titanklemmen abgeklemmt.
    Das hilft Regionenweise, es entsteht aber oft an anderen Körperstellen das kompensatorische Schwitzen.
    Leider hatten bei mir die klassischen Behandlungsmethoden nicht gegriffen!
    In der Vergangenheit hatte ich bei versch. Einrichtungen Erkundigungen eingezogen und einen größeren Geldbetrag für die Ursachenforschung angeboten. Leider hatte niemand ernsthafte Interesse, da die Problematik des Schwitzens anscheinend zu vielschichtig verläuft.
    Erfahrungen kannst Du auch im "Hyperhidrose-Forum" sammeln.
    Hier sind wir "Schwitzer" unter uns.
    Viele Psychotherapien die ich bei versch. Therap., für viel Geld durchführte, brachten bei mir wenig. Es soll angeblich eine Hypnoseart geben, die auch dem Schwitzen den Garaus machen könne.
    Leider fehlen mir hier die weiteren Infos.
    Das Colosterin liegt bei mir im Bereich. Hatte bei hohem Colosterin nicht viel mehr geschwitzt.
    Sonst liegen die Werte alle im Normalbereich.
    Fazit: Wir DÜRFEN weiter schwitzen und das Beste daraus machen.
    Mehr Trockenheit, wünscht Dir ottelli

  5. #5
    Ärztin (Innere Medizin / Kardiologie)
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    24.12.2007
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    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: grundlose Schwitzattacken - verzweifelt

    Du schreibst von einem hohen Puls auch in Ruhe, bei dem du schwitzt. Wurde denn ein Langzeit-EKG gemacht, in dem solche Episoden aufgezeichnet wurden. Es gibt mitunter auch Herzrhythmusstörungen, die anfallsartig kommen und zu Schwitzen, Präkollaps etc. führen können.
    Wenn das gemacht wurde, denke ich dass es der Begriff der Hyperhidrose schon gut trifft, da wurde oben ja schonmal etwaszu geschrieben.

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