Eine neue Untersuchung zeigt: Das gerade im Winter fehlende Vitamin D kann die Sterblichkeitsrate erhöhen. Informationen rund um den menschlichen Körper und die Gesundheit – erklärt von Prof. Dr. Curt Diehm.
Über Vitamin D und seine Wirkung hatte ich ja bereits in einem früheren Beitrag berichtet (link). Nun hat eine neue Metanalyse jedoch erstaunliche Zusammenhänge gezeigt, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.Acht Studien mit 30.000 Teilnehmern ausgewertet

Für die neue Untersuchung haben Wissenschaftler insgesamt acht europäische Studien mit fast 30.000 Teilnehmern im Rahmen einer sogenannten Metaanalyse ausgewertet. Das Resultat lässt aufhorchen. Demnach steigen nämlich bei niedrigem Vitamin D Spiegel die Sterblichkeitsrate allgemein und insbesondere die Sterblichkeitsrate an Herz-Kreislauf-Leiden steil an.
Eine Untersuchung an erkrankten Patienten kam zu dem gleichen Ergebnis.

Zwar gibt es keine Bestätigung der oft behaupteten Schutzwirkung von Vitamin D bezüglich Krebs oder Diabetes, aber auch der Knochenschutz des wichtigen Vitamins wurde inzwischen mehrfach belegt. Ein Mangel an Vitamin D begünstigt demnach auch die Entstehung von Osteoporose.Im Winter droht ein Mangel

Besonders gefährdet sind übrigens Menschen in Pflegeheimen und chronisch kranke Patienten. Einer der Gründe dafür: Sie bekommen in der Regel sehr wenig Sonnenlicht. Denn Vitamin D ist ein „Sonnenvitamin“. Im Körper wird es von Leber und Nieren in das Vitamin D3 umgewandelt, das wie ein Hormon wirkt und sicherstellt, dass Kalzium in der Nahrung aufgenommen wird. Doch um diesen Prozess anzustoßen, benötigt der Körper 10 bis 15 Minuten Sonnenlicht pro Tag auf mindestens Gesicht, Handrücken und Unterarmen. Und natürlich eine Ernährung, die reich an Vitamin D ist.

Vor einigen Jahren hieß es an dieser Stelle noch häufig: Dann lege ich mich eben auf die Sonnenbank. Das damit einhergehende Risiko von Hauterkrankungen und Hautkrebs hat hier jedoch – glücklicherweise – zu einem deutlichen Rückgang geführt. Inzwischen rät das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sogar dringend davon ab, die Sonnenbank zur Vitamin D Bildung zu „missbrauchen“.
Genauso rate ich aber auch von einer unkontrollierten Einnahme von Vitamin D Präparaten ab.Sicher ist sicher: lassen Sie Ihren Vitamin D Spiegel testen

Darum mein Ratschlag. Falls Sie zu einer der Risikogruppen zählen oder beispielsweise aufgrund Ihres Jobs nur wenig Sonnenlicht abbekommen, lassen Sie Ihren Vitamin D Spiegel von Ihrem Arzt überprüfen. Das geht relativ schnell, einfach und preiswert anhand eines Bluttests.

Sollte der Test ergeben, dass ihr Vitamin D Spiegel unter 12,5 Nanomol pro Liter liegt – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 50 Nanomol – dann ist Handlungsbedarf angesagt. Sonst droht eine Osteoporose oder gar eine Rachitis. Aber selbst dann gilt: Lassen Sie Ihren Vitamin D Spiegel auch regelmäßig kontrollieren, während Sie eventuelle Vitamin D Präparate einnehmen. Denn ein Überdosierung kann ebenfalls schwerwiegende Folgen haben.

Zur PersonProf. Dr. med. Curt Diehm zählt zu den führenden Medizinern im Südwesten Deutschlands, er ist Autor zahlreicher Fach- und Patientenbücher und langjähriger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßmedizin. Seit Mitte 2014 leitet er als Ärztlicher Direktor die renommierte Max Grundig Klinik in Bühl. Alle Beiträge dieser Serie zum Nachlesen unter www.max-grundig-klinik.de.





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