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Thema: Diagnose F32.9 und was sag ich meinem Chef?

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In dieser Diskussion geht es um "Diagnose F32.9 und was sag ich meinem Chef?" im "Psychische Erkrankungen" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
...

  1. #11
    Ganz neu hier
    Geschlecht
    weiblich
    Alter
    55 Jahre
    Mitglied seit
    26.05.2011
    Beiträge
    6

    Standard AW: Diagnose F32.9 und was sag ich meinem Chef?

    Hallo Selbstheilung,

    so jetzt die Fortsetzung endlich von Freitagnacht:

    Also erst noch mal kurz zum familiären Einsatz meines Mannes. Er wirkt wirklich sehr mit und das schon immer:

    - er macht immer das Frühstück

    - wochentags "jagt" er immer die Kinder durchs Bad und frühstückt mit ihnen (da ich da an 3 - 4 Tagen schon aus dem Haus bin)

    - er bügelt seine Sachen und die von unserm Sohn

    - er putzt immer das Bad und saugt die Böden...

    Ich finde das ist wirklich viel. Ich kenne keine andere Familie bei denen beide im Haushalt so viel aufteilen.

    Tja, und jetzt noch zu meinem tollen Erlebnis vom Freitag. Wir waren nachmittags bei unserem Stammoptiker, um uns beide neue Brillen auszusuchen. Ich seh nämlich mit meiner nicht mehr so gut und mein Mann beklagt sich auch dauernd. Nun ja, es kam eine neue Optikerin auf mich zu und die roch nach Bier. Da war bei mir leider der Ofen aus... und ich glaube, die Dame hätte den roten Teppich für mich ausbreiten können und es hätte nichts mehr geändert. Auf jeden Fall war ich so schlecht drauf, dass ich mich gar nicht entscheiden konnte, welches Modell ich nehmen möchte (das fällt mir sonst schon schwer). Lange Rede, kurzer Sinn ich habe dann den Eigentümer gefragt, was er meint. Zuhause dann sagte mein Mann, dass ich der Optikerin ja ganz schön eine vor den Latz geknallt hätte mit meiner Aussage, dass die Zwei (die Optikerin und mein Mann) mir ein bestimmtes Gestell aufgequatscht hätten. Ich versuchte daraufhin ihm meine Gefühle zu erklären und er konnte das gar nicht verstehen. Als ich dann losheulte, weil ich mich mal wieder die Schuldige war, wurde das als nicht kritikfähig tituliert. Na toll!

    Lieber Gruß

    blubb

  2. #12
    Falke
    Gast

    Standard AW: Diagnose F32.9 und was sag ich meinem Chef?

    Hallo Blubb,

    ich habe auch dieses Glück zu Hause, das mein Lebensgefährte ebenso mithilft im Haushalt wie Dein Mann und darauf bin ich auch sehr stolz :-)

    Ich habe mir alles von dir durchgelesen und kann dich gut verstehen. Aber es ändert leider an Deiner Situation rein gar nichts. Früher war ich auch jemand, der sich immer angepasst hat und sich selbst als Individium ignoriert hat. Es war viele Jahre ein tolles Gefühl jedermanns Liebling zu sein und zu hören, das viele genauso sein wollten wie ich. Irgendwann hat es bei mir aber "Peng" gemacht und ich habe Panikattacken bekommen, weil ich diesen Perfektionismus nicht mehr kompensieren konnte. In langsamen Schritten habe ich gelernt mit Ablehnung, "Nein" zu sagen, meine eigene Meinung zu haben und zu bilden gelernt. Und es war eine große Überraschung für mich zu sehen, wie die Reaktionen meiner Mitmenschen war - sehr positiv! Heute kenne ich meine Grenzen und notfalls fordere ich diese ein. Wenn du deine Schwächen anerkennst und damit lebst und diese auch lebst, erkennt dies keiner als deine Schwäche, sondern als ein Teil von dir.

    Das wir Frauen gerne für alles verantwortlich gemacht werden, kenne ich auch zugenüge. Aber ich denke, das ist nachwievor das Problem, dass Männer sich nicht gut reflektieren können und gar nicht merken, dass sie uns häufig auch die Entscheidungen aufbürden, weil sie selber Angst haben falsch zu entscheiden. Häufig nehme ich das gar nicht mehr so ernst und muss darüber schmunzeln, manchmal trifft es mich aber auch noch sehr. Dann hilft nur, das Ganze auf später zu schieben und noch mal drüber zu reden. Grundsätzlich glaube ich aber auch, dass du zur zeit sehr unter Strom stehst und dadurch eine sehr niedrige Reizschwelle hast.

    Mach mal Pause! Was kann dir denn im schlimmsten Fall passieren - das du deinen Job verlierst Deine Anerkennung? Ganz ehrlich, ich denke, du bekommst bestimmt Verständnis zurück, wenn du es ganz ehrlich bei der Arbeit ansprichst. Und was meinst du, wie das dann erleichtert :-) Ich habe auch eine Vorgesetzte, die besitzt so viel Empathie, wie ein Elefant im Porzellanladen - aber das ist bei ihr wohl angeboren. Sie kann einfach nicht nett reagieren, macht sich aber trotzdem Sorgen und würde mich niemals verlieren wollen. Nur bringt sie das auf ihre ganz eigene Art rüber ;-))))

    Hab keine Angst :-)

    Und deine Mutter hat es wahrscheinlich auch nie anders erfahren in ihrer Kindheit, sei ihr nicht böse. Und sag es ihr ruhig immer wieder, vielleicht versteht sie es irgendwann doch noch :-)

    Ganz liebe Grüße

    Falke

  3. #13
    Herbert K
    Gast

    Standard AW: Diagnose F32.9 und was sag ich meinem Chef?

    Hallo,

    ich kenen einen Psychiater, der "seinen" Patienten rät:
    Wenn sie jemand fragt, dann sagen sie halt sie leiden unter vegetativer Dystonie.

    Ich sehe das allerdings anders. So gehe ich offen mit meinen Problemen um und ernte dafür viel Verständnis!

    Liebe Grüße,
    Herbert

  4. #14
    Falke
    Gast

    Standard AW: Diagnose F32.9 und was sag ich meinem Chef?

    Hallo Herbert :-)

    Ich sehe das allerdings anders. So gehe ich offen mit meinen Problemen um und ernte dafür viel Verständnis!
    mein Reden ;-))))))) genauso habe ich es auch immer wieder erfahren :-)))

    Liebe Grüße

    Falke

  5. #15
    Wohnt praktisch hier
    Geschlecht
    weiblich
    Mitglied seit
    24.07.2006
    Beiträge
    614

    Standard AW: Diagnose F32.9 und was sag ich meinem Chef?

    Zitat von Herbert K Beitrag anzeigen
    Ich sehe das allerdings anders. So gehe ich offen mit meinen Problemen um und ernte dafür viel Verständnis!
    bin der gleichen meinung... erstens hat man bei mir in der firma dafür verständnis gezeigt und nimmt auch heute noch rücksicht (man kann ja nicht immer bis über beide ohren grinsen) und zweitens, je mehr menschen darüber sprechen umso akzepztierter ist die depression in der gesellschaft. und immerhin tun wir ja was dafür, das es uns besser geht, oder?

    nur mut...

    lg conny

  6. #16
    Herbert K
    Gast

    Standard AW: Diagnose F32.9 und was sag ich meinem Chef?

    Genau.......
    Wenn ich sage was ich bin dann kommt meist die Rückmeldung, dass die Leute selbst jemanden kennen, bei dem es auch so ist.
    Ein Psychiatrieprofessor sagte mal zu mir: 20% der Deutschen sind so depressiv, dass sie medikametöse Therapie brauchen. Also jeder 5.

    Wir sind eine mächtige Gruppe!!!

    Liebe Grüße,
    Herbert

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