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Thema: Mutter hat Histrionische Persönlichkeitsstörung

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In dieser Diskussion geht es um "Mutter hat Histrionische Persönlichkeitsstörung" im "Psychische Erkrankungen" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
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  1. #1
    Ganz neu hier
    Name
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    Geschlecht
    maennlich
    Alter
    33 Jahre
    Mitglied seit
    13.07.2011
    Beiträge
    3

    Standard Mutter hat Histrionische Persönlichkeitsstörung

    Hallo an euch alle!

    Ich bin seit knapp zwei Jahren in psychotherapeutischer Behandlung wegen Depressionen. Ich habe aber auch Angsterkrankungen, denen ich mir vorher nicht bewusst war, also die ich gar nicht bemerkt habe, obwohl sie mein Leben wirklich eingeschränkt haben in gewissen Bereichen. Ich habe viel erzählt und seit kurzem weiß ich, dass meine Mutter eine Histrionische Personlichkeitsstörung haben muss, neben einem sehr offensichtlichen Alkoholproblem. Meine Therapeutin hat das nie so gesagt, sondern mit mir viel aufgearbeitet was meine Mutter all die Jahre mit mir gemacht hat, was ich immer als normal empfunden hatte, oder verdrängt habe. Heute weiß ich dass ich seelisch misshandelt wurde, das ist so wichtig das endlich so sagen zu können, wenn auch nur für mich. Man kann das nicht beschreiben, dazu finde ich nicht die Worte, bzw. würde das den Rahmen sprengen, was alles vorgefallen ist. Ich bin auf Literatur über diese Persönlichkeitsstörung gestoßen, als ich mich mit dem Wesen meiner Mutter beschäftigt habe und sehr oft habe ich geweint oder war sprachlos- denn so viel was ich las klang wie eine Beschreibung meiner Mutter. Wie die Beziehung meiner Eltern ist, wie sie mit mir umgegangen ist und sogar die Beispiele für Manipulation waren zum Teil erschreckend nah an ihren Wortlauten. Aber ich habe auch vieles von mir dort wieder gefunden, dass ich Angst hatte ich könnte genau so werden wie meine Mutter. Ich habe meine Therapeutin darauf angesprochen und da hat sie zum ersten Mal gesagt dass sie auch glaubt dass meine Mutter im höchsten Maße hysterisch ist, aber sie glaubt dass ich viel differenzierter und reflektierter sei.

    Ich würde mit Leuten sprechen die auch mit einem histrionischen Elternteil aufgewachsen sind, damit ich erfahre wie sie heute damit umgehen und ob es noch mehr Menschen gibt die ähnlichen Dingen ausgesetzt waren wie ich.

  2. #2
    Schaut öfter mal rein
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    weiblich
    Mitglied seit
    01.05.2011
    Beiträge
    86

    Standard AW: Mutter hat Histrionische Persönlichkeitsstörung

    Hallo Phillp,

    Ich kenne es zugut unter erschwerten bedingungen groß zu werden, aber egal was war, meine erfahrung hat mir gezeit, das es immer weiter geht und es letzten endes, egal wie hart und schwer es auch war, mit einem Therapeuten lernen solltest im hier und jetzt zu Leben.
    Damit möchte ich nicht sagen, das du deine Kindheit nicht betrauern und wüten sein darfst, im gegenteil, mache es es ist wichtig, aber vergiss nicht, das du in der gegenwart Erwachsen bist und nun selber bestimmen kannst, wohin dein Leben gehen soll und darf. Du wirst nicht mehr Fremdbestimmt.
    Denn noch kann ich deine Wut und Enttäuschung deutlich spüren, dies ist völlig ok.
    Ich wünsche dir viel Kraft auf denem steinigen weg.
    Lg A

  3. #3
    Ganz neu hier
    Name
    Robert
    Geschlecht
    maennlich
    Alter
    53 Jahre
    Mitglied seit
    24.07.2011
    Beiträge
    1

    Standard AW: Mutter hat Histrionische Persönlichkeitsstörung

    Hallo Phillp, mir ist erst seit kurzer Zeit bewusst dass ich mein Leben lang an einer Persoenlichkeitsstoerung leide, dessen Symptomatik der einer Histrionischen Persoenlichkeitsstoerung sehr aehnelt. Diese Art der Stoerung wird in Internetbeitraegen oft in einem gestoerten Verhaeltnis zum gegengeschlechtlichen Elternteil begruendet und faengt entweder in der analen phase (ca. 2 Lebensjahr) oder eher in der oedipalen phase (ab ca. 5 Lebensjahr) an.

    An dieser Stelle moechte ich hinzufuegen, dass ich weder Experte bin, noch versuchen will mich selbst zu diagnostizieren, vor allem wenn es sich bei meinem Krankheitsbild um diese spezielle Stoerung handeln sollte.

    Auf meiner Suche nach dem "Warum?" und basierend in meinen Erinnerungen und Erfahrungen mit meinen Eltern, bin ich zwischenzeitlich jedoch davon ueberzeugt, dass meine Mutter ebenfalls ihr Leben lang an einer histrionischen Persönlichkeitsstörung leidet und diese ggf. waehrend meiner Kindheit weitergegeben hatte.

    Mittlerweile ist meine Mutter Ende 70 und leidet nach ihrer eigenen Aussage evtl. an Altersdemenz. Ich habe mit meiner Mutter nie offen gesprochen und frage mich Heute ob ich es angesichts ihres limitierten Verstands und fortgeschrittenen Alters noch machen soll. Meine 3 Jahre juengere Schwester hatte schon vor ca. 10 Jahren den Kontakt zu unserer Mutter komplett abgebrochen um sich selbst von diesem "Bann" zur Mutter zu loesen und mit ihrer eigenen, evtl. Narzistische Persoehnlichkeitsstoerung, fertig zu werden.

    Bisher ist es mir sehr schwer gefallen mich von der Illusion meiner Mutter zu trennen und in Folge den Kontakt abzubrechen. Ich komme aber immer wieder zu dem Schluss dass es auch fuer mich notwendig sein wird, das zu tun um abzuschliessen zu koennen und weiter zu kommen.

    Angeblich leiden ca. 2% der Bevoelkerung an dieser Stoerung und interessanterweise sind es ueberwiegend Frauen. Ich finde es bemerkenswert dass du dich schon mit 25 diesem Thema widmest. Ich habe mindestens 10 Jahre mehr gebraucht um ueberhaupt ahnen zu koennen, dass meine (gestoerte) Biographie etwas mit meiner Mutter zu tun haben koennte.

    Ist mit "Mutter Schluss machen" der richtige Rat fuer dich? Ich weiss es nicht, aber so gehe ich Heute mit diesem Thema um.

    Robert

  4. #4
    Ganz neu hier
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    X
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    maennlich
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    33 Jahre
    Mitglied seit
    13.07.2011
    Beiträge
    3

    Standard AW: Mutter hat Histrionische Persönlichkeitsstörung

    Lieber Robert!

    Die Gedanken dazu kamen ja zu mir, indem ich gewisse Dinge in der Therapie aufgearbeitet habe und mir nach und nach klar wurde dass meine Mutter eben nicht so ist, wie sie selber glaubt und mich dadurch hat glauben lassen. Es ist so unglaublich schwer in Worte zu fassen und ich unterstelle ihr auch nichts böses. Wenn man sie kennen lernt, dann finden die meisten meiner Freunde sie unglaublich warm und sympathisch. Und diese Seiten hat sie wirklich. Aber ich kenne eben auch andere Seiten von ihr, die gerade in unserem Verhältnis, also Mutter - Sohn sehr dominierend sind. Unglaublich manipulativ mit entsetzlichen Schuldgefühlen arbeitend und immer mit enormen Druck. Und sie konnte auch wahnsinnig ungerecht sein und richtig ausrasten, scheinbar ohne Grund- also den gab es dann, aber das war dann so etwas wie, dass ich Barfuß im Garten gelaufen bin oder so. Dann ist sie manchmal so unglaublich verletzend gewesen und hat mich mit Worten so gedemütigt. Wenn ich mir Freiräume geschaffen habe z.B., oder anders funktioniert habe als sie es vorgesehen hatte oder irgendwie "Probleme" gemacht habe (durch schlechte Noten, Wiederworte, oder in der Art wie ich mein Zimmer gestalten wollte...usw) . Gleichzeitig hat sie sich sehr egozentrisch nie für mich interessiert- weil sie irgendwie gar nicht über das was sie wahr nimmt hinaus geht, deshalb habe ich angefangen meine Mutter (und auch meinen Vater als ihren "Handlanger) nur noch anzulügen und quasi ein Bild zu kreieren von mir, was unglaublich einfach war, weil beide auf ihre Art sehr egozentrisch sind- meine Mutter nur wesentlich aggressiver als mein lethargischer Vater. Das ist ganz schwer zu beschreiben- aber ich musste das machen, weil ich nicht ich selbst sein durfte, weil meine Mutter sonst angefangen hat mich zu demütigen und zu beschimpfen und durch Missachtung zu strafen oder mir sämtliche Freunde entzogen hat- also mir Dinge weg genommen hat die mir wichtig waren usw. Also vielleicht weißt du ja was ich meine Z.B. waren schulische Leistungen aber total wichtig, also die Noten auf dem Zeugnisformular. Ich habe es aber geschafft mit 16 die Schule abzubrechen, ohne das meine Eltern das gemerkt haben- sie wissen das alles so bis heute nicht- ich bin damals jeden Tag weiter aus dem Haus gegangen als wäre nichts. Ich habe Unterschriften gefälscht für die Lehrer und Zeugnisse für sie und unglaubliche Lügenkonstrukte vor meiner Mutter erschaffen. Und sie hat das nicht gemerkt, weil sie zu egozentrisch dafür ist- nicht weil sie dumm ist oder sich in Sicherheit wiegen will, sondern weil sie nicht über das was sie selbst wahr nimmt hinaus sehen kann. Ich habe einfach eingesehen oder einsehen müssen, dass meine Mutter keine gute Mutter war. Die perfekte Hausfrau vielleicht, aber keine gute Mutter. Jedenfalls nicht für mich.

    Und ich weiß ganz ehrlich nicht, ob ich "mit ihr Schluss machen soll". Gerade bin ich in einer komischen Stimmung, dass ich nicht ans Telefon gehe, wenn sie anruft und so und auch gar nicht mehr zu meinen Eltern fahren will- bin vor einigen Jahren sehr weit weg gezogen. Manchmal träume ich von ihr und sage ihr die Meinung. Dass ich sie anschreie und ihr sage dass ich nicht Schuld daran bin für alles woran sie mir die Schuld gegeben hat. Aber ich habe das Gefühl dass bei ihr wirklich langsam eine Alkoholdemenz einsetzt. Das macht es zusätzlich schwer, weil sie immer begriffsstutziger wird und für mich spürbar abbaut. Und irgendwie sträubt sich etwas in mir jemand zu sein, der keinen Kontakt zu seinen Eltern hat. Heute bin ich auch unabhängig, es sind nur die Dinge aus der Vergangenheit, die mich belasten. Eigentlich könnte ich sie in Zukunft einfach ertragen, aber da sind diese Erinnerungen die mich wütend machen- dass ich ihr die Verantwortung geben möchte für eine unschöne Kindheit und eine noch schlimmere Jugend und dass ich eifersüchtig bin auf meine Freunde und ihr Verhältnis zu den Eltern. Dass ich halt sehe, dass sie zwar Konflikte mit ihnen haben, aber dass sie so geliebt werden wie sie sind und niemals derart schlimme Vorwürfe fürchten müssen. Ich möchte halt auch eine Familie haben und ein Familienleben, deshalb will ich das nicht aufgeben- sie ist halt meine Mutter.

  5. #5
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    14.03.2012
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    4

    Standard AW: Mutter hat Histrionische Persönlichkeitsstörung

    Hallo Phil, als ich deinen Blog hier sah, habe ich mich extra deinetwegen angemeldet. Und ich hoffe daher du liest noch hier auch wenn mein Beitrag etwas spät kommt.
    Ich bin 46 und auch ich hatte eine Mutter mit einer histrionischen Persönlichkeitsstörung. Auch mir ist das in Therapien klar geworden und einfach durch das Leben, durch das Erleben anderer normaler Mütter und wie sie in der Lage sind auf ihre Kinder normal einzugehen. Auch ich hatte ständig Schuldgefühle, sibal ich etwas selbständiger wurde wurde sie kran, erpreßte mich, machte Skandal..Sie war egozentrisch und auch sie hat mich mißbraucht, in der Beziehung zu meinem Vater..ihn als Monster dargestellt, weil er sie verließ und mir so einen normalen Zugang zu meinem Vater verbaut..sie war schrecklich..aber natürlich habe ich sie auch geliebt, denn jedes Kind liebt seine Mutter. Sie starb vor 15 Jahren. Und wenn sie nicht gestorben wäre ich hätte bis heute kein normales Leben..denn sie hätten einen gesunden Abstand kaum zugelassen..Daher empfehle ich dir gesunden Abstand und dir klar zu werden, daß du kein schlechte Gewissen zu haben brauchst, wenn du ein Mensch mit eigenen Bedürfnissen bist, denn genau darum gehts..da sie so egozentrisch sind geht es nur um sie..und sich abzunabeln, ein Mensch mit eigenen Bedürfnissen zu sein, geht ja gar nicht..denn da geht es ja nicht um sie

  6. #6
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    17.04.2012
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    2

    Standard AW: Mutter hat Histrionische Persönlichkeitsstörung

    Hallo Philip und mandele,
    auch ich habe mich extra wegen diesem Beitrag hier angemeldet. Meine Mutter hat auch eine histrionische Persönlichkeitsstörung. Erst in den letzten beiden Jahren war ich in der Lage, die Symptome einem Krankheitsbild zuzuordnen. Auch ich habe Ausführungen und Beschreibungen zur "Hysterie" gelesen und war völlig aufgelöst wie genau diese auf meine Mutter zutrafen. Gleichzeitig fand ich auch eine große Erleichterung, die Sache endlich genau benennen zu können. Ich versuche krampfhaft meine Distanz (körperlich als auch psychisch) zu ihr aufrecht zuhalten, habe auch das Gefühl, ich wohne nicht weit genug entfernt von ihr. Ich denke, wenn man nicht unmittelbar betroffen ist, kann man sich nicht vorstellen, unter welchem permanenten Druck man steht. Fast jedes Telefonat ist eine Qual, es hagelt von Vorwürfen, meldet man sich länger nicht, fällt das nächste Telefonat noch unangenehmer aus usw. Ich habe klar gemacht, dass ich vorerst nicht Heim kommen kann, da die Situation für mich unerträglich ist. Ich mache mir auch große Sorgen um meinen Vater, da er viel arbeiten muss und gleichzeitig ihre psychische Krankheit ertragen muss. Dies weiß sie natürlich auch und versucht das auszunutzen. Ich habe so weit es geht mein eigenes Leben aufgebaut. Mein Vater ist auch wie bei dir Philip nur der Handlanger, der die Situation nicht objektiv im Blick hat und auch keine Ahnung hat, wie sehr die gestörte Struktur meiner Mutter mich langsam kaputt macht. Ständig setzt auch er mich unter Druck, ich solle öfter anrufen, ihr ginge es so schlecht und sie braucht das doch usw. Neulich hat er gemeint, wenn sie mich nicht zu ihrem Geburtstag besuchen dürfen, wüsste er nicht, ob sie sich was antut. So weit geht das schon. Auch ich litt unter Angststörungen, die ich jedoch momentan gut im Griff habe. Irgendwie muss man versuchen, sich dagegen abzuschirmen. Man darf einfach nicht zulassen, dass das eigene kostbare Leben durch jemand anderen zerstört wird. Auch wir haben das Recht auf ein glückliches Leben!
    Das Schlimme ist, dass man zu seinen Eltern keine Vertrauensbasis mehr hat, denn sobald man Schwäche zeigt, wird dies im nächsten Moment gegen einen verwendet und sie versucht mich in ihre Abhängigkeit zu bringen. Auch ihre Mutter litt an einer ähnlichen Persönlichkeitsstörung, so hat sich das wohl übertragen. Ich habe auch Angst, dass ich so enden könnte, aber mein näheres Umfeld bestätigt mir eher das Gegenteil. Ich hatte geschaut, ob es vielleicht Selbsthilfegruppen für Angehörige gibt, da bin ich zumindest auf dieses Forum gestoßen. Es erschreckt mich, wenn ich von dir höre Mandele, dass du dein normales Leben erst nach ihrem Tod beginnen konntest...Ich weiß nicht, ob ich einmal in der Lage sein werde eine normale Mutter abzugeben, die eine gesunde Beziehung zu ihren Kindern hat, mag auch der Grund sein, dass ich nicht so einen ausgeprägten Kinderwunsch habe. Aber ich denke, man darf auch nicht den gesamten Lebensverlauf auf die gestörte Mutter schieben. Es ist schwer jeden Tag damit umzugehen, es sitzt wie ein riesen-klumpen in der Bauchgegend, ich neige auch öfters zu depressiven Verstimmungen. Das einzige ist wohl sich auf sein Leben und seine Arbeit zu konzentrieren und seinen Eltern so wenig wie möglich Gedanken zu kommen zu lassen und das Telefon auszuschalten.

  7. #7
    Ganz neu hier
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    Mitglied seit
    22.08.2012
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    4

    Standard AW: Mutter hat Histrionische Persönlichkeitsstörung

    hallo zusammen!
    ich habe die vorigen Beiträge gelesen mit sehr viel Interesse und in jedem Beitrag steckte ein kleiner Teil der mir geholfen hat, deshalb möchte ich nun auch einen Beitrag leisten.

    Als ich vor 3 Jahren in eine Kurklinik ging, um mein Burn Out und meine Agoraphobie behandeln zu lassen, wurde bei mir die historische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert.bis zu diesem Moment war ich nie mit diesem Begriff in Berührung gekommen, obwohl ich wegen meiner Angststörung schon knapp 10jahre in Therapie war.
    mittlerweile geht es mir recht gut,ich bin im 3.ausbildungsjahr zur bürokauffrau und 25Jahre alt.

    Nach dem ich von der Diagnose erfahren hatte, habe ich mir eine neue Therapeutin gesucht, angefangen an dieser Störung zu arbeiten.Ich habe schon gute Fortschritte gemacht, aber ich denke, dass hier der Weg das Ziel ist und es gibt noch genug zu tun.

    jedenfalls fing ich an die Geschichte und die Verhaltensweisen meiner Family zu erforschen und erkunden. dabei habe ich rausgefunden, dass meine Oma,die Mutter meines Vaters, und meine Mutter beide Histrioniker sind. Das Interessante ist, dass meine Mutter keine Verwandten hat, bei denen diese Störung aufgetreten ist. Sie ist durch ihre Erlebnisse so geworden. ich denke, dass mein Dad sich jemanden gesucht hat, der seiner Mutter so sehr ähnlich ist.

    Ich möchte mit der Beschreibung meiner Oma anfangen, weil ich denke, dass sie sehr viele Merkmale dieser Störung verkörpert: Meine Oma ist groß schlank und hat blondes Haar. Wenn man in ihr Haus kommt, könnte man denken, dass man unsere Zeit verlassen hat und in der Zeit von Marie Antoinette gelandet ist. überall hängen Kristallkerzenleuchter.im Wohnzimmer hängt ein 2 m großes Selbstporträt, es hängen gefälschte adelswappen an den Wänden. Die Stühle sind mit goldener Farbe bestrichen, es steht ein Mamortisch dort mit einem rosafarbenen extrem verziertem Sofa, es hängen rosafarbene Vorhänge an den Fenstern. im Garten steht ein Springbrunnen mit Amor und an der Treppe stehen zwei steinerne Löwen. Das Bett in ihrem Schlafzimmer ist übermäßig mit Goldfarbe verziert und die hat einen riesigen Spiegelschrank.dort drinnen hängen ungefähr 30 teure opulente Ballkleider, mit denen sie schon auf allen möglichen Bällen und Veranstaltungen war. Sie hat auch Diademe.
    Meine Familie väterlicher Seite kommt aus Polen, dort hat meine Oma auch noch ein Haus, dass sie aufwendig modernisiert hat.
    Meine Oma residiert meistens in einem Schlosshotel in Polen, wo umgefähr 20 Portraits von ihr als Marie Antoinette hängen. Sie hat sogar meine Uroma, die eine einfach Bauersfrau war ( und Stolz darauf war)mehrmals als Kaiserin malen lassen. Ich Hänge leider auch da als Prinzessin. ich dürfte da nicht mitbestimmen, meine Oma hielt es für eine nützlicheres geschenk zum Geburtstag,als Geld für einen Führerschein.
    Meine Oma hat mir oft Geldgeschenke gemacht. Das war Super nett, aber es war fast nie was persönliches.weil sie umgründe nichts über meine Interessen weiß und nur Augen für ihre hat.manchmal denke ich, das sie sich wirklich für die Wiedergeburt von Marie Antoinette hält. Sie ist 100% Kritikresistent, diskussionen sind mit ihr fast nie möglich, sie flippt dann aus, wird sehr verletzend und dann denkt sie, dass sie einen Herzinfarkt bekommt und daran ist natürlich der Diskussionspartner Schuld.wenn mein Opa mit seinen Kumpels telefoniert, mischt sie sich ständig lautstark ein um als Thema präsent zu sein.

    Ich war jetzt das erstmal nach 4 Jahren wieder da und ich war erstaunt, wie sehr ich mich verhaltenstechnisch verbessert habe.ich begegne ihr jetzt mit einer sehr entspannten Stimmung. Histrionische Handlungen habe ich gelernt für mich zu markieren und mir zu merken, damit es mir auffällt, falls es bei mir mal auftaucht.
    Es stimmt wirklich: wir können die anderen Menschen nicht ändern,aber wir können uns verändern.


    Vor meiner Therapie habe ich ohne zu denken, alle ihre befehle befolgt.dass hat mich fast in den Selbstmord gebracht.
    mittlerweile habe ich eigene Hobbys, Wertvorstellungen und ich unterstütze aktiv eine katzenschutzorganisation.


    Nun zu meiner Mom. Meine mama ist wie schon erwähnt auch eine histrionikerin. Nach der Scheidung von meinem dad hat sich einen Lebenspartner gesucht, der ein hohen Job bei der Marine hat und 15 Jahre jünger ist. Sie hat sich tätowieren lassen,trägt mit 65 Stingtangas und hat Sex wie ein Tier.sie geht in bunten Ballkleidern zu Veranstaltungen von der Marine und versucht ständig im Mittelpunkt der aufmerksamkeit zu stehen. Diskussionen sind mit ihr so gut wie gar nicht möglich. Sie rastet dann aus und schreit unkontrolliert herum,ohne Sinn und verstand. Eine ihrer Lieblingssätze ist dieser hier: bist du dumm oder hast du einen Vogel?da sie Rentnerin ist und über viel zeit verfügt, geht sie von Café zu Café in unserer kleinstadt und hofft, dass Leute kommen und sie ansprechen und bewundern. Gruseliger weise passiert das auch oft. Ich gehe nicht mehr mit,weil ich eh nur statistin wäre.

    Joa, soweit meine Story. Ich arbeite an meinen Verhaltensweisen und mir hilft mein Engagement für die katzen sehr, dass gibt mir ein sehr befriedigendes Gefühl und ist das beste Gegenmittel gegen die suizidalität.
    erwähenswert finde ich noch, das weder meine mama noch meine Oma Freunde haben. Ich bin da anders. Ich habe ein paar sehr gute Freunde, die für mich da sind und ich auch für sie.
    vielleicht hilft ja meine Story auch einem von euch.

  8. #8
    Ganz neu hier
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    36 Jahre
    Mitglied seit
    17.04.2012
    Beiträge
    2

    Standard AW: Mutter hat Histrionische Persönlichkeitsstörung

    Hallo Maron,

    "überall hängen Kristallkerzenleuchter.im Wohnzimmer hängt ein 2 m großes Selbstporträt... Die Stühle sind mit goldener Farbe bestrichen, es steht ein Mamortisch dort mit einem rosafarbenen extrem verziertem Sofa, es hängen rosafarbene Vorhänge an den Fenstern."...
    Das könnte genauso gut eine Beschreibung aus dem Wohnzimmer meiner Mutter sein...echt verblüffend. Ich finde es bewundernswert, dass du die Diagnose für dich angenommen hast und auch daran arbeitest! Das zeugt von viel Stärke und Reflektion, ich wünsche dir viel Erfolg für deinen weiteren Weg!
    Ich bin auch sehr tierlieb und ich werde mir auch irgend eine Beschäftigung mit Tieren einfallen lassen, denke, dass der Umgang mit Tieren sehr tröstend und kraftspendend sein kann..

  9. #9

    Standard AW: Mutter hat Histrionische Persönlichkeitsstörung

    Hallo alle miteinander! Ich hoffe, ihr schaut noch ab und zu rein und liest im Forum, auch wenn mein Beitrag euch erst zwei Jahre später erreicht. Es hat so gut getan eure Beiträge zu lesen und zu wissen, dass man nicht allein ist!

    Ich habe vor kurzem auch herausgefunden, dass meine Mutter Histrionikerin ist. Ich habe immer schon gewusst, dass sie schwierig ist, immer übertreibt, kritikunfähig ist, sich gerne mal als die tollste Frau der Welt, den Kindern gegenüber aber auch als Opfer darstellt. Aber erst meine Schwester, die schon länger deswegen in Therapie ist, hat mich vor ein paar Wochen mit dem Begriff vertraut gemacht. Seitdem habe ich viel im Internet gelesen und erkannte meine Mutter immer wieder. Es ist einerseits sehr erleichternd, endlich einen Begriff für diese Krankheit zu kennen, aber anderseits auch sehr deprimierend zu erfahren, dass es keine Chance auf Heilung gibt. Denn wie (fast) alle Histrioniker ist sie 0% einsichtig, dass sie krank ist, absolut nicht kritikfähig und sehr aufbrausend, sobald man sie auf ihr Verhalten anspricht. Sie ist schon über 70, also habe ich keine Hoffnung mehr, dass sich da was ändert.
    Meine arme Schwester, die um einiges älter ist, als ich, hat noch viel mehr von ihr abbekommen und kämpft schon seit längerem mit Depressionen. Ich glaube, bei mir hat meine Mutter einiges Besser gemacht, als bei ihr, nichtsdestotrotz kenne ich z.B. den von Philipp beschriebenen Leistungsdruck sehr gut. Bis jetzt kann ich es ihr nicht recht machen, ich verdiene zu wenig, ich habe immer den falschen Partner (weil er kein Millionär ist, sondern nur ein guter Mensch), ich hätte so viel mehr aus meinem Aussehen machen sollen und so weiter und so fort. Ständig hagelt es gut versteckte Vorwürfe, Kritik und Sticheleien. Dabei habe ich 2 Studien, verdiene überdurchschnittlich gut, komme gut bei Männern an und habe den tollsten Partner der Welt! Als ich vor 6 Jahren weit weg gezogen bin, habe ich gemerkt, dass es mir viel besser gegangen ist!
    Jetzt kommen wir zum nächsten Punkt - ich bin vor kurzem Mutter geworden. Sie hat schon sooo lange auf Enkel gewartet und mich natürlich immer dafür kritisiert, dass ich mit über 30 immer noch keine Kinder habe. Ich dachte, vielleicht mäßigt sie sich jetzt und die Dramen und Szenen werden weniger, dem Enkel zuliebe. Aber leider ist das Gegenteil passiert. Aus der (zugegebenermaßen schwierigen) Geburt wurde natürlich ein absolutes Weltdrama gemacht und wurde mit vielen Übertreibungen ausgiebig mit allen Freundinnen besprochen. Wir hätten alles falsch gemacht, das Kind ist deswegen fast behindert zur Welt gekommen (was absolut nicht der Fall ist!!!) usw. Nach der Geburt war sie länger bei uns zu Besuch und wollte sich ständig um unseren Sohn kümmern, uns ihn "abnehmen" bis hin zu - ich sollte ihn ihr für ein halbes Jahr geben, bis das schwierige Alter vorbei ist. Ähm, NEIN Ich habe den Sohn nicht für sie bekommen! Meinem Partner wurden ihre ständigen Übernachtungen bei uns zu viel und er bat darum, dass wir eine Nacht für uns haben. Schließlich haben wir eigens für sie eine kleine Wohnung in der Nähe gemietet. Ich habe den "Fehler" gemacht, sie um eine Nacht allein mit meiner Familie zu bitten. Und da war wieder das Drama. Sie ist sofort abgezogen, hat dann ein paar Tage nicht mit uns gesprochen und ist dann beleidigt zurückgeflogen. Seitdem ist der Kontakt weniger geworden, was mir ganz gut tut. Sie hat sich sofort in ihre Opferrolle versetzt, sagt ständig, dass wir sie nicht brauchen, ruft auch nie an, ich fühle mich immer gezwungen anzurufen und zu berichten, wie es unserem Sohn geht.

    Ich glaube, mit dem schlechten Gewissen kämpfen alle Histrioniker-Angehörige und vor allem Kinder von Histrionikern. Einerseits liebt man seine Eltern doch und anderseits erträgt man es nicht in ihrer Nähe zu sein, bzw. zu viel Kontakt zu haben. Sie sind schliesslich sehr gut darin ihren Kindern schlechtes Gewissen zu machen "ich habe alles für dich geopfert, du undankbares Wesen und du meldest dich nicht mal bei mir (damit ich dir wieder erzählen kann, was du in deinem Leben alles falsch machst)". Ich weiß echt nicht, was ich tun soll. Sie ist vielleicht bald alt und krank und braucht meine Hilfe. Sie hat viel für mich getan. Aber mit ihr kann ich auch nicht. Auch will ich nicht, dass mein Kleiner unter ihren Einfluss gerät, denn bei ihm will ich alles anders machen. Sie hat schon "angedroht", dass sie ihm mit 3 Jahren das Lesen beibringen will (ich habe mit 4 schon aus der Zeitung vorlesen müssen) - und das will ich auf jeden Fall vermeiden!!! Ich bin echt hin und her gerissen zwischen schlechtem Gewissen, Kontaktabbruch, Angst, dass sie meine kleine tolle Familie kaputt macht… Ich habe nach Selbsthilfegruppen für Angehörige von HPS gesucht, aber leider keine gefunden…

    Würde mich mal interessieren wie es bei Philip weitergegangen ist??

  10. #10
    Ganz neu hier
    Geschlecht
    weiblich
    Alter
    38 Jahre
    Mitglied seit
    08.05.2015
    Beiträge
    1

    Standard AW: Mutter hat Histrionische Persönlichkeitsstörung

    Hallo alle zusammen

    hoffe sehr, dass hier noch mal ob und zu Betroffene und Hilfe suchende einfinden. Ich denke meine Mutter ist auch eine Histrionikerin.
    Es gäbe unmengen an Situationen die hier zum Teil schon beschrieben wurden...ich bin wie in einer Art Schockzustand und Zweifel. Aus Liebe zu meiner Mutter habe ich viel toleriert! Im Wissen über eine bis dahin unerklärliche Abhängigkeit die voller Leistungsdruck und Schuldgefühle mein Leben begleitet, bin ich dankbar für diese "Erkenntnis"....
    es gab Momente in denen ich dachte ich sein nicht normal (vielleicht bin ich das auch nicht) aber jetzt sehe ich alles aus einer anderen Perspektive und das ist so befreiend.

    Meine Mutter ist wie hier beschrieben...sie hat zusätzlich noch Depressionen. Ihre Kindheit geprägt von Misshandlungen (seelischer und körperlicher Art), Zurückweisungen, Angst und Ablehnung wird der Kern des Übels tragen. Ich würde mich gerne mit Gleichgedinnten austauschen und freue mich auf Nachrichten...

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